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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Das Problem der Deutschen mit den Kindern

| 19 Lesermeinungen

Kinder sind etwas Schönes. Man sollte sie auch teilen können.

© Deepa, CC0 1.0Vorsicht Kinder

Am schwarzen Brett unserer Kita, gleich beim Eingang, hängt ein Cartoon. Darauf ist ein Kind zu sehen, das von seiner Mutter in die Tagesstätte geschleift wird und sich dabei denkt: „Na warte! Es kommt der Tag, da steck ich sie ins Altersheim!“

Ich mag unsere Kita, ich fühle mich da sehr wohl – und geben wir es zu: es ist wichtig, dass sich Eltern wohl fühlen in ihrem Kindergarten. Kleine Kinder würden sich mit fast jedem Ort, wo andere Kinder und Spielsachen sind und es in befriedigenden Abständen Essen gibt, anfreunden, aber Eltern (zumindest unsere vielgescholtene Generation von Helikoptereltern) sind komplizierter. Sie müssen sich mit ihrem Kindergarten identifizieren, sie brauchen einen guten Draht zu den Erzieherinnen (und Erziehern), sie müssen das Gefühl haben, dass sie ihr Kind in gute Hände geben. Sonst machen sie Probleme beim Bringen und Abholen.

Ich also mag meine Kita, nur der Cartoon irritiert mich. Er hängt schon seit Ewigkeiten da und bringt in das kleine Idyll mit seinen Mini-Tischchen und Zwergstühlen, seinen tiefen Waschbecken und Klos für Leute, die einen Meter groß sind, seltsame moralistische Töne von Anklage, Schuld und Vergeltung hinein, die mir so gar nicht an den Ort zu passen scheinen.

Nur ein Witz, klar – aber irgendwo doch auch einer, der ziemlich viel über die deutsche Mentalität aussagt. Und mir meine Fremdheit, auch nach zehn Jahren in diesem Land, vor Augen führt. Denn diese negativen Töne, diese (Selbst-)Anklagen und Schuldgefühle, erstaunen mich beim Thema Kinder hier immer wieder: bei Müttern, die die Kindergartenbetreuung ihrer Kinder prima finden – aber trotzdem in die Teilzeit gehen, weil sie ihren Kindern mehr als einen halben Tag in der Kita nicht zumuten wollen – „das ist zu lang – der ist sonst abends ganz müde“ (ich frage mich, was ein Zweijähriger abends sonst sein soll, wenn nicht müde…). Oder bei denjenigen, die erzählen, dass das mit der Fremdbetreuung eine feine Sache sei, und das mit dem Leben jenseits der Hausfrauenexistenz auch, aber ganz ohne Schuldgefühle gehe es eben leider nicht. Ja, warum eigentlich nicht?

Logisch gesehen setzen diese Schuldgefühle als Prämisse voraus, dass es für die Kinder besser wäre, zu Hause bei ihren Müttern (oder meinetwegen „neuen Vätern“) zu bleiben. Wie aber kommt man auf so eine Prämisse? Liebevolle Eltern, ja, präsente, zugewandte Eltern, ja – aber Vollzeiteltern? Ganz ohne Hilfe und Unterstützung von außen – sei sie familiär, sozial, kommerziell oder staatlich? Mir erschließt sich die Selbstverständlichkeit, mit der hierzulande Eltern sich selbst als das Beste für ihre Kinder auffassen, nur schwer.

Natürlich, es gibt lauter plausible historische Erklärungen, von der Vereinnahmung von Familie und Jugend durch die Nazis bis zum Systemkampf zwischen Ost und West, mit seiner starken Ablehnung jeder Form von außerfamiliärer „Kollektivität“ im Westen und der Ambivalenz auch im Osten gegenüber staatlich gesteuerten Kitas.

Aber ob das als Erklärung reicht, in einem Land, das sonst gerne für jedes Problem den Staat in die Pflicht nimmt? Wahrscheinlich gibt es noch andere Faktoren, diffusere, weniger klar benennbare als die historisch bekannten ideologischen Grabenkämpfe. Denn auffällig sind auch andere Besonderheiten beim deutschen Umgang mit Kindern.

So steht der eigenartigen Scheu von Eltern hierzulande, Kinder in die Hände von Menschen außerhalb der direkten Kleinfamilie zu geben, umgekehrt eine seltsame Ungewilltheit der Gesellschaft als Ganzer gegenüber, mit Kindern überhaupt in Kontakt zu treten. Das kann man in jedem Café erleben, das man mit Kindern betritt, am stärksten aber fällt es mir immer dann auf, wenn ich aus einem anderen Land, beispielsweise den USA, Frankreich, Israel, wo sich gefühlt jeder Zweite intuitiv auf Augenhöhe mit herumrennenden Kindern begibt, nach Deutschland zurückkehre. Im Flugzeug geht es meistens noch, aber spätestens am Berliner Flughafen ist der Zustand erreicht, wo niemand mehr die Kinder ansieht, anlächelt, mit ihnen spricht. Kinder von anderen Leuten, so scheint es, sind deren Privatgegenstände, von denen man sich tunlichst zivilisiert abzuwenden hat.

Ist diese kollektive Scheu vor anderer Menschen Kinder auch ideologisch begründet? Oder wurzelt sie schlicht darin, dass es in einem vergleichsweise kinderarmen Land an Übung beim Umgang mit Kindern fehlt?

Schließlich ergibt sich die seit Jahren besorgt zitierte Zahl von nur statistisch 1,53 Kinder pro Frau (definitiv festgestellt beim Jahrgang 1965, der seine „Geburtenbiographie“ abgeschlossen hat) nicht so sehr daraus, dass die Deutschen wenig Kinder haben, sondern vor allem daraus, dass es sehr viele Menschen gibt, die gar keine Kinder haben. Denn die weit interessantere Zahl als die statistisch 1,53 Kinder pro Frau ist ja diese: 21,7%. Das ist der Anteil an Frauen der Jahrgänge 1964-1968, die kinderlos geblieben sind. Für Westdeutschland sind es für diese Gruppe sogar 24%. Zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Bevölkerung hat also schlicht gar keine Erfahrung mit eigenen Kindern. So verständlich jeder subjektive Nicht-Kinderwunsch auch ist (schließlich bietet das Leben in der Moderne viele Wahlmöglichkeiten, und nicht alle haben mit Windelwechseln zu tun): durch ihre schiere Quantität prägt Kinderlosigkeit die deutsche Gesellschaft entscheidend.

Die Anzahl der Kinderlosen steigt seit einigen Jahren den Statistikern zufolge nicht weiter an, mittlerweile scheint sie sogar wieder ein wenig zu sinken. Junge Frauen haben offensichtlich den Eindruck, dass Kinderkriegen und ein Leben jenseits von Haus und Herd sich nicht mehr völlig ausschließen. (Auch wenn objektive soziologische Untersuchungen nach wie vor das Kinderkriegen als das große Karriereknick-Ereignis bei Frauen ausmachen.)

Gewiss haben die entschiedenen Vorstöße der Familienpolitik in den letzten Jahren die Lage verbessert. In der Scheu, mit Kindern in Kontakt zu treten, und dem Unbehagen, sie außerhalb der Kleinfamilie betreuen zu lassen, aber bleibt das Problem bestehen, dass Kinder immer als inkompatibel mit irgendetwas angesehen werden müssen. Solange Kinderkriegen in Deutschland mit Schuldgefühlen und Abneigungserlebnissen verbunden bleibt, werden noch so viele „Vätermonate“ und Kita-Bauten nichts an der Kinderfeindlichkeit dieses Landes ändern.

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19 Lesermeinungen

  1. "DAS" Problem DER Deutschen, oder "IHR", also "MEIN" Problem in "MEINER" Wahrnehmung...?
    Es sind IHRE Wahrnehmungen und als Text niedergeschriebene Gedanken.
    Zu viel Verallgemeinerung?! Gilt nur für mich, weil es meine Textwahrnehmung ist.
    Dieses Schild mit Mutter und Kind kenne ich auch als reines Textbild, zwar in
    einem anderen Zusammenhang, aber auch das wäre eine Antwort auf Ihren Text:
    SCHULD ABLADEN VERBOTEN

    Einerseits erklären Sie distanziertes „verstehen“,…So verständlich das…“Selberentscheiden“?
    auch ist, im Hinblick auf…“Gesellschaftsverantwortung“?aber…u.s.w.

    Kindermachen und „Kinderfreundlich sein“, nach Ihrem „Gesellschaftsbild“ und „Ihren“
    Definitionen von „DAS PROBLEM DER“…“UNFREUNDLICH“…“KINDERFEINDLICHKEIT“…?
    Ähnliche Berichte wie Ihren habe ich schon viele gelesen…pers.Elternwahrnehmungen
    und Kinderinstitutionenprobleme als DAS WICHTIGSTE, aber nur so lange die Kinder IN
    der Institution Kindergarten, Schule…sind. Danach???. Dann kommen neue Mütter,
    neue Wahrnehmung, neues Personal u.s.w…

    Intelligenz, Emotion und unser „Ich“ im „Wir“(Gesellschaft)…Wechselbeziehungsstress?!
    Vielleicht würde eine generell größere „Familie“-Gesellschaftsdistanz mehr Unabhängigkeit
    und mehr „Ich“(Familien)-Freiheit…
    weniger Wechselwirkungen = weniger Wechselwirkungsstress?,
    Probleme mit der Gesellschaft, mehr „Ich-Gesundheit“ bedeuten,
    ich weiß es nicht genau, beobachte es aber bei mir.

    Nichts ist so ernst zu nehmen wie das nicht geklärte Unwichtige, denn wenn das nicht geklärte Unwichtige
    ernst macht, wird es uns als ernst zu klärendes Wichtiges überraschen, im Gegensatz
    zum erklärt Wichtigen, das uns oft als Unwichtiges überrascht, wenn es ernst wird.:=)

    MfG
    W.H.

    • ...das nicht geklärte Unwichtige...
      Lieber Herr Hennig,
      danke für Ihren Kommentar. Und ja, natürlich ist ein solcher Text notwendig auch subjektiv, von meiner Wahrnehmung ausgehend.
      Wunderbar finde ich folgenden Satz, auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich ihn ganz verstehe: „Nichts ist so ernst zu nehmen wie das nicht geklärte Unwichtige, denn wenn das nicht geklärte Unwichtige ernst macht, wird es uns als ernst zu klärendes Wichtiges überraschen, im Gegensatz zum erklärt Wichtigen, das uns oft als Unwichtiges überrascht, wenn es ernst wird.“

    • Danke:=)
      Ich schenke Ihnen den Satz. Wenn Sie ihn nicht verlieren, dann wird er Ihnen genau dann
      helfen, wenn er gebraucht wird.
      Für „Schuld abladen verboten“ gilt das Gleiche.

      „Verstehen“….der Anfang braucht wohl seine Zeit…dann kommt das „Begreifen“:=)

      LG
      W.H.

    • dankeschön
      (für den Satz…)

    • Ein Verständnis-Beispiel?
      Die sehr oft, zu oft?, geforderte „Belastbarkeit, Flexibiltät…“, die unsere „Stärke“ beweisen soll?,
      läßt die notwendige „Menge Kraft-Schöpfung“!,
      notwendige Zeit für „Seelenentfaltung“ in Frieden und Geborgenheit, auf ein nicht
      ausreichendes Maß schrumpfen und damit wird „Seelenwachstum-entfaltung“, die
      nur in Frieden und Geborgenheit stattfinden kann, zum nicht geklärten Unwichtigen…erklärt,
      „Seele verkümmert“(…von Kummer), unbewußt, gesellschaftsbedingt, erfolgsbedingt?
      In Form aller möglichen „Krankheiten“, Psyche, Herz, Kreislauf, Sucht, „Scheidung:=)“…
      schreit die Seele und macht ernst bis…geklärt Wichtig erkannt.
      Das erklärt Wichtige ist oft oder ausschließlich Geld, Haus, Termine, Erfolg, Eitelk…
      das dann…u.s.w.

      Es gibt auch „kleinere“ Beispiele, Anfangssymptome…die sich bei „Nicht Beachtung“ steigern,
      bis zum Beschriebenen.

      Ich hoffe ich mache Ihnen keine Angst, es wird nichts so heiß gegessen…

      Gruß
      W.H.

      P.S. Korrektur: Wenn Sie ihn nicht verlieren, wird er Ihnen „just in time“ helfen.

  2. "Kinder sind etwas Schönes. Man sollte sie auch teilen können." Richtig: Einmal mit dem
    Schwert – mittig hindurch.

    Kinder sind die Voraussetzung für das Übel, das Wachstumswirtschaft (immer mehr, immer öfter, immer immer) heißt.

    Keine Kinder – ich habe mittlerweile nach meiner Kinder- naturgemäß auch meine Großkinder- und Urgroßkindergeneration verhindert – sind ein Segen für diesen überbevölkerten Kontinentteil: Ich freue mich jedes Mal, wenn wieder ein überflüssiges Unternehmen untergeht, weil für dessen übermäßig aufgeblähten Businessplan ganz einfach nicht mehr genug dumme Nachfrager nachgewachsen sind.

  3. Die Beobachtung der Verbindung von Kinderkriegen "mit Schuldgefühlen und Abneigungserlebnissen"
    halte ich für richtig. Frage mich nur, ob sie nicht ihrerseits die Folge von etwas Grundlegenderem ist, nämlich einer tiefsitzenden und häufig unbewussten Zukunftsangst. Die sich aus der deutschen Vergangenheit leicht ableiten liesse.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Hallo Herr Haupts
      Vielleicht sind Sie bereit einen, für Sie vielleicht absurd oder zu abstrakt,
      Energie(technischen)-Gedanken zu zulassen? Es gibt das Energieprinzip
      der EMK und Gegen-EMK…EMK=“E“lektro-„M“otorische „K“raft, Energiemotorische Kraft.
      Die Gegen-EMK wirkt der Ursache ihrer Entstehung entgegen.
      Geschichtlich ist dieses Energieprinzip rückzuverfolgen bis in den Urknall, vielleicht sogar
      Auslöser des Urknalls:=) Darüber denke ich noch nach.
      Dieses „dagegen sein“ in sehr vielen, sogar als “ Phänomen“ bezeichneten, physikal.,
      biol., chem., psychol….“Startprozessen“, beobachte ich schon sehr lange und habe noch keine
      widersprüchliche Begründung gefunden.
      Nach einer, dem jeweiligen Prozess verbundenen, „Einschwingphase“, „Entstehungsphase“,
      ist dieser Gegen-EMK-Effekt zu Ende und der „gewollte Energieablauf“ findet statt.
      Am Ende, also techn. gesprochen, beim Abschalten tritt der selbe Energieeffekt wieder auf.
      Beispiel…das letzte aufflackern, aufblühen, aufbäumen von…Kerze, Lampen…
      und sogar Leben vor dem Tod. Die Endbeobachtung wird häufiger gemacht als die Anfangsbeobachtung, weil die Natur es oft auf Grund Selbsterkenntnis so eingerichtet hat,
      das der „Beginn“ eigentlich falsch ist, aber durch die einsetzende Gegen-EMK und
      ihrem, von der Evolution, Energie vorausberechnetem Verlauf richtig, gesund wird.
      Ich hoffe ich konnte dieses von mir beobachteten Energieprinzip verständlich beschreiben.
      Das alles also um Ihnen eine Antwort auf „Schuldgefühle und Abneigungserlebnis“ zu geben:=)

      MfG
      W.H.

    • ja
      die historische Antwort ist hier natürlich plausibel. kommt aber wahrscheinlich auch noch ein allgemeinerer Zug einer zur Abgrenzung der Privatsphäre neigender Gesellschaft hinzu…

  4. Kinder von anderen Leuten ...
    … sind genau das: Kinder der anderen Leute.

    Ich hätte es niemals zugelassen, dass andere Erwachsene – mit Ausnahme von Familie, Freunde und Lehrern etc. – meine Kinder ansprechen. Wenn jemand anders nur soviel tat, wie sie anzusehen, machte ich durch meine Körpersprache deutlich, dass ich noch genau einen Schritt von einer Notwehrreaktion entfernt bin. Mehr war gottseidank nie erforderlich. Genauso habe ich auch nie Kontakt mit anderen fremden Kindern aufgenommen, es sei denn die Eltern baten mich darum, kurz auf sie aufzupassen.

    Bedenken meine Kinder in der Obhut von Kindergärtnern oder Lehrern zu lassen hatte ich dagegen nicht. Ich bin überhaupt kein Freund von Ganztagsschulen, aber aus einem ganz anderen Grund: ich denke Kinder entwickeln sich mehr ausgewogen, wenn sie nicht ihre ganze Zeit im gleichen sozialen Umfeld verbringen müssen. Wenn man die Nachmittage im Sportverein mit anderen Menschen zusammen ist als in der Schule, dann kann man sich viel besser wieder aufbauen, wenn es in der Schule mal nicht so lief und umgekehrt.

    Sie „überprotektive“ Erziehung ist ein Merkmal unserer Generation – der zwischen ’63 und ’83 Geborenen. Es gibt eine hervorragende Studie, die erklärt warum das so ist und warum es eine solche Generation alle 80 Jahre gibt (und gegeben hat): kann man nachlesen im Buch „The 4th turning“.

    • Nachfrage
      Lieber Herr Berg,
      danke für diesen Kommentar. Darf ich etwas nachfragen? Mich würde genau das interessieren, nämlich der Grund, warum Ihnen Kontakt von anderen Menschen mit Ihren Kindern unangenehm war? Angst vor konkreter Übergriffigkeit? Oder etwas ganz Grundsätzliches? Das Gefühl, dass es sich hier um nicht zu übertretende Privatspäre handelt?

  5. ...
    Mir ist in Frankreich nicht aufgefallen, dass man sich dort auf Augenhöhe mit herumrennenden Kindern begibt. Die Distanz zwischen dem Erwachsenen und dem Kind ist dort viel stärker ausgeprägt als beispielweise in Deutschland. Auch ist die Erziehung konsequent auf das Erlernen des Benehmens im öffentlichen Raum ausgelegt und sie ist wertkonservativ.
    Aber ich will nicht nur meckern. Eine frühe Sozialisierung ist sicher aus verschiedenen Gründen sinnvoll und wünschenswert, dabei sollte die Qualität einer Kindertagesstätte im Vordergrund stehen. Wenn mir schon jemand in meine Erziehung reinquatscht, dann muss diese Person schon sehr kompetent sein.

    • ja, in Frankreich...
      …ist die Lage schon nochmals eine Spezielle, da haben Sie recht, auch dass es da klarer getrennte Sphären gibt zwischen Erwachsenen und Kindern. insofern ist die Rede von der Augenhöhe da vielleicht nicht ganz treffend. aber der Punkt mit der größeren Selbstverständlichkeit im Umgang mit Kindern, auch der Selbstverständlichkeit im Umgang mit Eltern von Kindern, der gilt meiner Meinung nach schon…

      und zum Punkt mit der Qualität: ja, klar, wir alle wollen das Bestmögliche für unsere Kinder. aber mal etwas pointiert zurückgefragt: warum muss die externe Erziehungsperson „sehr kompetent“ sein – wir Eltern sind doch in den allermeisten Fällen gar nicht „sehr kompetent“, wir haben einfach Kinder und wursteln uns dann so durch, ein Prozess des „learning by doing“, von vielen Fehlern begleitet. da ist glaube ich jede Person mit einer pädagogischen Ausbildung sowieso kompetenter, oder nicht?

    • ....
      Ein kurzes PS zu meinem Senf oben.
      In Frankreich (als von dort stammend, kann ich das beurteilen) und in Italien (als dort gelebt habend, kann ich ich das ebenso beurteilen) ist der Umgang der Erwachsenen mit Kindern lässiger. Kinder stehen auf lässig.
      .
      Zu Kompetenz etc:
      Niemand ist kompetenter als eine liebende Mutter. Keine selbstverliebte, nein, einfach nur eine gute Mutter, die ihr Kind tief und ehrlich liebt.

    • ...
      Es war nicht harsch gemeint. Schade, dass ich Sie als Gesprächspartnerin verschreckt habe, Frau Newmark. Meine Erinnerung an Sie – aus einem früheren Dialog – ist positiv besetzt.
      (Der Dialog ist m. E eine Stärke des 10-vor-8-Blogs. Ich lese die Kommentare hier ungewöhnlich gern. Meine Kritik, wenn ich denn überhaupt eine habe, ist hier immer wohlgesonnen, verfolge das Blog seit den Anfängen mit großem Wohlwollen und Gefallen.)
      Das sollte jetzt aber kein Wink sein, sich weiter mit mir zu unterhalten. Habe eigentlich alles meinerseits Wesentliche bereits geschrieben.

    • nein, nein...
      …bin nicht verschreckt, war nur gerade unterwegs… (und: danke für das Wohlwollen…!)

      zu Ihrer obigen Anmerkung:

      Ich würde das auch gerne so sehen, aber ich fürchte der Satz „Niemand ist kompetenter als eine liebende Mutter“ ist mehr idealistisch als empirisch. Man macht vieles falsch, ohne bösen Willen. (Was aber nicht heißen will, dass die Liebe der Eltern nicht wichtig ist. Natürlich ist sie das.)

    • ...
      „Mehr idealistisch als empirisch.“ Ich fürchte, Sie haben recht.

    • ...
      Wohlwollen, da habe ich ein deutsches Wort falsch gebraucht. Denn wohlwollend wäre die Tante M. aus B. Beschwingt, intelligent, anregend unterhalten passt besser. Stilistisch je nach Autorin verschieden, aber immer auf hohem Niveau. 10 vor 8 ist eine charmante Oase im Web.

    • Ach, ICH fand wohlwollend ziemlich passend 🙂
      Und über das Niveau streiten wir uns heute nicht mehr.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

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