Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Deutschland küsst Chinas Hintern

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Wie Zensur funktioniert und was das mit uns zu tun hat. Innenansichten von einer Journalistin aus Peking.

Letztens habe ich über Angela Merkel nachgedacht. Ich hoffe, dass es wahr ist, dass sie die Freiheit so aufrichtig schätzt, wie Stefan Kornelius in seiner von ihr autorisierten Biographie geschrieben hat; denn hier in Peking, wo ich seit 13 Jahren lebe, kann es ein gewaltiger Kampf sein, gegen alle Zensurbestrebungen an der Wahrheit festzuhalten, auch für ausländische Journalisten. Für chinesische ist es fast unmöglich.

Deutschland verdankt den Konjunkturaufschwung der letzten Jahre zu einem großen Teil seinen florierenden Geschäften mit China. Eine chinesische Freundin – eine Politikwissenschaftlerin, deren Namen ich nicht nennen werde, um ihr Ärger mit der lokalen chinesischen Botschaft zu ersparen, die ihre Auslandsaktivitäten überwacht – schrieb mir: „Es braucht große Weisheit und Mut, gute politische Beziehungen zu China zu pflegen, und dennoch an bestimmten Prinzipien festzuhalten. Die Welt hat noch kein Rezept gefunden, um mit der globalen Zensur umzugehen, die ihnen von China trotz der vermeintlich offeneren Haltung im akademischen, journalistischen und kulturellen Feld auferlegt wird.“

Das Gegenteil ist der Fall: „China-kissing is everywhere“, fährt sie fort. „Ich habe einen Mitarbeiter des Deutschen Außenministeriums hinter verschlossenen Türen sagen hören, dass es eine Möglichkeit geben könnte, sich über Internetregulierung zu verständigen, wo China große Erfahrung habe.“ China hat nicht nur große Erfahrung damit, das Internet zu regulieren, es hat laut einer Studie aus Harvard auch das größte und ausgefeilteste Zensursystem der Geschichte.

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine ansonsten eher randständige Veranstaltung an Bedeutung: Anfang September sind etliche Vorstände Deutscher Medienorganisationen, unter ihnen Peter Limbourg, der Generaldirektor der Deutschen Welle nach Peking zum „5. Medienforum China – Deutschland“ geflogen. Zu ihren chinesischen Gesprächspartnern zählte Yang Zhenwu, als Präsident der People’s Daily-Verlagsgruppe verantwortlich für das wichtigste Propagandaorgan der kommunistischen Partei; ehemaliger Propagandaminister und Mitglied des ständigen Ausschusses des Parteikomitees in Shanghai.

Presseberichten zufolge war die Stimmung freundlich. Und sicherlich gab es dort interessante Diskussionen – China ist etwas offener geworden, obwohl das politische System unverändert weiter besteht und der Druck auf ausländische JournalistInnen eher noch zunimmt.

Das war aber nur die Rahmenhandlung: Bereits Ende August hatte es Gespräche zwischen der Deutschen Welle und dem chinesischen Staatsfernsehen gegeben, und kurz vor Beginn des Forums hatten beide einen Kooperationsvertrag geschlossen. Wie um etwaige Kritik vorwegzunehmen, hat die Deutsche Welle am letzten Tag des Medienforums eine Verlautbarung veröffentlicht: Limbourg habe in einer Rede „allen Zensurmaßnahmen eine klare Absage“ erteilt. Zuvor sei mit chinesischen Offiziellen „ausführlich über das Thema Pressefreiheit diskutiert worden.“

So einfach ist es aber nicht. Erst einen Tag zuvor hatte ein hoher chinesischer Offizieller eine klare Warnung gegenüber deutschen Journalisten ausgesprochen, die in China leben. Sie erschien in einer kurzen Meldung auf der Website des chinesischen Außenministeriums über ein Treffen zwischen dessen Mitarbeiter, Liu Jianchao, und deutschen Repräsentanten des Forums. Deutsche Reporter sollten „objektiver und ausgeglichener berichten“, sagte Herr Liu, und sie sollten zu einer „konstruktiven Freundschaft“ zwischen beiden Ländern beitragen.

Um diese Nachricht zu verstehen, muss man wissen, was „objektiv“, „ausgeglichen“ und „konstruktiv“ bedeuten, nämlich: „der Linie der Partei folgend“.

Manchmal lernt man das auf die harte Tour. Manchmal, wie in meinem Fall, etwas subtiler.

2006 habe ich über einen Mann names Fu Xiancai berichtet, der gelähmt im Krankenhaus lag, nachdem er deutschen Medien ein Interview gegeben hatte. Er hatte lokale Offizielle beschuldigt, Kompensationszahlungen für Umsiedlungen wegen der umstrittenen Drei-Schluchten-Talsperre zu unterschlagen.

Ich wurde von meinem damaligen Redakteur einer Zeitung in Hong Kong, über den gemunkelt wird, dass er der Partei nahe stehe, instruiert, über Herrn Fus Fall „objektiv“ zu berichten. Doch was bedeutet „objektiv“? Jede/r Journalist/in versucht objektiv zu sein. Aber Herr Fu hatte über eines der sensibelsten politischen Themen der damaligen Zeit gesprochen. Und er war laut eigenen Aussagen sowie denen von Familie und Nachbarn dafür von unbekannten Tätern mit einem Stock verprügelt und eine Klippe hinunter gestoßen worden. In der Nähe wurde ein passender Stock gefunden. Doch der Polizeichef sagt, Herr Fu sei beim Spazierengehen ausgerutscht.

Nicht weit von Yichang in der Hubei Provinz, hatte ich im Schatten der Bäume nahe der Talsperre an derselben Klippe gestanden, etwa vier Meter hoch. „Rutschen Sie nicht aus!“, hatte der Polizeichef hinter mir gesagt, unangenehm lächelnd. Es fühlte sich an wie eine Drohung.

Ich habe die Geschichte so gut geschrieben wie ich konnte, doch ich hörte dabei innerlich die Instruktion, „objektiv“ zu sein. Wie konnte man wirklich wissen, was passiert war? Milderte ich die Geschichte ab? Ich hoffe nicht, aber ich bin nicht sicher. Denn letztlich funktioniert es so: Das Wort „objektiv“ klingt unschuldig, aber sobald es als Instruktion von jemandem kommt, dessen politische Haltung bekannt ist, wird es eine Botschaft.

Die chinesischen Exilanten in Deutschland haben Angst, dass solche Deals wie jener der Deutschen Welle eine andere Art von rutschiger Klippe darstellen, die den staatlichen Sender, und Deutschland, auf subtile und nicht so subtile Weise unter Druck setzen. Wenn die Leute nichts Eiligeres zu tun haben, als China gefällig zu sein, wird das langfristig auch für die deutsche Demokratie ein Problem.

Und so frage ich mich und Sie: Was macht Angela Merkel, die Frau aus Ostdeutschland, die den Wert der Freiheit aus erster Hand kennt, aus alledem? Oder ist es für sie nur business – as usual?

(Übertragung aus dem Englischen: Hella Dietz)

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28 Lesermeinungen

  1. Gefällig sein und Demokratie// Ihrer Frage
    Wenn ja dass alles stimmt sei mein Beitrag vom 17.09.2014 “ Regierungssysteme und Verfassungsrechtlehre: Demokratie und Totalitäre Systeme“,ziemlich naiv gewesen.Aber nur gefällig ,dass bedeutet eine Unterschlagung des VerantwortungsPrinzip einer Demokratie!und das Verwischen jeder staatsrechtliche Grenzen.Eine Punktlandung an Zynismus pur oder…Populismus?!

    • Welche Demokratie ???
      „Um diese Nachricht zu verstehen, muss man wissen, was „objektiv“, „ausgeglichen“ und „konstruktiv“ bedeuten, nämlich: „der Linie der Partei folgend“.“

      Was ist den in D anders?

    • Verständnis und Verstehen!
      F.A Z. vom 30.09.2013.nr.227.Seite 7: DIE REPRÄSENTATION DES VOLKES von Professor DR.RUDOLF
      STEINBERG.
      Für ein besseres und ausgewogenes Verständnis empfehlenswert !

  2. Warum soll die Bundeskanzlerin aus "alledem" etwas machen?
    Sie ist zuallererst dem Wohlergehen des deutschen Volkes verpflichtet, nicht der Freiheit anderer anderswo. Das ergibt sich aus ihrem Amtseid. Jemand, der das anders sieht, würde in Deutschlnad nicht Bundeskanzler.

    Ist die Rückfrage unfair, wie denn das gelungene Rezept der Autorin für ein Regime aussieht, mit dessen Land Deutschland enge Wirtschaftsbeziehungen hat, das aber gleichzeitig fundamentale Menschenrechte mit Füssen tritt? Oder ist die öffentliche Frage an Angela Merkel für Journalisten nur business – as usual?

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  3. Andere Länder - andere Si(ch)tten
    Wie elastisch Moral und politische Ansprüche sein können zeigt jener Bericht. Die Konsequenzen der sino-germano-konjunkturellen Vereinbarung sind zum Beispiel enorm viele Entlassungen. Nicht etwa das Arbeitsplätze plötzlich wegfielen. Nein, man hat sie durch Konformisten ersetzt. So einfach geht das bei der Deutschen Welle. Dabei brauchen wir von der chinesischen Seite erst gar nicht reden. Das ist geradezu ein Ausverkauf der Werte westlicher Demokratien, so weit sie es denn überhaupt sind. Mit dieser Vereinbarung lässt sich eines feststellen. Die Unterschiede zwischen Demokratie und „Volksdiktatur“ scheinen sehr fließend geworden zu sein, um es zweckmäßig auszudrücken, passender wäre wohl schwammig. Einem Teil Deutschlands geht es sehr gut und selbst öffentlicher Schuldenabbau scheint möglich zu werden. Aber zu wessen Lasten wurde das möglich.

    Ich habe letzte Woche einen potentiellen Mieter freundlich abgewiesen, weil er mir in seinem zweiten E-mail bereits Vorschriften machen wollte; das wäre ja nur der Anfang gewesen.

    Wehret den Anfängen. China braucht die westliche Welt um zu expandieren. Von den Gewinnen der deutschen Großindustrie hat Herr Jedermann ohnehin keinen Vorteil. Die Börseneinführung des chinenesischen Internethändlers geht mir persönlich hinten vorbei. Und chinesische Produkte könnten plötzlich an Attraktivität verlieren, zumindest außerhalb Chinas.

  4. Wo ist die Überraschung?
    Saudi-Arabien ist der wichtigste strategische Partner des Westens im Nahen Osten. Das wirtschaftliche Fundament der USA wurde mit Sklaven erwirtschaftet. Die Effektivität der Entwicklungshilfe wird danach beurteilt, wie sie einheimischen Produzenten nützt. Schon bei den alten Griechen galt Demokratie nur für die reichen 10 – 20 %. Einiges hat sich in den letzten 2 Jahrtausend wenig geändert.

    Der Westen steht ständig vor dem Spagat, Prinzipien und Werte zu verteidigen, die gut im eigenen Land funktionieren, die aber in der globalen Welt, von denen der Wohlstand abhängt, so nicht umsetzbar sind.

    Die fragile Balance muss dabei ständig neu erarbeitet und ausgehandelt werden, schließlich braucht es eine kritische Anzahl von Menschen, die den bestehenden Konsens und Spagat verinnerlichen, siehe die lächerliche/fragwürdige/seltsame Diskussion zur Beschränkung deutscher Waffenexporte. Allein, es bleibt ein Spagat und unsere innere Ordnung würde zusammenbrechen, wenn dieselben Prinzipien im Außenverhältnis wie im Innenverhältnis des Staates genutzt werden würden.

    Ohne zynisch zu sein: Kampf gegen die Zensur bedarf unserer (beschränkten) Unterstützung und des Beifalls. Aber jeder Versuche, sich in die Logik der Entwicklung anderer Gesellschaften mit den eigenen – durch eine äußerst privilegierte Stellung in der Weltwirtschaft finanzierten – Wertvorstellungen einzumischen, endet in die Katastrophe und damit ist niemanden, absolut niemanden geholfen. Und leider sind die Umkehrpunkte in der Geschichte der Menschheit sehr rar, bei denen offener oder verdeckter Widerstand gegen die bestehende und zunehmend als ungerecht empfundene Ordnung zu langfristigen und positiven Änderungen führte. Die guten Intentionen vom Irak bis zur Ukraine verkehren sich in ihr Gegenteil. Zurückhaltung beim Export „universeller“ westlicher Werte ist oft, wenn auch längt nicht immer, eine Tugend, die Opfer und Leid erspart.

    • Thema verfehlt!
      Es geht hier um China und die Gegenwart und nicht über die Vergangenheit.

    • Ihre Diskussionsbeitrag is die Überrasschung
      So etwas gibt es in die Öffentlichkeit einer Demokratie ,die immer wieder Innovationen benötigt und erschafft aber nicht ex nihilo.man braucht ein jeder,man braucht sogenannte civil Courage.keineswegs selbstverständlich.man braucht immer wieder Wachsamkeit .letzt endlich gibt es halt etwas wie Freiheit,wie Wasser zuhause.

  5. Da haben die Chinesen
    aber noch einiges zu lernen vom ‚Westen‘. Hier braucht es gar keine offizielle Zensur der Medien. Hier sind die Medien „eingebunden“ in die Berichterstattung und berichten im Inhalt und der Tendenz was offizielle Regierungsrichtung ist. Die Journalisten, welche an „Meinungsbildung“ in den Medien beteiligt sind, sind handverlesen und Mitglieder oder Verbunden mit entsprechenden, meist transatlantischen, Organisationen usw.
    Da sollen sich die Chinesen mal ein Beispiel nehmen, da kommt keine Kritik von wegen Zensur oder staatliche Einflussnahme.
    Aus meiner Sicht ist es eher ein Zeichen dafür, das es in China noch selbst denkende Unabhängige Journalisten gibt die dann bei Bedarf eben zurückgestutzt werden. Wenn aber westliche Politiker und Journalisten den Chinesen Zunsur vorwirft, dann ist das eher ein gewisses Mitleid mit deren Rückstäcdigkeit auf dem Gebiet der medien gegenüber dem ‚fortschrittlichen‘ Westen mit seinen ‚eingebundenen‘ Journalisten und der absolut folgenlosen Meinungsfreiheit der Medienkonsumenten. Wobei bei diesen durchaus zensiert wird wenn grundsätzliches zu deutlich angesprochen wird. Hier erfolgt die Zensur allerdings von den Medien selber. Nicht mal da haben sie eine A… in der Hose. Und wenn auch das nicht mehr hilft, wird die Kommentarfunktion bei entsprechenden Artikeln nicht frei geschaltet (FAZ, SPON) oder es werden nur nichtssagende Artikel zu Diskussion gestellt (SZ). Die freieste Kommentarfunktion finde ich inzwischen in der FAZ und bei ZON. MfG: M.B.

    • Kommentarfunktion nicht freigeschaltet F AZ:Ehrfurcht vor dem Leben!//alle Achtung.
      So etwas nennt man redaktionelle Verantwortung.
      Man nennt es auch Rücksicht nehmen.
      Ein endgültiges Urteil nach Betrachtung und Erwägung.//

  6. Aufgabe der Demokratie
    Frau Tatlow, die Hoffnung dass Deutschland der chinesichen Demokratiebewegung helfen könnte wurde bereits wirtschaftlich entschieden und wird leider nie eintreten – unseren kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteil (oder bessergesagt der Vorteil einiger weniger) bezahlen wir mit dem Verlust von Ehrlichkeit und Freiheit auch im eigenen Land. Über Tibet redet keiner mehr (oder darf) – wo ist der Unterschied zu der Ukraine über die (noch) geschrieben wird. Demokratie „lebt“ in unserer deutschen Politik ohnehin nicht mehr richtig – FrauMerkel äußert sich erst nach Meinungsumfragen und da sind 180° Wendungen kein Problem.
    Vielleicht besteht wirklich die Absicht das Volk mittels den chin. Erfahrungen besser zu kontrollieren (apropos von den immer noch laufenden Abhöraktionen redet bei un niemand mehr – also war´s doch garnicht so schlimm – Snowden – was wollte der – Ehrlichkeit und das vor einem deutschen Gericht aussagen – ne das geht nicht).
    Das gezielte Beeinflussen und Steuern von Informationen und dadurch Meinungen funktioniert bereits sehr gut – das gewollte business – da stellt wenigstens bald keiner mehr dumme Fragen

  7. Sehr guter Artikel
    „Was macht Angela Merkel, die Frau aus Ostdeutschland, die den Wert der Freiheit aus erster Hand kennt, aus alledem?“ Das fragen wir uns alle seit Jahren, wenn Madame mal wieder nach China jettet, um den korrupten Halunken im kommunistischen Gewand in tiefster Gangart die Stiefel zu lecken. Die Antwort liegt damit auf der Hand: Nichts. Angela Merkel interessiert sich für Freiheit und Menschenrechte allenfalls dann, wenn es den Interessen des amerikanischen Hegemons zur Stigmatisierung Putins dient, ansonsten gehen ihr die Menschenrechte am dicken Hintern vorbei und sie keinerlei Berührungsängste mit Autokraten und Gewaltherrschern (zuletzt mit Qatars Emir) und wird sich hüten kritische Anmerkungen zu machen, vielmehr gibt es zum Staatsbesuch noch selbst für die übelsten Diktatoren die menschenrechtliche Unbedenklichkeitserklärung von Madame gratis.

    • Ach ne, Herr Wombel
      Frau Merkel redet also mit allerlei Gewaltherrschern, aber Putin wird nur stigmatisiert? Glauben Sie doch selbst nicht! Wohl auch einer derjenigen, die hier und auf anderen Foren immer „Objektivität“ u „Ausgeglichene“ Berichterstattung ggü Russland einfordern? Die Chinesen sind wenigstens noch nicht so penetrant u schreiben uns hier die Foren voll. Übrigens: ich wähle Frau Merkel nicht, aber ich habe durchaus den Eindruck, dass sie, im Gegensatz zu einigen Lautsprechern, durchaus in der Lage ist Kritik, auch wenn Sie vllcht nicht allzuviel bringt, anzubringen, diplomatisch verklausuliert u verwässert, aber immerhin und zwar ohne jmd in den Hintern zu kriechen. Und das hat vllcht gerade mit ihrer Ostdeutschen Erfahrung zu tun. Dass die Kritik nicht viel bringt, hat vor allem damit zu tun, dass sehr viele Leute aus der Wirtschafts- u Wirtschaftsjournalistenbranche, obwohl vornehml in westlich-demokrat. Verhältnissen aufgewachsen, diese Kritikfähigkeit nicht mitbrachten u es noch immer nicht tun, sich mit viel Geld engagiert haben, egal wie autoritär es in diesen Ländern zugeht, hauptsache Renminbi u Rubel rollen. Dabei waren Sie sich nicht zu Schade sich bis zur Schmerzgrenze einzuschleimen, und auch hier, im Namen des kulurellen Verständnisses, auch über die widerlichsten Brutalitäten hinwegzureden (Andere Länder, andere Sitten) Und wenn es mal nicht läuft u die Investition flöten zu gehen droht, soll der dt Staat ihnen aus der Patsche helfen. Sollen sich ne Ausfallversicherung zulegen. Und dann erzählen sie uns noch Sie hätten die richtige Moral gepachtet, und verstünden auch noch was von Geostrategie, Menschenrechten etc: „Sanktionen haben noch nie was bewirkt, und Wirtschaftskontakte erhalten den Frieden- Übersetzung: „Was scheren mich Mord u Totschlag, Hauptsache meine Investitionen gehen nicht flöten. Und die Bankette bei Putin sind auch immer ganz toll. Und wir sind schließlich die, die das Geld verdienen- ihr labert von den Menschenrechten, rechtschaffene Menschen (die keine Steuern zahlen) die richtig arbeiten (sich auf Champagnerempfängen rumdrücken u Niedriglöhner arbeiten lassen) können sich so was nicht leisten.“ Zum ausspucken.

  8. Objektivität
    Die Autorin scheint es als Majestätsbeleidigung aufzufassen, wenn jemand sie, eine westliche (!) Journalistin (!!), zu mehr Objektivität auffordert. Ihr Beleidigtsein offenbart ein gehöriges Maß an Naivität. Kleines Beispiel aus ihrem eigenen Text:
    Der Polizeichef warnt sie an einer 4 m hohen Klippe, nicht auszurutschen. Für sie „fühlt“ es sich an wie eine Drohung. Sein Lächeln erscheint ihr nicht höflich, sondern „unangenehm“. Subjektiv mag sie das so empfunden haben. Und als Schriftstellerin darf sie das auch hemmungslos so schreiben. Mit journalistischer Objektivität hat das aber eben nichts zu tun.
    .
    Solche Naivität gegenüber den eigenen Maßstäben kommt nicht von ungefähr: 25 Jahre nach dem Sieg im Kalten Krieg hat sich im Westen – in Folge eines zunehmend ungebremsten Unilateralismus – gegenüber dem „Rest der Welt“ eine Geisteshaltung breit gemacht, die teilweise sogar noch hinter das Bewusstsein der kolonialen Epoche zurückfällt: Damals war man sich unterschiedlicher Wertvorstellungen der Kulturen immerhin noch bewusst, man empfand eben nur die eigenen Maßstäbe als überlegen. Heute dagegen erscheinen sie manchen – ganz „objektiv“ – als die einzig möglichen.

    • prinzipiell mögen Sie hier u da Recht haben
      doch wen verteidigen Sie damit, frei heraus, seien Sie ein Vorbild an Ehrlichkeit, die „Wahrheit“ oder diejenigen, die meinen Folter u Unterdrückung in jeglicher Form – in treusorgender Absicht für ihre Mündel- seien selbstverständliche Werte ihrer Kultur, die niemand das Recht hat zu kritisieren? Übrigens Objektivität, wie ihn viele einfordern, ist nur ein Phantasma, als Menschen sind wir alle subjektiv, wobei ihre Meinung mit dem angbl westl Unilateralismus, der noch viel kolonialer gesinnt sei als früher schon sehr subjektiv ist. Zur Subjektivität sollte, zumal als professioneller Journalist, schon gehören, soweit es die immer beschränkte Wahrnehmungsfähigkeit erlaubt, die Fakten darzustellen, die Interpretation ist dann aber wieder subjektiv. Und wenn die Autorin meint der Polizist habe bedrohlich gewirkt, so muss sie das wohl besser wissen als Sie, dies ist aber selbstverständlich ihrer subjektiven Wahrnehmung zuzuordnen- und genau so hat sie es auch dargestellt. In einem Land in dem Gewaltanwendung ggü „Dissidenten“ (jmd der sich über seine korrupte Verwaltung beschwert hat) normal ist, sind solche Gedanken wohl auch als normal zu bezeichnen, so wie in Russland bestimmt auch.

  9. Deutsche haben weltweit zu große Furcht!
    Deutsche sind die beliebteste Nation der Welt und und das schon seit Jahren. Sie machen die meisten erfolgreichen Geschäfte im Ausland. Und jetzt kommt es: Nicht wegen dem katzbuckelnden Duckmäusertum gerade den Chinesen gegenüber, sondern wegen ihrer hervorragenden Produkte!

    Mit etwas mehr Standing würde Deutschland noch besser dastehen! Mehr Profil in China und mehr gegenüber Russland und Amerika würde Deutschen gut tun. Im Inland und Ausland! Es wird Zeit.

  10. Andere Länder andere Sitten!
    Wenn es den Chinesen nicht gefällt, wie sie regiert werden, dann haben sich die Chinesen selber darum zu kümmern, nicht die Deutschen und auch nicht die Amerikaner!

    Uns hat damals niemand gegen den Hitler geholfen uns hilft heute niemand gegen den leistungsverachtenden Ausbeuterstaat.
    Wir haben unsere eigenen fundamentalen Probleme zu lösen!

    Abgesehen davon sind 90% und mehr der Chinesen glücklich mit ihrem Leben, ihrem Land und ihrer Regierung, davon kann die Deutsche Bundesregierung trotz ihres Gigasozialstaates nur träumen.

    Westliche Journalisten tendieren dazu, das Verhältnis von 9/1 zufriedene Bürger auf 1/9 zufriedene Bürger umzukehren um ihren Worten mehr Gewicht zu verleihen. Mit Objektivität hat das nichts zu tun.

    Es sind Fälle bekannt, wo in China einfache Bauern ganze Chemiefabriken stillgelegt haben weil sie sich über das verseuchte Wasser zurecht beschwert haben, also soll man nicht so tun, als wäre die chinesische Regierung ein Haufen von Menschenfressern! Das dauert zwar eine Weiler aber entsprechende Chemiewerk wurde wesentlich schneller stillgelegt als bei uns damals Contergan verboten wurde!

    • Es behauptet niemand in China seien alle Menschenfresser
      Und es gibt, irgendwo sind mir die Zahlen mal über den Weg gelaufen, eine gigantische Anzahl an Demonstrationen aller Art gg Korruption, für mehr Löhne, gg Bauprojekte, Enteignungen, Vertreibungen ethn Minderheiten etc etc. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass viele dafür in den Bau, im Krankenhaus im Hausarrest o unter der Erde landen, und darüber wird hier berichtet und das ist gut so. Und man solle nicht so tun als ob hier nicht über die positiven Seiten Chinas berichtet wird, Es sind ganze Archive voll mit Berichten über die Bewunderung ob der wirtschaftl u technolog Entwicklung Chinas, über die Interessantheiten der 5000- jährigen Kultur, ihrer Küche, Literatur etc. Ich glaube schon die Verhältnismäßigkeit ist gewahrt. Ich will gern glauben das 90% der Chinesen zufrieden u glücklich mit ihrer Regierung sind, wenn nicht gerade offener Krieg u MAssenarmut herrscht, richtet sich halt jeder ein. Aber woher haben Sie eigentlich die Zahl v 90%? Ihre subjektive Ferndiagnose o objektiv recherchiert?

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