Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Lifestyle-Väter und Teilzeit-Mütter

| 46 Lesermeinungen

Wenn es um Teilzeitarbeit geht, könnte die Kluft zwischen Männern und Frauen kaum größer sein. Das zeigen die Auswertungen des aktuellen Mikrozensus’ – die größte jährliche Haushaltsbefragung des Statistischen Bundesamts.

Der Mikrozensus, die größte jährliche Haushaltsbefragung des Statistischen Bundesamts ist in Sachen Teilzeitarbeit eindeutig: Während 69 Prozent aller erwerbstätigen Mütter Teilzeit arbeiten, sind es genau 5 % aller Väter. Auch beinahe 25 Jahre nach der Wende unterscheiden sich Ost und West erheblich: Bei den berufstätigen Müttern in den alten Bundesländern liegt die Teilzeitquote bei 75 Prozent, in den neuen nur bei 44 Prozent.

Dass im Jahr 2014 noch derart wenige Väter Teilzeit arbeiten, wohingegen dieses Modell für Mütter de facto den Normalfall darstellt, kann auf den ersten Blick verwundern: Denn die neuen Väter sind in aller Munde. Sie bevölkern Geburtsvorbereitungskurse, Spielplätze, Eltern-Kind-Cafés und Freizeitparks.

© Axel Tregoning (CC BY 2.0) Papa ist der Beste!

Vor zehn Jahren noch eine Seltenheit, marschieren sie nun stramm und stolz mit pinker Babytrage oder Blümchen-Buggy durch die Straßen, gern auch im Rudel, mit Latte Macchiato gleich in der praktischen Kinderwagenhalterung. Seit drei, vier Jahren werden sie von der medialen Öffentlichkeit äußerst wohlwollend betrachtet (lieber meckert man über blöde altmodische Feministinnen oder – wahlweise – über „Übermütter“ und „Rabenmütter“). Kein Wunder, dass selbst Prominente wie Sigmar Gabriel den „aktiven Vaterbonus“ einheimsen wollen. Es gibt mittlerweile auch einige Unternehmen, die für Babytragen oder andere Utensilien von ihrer Ästhetik her eine schicke „Männerlinie“ etabliert haben.

Dagegen ist nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Aber über den Lifestyle-Aspekt hinaus hat sich – was die Erwerbsstruktur einer Familie angeht – weniger geändert als man annehmen könnte, wenn man in einem Eltern-Kind-Café sitzt und neben den vielen  Müttern auch ein paar erschöpfte Väter mit Eulenaugen erblickt.

Die Zahlen belegen: Was in Frankreich und Schweden selbstverständlich ist, ist für eine Mutter in einer deutschen Kleinstadt schon ein Schritt ins soziale Aus. So berichtet eine vollzeitarbeitende Mutter in einem Online-Forum, dass sie ständig von anderen Müttern mit Vorwürfen wie „Also, i-c-h könnte das ja nicht übers Herz bringen“ bedacht wurde, weil sie ihren Sohn erst spät vom Kindergarten abholen konnte. Dass er dabei gar nicht unglücklich war, sondern die Einzelzuwendung der Erzieherinnen sichtlich genoss, spielte keine Rolle – schließlich geht es hier ums Prinzip. Zuguterletzt stieg auch sie auf Teilzeit um, obwohl sie als Alleinerziehende kaum noch über die Runden kam: Aber wenigstens nahm das Mobbing  ein Ende.

© ganeshaisis (CC BY 2.0)Oder doch lieber Mama?

Auch das Gender Daten-Portal der Hans-Böckler-Stiftung kommt trotz aller neuen kautschukschnuller- und ökowindelversierten Väter zu dem nüchternen Ergebnis: „Teilzeitarbeit und Minijobs haben für Frauen eine viel größere Bedeutung als für Männer.“

Wundern über die Zahlen des Statistischen Bundesamts braucht man sich auch nicht, wenn man in aktuelle Frauenzeitschriften oder Erziehungsratgeber schaut. So preist das Blatt „leben und erziehen“ die Teilzeitarbeit für Mütter wie ein Allheilmittel an und gibt jede Menge praktischer Tipps. Kann man sich eine Ausgabe vom „Playboy“ oder von „Men’s Health“ vorstellen, in der angehenden Vätern nahegelegt wird, sich ab sofort um eine Teilzeitstelle zu kümmern? Nach der „Babypause“ versteht sich.

Die „Schuldfrage“ ist jedoch nicht so einfach zu klären. Es gibt zweifellos viele Väter, die gern mehr für ihre Kinder da wären. Bei einigen von ihnen hat ein Bewusstseinswandel stattgefunden. Arbeiten bis zum Umfallen, berufliches Jetsetten immer knapp am Herzinfarkt vorbei – das ist immer weniger das Lebensmodell, das vielen Männern heute vorschwebt. Dahinter steckt im Grunde noch die Lebens- und Arbeitsmoral des 20. Jahrhunderts, Schuld und Verdrängung, Wirtschaftswachstum. Wettrüsten, höher, weiter, schneller. Jenseits von Atlantik oder Ärmelkanal: Reaganomics, Thatcherism.

Dass derzeit ein Paradigmenwechsel in Bezug auf Lebensziele stattfindet und der Fetisch Arbeit entidealisiert wird, belegen allerdings einige Zahlen, u. A. der Krankenkassen: Männer sind seit den Nuller Jahren sehr viel gesundheitsbewusster geworden, rauchen weniger, nehmen mehr Kuren in Anspruch, verzichten öfter auf berufliche Vorteile, um ein Sabbatical einzulegen oder nicht auch noch am Wochenende arbeiten zu müssen.

In vielen Berufsfeldern ist jedoch „die Firma“ immer noch nolens volens Familienersatz für Väter,  permanente Verfügbarkeit wird vorausgesetzt. Eine Doppelspitze in der Führungsetage ist nach wie vor eine Seltenheit, obwohl Unternehmensstrategen dies im Sinne flacherer Hierarchien und eines weniger zentralistischem Firmengefüge schon seit Langem propagieren.

© justin_symons (CC BY-ND 2.0, Bildausschnitt) Beide?

Auch wenn der Bewusstseinswandel in vollem Gange ist, abgeschlossen ist er noch lange nicht. Und natürlich sind viele Väter auch nicht mutig, nicht risikobereit genug: Während für viele Frauen die Geburt eines Kindes nicht nur enorme körperliche Veränderungen – und durchaus, auch heute noch, hierzulande – Gefahren mit sich bringt  und  oft eine berufliche Schlechterstellung sowie materielle Einbußen zur Folge hat, ändert sich für viele Männer, abgesehen davon, dass auch sie weniger schlafen und weniger Sex haben, deutlich weniger.

Sie sind weitaus seltener bereit, auf etwas wirklich Substantielles zu verzichten, um eine Familie zu gründen. Bisher haben sie ihre neue Rolle mediengerecht und öffentlichkeitswirksam ausfüllen und vornehmlich als Zugewinn – Auszeit mit der Familie, Selbstverwirklichung, schöner Urlaub in der Elternzeit – betrachten können. Aber ganz konkret auf Geld und Prestige – möglicherweise dauerhaft – zu verzichten, um ihrer Partnerin den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern, das ist dann doch eine andere Sache.

Es ist wie immer die Frage nach der Henne und dem Ei. Oder, marktwirtschaftlicher formuliert: Nach Angebot und Nachfrage. Gehen so wenige Väter in Teilzeit, weil die Arbeitsstrukturen das noch nicht hergeben oder weil zu wenige von ihnen dies mit Nachdruck einfordern?

In jedem Fall: So lange Teilzeitarbeit nur für jeden 20. Vater in Frage kommt, wird sich an der Benachteiligung von Müttern auf dem Arbeitsmarkt so schnell nichts ändern.

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46 Lesermeinungen

  1. Und da Frauen durch Pille, Emanzipation sowie sexuelle wie wirtschaftliche Selbständigkeit
    jedes Druckmittel auf Männer verloren haben, wird sich an der beschriebenen Situation wenig ändern. Weil sich die Verhältnisse auf dem Geschlechtermarkt entgegen dem dummen Geschwätz einiger „Männerrechtler““ nicht zuungunsten, sondern zugunsten der Männer verschoben haben, massiv. Mann muss nicht mehr heiraten und Familienverantwortung übernehmen, will er an Sex kommen.

    Und da Mann genauso faul und bequem ist, wie Frau, warum sollte er freiwillig substantielle Nachteile in Kauf nehmen? Aus Einsicht in die (Un)Gerechtigkeit? Wenig wahrscheinlich …

    Allerdings ist die immer wieder vorgetragene Beschwerde darüber solange billig, wie Frauen mehr an Kindern liegt, als Männern. Von denen nämlich lag immer nur einem früher ziemlich grossen, heute winzigkleinen Teil wirklich etwas an Kindern. Genauer, an männlichen Erstgeborenen. Zur Vererbung von Land und Titel, in Zeiten, als Frauen von diesem Erbe qua Geschlecht ausgeschlossen waren. Ansonsten kann man selbst aufs Kinderkriegen ganz nüchterne marktwirtschaftliche Regeln anwenden: Frauen sind Kinder wichtiger, also zahlen sie dafür einen höheren Preis.

    Und ich würde darauf wetten, dass das in entwickelten liberalen Gesellschaften auch in 100 Jahren noch so ist. Es sei denn, diese beschleunigen ihr freiwilliges Aussterben durch den Verzicht auf Kinderzeugen und Kinderkriegen weiter.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Herr Haupts, ich bin ja auch eine Freundin davon, gesellschaftliche Änderungen im Blick auf tatsächliche Verbesserungen zu halten und auch genau zu fragen, wem sie nützen. Sie vergessen hier nur ganz entscheidend, dass in Zeiten vor „Pille/Emanzipation/etc.“ sowohl die Rechtslage, aber auch die gesellschaftlichen Konventionen so aussahen, dass Frauen, keine Vorteile hätten nutzen können …

    • Ich sprach exakt nur vom Geschechtermarkt. Es steht völlig ausser Frage, dass sich überall sonst d
      Lage von Frauen so unbestreitbar deutlich verbessert hat, dass unter dem Strich ein Nettogewinn in beträchtlicher Grössenordnung steht. Gut so.

      Nur hat eben alles – ausnahmslos – einen Preis, das gilt auch für die Frauenemanzipation.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ich würde aber bezweifeln, dass es überhaupt sinnvoll ist, geschlechtliche Beziehungen isoliert von den sie konstitutierenden Umständen zu betrachten. Was nützt die Freiheit, wenn ich sie nicht Leben kann? Deswegen finde ich die Marktrethorik auch in den meisten Fällen, die soziale Phänomene betreffen unangebracht – weil sie zu stark vereinfacht.

    • Ich fand sie hier zur Veranschaulichung durchaus zweckmässig.
      Letztlich ist es aber wurscht, wie man es beschreibt, denn es ändert an den Tatsachen nichts: Männer haben einen sehr starken Anreiz (de facto einen gesellschaftlichen Zwang) verloren, sich fest zu binden und mit dieser Bindung Familien zu gründen. Und wenn mich die diesbezüglichen Daten nicht täuschen, machen sie davon auch reichlich Gebrauch.

      Und das macht die Situation für Frauen mit Kinderwunsch auch dort unbequemer, wo sie noch feste Partner für ihren Kinderwunsch finden. Mit welchen Mitteln will man am Ende des Tages den Partner dazu bekommen, eine für ihn vorteilhafte Position zu verlassen und sich bspw. freiwillig in die Teilzeit zu bewegen? Gesellschaftlicher Druck weg, gesellschaftliches Stigma (Scheidung) weg, sexueller Druck weg. Ungleiche Verhandlungspositionen führen zu ungleichen Ergebnissen. Ja, das ist Marktrhetorik, mach´s jemand anders besser :-).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Die Frauen "wollen" ...
      … ist ja auch nicht so, dass Frauen von klein auf auf die Mutterrolle getrimmt werden. Oder dass auf Frauen, sobald sie den 30 näher sind als den 20 permanent eingeredet wird, dass sie jetzt unbedingt Kinder wollen müssen, bevor es „zu spät“ ist. Oder dass Frauen, die arbeiten, während sich der Mann um die Kinder kümmert oder – noch schlimmer – die Kleinen in einen Hort gehen, sich permanente Vorwürfe gefallen lassen müssen. Es ist auch nicht so, dass kinderlose Frauen Anfang 40 eine gewisse soziale Abstufung widerfährt, da alle ihre bisherigen Lebenserfolge letztendlich nur aus ihrem „Egoismus“ entsprungen sein sollen, ihrer vermeintlichen Gebärpflicht nicht nachgekommen zu sein.

      Ganz ehrlich: Von „wollen“ kann wirklich keine Rede sein, so lange solche psychischen Druckmechanismen in so erheblichen Maße als selbstverständlich angesehen werden und wo es als legitim gilt, Frauen einzureden, dass sie irgendwie nicht richtig seien, wenn sie (noch) keine Kinder wollen oder sie gar in andere Hände als die eigenen geben.

      Mit diesem Blödsinn hat man die meisten Frauen schon dermaßen verunsichert, dass sie schön brav dem Credo dieser Gesellschaft folgen: Lieber keine Kinder, als sie in fremde Hände zu geben. Da kann sich manch‘ einer richtig kräftig auf die Schulter für klopfen. Ob das unsere Gesellschaft weiter bringt, ist allerdings mehr als fraglich.

      Übrigens, aus meinem eigenen Umfeld vom Partner: „Ach Schatz, ich hätte gerne Kinder – wie, du willst nicht zu Hause bleiben? Wie, ich soll teilzeit arbeiten? Ach ne, dann doch lieber nicht.“

      Und das nicht nur bei einem Paar. Von denen hat bisher keines Kinder. Schuld in Augen der Angehörigen: Die potentielle Mutter. So viel zur angeblichen „Marktwirtschaft“. Es ist vielmehr so, dass viele Männer ihren Kinderwunsch lieber unerfüllt lassen, als selbst dafür Opfer bringen zu müssen, die bei Frauen als Selbstverständlichkeit angesehen werden.

    • Exakte Schlussfolgerung. Mann kann sich das eben heute leisten,
      das war und bleibt der zu zahlende Preis für die Gleichstellung der Frauen.

      Selbst bei einem Seitenblick auf das KiTa vollversorgte Frankreich bleibt, wenn man dort die Kinderquote der nordafrikanischen Einwanderer abzieht, eine Feststellung bisher gültig: Gesellschaftliche Liberalisierung in Verbindung mit Frauenemanzipation und Verhütung = Selbstabschaffung der Gesellschaft durch Aussterben.

      Ziemlich deprimierende Feststellung …

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  2. Und die Moral von der G'schicht...
    zeuge keine Kinder in eine Gesellschaft voller „Schuld“, sie werden es dir danken:=)
    Die „Schuldfrage“ ist jedoch nicht so einfach zu klären?

    …erst denken, dann zeugen…der/die Balken im Auge des/der Anderen?!…
    oder Griechenland: Erkenne Dich…

    Schuld abladen verboten.

    …dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden:=)

  3. Gähn...
    Das Normalste der Welt, das Leben mit Kindern, nennt man heute Lifestyle und muss sich das tätowieren. Dazu ein Kaffee Togo. Wie hipp.
    Das Leben ist lebensgefährlich und das Kinderkriegen auch.
    Risiko – also bin ich. Wer nichts mehr spürt , spürt wenigstens die Tatoo-Nadel.

  4. Ist denn das wirklich so schwer zu kapieren?
    Jede Mutter ist berufstätig (wenn auch zumeist ungelernt und unentgeltlich, Familie IST Beruf!), jede Mutter arbeitet, aber nicht jede Mutter ist ERWERBSTÄTIG – solange wir es nicht schaffen, die Grundbegriffe sauber zu definieren und auseinanderzuhalten, brauchen wir noch nicht einmal anzufangen, uns um alles Weitere Gedanken zu machen.

    Also:
    „Teilzeitarbeit“ – Teilzeiterwerbstätigkeit
    „vollzeitarbeitende Mutter“ – vollzeiterwerbstätige Mutter
    „Wiedereinstieg ins Berufsleben“ – Wiedereinstieg ins Erwerbsleben

    • Ich zitiere mal Wikipedia (nicht das alles, was im Internet steht wahr sein muss, aber man weiß ja nie): „Beruf ist die im Rahmen einer arbeitsteiligen Wirtschaftsordnung aufgrund besonderer Eignung und Neigung systematisch erlernte und mit Qualifikationsnachweis versehene, dauerhaft gegen Entgelt ausgeübte spezialisierte Betätigung eines Menschen.“ Wo geht es bitte zur Mutter-Berufsschule? Ich bin mir hier nicht sicher, wer was nicht kapiert hat.

    • "Wo geht es bitte zur Mutter-Berufsschule?" Na, endlich!
      Es gab und gibt eine Menge Leute, die trotz Wiki et al. einen Beruf, den sie nicht gelernt haben, erwerbstätig ausüben – Flexibilität halt, wie seit geraumer Zeit nicht unbedingt fördernd gefordert. Wahrscheinlich auch deshalb existiert bis heute keine aus Bestandteilen vieler anderer Disziplinen zusammengesetzte diesbezügliche Lehre für den Beruf Familienmutter – ob drei Jahre Trockenschwimmen allerdings reichen? Es wäre aber ein Anfang, verbunden mit Tarifvertrag, Entgeltsteigerung und anderem mit jedem weiteren Kind. Boni jedoch erst bei Rentenbeginn und nur bei Erfüllung genau festgelegter Erfolgsbedinungen?

    • Ja, weil es in der Regel einen Arbeitgeber gibt, der dann auch bezahlt. Nun können Sie den Ehemann nach der alten Gesetzgebung als Arbeitgeber sehen, weil er die Hausfrau mitfinanziert. Und dann sehen Sie auch genau das Problem: Im Zweifel behält der Arbeitgeber das Sagen.

    • Allgemeinverbindlicherklärung kann dafür sorgen, dass sich die, die bereits Arbeitgeber sind,
      nicht mehr so einfach das Sagen behalten. Außerdem hat der Erzeuger (nicht unbedingt Ehemann) sowieso nicht das vollständige Sagen, denn er finanziert ja lediglich mit: Die Familienmutter ist somit eine Art teilweise Staatsdienerin. Da tun sich doch Gestaltungsmöglichkeiten auf…

    • Ah, ein Hausfrauentarifvertrag. Na viel Spaß. Das haben ja schon die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen im 19. Jahrhundert versucht. Wer soll das bezahlen?

  5. Die Schuldfrage....es sind halt mal wieder die Männer
    Schade, nach den durchaus differenzierten Ausführungen zum Dilemma in dem viele Väter eben stecken (Erwartungshaltung der Frau, dass er Karriere macht und die Familie ernährt….gleichzeitig wird ein „100%“-Vater gefordert) kommt es dann doch zu den üblichen Vorhaltungen: Männer seien „nicht mutig genug“, würden nicht auf was „Substantielles zu verzichten“ (Gegenfrage: Wollen die GattInnen auf das Einkommen des besserverdienenden Gatten verzichten?).

    Nein – viele Väter haben letztlich das Wohl der Familie im Blick und arbeiten um die Familie finanziell gut zu stellen. Das hat mit Egoismus herzlich wenig zu tun und geschieht regelmäßig im völligen Einvernehmen mit der Partnerin. Den Genderkrieg führen die Medien, in der Durchschnittsfamilie sind es oft simple wirtschaftliche und organisatorische Erwägungen die dazu führen, wer Teilzeit arbeitet und wer nicht.

    Und wenn schon die Genderkarte gezogen wird: Fr. Dückers sollte mal vier-Augen-Gespräche führen mit PersonallteiterInnen wie diese oft reagieren wenn ein Mann Teilzeit wegen des Kindes verlangt. Bei Frauen sofort akzeptiert, Männer müssen sich da oft noch rechtfertigen.

    Die Probleme liegen oft wo ganz anders und es bleibt die Frage, wo genau das Problem liegt, wenn Paare einfach autonom die für die Familie beste Lösung suchen und finden, auch wenn sie nicht der Genderideolgie entsprechen mag…

  6. Henne, nicht Ei
    Genau, die Arbeitsstrukturen sind so, dass allerhöchstens Frauen sich richtig um Kinder kümmern können, nicht aber die meist besser verdienenden Männer. Was der Artikel allerdings nicht erwähnt: Eigentlich sind Kinder für Männer und Frauen im Beruf störend, wer sich beruflich realisieren möchte, wandert aus (nach Frankreich oder Schweden) oder verzichtet auf Kinder. Das als Beitrag zur Demographiediskussion.

  7. Immer wenn ich Frankreich und Schweden höre, schalte ich ab
    „Während 69 Prozent aller erwerbstätigen Mütter Teilzeit arbeiten, sind es genau 5 % aller Väter.“
    Und wo ist jetzt das Problem?
    Frankreich mag für Feministen ein Traumland sein. Ich mag lieber die deutsche Spezialisierung. Und daran ist nichts verkehrt.

  8. Frau Dückers, bei aller Liebe ...
    Ich bin selbst vierfacher Vater.

    Und mit den Vätern ist es genauso wie mit den Wunsch-Männern. Jeder preist ihn, keine will ihn wirklich haben. Softies sind immer die besten Freunde zum Ausheulen, nie die Männer fürs Bett.

    Und keine Frau will die sein, deren Mann als Einziger am Buddelkasten neben vielen Müttern hockt. Letzten Ende wollen sie einen, auf dessen beruflichen Erfolg sie stolz sein können.

    Es liegt keineswegs nur an den Männern!

    • Das ist die weibliche Lebenslüge:
      Alle lieben den weichen, nachgiebigen, verständnisvollen und kinderfreundlichen Mann. Nur musste der zwischen 16 und 30 feststellen, dass man ihn so sehr liebt, dass er bestenfalls zum Knuddeln kommt. Der Teddybären der Kinder seiner Seelenfreundinnen :-).

    • Ich liebe meinen Mann, zu dessen Eigenschaften tatsächlich nachgiebig, verständnisvoll und kinderfreundlich gehört.Unter „Weich“ kann ich mir nichts richtig vorstellen

    • Und wie repräsentativ für deutsche junge Frauen sind Sie genau?
      Antwort überflüssig – aufgrund Ihres Lebenslaufes lässt sich diese Frage auch beantworten: Gar nicht :-).

    • Interessant, können Sie mir bitte genau erklären, wie Sie das Herleiten?

    • Mit der Datenflut von vielen Millionen in Online-Datingportalen,
      die zu einigen erstmals tatsächlich repräsentativen Studien zum Partnerwahlverhalten geführt haben. Deren Ergebnisse sind von geradezu brutaler Eieindeutigkeit – Frauen orientieren ihre Partnerwahl sozio-ökonomisch nach oben. Und zwar, im Gegensatz zu Männern, zu nahezu 100%.

      Besser kann man Männern nicht vermitteln, wo Frauen ihre Prioritäten setzen. Für das sexuelle Verhalten bin ich zugegebn auf anekdotische Beobachtungen angewiesen, die allerdings ebenfalls durch brutal eindeutige Studien gestützt werden:

      http://www.psychologytoday.com/blog/head-games/201308/what-women-want-in-men

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ach so, dass die Mehrheit der Frauen das so macht, klar, sagen ungeführ alle Studien (Wir können uns jetzt über die Ursachen streiten, können wir aber auch lassen, mich langweilt das, Sie doch auch.) Sie haben sich aber auf meinen Lebenslauf bezogen. Was hat die Frage, welcen Mann ich mag, mit meinem Lebenslauf zu tun? Den Zusammenhang würde ich tatsächlich auch gerne wissen.

    • Oh Mann ... Sie sind Mitbegründerin des Missy Magazins, oder?
      Dass Sie eine andere Perspektive auf Männer im allgemeinen und auf Ihren Partner im besonderen haben würden, war dementsprechend einfach vorherzusagen. Eine völlig andere Wahl hätte also schwer überrascht, wenn Sie sich also beispielsweise mit bushido zusammengetan hätten.

      Und würden Sie bitte aufhören, Ihre eigene Intelligenz zu beleidigen? Als sei Ihnen das irgendwie nicht klar gewesen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • "Frauen orientieren ihre Partnerwahl sozio-ökonomisch nach oben"
      Herr Haupts,
      ich stimme Ihnen zu 100% zu.

      Frau heiratet gerne ihren Chef (nach oben). Mann dagegen heiratet gerne seine Sekretärin (wenn sie hübsch ist). Anders formuliert: Männer achten aufs weibliche Aussehen. Frauen achten auf männlichen Status.

      Das Erstaunliche ist, daß Frauen diese sozio-ökonomische Nach-oben-Orientierung oftmals als „Partnerschaft auf Augenhöhe“ bezeichnen. Frau spricht von „Partnerschaft auf Augenhöhe“, wenn ihr Partner sozio-ökonomisch über ihr steht, wenn also tatsächlich überhaupt keine Augenhöhe vorhanden ist.

      Den umgekehrten Fall, bei dem die Frau sozio-ökonomisch über dem Mann steht, kommt nur selten vor. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis keinen einzigen Fall, wo eine Akademikerin einen Handwerker geheiratet hätte. Das ist faszinierend. Steht der Mann sozio-ökonomisch unterhalb der Frau, bringt Frau ihr Desinteresse mit folgendem Zitat auf den Punkt: „Ich heirate doch keinen Looser.“

    • Und solange sich das nicht ändert, wird die Geschlechterdebatte auf der Stelle treten.
      Für lange Zeit. Was ist für einen jungen Mann wichtiger als die Frage, wie und wodurch er für Frauen attraktiv wird? Im Durchschnitt – nichts. Bringeschuld der Frauen, in diesem Fall. Voraussetzung dafür wäre, dass sie ihr eigenes Wahlverhalten überhaupt als Problem begreifen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  9. Wie wäre es mit einem Bewusstseinswandel bei den Frauen?
    Die Tatsache, daß sich an den bisherigen Erwerbsstrukturen wenig ändert, liegt zu einem großen Teil an den Frauen selbst! Denn Frauen sorgen mit ihrem Verhalten bei der Partnerwahl genau dafür, daß sich an den klassischen Rollenbildern nie etwas ändern wird.
    Viele Frauen, die heute Karriere machen, wären finanziell in der Lage, den Ernährer einer Familie zu stellen. Obwohl diese Frauen im Beruf Gleichberechtigung einfordern, verhalten sie sich bei der Partnerwahl, als ob es keine Gleichberechtigung geben würde. Denn auch die moderne Karrierefrau sucht den Mann, der mindestens genauso erfolgreich ist wie sie selbst. Der Mann als Ernährer ist auch für die Karrierefrau weiterhin attraktiv, obwohl sie überhaupt keinen Ernährer mehr benötigen würde.
    Frauen fordern von den Männern einen Bewusstseinswandel und vergessen dabei, dass sich das weibliche Geschlechterverhalten genauso wenig verändert hat wie das männliche. Männer und Frauen gleichermaßen verhalten sich bei der Partnerwahl genauso wie unsere Vorfahren vor 10.000 Jahren. Dieser Zeitraum entspricht 330 Generationen und ist viel zu kurz, als das es im Geschlechterverhalten zu größeren Änderungen gekommen wäre.
    Wenn Frau im Erwerbsleben gleichgestellt werden möchte, müßte sie auch von Frauen einen Bewußtseinswandel einfordern. Solange Frauen nur von der Männerwelt Änderungen einfordert, wird sich nichts ändern. Und wenn es um Änderungen des Rollenverhaltens geht, sehe ich bei Frauen einen größeren Anpassungsbedarf als bei Männern. Die Männer passen sich seit Jahrzehnten an, während Frauen seit Jahrzehnten Forderungen stellen.

    • Ich habe keine Ahnung, wie Männer und Frauen sich bei der Partnerwahl vor 10.000 Jahren verhalten haben – und Sie auch nicht. Viele projezieren immer schön auf irgendeine „Steinzeit“ und in 95 Prozent aller Fälle sieht die Projektion so aus, wie in den Cartoons von Fred Feuerstein. Ob das in irgendeiner Form mit der Realität zu tun hat, kann man anzweifeln. Ansonsten: Frauen und Männer stützen bestehende Verhältnisse. Ich lese hier aber auch nicht, dass das nicht so sein könnte. Darauf hinzuweisen erledigen ja dann die Kommentare …

    • Frau Lohhaus,
      „Ich habe keine Ahnung, wie Männer und Frauen sich bei der Partnerwahl vor 10.000 Jahren verhalten haben – und Sie auch nicht.“

      Man sollte nicht von sich auf andere schließen. Sie wissen sicherlich, daß bei der menschlichen Spezies die Frau den Mann wählt – nicht umgekehrt. Das wird ihnen jeder Evolutionsbiologe bestätigen. Wir Menschen stehen bei der Partnerwahl noch mit einem Bein in der Steinzeit. Auch das wird ihnen jeder Evolutionsbiologe bestätigen.

      Dieser Zeitungsartikel ist ein Musterbeispiel. Weibliche Autoren stellen – wie immer – gesellschaftliche Forderungen und suchen sich dann fürs Bett den harten Macho, der sich dann so überhaupt nicht gleichberechtigt verhält.

      Wenn Frauen von Gleichberechtigung reden, ist das eine Farce! Mehr Rechte für Frauen und ansonsten soll alles so bleiben, wie es ist.

    • Merci: "Denn Frauen sorgen mit ihrem Verhalten bei der Partnerwahl genau dafür,
      daß sich an den klassischen Rollenbildern nie etwas ändern wird.“

      Diese These vertrete ich nun seit mehr als 20 Jahren. Sie haben den zweiten Hauptgrund dafür genannt, warum sich die Frauen in den letzten 40 Jahren durchaus erheblich, die Männer aber sehr wenig bewegt haben. Und damit im Ergebnis die Frauengleichberechtigung in den letzten 20 Jahren auf der Stelle tritt.

      Ein kleiner Treppenwitz der Geschichte ist wohl, dass die Frauenvorkämpferinnen dieses Argument nicht würdigen (und damit berücksichtigen) können. Sie wählen erstens ihre Partner anders als 90% ihrer Geschlechtsgenossinnen. Und zweitens kann man nur solange Forderungen an „die Männer“ aufstellen, wie man sich selbst im Stande der Unschuld verharren sieht.

      Und in 20 Jahren führt die nächste Generation dieselben Debatten. Denn die rechtliche Gleichstellung der Frau in westlichen Gesellschaften ist schon länger abgeschlossen, jetzt wäre die Praxis dran. Wäre …

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Stimmt wahrscheinlich für eine Mehrheit...
      … vor allem für Frauen am Anfang der Karriereleiter. Weil diese eben noch nicht selbstsicher davon ausgehen können, eine Karriere zu machen, die sie dazu befähigt, Familienernährerin zu sein.
      Speziell auch deshalb, weil es kaum positive Rollenvorbilder gibt, die Frauen als Ernährerin positiv darstellen. Im Zweifelsfall werden immer nur die Horrorfrauen, wie „DAS Mörkel“ oder Frau v.d.L. einerseits und das Klischee der liebevollen Rosamunde-Pilcher-Mutti andererseits medial auf den Sockel gestellt. Und in den Kommentarforen tobt – wie bei der perfide-kokettierenden Selbstbezichtigung der amerikanischen Vorzeige-Karrierefrau gestern – der blanke „Zurück-zur-Milchkuh-Natur“-Chauvinismus.

      Wie sollen da junge Frauen den Mut aufbringen, völlig gegen den Strom und die öffentliche Meinung zu sagen „JA, ich will so erfolgreich im Beruf werden, dass mein Mann zuhause bleiben kann bei den Kindern.“

      Dass das funktioniert, wenn man den richtigen Mann findet, weiß ich aus persönlicher Erfahrung. Allerdings führt das zu späteren Kinderfreuden, denn eine Karriere muss man erstmal MACHEN. Die dauert länger als die 9 Monate einer Schwangerschaft.
      Ich persönliche habe aus diesem Grund auch erst Anfang 30, nachdem ich mir einen guten Ruf in meiner Branche und eine eigene Firma aufgebaut hatte, die Familiengründung „ins Auge gefasst“.
      Und zum Glück auch einen Mann gefunden, der die Babypause gemacht und mir den Rücken freigehalten hat.
      Umgekehrt habe ich ihm dann auch den Rücken freigehalten – durch Arbeit im Homeoffice – damit er seine beruflichen Chancen durch Weiterbildung und Neueinstieg nach der Kinderpause verbessern konnte. Denn Kinder sind schneller groß, als man denkt.

      Das übrigens ist etwas, was ich von jedem Mann erwarten würde, der seine Frau in der Babypause sehen will: Danach gezielt die Chancen der Gattin/Gefährtin fördern, damit die Babypause eben nicht ins berufliche Aus führt. Da sehe ich aber leider oft viel Gleichgültigkeit nach dem Motto: „Wenn DIE wieder arbeiten will, dann muss DIE sich halt schicken…“

  10. "Neue" Väter? Deutsche Frauen sind nur glücklich, wenn sie andere Frauen mobben
    „die neuen Väter sind in aller Munde. Sie bevölkern Geburtsvorbereitungskurse, Spielplätze, Eltern-Kind-Cafés und Freizeitparks.“ „Vor zehn Jahren noch eine Seltenheit, marschieren sie nun stramm und stolz mit pinker Babytrage oder Blümchen-Buggy durch die Straßen“
    Ich weiß nicht, was an den „neuen Vätern“ neu ist. Ich bin nicht 1968 geboren, sondern 1968 volljährig geworden; Meine Frau und ich haben vier Kinder und (bisher) zehn Enkelkinder. Das, was die „neuen Väter“ auszeichnet, habe ich in schon in den 70er Jahren des bösen 20. Jahrhunderts praktiziert (allerdings nicht „stramm und stolz“), und unsere Söhne und Schwiegersöhne praktizieren es nicht als Neuheit, sondern selbstverständlich auch.
    Zum Mobbing gegen „vollzeitarbeitende Mütter“. Gemeint sind vollzeitberufstätige oder vollzeiterwerbstätige Mütter. Arbeit und Berufsarbeit gleichzusetzen, gehört zum „Fetisch Arbeit“.
    Journalisten haben den „Paradigmenwechsel“ noch vor sich. Die Deutschen sind glücklich, wie uns Umfragen immer wieder bestätigen. Und deutsche Frauen sind (anders als u.a. französische) nur glücklich, wenn sie andere Frauen mobben können. Es gibt genauso wie das beschriebene Mobbing auch ein Mobbing gegen Frauen, die aus Überzeugung sich die ersten drei Jahre selbst um ihre Kinder kümmern und, bis die Kinder aus der Schule sind und wenn Enkelkinder kommen, teilzeit berufstätig sein wollen. Ich weiß nicht, warum den deutschen Frauen Toleranz (Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden) so schwer fällt.

    • Lieber Herr Strehle. Das ist doch wunderbar. Es ist trotzdem so, dass Sie und ihre Söhne Ausnahmen sind. Kommt Ihnen vielleicht nicht so vor, ist aber so. Warum fühlen Sie sich angegriffen?

    • Liebe Frau Lohaus,
      ich kam und komme mir wirklich nicht als Ausnahme vor.
      Aber mag sein, dass Sie recht haben.
      Angegriffen fühle ich mich nicht.

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