Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Von Investmentbankerinnen und Sexy Pirates

| 10 Lesermeinungen

Die Harvard Business School macht Ernst mit der Geschlechtergerechtigkeit.

Wie melden Sie sich in einem vollen Hörsaal, wenn Sie wollen, dass die Professorin Ihnen das Wort erteilt? Manche schnipsen mit den Fingern. Andere stützen den zeigenden Arm mit dem anderen ab. So kann man sich eine ganze Vorlesung lang melden, wenn man glaubt, alle Antworten zu kennen. Schließlich gibt es die, die ihren Arm nur halb heben. Sie sehen aus, als wären sie sich nicht sicher, ob sie wirklich etwas zu sagen haben. Zu dieser dritten Gruppe gehören nach den Erfahrungen der Harvard Business School besonders viele Frauen.

Im Herbst 2011 begann die HBS eine Feldstudie am eigenen Leib. Sie wollte die Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der eigenen Institution verbessern, und zwar mittels eines ganzheitlichen Ansatzes, der harte wie weiche Faktoren mit einbezog. Nicht nur die Quote von erfolgreichen Frauen sollte erhöht werden, sondern es ging darum, den Geschlechterdiskurs und die dazugehörigen Rituale zu beeinflussen. Geschlechtergerechtigkeit ist über Quote allein nicht herzustellen; es sind alltägliche Diskurse und Handlungszusammenhänge, die festlegen, was Männer und Frauen dürfen, können und sollen.

An der HBS sind gut ein Drittel der Studierenden Frauen. Die Noten, die sie in ihrem bisherigen Leben erhalten haben, sind ebenso herausragend wie jene der Männer. Trotzdem gehören am Ende des Studiums nur wenige Frauen zu den Baker Scholars, den besten 5% eines Jahrgangs – 2009 nur 14%. Nach dem Abschluss des Studiums werden, so die Statistik, die Absolventen Banker an der Wallstreet, die Absolventinnen entscheiden sich für eine Stelle in der Marketingabteilung eines mittelständischen Unternehmens.

Also beschloss der Dekan, die „Class of 2013“ fundamental anders auszubilden. Sein Motto war „sunshine is the best disinfectant“, also: wer ein Problem ans Licht holt, beseitigt es. Er desinfizierte mit Harvardscher Gründlichkeit. Die Studentinnen erlernten in Workshops das effektive Melden im Hörsaal. Weil Frauen in schriftlichen Prüfungen meist gut abschnitten, aber vergleichsweise schlechte Noten für ihre mündliche Mitarbeit erhielten, ließ der Dekan die Lehrveranstaltungen stenographieren. Die Mitschriften sollten den Lehrenden helfen, bei der Benotung auf den Inhalt des Gesagten abzustellen und nicht so sehr auf die Überzeugung, mit der das Gesagte vorgebracht wurde. Die oft geschlechtlich vorformatierte Erwartungshaltung der Professoren sollte so ausgehebelt werden. Das Ergebnis verblüffte alle: Die Notendifferenz zwischen Männern und Frauen verschwand nahezu sofort. Am Ende ihres Studiums waren 38% der Baker Scholars Frauen.

Der Dekan ließ seine Reinigungstruppen auch außerhalb des eigentlichen Unterrichts auflaufen. Alle Studierenden mussten ein Seminar über sexuelle Belästigung besuchen. Unterrichtet wurden sie von Mitgliedern des HBS-Professoriums. Es konnte also passieren, dass man von seinem Finance-Professor gebeten wurde, vor und mit ihm offen über Ängste, Vorurteile und Vorbehalte zu diskutieren. Zudem durften sich die Studierenden ihre Lerngruppen nicht mehr selbst aussuchen, sondern wurden ihnen zugeteilt. Halloween-Kostüme wurden verboten, aus Sorge, dass Studentinnen als „sexy pirates“ erscheinen könnten. Insgesamt sollten Studentinnen, so die HBS, dazu gebracht werden, sich mehr auf ihre Berufschancen und weniger auf die Suche nach einem Partner fürs Leben zu konzentrieren.

Natürlich ist es gut, dass die HBS versucht, das implizit Wirkende in den Blick zu bekommen. Trotzdem finde ich manches schwierig: Die Maßnahmen beruhen zum Teil nicht nur selbst auf sexistischen Annahmen, sondern sie greifen unangemessen in die Privatsphäre der Studierenden ein. Außerdem bezwecken sie, so mein Eindruck, dass die Frauen am Schluss so sein sollen wie die „erfolgreichen“ Männer, an der Wall Street arbeitend (und damit möglicherweise sogar, weil reich, auch gute Mäzene für die HBS). Ich möchte aber nicht in einer Welt leben, in der alle HBS-Absolventinnen den Druck verspüren, Investmentbankerinnen werden zu müssen, um anerkannt zu sein.

Wie kann man es besser machen? Wir brauchen weibliche Vorbilder. Gefragt, welche der Maßnahmen sie besonders inspiriert habe, nannten viele Studentinnen das Tutorium ihrer Kommilitonin Amanda Upton, einer ehemalige Investmentbankerin, die für das MBA-Studium an die Uni zurückgekehrt war. „Das war die beste Nachricht“, sagte eine Studentin, „dieses Mädel weiß es besser als Ihr alle.“ (Inzwischen verwaltet Upton das Vermögen einer wohlhabenden Familie in Pittsburgh, weil sie ein „einfacheres, glücklicheres Leben haben“ wollte als an der Wall Street.) Ein Fünftel des Professoriums an der HBS sind Frauen; manche Studierende waren vor Upton noch nie von einer Frau unterrichtet worden.

Also Quote: Wir brauchen mehr Frauen in wichtigen Positionen, mehr Kanzlerinnen und CEOs großer Tech-Unternehmen, und dies nicht, weil Frauen die besseren Menschen oder Führungspersönlichkeiten sind, sondern weil sich dadurch das Bild unserer geschlechtlichen Zuschreibungen ändert. Wir brauchen aber nicht nur diese Leuchttürme, sondern auch Vorbilder, die alltäglich erscheinen und unterschwellig wirken. Denn es sind die weichen Faktoren, die besonders wirksam sind und besonders schwer zu ändern. Nur wie beeinflusst man diese, ohne übergriffig zu sein? Wir brauchen coole Programmiererinnen, die die Hauptrolle in Fernsehserien spielen, mehr Frauen, die als Expertinnen in Talkshows auftreten, und wir brauchen Männer, die Kindergärtner und Sekretäre sein dürfen, ohne dafür gesellschaftlich abgewertet zu werden. Wir sollten also nicht an der Intimsphäre ansetzen (wie die HBS), sondern an den kulturell-gesellschaftlichen Repräsentationen.

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10 Lesermeinungen

  1. Wir brauchen mehr Frauen als CEOs von Tech-Unternehmen?
    Yep. Wäre durchaus wünschenswert. Der einfachste Weg dahin ist die Gründung eines eigenen, erfolgreichen und international tätigen Unternehmens. Gab es im vergangenen Jahrzehnt mehrdutzendfach, auch in Deutschland. Eine einzige Frau darunter? Nope. Die lassen die Unternehmen von Männern gründen und sich danach per Quote befördern …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Na, da bin ich aber mal gespannt, ob Sie Beispiele von Frauen nennen können, die sich, nachdem die Männer die harte Arbeit gemacht haben, lieber per Quote befördern lassen.

      Selbst wenn es so sein mag, dass keines der erfolgreichen, international tätigen Unternehmen in Deutschland (oder anderswo) von (einer) Frau(en) gegründet wurde, lag es gewiss nicht daran, dass die Frauen darauf gewartet haben, per Quote befördert zu werden.

      Genau solche Meinungen sind Beleg dafür, dass an den kulturell-gesellschaftlichen Repräsentationen angesetzt werden muss.

    • Wenn man Löcher in Ballons machen will, muss man zuspitzen.
      Gender-Mainstream-Argument der Autorin: „Also Quote: Wir brauchen mehr Frauen in wichtigen Positionen, mehr Kanzlerinnen und CEOs großer Tech-Unternehmen …“ Genau, ohne Quote geht nämlich nichts.

      Nichts? 4/5 der angeblichen wie tatsächlichen Hindernisse, die Männer errichtet haben (sollen), würden Frauen bei einer Unternehmertätigkeit gar nicht im Wege stehen. Warum tun Sie´s nicht bzw. nicht im selben Rahmen erfolgreich, wie Männer? Weil sie nicht wollen.

      Irgendein Versuch der – Verzeihung – Gendertröten, daran etwas zu ändern, sich also mit der eigenen Klientel wenigstens einmal anzulegen? Mitnichten. Also ist das Fazit – Frauen versuchen über Quote etwas zu erreichen, was sie aus eigener Kraft nie schaffen würden, völlig berechtigt. Denn um CEO eines Konzerns zu werden, muss erst einmal ein Konzern da sein. Und der wurde so sicher wie das Amen in der Kirche von einem Mann gegründet und gross gemacht.

      Auch eine Form der Arbeitsteilung.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Schlusfolgerungen leicht gemacht
      Und weil auf Google nichts darüber zu finden ist, dass Sie ein erfolgreiches, international agierendes Unternehmen von Weltruhm gegründet haben, bin ich berechtigt zu schlussfolgern, dass Sie es nicht wollen und sich lieber eines Tages durch eine Seilschaft in die richtige Position hiefen lassen wollen ?

      Würde von mir behaupten, dass es da etwas komplexere Gründe gibt, warum ich es nicht versucht habe. Und bin überzeugt, dass es bei den Frauen, die es auch nicht versucht haben ebenso ist. Aber vielleicht mache ich es mir damit auch etwas einfach.

  2. Ohne auf das übliche Gehöhne einzugehen ...
    Ohne auf das übliche Gehöhne von Männern – und Frauen – einzugehen, das man sich doch gerne leistet, kaum hat man eine Frau als Artikelerstellerin …, auch das ist Alltag, peinlich, aber Alltag …
    (Doch, auch Frauen zweifeln auch gerne die Kompetenz anderer Frauen an, darüber gibt es Studien und falls ein Herr Haupts das bei einer weiblichen Kommentatorin wie mir zulässt auch eigene Empirie … insofern ist Kompetenzanzweiflung gegenüber Frauen bei beiden Geschlechtern Folklore, also alte Tradition …)

    Also ohne groß herumzuhühnern ähm zu -höhnen, der Punkt des Artikels sei doch der, dass es an alltäglichen(!) weiblichen Vorbildern mangele und daher würden sich Frauen und Männer nicht bemüßigt sehen, an geschlechtlichen Zuschreibungen etwas zu ändern.

    Was Medienfrauen, die sich m. M. in einer Filterblase bewegen, vielleicht nicht auffällt, es gibt im Alltag längst Programmiererinnen, Tischlerinnen und all diese toughen Frauen. Das ändert meiner Meinung nach leider fast gar nichts am herkömmlichen Verständnis. Warum? Weil es so viel bequemer ist für beide Geschlechter, das so zu lassen wie es ist. Man muss sich nicht anstrengen, das Leben ist anstrengend genug ; -)

    Meine Wenigkeit hat dies Probleme der unterschwellligen Geringschätzung – auf beiden Seiten(!) – immer dann, wenn es um technische oder wissenschaftliche Kunden geht. Es kostet Mühe und Nerven, Diplomatie und Geduld, klarzulegen, dass man – auch als weiblicher Anbieter – nicht das Dekomäuschen ist, sondern ein Planer.

    Und: Toughes Auftreten ist da eher hinderlich. Gerade viel Männer verzeihen einem das nicht, verfallen in Überkompensierung (Kompetenzler- oder Brunftgeschrei) oder können damit nichts anfangen. Frauen finden das toughe Auftreten einer Frau nur heimlich gut, aber tun nichts für einen. So ist das halt.

    Was man ändern könnte, ohne übergriffig zu sein?
    Nichts.

    Solange alte Konzepte also noch viele, viele innere Vorteile bieten bis hin zur Bequemlichkeit.
    Für andere würde ich sowieso gar nichts ändern wollen, weil das nicht geht. Diese Missionierungs-Attitüde halte ich für schlimm.

    Ich kann nur jedem raten: Gehe dahin, wo du gewollt bist. Ansonsten: Übereifrige auflaufen lassen und einen langen Atem haben. Mädchen brauchen nicht zwingend Vorbilder an Tougness und an Coolness, das sit ein großer Irrtum übereifriger Herbeischreiber und -innen, sondern Vorbilder an: Beharrlichkeit. Und die kann man nicht herbeischreiben, das muss man haben und TUN. Das hat man drauf oder hat man nicht drauf.

    • Beispiel aus der Serie "Frauenwelten" aus der NZZ vom 13.11.
      Hier ist ein hübsches Beispiel dazu, wie es gehen kann:
      „Der Anfang sei nicht leicht gewesen, gesteht Sigi Friedmann. Wenn ein Vertreter angerufen habe, sei es oft vorgekommen, dass dieser gesagt habe: «Ich möchd nern Chef sprech.» Als Sigi darauf erwiderte: «Des bin i», habe sie zur Antwort bekommen: «Dann will i nern Braumasder sprech’n.» Als sie sagte: «Des bin i a», habe das Gegenüber oft wieder aufgelegt, weil man Frauen in der Braubranche nichts zugetraut habe. Auch die Kundschaft war zunächst zickig. Ihr habe nach dem Stabwechsel das Bier nicht mehr geschmeckt, obwohl der Brauer derselbe wie zuvor gewesen sei, sagt Sigi.“
      (Die Dame ist gelernte Brauerin, ihre Brauerei ist in Franken – sieht man klar am Dialekt…)

    • Ich wollt' ja, ich wär Brauer ...
      Herr Neininger,
      ich wollt, ich wäre Brauer. Dann würde ich das gleiche lockere Spielchen durchziehen wie Ihre Sigi. Und mir eins grinsen. Denn es ist schön, dass sich da erst noch ein Bild formen muss – und man dazu konochentrocken beitragen kann von erster Stunde an.
      (Komme übrigens auch aus Franken)

      Nur verdammte Hacke, ich bin Designer.
      Und da hat sich das Bild bei Bevölkerung und Auftraggeber gleichartig eingebrannt:
      Frau = Dekotante, Ausführzeichenmäuschen, Schnörkeltussi ansonsten Klappe halten, Mann = Planer, LÄSST machen und: großes Genie, Ego wie Monstranz. Is klar ne.
      Gegen dieses bei vielen fertige Bild (wenn sie dnenw issen was das ist und nicht „Irgendwas mit Computer“ so wie meine Mama …) dauernd anrennen ist schon saublöd. Nur mit viel schwarzem Humor hinzukriegen. Es gibt Tage, da muss ich lachen und krieg mich nicht ein drüber – es gibt Tage, da ist es zum Heulen, weil man sich fragt, ob die Leute nicht dümmer werden statt gscheiter.

      Und was diesen Artikel hier betrifft:
      Dass man bei der Idee „emanzipierte Frau“ immer gleich hochtrabend an IT-Technologie-Aufsichtsrätin oder Investmentbänkerein (pfui deibel, ächt jetzt) denkt, da muss ich mich auch an meinem schwarzen Humor festhalten, mein lieber Schwan …

      Und die Kommentaristen, die sich hier daran aufhängen, dass Frau erst mal ein technisches Weltunternehmen ab Garage aufwärts gründen solle, bevor sie sich irgendwo anmaße, was sein zu wollen und die Klappe aufzureißen: ganz großes Kino. Welche ordentliche Frau ihnen diesen Rhetorik-Stunt wohl abnimmt. Hier sicher keine so recht. Falls anwesend.

      (Männer-Startup-Failquote in gesättigten Märkten: über 8 zu 2; Von 10 Klitschen gibts 2 davon noch 2-3 Jahre, 8 dieser tollen Enterprises aber gehen schon kurz nach der Gründung hops wie die Chaos-Piraten.
      Max Grundig und Konsorten haben halt rechtzeitig genug im Krieg ihr Ding gemacht mit Sklaven, ähm Zwangsarbeitern. Tolle Unternehmerkompetenz und ganz tolle Leistung in noch nicht gesättigten Märkten, wow, Hut ab … Derweil haben Frauen erfolgreich die Geschäfte ihrer Männer geführt, falls sie aus dem Krieg nach Hause kamen. Und dann sind sie nicht ganz freiwillig wieder ins 2. Glied gerückt, als der traumatisierte Kerl wieder da war …)

      Gehe jetzt in meine Startup-Garage, suche meine Schraubenzieher und meinen Phasenprüfer und repariere meinen Humor. Brrta brtta.

    • Sie, geehrte Vroni, sollten eigentlich wissen, dass ich auf beide Geschlechter losgehe,
      gleichermassen, wenn ich mich ärgere.

      Und über dieses Blog habe ich mich bisher so richtig geärgert. Eine Anzahl von Menschen aus dem „irgendwas mit Medien und Kultur“ Bereich schreibt geist- und witzlos, auf dem Niveau (ich zitiere einen Kommentar aus Dons Blog) von Zahnarztwartezimmern, über Themen, von denen sie bspw. hier so viel verstehen, wie Kühe vom Klavierspielen. Der legitime Nachfolger des „Julia Seeliger“ Blogs, Gott hab sie woanders selig.

      Keine der hier Schreibenden hat irgendeine Ahnung von Unternehmensrealität. Eine Aufsichtsrats- oder Vorstandsquote von 30 bis 50% für technische Unternehmen oder Investmentbanken? Mit einem entsprechend qualifizierten Frauenanteil von unter 10%?

      Ich war lange Zeit selbst für die Quote, das ändert sich erst in den letzten Jahren. Mit der Beobachtung, dass die von mir beobachteten Frauen, die FÜR die Quote sind, jeder Auseinandersetzung (auch rein inhaltlicher Natur) gerne aus dem Wege gehen und die Quote als einen Weg betrachten, die Kultur der alles in allem erfolgreichen Unternehmen in ihrem Sinne zu verändern – und damit voraussichtlich zum schlechteren. Übrigens sind die toughen Frauen weit überwiegend Quotengegner …

      Zu Ihrer ganz persönlich erlebten Realität kann und will ich keine Stellung beziehen – ich kenne mich da schlicht nicht aus. Trösten Sie sich mit der Feststellung, dass die menschliche Dummheit unendlich ist. Das gilt für Frauen wie Männer und Sie dürfen das auch gerne auf mich anwenden.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Gemach, gemach ...
      Gemach, Herr Haupts,
      die von Ihnen als nicht würdig erachtete Dame hier ist zumindest Juniorprofessorin. Das muss man auch erstmal hinkriegen: promoviert werden, sich habilitieren, eine Professur kriegen. Ganz ohne Ahnung, das kann ich nicht unterschreiben.

      Dass vorwiegend Medienfritzen an Blogs (und auch an Fachartikeln) herumdilettieren, trifft für beide Geschlechter in vollem Umfang zu. Es ist unfair, sich da nur über Damen zu echauffieren.

      Ich bin für die Quote.
      Weil Unternehmen genug Zeit hatten. Sie haben sie nicht genutzt.

      Branchen mit zu geringem Frauenanteil müssen eben einen Schlüssel bekommen, ebenso ist ein zu hoher Frauenanteil in anderen Branchen (Friseurin, Lehrerin, Krankenschwester, Putzfrau, Sexarbeiterin) auf 50% zu limitieren und den armen Männern muss auch da eine Chance gegeben werden.^^

    • Darf ich Ihre Liste erweitern: Polizei, Feuerwehr, Armee, Müllabfuhr, Ordnungsamt ...?
      Schliesslich ist es bei voller Gleichberechtigung doch nur selbstverständlich, dass auch Frauen alle tödlichen Risiken einer Gesellschaft schwesterlich teilen, ebenso die unbeliebten und dreckigen Jobs?

      Ich bin nach reiflicher Überlegung jetzt doch für eine 50% Frauen/Männer-Gesamtquote, mit einer anteiligen weiteren Unter-Quote nach Religion, Behinderung, Migrantenstatus, Hautfarbe, Sehkraft und Gewicht (Liste nicht abschliessend).

      Schliesslich werden nicht nur Frauen systematisch benachteiligt, nein, eine kleine Gruppe frauenverachtender, ausländerfressender, frauenfetthassender, behindertenfeindlicher, schwarzenversklavender weisser Hetero-Männer über 50 unterdrückt die ganze bunte Gesellschaft – und das sogar waffenlos!

      So hatte ich mir eine halbwegs freie Gesellschaft immer vorgestellt – vollquotiert. Und wer das für Unsinn hält, aber FÜR die Frauenquote ist, der hat bestimmt ein gutes Argument dafür, von allen unterdrückten und diskriminierten Gruppen ausgerechnet und nur karrierebewusste Besserverdienerfrauen bevorzugen zu wollen.

      Entschuldigung an alle Interessenvertreter einer von mir nicht genannten Benachteiligtengruppe.

      Gruss und gute Nacht,
      Thorsten Haupts

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