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Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Gerne! Warum eine Kultur des Wohlwollens stärker macht

| 3 Lesermeinungen

Wohlwollen verändert das Denken. Die Rechnung über einen Chai-Tee zeigt, wie sich Glückserleben und freie Entscheidung bedingen und was ein Zehn-Euro-Schein mit Autonomie zu tun hat

© Elke Wetzig 

 

Karriere-Forscher würden es als ein klassisches Win-Win-Erlebnis beschreiben: Beide Partner gehen als Gewinner aus einer Situation hervor. Du und ich, wir begegnen uns auf gleicher Augenhöhe und jeder von uns hat die freie Wahl. Wenn sich beide auf einer Ebene treffen und Wohlwollen das Ergebnis ist, dann macht das stark. Ich bin öfters zu Gast im „Swaad“, einem kleinen Restaurant im Prenzlauer Berg. Es ist ein Lokal, in dem Ramola, so heißt sein Besitzer, seine Gäste sieben Tage die Woche zwischen zehn und zwölf Stunden am Tag bewirtet. Ich bestelle einen Tee und wähle ein Tagesgericht. Beim Essen ordere ich stets noch einen zweiten Tee. Meine Bestellung fällt immer gleich aus: Ein Essen, zwei Tee. Wenn Ramola mir die Rechnung bringt, so ereignet sich stets ein Ritual, von dem ich nie weiß, ob es nur zwischen uns oder aber als eine gezielte Strategie auch mit allen anderen Gästen stattfindet. Er legt den Zettel auf den Tisch, lässt seinen Finger unauffällig auf Zeile 2 liegen und lächelt zurückhaltend: „1 Tee“ steht dort zu lesen. Und „1,50 Euro“ als Preis dafür. Die Strategie ist klar: Der zweite Tee ist geschenkt. Ich schaue mich um im Lokal. Niemand sonst trinkt gerade einen Tee. Es steht auch sonst nirgends auf der Karte, dass ein Getränk inklusive sei. Das Gefühl, dass mir hier gerade etwas Außerplanmäßiges widerfahren ist, fühlt sich gut an. Die zweite Tasse Tee habe ich, anders als den kollektiven Gratis-Ouzo beim Griechen, selbst bestellt und war auch bereit, ihn zu bezahlen. Es ist der Moment der Überraschung, der hier greift. Ramolas Geschenk wirkt, so kalkuliert es auch sein mag, vergleichsweise „spontan“, es liegt außerhalb des offiziellen Arrangements. Mir aber vermittelt es ein freiwilliges „Ich-bin-dir-Gut“, das weitaus mehr beglückt als die pure Ersparnis von 1,50 Euro oder ein geschenkter Ouzo. Ramola schafft ein persönliches Wohlwollen. Mir, seinem Gast, zuliebe – so kommt es bei mir an. Vielleicht bin ich als Fisch gerade an die Angel gegangen: Ich bin erfreut, bedanke mich, gebe ihm 10 Euro und gehe. Worum also geht es? Ramola hätte mir auch ganz offiziell ein Essen und zwei Tee für 8,90 Euro in Rechnung stellen können. Dann hätte ich wohl ebenfalls 10 Euro bezahlt. Zwischen jenem Zehner mit zwei Tees und dem, den ich mit nur einem Tee auf der Rechnung bezahle, gibt es aber einen entscheidenden Unterschied: Er gründet auf einem Spiel der Freiwilligkeit, des personalisierten Wohlwollens und der eigenen Entscheidung. Auch mich hat niemand gezwungen, die Rechnung so auszugleichen, dass jener Tee, den er mir schenkt, doch wieder darin aufgewogen ist. Meine 10 Euro, die ich hier bezahle, machen mich glücklich, denn sie entspringen der Absicht, das Spiel mitzuspielen und uns beide zu Siegern zu machen. Du bist, was du entscheidest. Triff deine Entscheidung und mache dein Gegenüber zum equal player auf Augenhöhe. Wer abspielt und selbst entscheidet, wie er den Ball weiter gibt, ist ein freier Mensch. Und Menschen, die frei denken, haben in der Geschichte schon so manches Rad gedreht.

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3 Lesermeinungen

  1. Da gab's doch mal so einen Witz
    „Omelet“ schreibt man auf der Rechnung mit zwei t oder so.

    (Jaja, so manches Rad: Wie war das doch gleich noch mit den Sichelräderkampfwagen?)

    Sie geben Geld aus und sind Siegerin? Mitnichten, nur wenn ich kein Geld ausgebe, bin ich Siegerin, denn ansonsten hat mir jemand anders seinen Willen aufgezwungen – vae victis!

    • Aufgezwungener Wille..."Siegerin" ohne Geldausgabe?
      Kann es sein, daß schon das „Geld verdienen müssen“ ein aufgezwungener Wille
      von „jemand anderem“ ist…
      um deren/dessen Geld-Ziele zu erreichen?…Gesellschaft(-Struktur)…
      Arbeitgeber, Nahrungsbeschaffung, Wohnen, Strom…
      freie? Berufswahl nur zu diesem Zweck, Geld-Zwang!?…und weil das schon
      immer so ist und wir quasi da hineingeboren werden, hinterfragen wir das auch nicht!?
      Kinder die im Gefängnis geboren werden und kein „außerhalb“ kennen und
      alle anderen auch nicht, die glauben wohl auch nicht daß es ein „außerhalb“ gibt,
      weil es „außerhalb“ ihrer Vorstellung liegt.
      Dem Zwang des „Geld-Zeit-Geistes“ einer Gesellschaft zu entkommen…kaum möglich…
      „(Geld-)Gesellschaft-Schwarm-Intelligenz“ wirkt wie die Schwerkraft, „Zwang“, der Erde.
      Wenn Sie „dagegen Siegen“ möchten, gegen Zwang, dann ev. über einen Gedankenumweg…
      Eine Quelle kann „ver-siegen“, kein Quellfluß mehr.
      Seelenenergie am Ende…Gefängnis-Zwang, Vernunftfluß versiegt?
      Die Quelle der Seelenenergie zum „quellen“, zum „siegen“…(versiegen-siegen) bringen?
      Das „Versiegelte“, das „Siegel“ der Quelle, öffnen, um Quellfluß, „Quellsiegen“ zu erreichen?
      Der Schlüssel zum „Ent-Sieg-eln“…Selbsterkenntnis und Einsicht, kein anderer Weg möglich.
      Zwang = „Versiegen“…“Frei(es)-Denken“…Selbsterk…Einsicht = „Siegen“ = Freiheit(die wir meinen)?
      Seelenquellfluß mittels „Freidenken“, die Seele durch o.g. „Schlüssel-Denken befreien“.
      Die Geist-Seele Siegerin…der Seelen-Geist Sieger…
      das 7.Siegel…das „Gesiebte Siegel“…durch „Geistsieben“, „Geist-Einsicht“, „Geist freidenken“…
      das öffnen des Buchs mit den „sieben“ Siegeln…bibl.?!…die „Vernunftquelle“?!
      Der Brunnen, der Quell des Lebens, von dem Jesus sprach?!…Vernunft-Gedankenquelle?!
      Die Schlüssel die Jesus an Petrus gab…Selbsterkenntnis und Einsicht?!
      Ich denke ja…steht auch groß in Griechenland…Erkenne dich…
      „Vernunftquellenfluß“ = Befreiung von jeglichem Zwang = „Vernunft-Sieg“?!
      Die „Erlösung“, auf die alle Christen warten?!…die „R“(ATIO)LÖSUNG?!…
      die Befreiung der Seelen?!…quod erat demonstrandum?

      Gruß,
      W.H.:=)

  2. Menschen, die frei denken, haben in der Geschichte schon so manches Rad gedreht.
    Frei denken…frei fliegen?…DER Traum?…der „T“(ransparenz)raum?…der „T“(ranszendenz)raum?
    Losgelöst von der Erde, frei im Universum…ohne „Bezugspunkt(Ort)“Erde…lost in Space?
    Alles ist möglich…wenn es Gott, Geist, gefällt.
    Das Unmögliche gilt solange als unmöglich, bis es jemand macht…(hab‘ ich aus der Werbung)…
    „am Zeit-Geist-Rad“ drehen:=)
    Frei denken…frei vom Gelddenken?…frei vom Gelddienen und für Geld bedienen zu lassen?…
    Frei von Gelddiensten jeglicher AR“T“…RA“T“…AR“D“…RA“D“…frei vom Folter-GELDRAD…
    auf dem wir gespannt sind, zum Wohlwollen…?…zum Glück(smomente erleben)…
    auf gleicher „Geldradaugenhöhe“ gefesselt, aber frei drehend und den Moment,
    den „Augen-Blick“ des Anderen als Glück, als Freisein genießen…
    auf dem Geld-Folterrad auf der Erde?
    Oder ist es gar kein Glück der Freiheit, Seelenfreiheit, Seelenglück?…sondern
    Euphorieerzeugung auf Basis Geld?…und wir verwechseln Euphorie mit Glück?
    Denn Euphorie vergeht. Deswegen der „Spruch“: Glück kann „man?“ nicht festhalten?
    Seelenglück, Seelenfreiheit schon…fortwährendes Glück(sgefühl).
    Ist es das, was frei denken bewirken kann, uns vom Geldfolterrad zu befreien
    und das „Lichtrad“ der Seele drehen…das „Schöpfungsglücksrad“ der Gedanken
    die zum Lichtrad für die Seele, zu ihrem „beständigen Augen-Blicke-Glück“,
    „Lebenszeitglück“, werden und ihre „Befreiung aus der Dunkelheit“ bedeuten?
    Lost in Space(verlorene Seelen), gefesselt auf dem Geldfolterrad, als Bezugspunkt
    und Motivation, wohlwollend, freundlich zu sein…
    für den kurzen „Geld-Euphorielichtaugenblick“?

    Desiderata

    Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast
    und sei des Friedens eingedenk, 
    den die Stille bergen kann.

    Stehe – soweit ohne Selbstaufgabe möglich –
    in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. 
    Äussere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu,
    auch den Geistlosen und Unwissenden; 
    auch sie haben ihre Geschichte, 
    Meide laute und agressive Menschen,
    sie sind eine Qual für den Geist.

    Zitate:
    Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug, ist auch nicht menschlich genug.
    Joseph Joubert

    Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.
    Christian Morgenstern

    Gruß
    W.H.

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