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Frauen zahlen Gebühren, Männer machen Fernsehen

| 28 Lesermeinungen

Sie ermitteln im Tatort, sie moderieren Polit-Talks und kommentieren aus aller Welt - Frauen sind sichtbar in der Bilderwelt der TV-Sender. Inszeniert werden diese Bilder aber zumeist von Männern. Pro Quote Regie will das ändern.

 

© CC0 Public DomainFür Regisseurinnen sieht es spätestens nach dem zweiten Film schwarz aus.

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Die Quote für Regisseurinnen muss kommen, denn die Zahlen sind erschreckend. Derzeit werden nur 15 Prozent aller deutschen Kino- und Fernsehfilme von Frauen gemacht. Im August 2012 vergab die Film-Förderanstalt (FFA) 4,5 Millionen Euro für 17 Kinofilme, und dieses Geld ging komplett an männliche Regisseure. Bei den TV-Sendern, ohne deren Beteiligung in Deutschland kaum ein Film entsteht, wurden in den letzten zehn Jahren weniger als 15 Prozent der Regieaufträge für Spielfilme und Serien an Frauen vergeben.

Dabei sind 42 Prozent der Filmhochschul-Abgänger weiblich. Es gibt noch mehr solch erschreckender Zahlen, die der filmpolitische Informationsdienst black box und die Initiative Pro Quote Regie sich mühsam erarbeitet haben. Dass es so nicht weitergehen kann, ist in der Filmwirtschaft inzwischen keine Frage mehr, die Männer und Frauen trennt. Nur eine kleine Minderheit südlich der Donau glaubt nach wie vor, dass Frauen in der Wirtschaft die Gewinnvermehrung stören. Aber sie trifft inzwischen auf breiten Widerspruch. Doch ist eine Quote für Regisseurinnen, wie die Initiative Pro Quote Regie sie fordert, sinnvoll? 200 Regisseurinnen haben den Aufruf unterschrieben, und einige waren wahrscheinlich erstaunt, dass es überhaupt so viele Regisseurinnen in Deutschland gibt. Brauchen sie wirklich die Quote? Geben sie mit ihrer Forderung nicht zu, dass sie es nicht aus eigener Kraft schaffen?

Ein Abend in der Akademie der Künste in Berlin sollte das klären, und sie kamen alle, die jungen Frauen und die älteren Frauen, die aus dem Osten und die aus dem Westen. Ihre Wünsche waren nicht utopisch, sondern den Möglichkeiten der Film- und Medienindustrie angemessen. Schon vor vierzig Jahren hatte es in derselben Akademie die Forderung der ersten Generation von filmenden Frauen gegeben, die Hälfte von allem zu bekommen: die Hälfte der Subventionen, der Sitze in den Vergabegremien der Fördereinrichtungen, der Redakteursstellen in den Fernsehanstalten. Diese Forderung damals war wie eine Axt, die eine Schneise in den Dschungel der rein männlichen Kungelwirtschaft schlagen wollte, und wirklich utopisch. Aber sie entsprach dem revolutionären Geist der Zeit und brachte Bewegung. In dieser ersten Generation entstanden bedeutende und erfolgreiche Filme. Frauen wurden Produzentinnen, Redakteurinnen, leiteten die Förderinstitutionen und stellen bis heute die Hälfte der Studierenden an den Filmhochschulen.

Doch warum ging diese Bewegung nicht weiter? Viele berichten, wie schwierig es ist, nach dem ersten auch noch die nächsten Filme zu machen und in der Film- und Fernsehwirtschaft Fuß zu fassen. Niemand grenzt sie bewusst aus. Es steckt kein Plan dahinter, kein böser Wille und keine offene Misogynie. Aber ein Bündel von unbewussten Vorentscheidungen und zähen, eingefahrenen Reflexen führt dazu, dass einem Produzenten (oder auch einer Produzentin) partout keine Frau einfällt, wenn er oder sie die Posten der Regie besetzt. Männer sind einfach sichtbarer. Sie werden von der Hierarchie begünstigt, und von der Herrschaft einer anderen Quote, der Zuschauerquote, an die schon seit langem viele Programmentscheidungen delegiert wurden. Diese misst nur, ob der Fernseher eingeschaltet ist, aber nicht, wer und ob überhaupt jemand zusieht.

Im Gegensatz zu dieser Quote ist eine Quote für Regisseurinnen ein rationales und gut begründetes Instrument. Und spätestens seit der Haushaltsabgabe (auch Zwangsabgabe genannt) wächst zumindest bei den öffentlichen-rechtlichen Anstalten der Legitimierungsdruck. Wenn die Haushaltsabgabe eine Demokratieabgabe ist, wie Jörg Schönenborn, damals Chefredakteur, jetzt Programmdirektor des WDR, vollmundig sagte, lässt sich die Übermacht der Männer im Fernsehen nicht mehr rechtfertigen. Da Gleichheit sich offensichtlich nicht von selbst durchsetzt, muss ihr jetzt auf die Sprünge geholfen werden.

Beim Fernsehen sollte die Quote beginnen. Das Fernsehen ist im Bereich der Bewusstseinsindustrie in Deutschland der größte Arbeitgeber. Ohne seine Hilfe wird kaum ein Kinofilm gemacht, denn die meisten Filmförderungen schreiben die Beteiligung des Fernsehens an einem Filmprojekt vor. Hier können wir einen Arbeitskampf führen. Im Bereich der Filmförderung und beim Kino müssen zunächst andere Maßnahmen her. Deren Gremien stehen heute vor der Schwierigkeit, dass eine Quote schon deshalb nicht greift, weil es nicht genug Einreichungen mit Frauen als Regisseurinnen gibt. Aber sobald der Frauenanteil bei der Regie im Fernsehen gestiegen ist, wird sich dass auch auf das Kino auswirken. Wenn wir den Kampf um die Quote im Fernsehen führen und zunächst von der Diskussion um den Frauenanteil im Kino trennen, wird die Axt, die die ältere Generation geschwungen hatte, zum taktischen Florett, das geschmeidig gehandhabt werden kann. So lässt sich der Stoffwechsel zwischen den filmenden Frauen und der Gesellschaft, der eingeschlafen ist, wieder in Gang bringen.

Doch dann muss es weitergehen. Der Mainstream im Fernsehen und Kino wird beherrscht von Klischees über die Natur und die Rollen von Frauen und Männern. Aus gleichen Arbeitschancen für Regisseurinnen entstehen nicht automatisch die vielfältigeren Bilder. Emma Watson hat vor der UNO gesagt: “Es wird Zeit, dass wir die Geschlechter auf einem Spektrum und nicht als zwei gegensätzliche Größen sehen.“ Dies in die Bilder aufzunehmen, liegt jenseits des Arbeitskampfes. Frauen müssen eben auf vielen Feldern gleichzeitig sein. Aber am Abend der Veranstaltung in der Akademie der Künste wehte ein angenehmer vorrevolutionärer Hauch durch den Saal.

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28 Lesermeinungen

  1. Schon wieder Quote?
    Der Frauenanteil unter Journalisten ist höher als der Männeranteil. Der Frauenanteil in der Politik ist gemessen am Anteil in den Parteien höher als der Männeranteil. Einen Ruf nach einer Männerquote, der sich hier auch so begründen ließe wie der Ruf nach den Frauenquoten, habe ich noch nicht vernommen. Der Feminismus wird seiner Definition nun mal nicht gerecht. Es handelt sich um nichts anderes als einseitigem Frauenlobbyismus. Schade dass Frauen keine Filme machen, die nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Vielleicht liegt es daran, dass es häufig auch Filme sind, die Frauen als arme arme Opfer der Gesellschaft darstellen? Oder vielleicht sind die Filme nur schlecht gemacht? Die Argumentation im Artikel ist jedenfalls Unsinn. Produzenten und Produzentinnen wollen Gewinn machen. Erfolgreiche Regisseure und Regisseurinen kommen einem dann halt in den Sinn, wenn man die Regie besetzten will. Das Frauen die nicht erfolgreich sind, über die Quote ins Geschäft kommen wollen, wird jetzt auch auf den Medienbetrieb ausgedehnt.

  2. Gibt es eigentlich Focus und "Über"Focus...überfocussiert sein?...hier auf "Frauenquote".
    Der „richtige“, humane Focus als Ergebnis vom „richtigen“, humanen Abstand?
    Statt Frauenquotendiskussion, „Human-Bildung-„, „Vernunftbildung-“ Dialoge?
    Welcher „(Abstand-)Mangel“ bedeutet „Gleichgewichtmangel“…“Gleich-Beachtungmangel“?
    Focus…Abstand…Brennpunkt…Optik….Physi(sch)k…Psychen-parallele Analogien?
    Selbsterkenntnis und Einsicht ist der Schlüssel, weg vom „Über-„, das „Übel“…und erlöse uns vom…

  3. Danke !
    Ja es ist dringend nötig.

    „ein Bündel von unbewussten Vorentscheidungen und zähen, eingefahrenen Reflexen führt dazu, dass einem Produzenten (oder auch einer Produzentin) partout keine Frau einfällt, wenn er oder sie die Posten der Regie besetzt. “

    Sehr sehr wahr, und wenn man dann eine Liste von 10 Frauen aufsagt kommen ungläubige Blicke: können die das denn? Die sind doch 30 und müssen Baby machen…

  4. Wo es was zu holen gibt, rufen Frauen nach Ihrer Extrawurst!? Heute Filmproduktion...
    Wenn es mit dem Erfolg nichts wird, dann kommt halt die Keule a la Diskrimierung, glaeserne Decke, Verschwoerung der Maenner etc. Ich bin allmaehlich von meinen Geschlechtsgenossinnen enttaeuscht.

    Bei den ganzen Foerderfonds, einige extra fuer Frauenfoerderung, kann ich nicht glauben, dass die Mittel nicht zur Verfuegung stehen. Liegt es vielleicht wie so oft an der fehlenden Risikobereitschaft?

    Im Ergebnis duerfte es fuer dieses Gejammer meines Erachtens gar keine Medienplattform geben, sondern ein schlichter Hinweis auf das hoffentlich noch geltende Leistungsprinzip reichen.

    • Leistungsprinzip
      Liebe Sandra Haberger,

      Pro Quote Regie ist ein Zusammenschluss von mittlerweile über 200 Regisseurinnen – wenn Sie sich die Mühe einmal machen, sich die Namen anzuschauen: da sind etliche dabei, die das Leistungsprinzip schon seit Jahrzehnten immer wieder mit ihren Filme unter Beweis stellen! Wir sind keine Gruppierung der Zukurzgekommenen, was sie auch unschwer an der Liste der namhaften Unterstützer erkennen können…

      Ich wünschte, Sie hätten recht mit dem Leistungsprinzip! Dann bräuchte es uns wirklich nicht geben: dann lebten wir nämlich in einer Gesellschaft, in der jede(r) nach Leistung anerkannt werden würde! Und das würde bedeuten, dass Qualität sich durchsetzt! Was für eine herrliche Welt wäre das! Das ist leider ein weltfremdes Ideal: vom Essen über die Wirtschaft bis hin zur Kultur wird das Qualitätsprinzip fast immer unterlaufen, verraten, verkauft – Werbung/Marketing macht´s möglich …Damit sich Qualität wirklich hie und da durchsetzen kann, braucht es eine Menge an „begleitenden Maßnahmen“, auch staatliche, so ist es nun mal Beim Essen -ein Paradebeispiel, wie ich finde – sollte es doch auf der Hand liegen, dass jeder Mensch zum Erhalt der Gesundheit sich immer das allerbeste einverleibt, was er bekommen kann. Aber nein: da stopfen die Leute sich den schlimmsten Fraß rein, billigste Qualität, einfach weil es billig und verfügbar ist und: weil sie mit dem Zeugs sozialisiert wurden. Wie würden die Krankenkassen-Kosten sinken, wenn die Menschen sich gesund und qualitativ hochwertig ernähren würden!

      Mit dem medialen Konsum – es mag erschreckend sein als Vergleich – ist es aber nicht so viel anders. Sehgewohnheiten sind außerordentlich wirkungsvoll: wenn in aktuellen Kinderfilmen nur 26 % der Mädchen Sprechrollen sind – also 74% der sprechenden Akteuere sind Jungs, wenn im Fernsehprogramm die Frauenfiguren sich nur im verschwindend geringen Maße über ihren Beruf definieren – meist haben sie gar keinen!!! (dazu gibt es eine hervorragende Studie der MINTifF- auf Youtube sichtbar) – oder wenn das Kinoprogramm in Deutschland dominiert wird vom amerikanischen Kino, dann hat das selbstverständlich einen erheblichen Einfluss auf die Sehgewohnheiten – und das ist nur EIN Aspekt! Ein weiterer ist die Tatsache, dass ein Entscheidungsgremium, das zu 90 % männlich besetzt ist über eingereichte Filmprojekte gänzlich anders entscheidet, als ein paritätisches Gremium. Auch dazu gibt es interessante Studien – Die Regisseurinnen, die sich bei Pro Quote Regie zusammen geschlossen haben (von denen ich eine bin) haben ein Jahr an Bewusstseinsbildung hinter sich und genau wie Sie haben viele von uns zu Beginn argumentiert (ich ebenso: es muss um Qualität gehen!). Tja, inzwischen weiß ich es wirklich besser. Wenn man sich vorstellen würde, wir wären keine Frauen, die 50% der deutschen Bevölkerung darstellen, sondern wir wären 50% Schwarze und man würde festgestellt haben (der jüngste BVR Diversitätsbericht!), dass in den letzten 3 Jahren in der primetime des dt.TVs 89% des fiktionalen Programms von männlichen Weißen realisiert worden wäre, und nur 11 % von Schwarzen – was gäbe das für ein Aufschrei! Ja, es ist eine Diskriminierung, aber, und das ist das Fatale: eine, die praktisch unbewusst passiert, eben weil es soziologische Muster sind und weil sie im Wesentlichen auch von Frauen mitgetragen, weitergetragen werden! Es tut mir leid, es ist leider nicht so schlicht, wie Sie das empfinden… Ich würde mich freuen, wenn Sie unsere Website und unsere Aktionen weiterverfolgen würden: wir bemühen uns – neben all unserer Arbeit, diese Erkenntnis in die Bevölkerung und vor allem unter uns Frauen zu tragen: Es mag eine narzisstische Kränkung sein, zu erkennen, dass man nicht so frei ist, wie man glaubte, aber das sollte uns nicht daran hindern, eine Änderung des wirklich verzerrten Marktes anzustreben!

  5. mit der quote zur filmkarriere - nein danke
    wer gute Ideen hat, der kann sie auch verkaufen. Der Aufschrei, dass es zu wenig weibliche Regisseure im Fernsehen gibt, hat ja nichts mit Qualitätsverbesserung zu tun. Der Vergleich von Filmhochschulabsolventinnen und Regisseurinnen im öffentlichen Fernsehen hinkt, denn nicht jede Absolventin will fürs öffentliche Fernsehen produzieren. Der Effekt einer Quote: bei fehlendem Angebot guter Filme, die von Frauen produziert werden, werden die Sender verpflichtet irgendeine Produktion aus weiblicher Hand zu bringen, gleichgültig, ob der Film taugt oder nicht. Warum auch nicht gleich die Verlagswelt mit einer Quote überziehen, wonach mindestens 50 % Autorinnen sein müssen. Preisvergaben gibt es dann auch nur noch quotiert. Leider macht die Forderung nach einer Quote aus den Geschlechtern „gegensätzliche Größen“.

    • Die Quote bei Preisvergaben/Ehrungen gibt es schon z.B. beim Bundesverdienstkreuz
      Im Oktober 2006 führte der damalige Bundespräsident Horst Köhler zusätzlich eine Quotenregelung für Frauen von mindestens 30 Prozent ein.

    • Diesen von Ihnen zutreffend beschriebenen Effekt hat jede Quote, Herr Baptiste
      …um sie „aufzufüllen“ werden dann eben schlechtere Produktionen genommen bzw. müssen genommen werden – Hauptsache der Film ist von einer Frau (das heisst nicht dass Frauen immer schlechte Filme machen, wie gesagt – diese Konsequenz liegt in jeder Quote). Mit Leistung, Gerechtigkeit usw. hat das alles nichts mehr zu tun, es ist schlicht und ergreifend lupeneine Diskriminierung männlicher Filmschaffender.

    • Jean Baptiste
      Um einen (Kino)Film zu machen, braucht es – im Schnitt 7 Jahre. Die gute Idee ist dabei der Anfang, dann kommen die langen Jahre der Entwicklung, des Suchens von Partnern (Produzenten, Redaktionen, Filmförderungen) – Filme machen ist komplex und teuer. Mal ehrlich: sieht das heute Fernsehprogramm so aus, als ob da ausschließlich „gute Ideen“ verfilmt werden?

      Richtig: nicht jede Absolventin will für´s dt. TV produzieren, auch nicht jeder Absolvent: aber OHNE TV kein Kino. Das ist hiesige Gesetzmäßigkeit. Der Vergleich war nur ein Ausschnitt: bezogen auf die Kinoproduktionen sah es 2012 beispielsweise so aus, dass von 62 Millionen Euro Förderung lediglich 6 Mio an Projekte mit weiblicher Regie gingen? Warum ist das also? Wollen Filmhochschulabgängerinnen nur low- oder no budget Filme machen? Mitnichten.
      Sie unterstellen, es gäbe ein „fehlendes Angebot guter Filme, die von Frauen „produziert“ (oder auch realisiert) werden- was zu beweisen wäre. Der Förderalltag sieht anders aus: alle deutschen Förderungen können immer nur einen sehr kleinen Bruchteil der unzähligen Anträge fördern. Es fehlt nicht am Angebot. Wenn dennoch deutlich weniger Frauen hochbudgetierte Projekte einreichen, dann hat das damit zu tun, dass sie bei einer der vielen Vorstufen rausfliegen.. und die Gründe dafür müssen und sollen untersucht werden: Pro Quote Regie fordert eine wissenschaftliche, soziologisch genaue Studie für die Gründe hierfür! Tatsache ist: Frauen sind gleich gut ausgebildet, aber sind extrem unterrepräsentiert. Es ist mitnichten damit zu erklären, dass sie alle Kinder kriegen, zuhause bleiben wollen, weniger begabt sind. Denn dann wäre das Talent nicht nur extrem ungleich verteilt, es würde auch erst nach einer langjährigen und eine der teuersten Ausbildungen Deutschlands überhaupt erst auffallen … Die Forderung nach der Quote will nur eines: eine Missstand, den bereits 1979(!) Filmemacherinnen erkannt hatten, endlich aus dem Weg räumen!

    • Wer gute Ideen hat...
      Haha, das wäre ja mal was! Ich habe eine gute Idee und deswegen mache ich jetzt einen guten Film. Das wäre ja mal eine Welt. Wo gute Menschen mit guten Idee Erfolg haben. Schade, dass ich nicht so naiv bin, daran zu glauben. Aber alleine schon das Fernsehprogramm sagt mir, dass da andere Kriterien ausschlaggebend sein müssen. Denn gute Ideen findet man sehr selten! Das heißt, dass das Angebot in Deutschland miserabel sein muss, wenn das wirklich das beste ist, was Deutschland hervorgingen kann! Das kann also wirklich nur eins bedeuten: Fehlendes Angebot. In Deutschland wollen anscheinen nur wirklich dumme Leute Fernsehen machen. Anders kann ich mir dann diese ganzen Doku Soaps und Musikanktenstadl nicht erklären. Die Frage ist nur: Wo sind dann all die Schlauen Leute? Vielleicht leben die gar nicht mehr in Deutschland?

  6. Quoten Regisseurininnennenin
    stelle ich mir niedlich vor – Lieschen Tarantino…

    In Hollywood wären sicher ein paar mehr Frauen angebracht, ob aber nun „Die sieben Zwerge“ als deutsches Filmkunst Highlight von wem auch immer als Regisseur inszeniert wird, ist doch völlig egal… Wer möchte das schon wirklich gerne machen, außer zum simplen Geld verdienen?

    • Titel eingeben
      Die sieben Zwerge ist doch ein tolles Märchen! Daraus lässt sich alles machen. Horrorfilm oder Komödie…

  7. wir quoten uns zu tode
    bringen Frauen ohne Quote gar nichts mehr zu stande?
    Jede Frau kann einen eigenen Fernsehsender gründen, einen eigenen Film drehen etc., genau so wie jede Frau ein eigenes Automobil- oder Pharmaunternehmen oder sonst was gründen kann. Dort kann sie von vorne bis hinten Frauen einstellen, was sicher auch sehr viel erfolgreicher wird, weil Frauen ja alles besser können.
    Aber es ist natürlich viel viel einfacher sich wie immer ins gemachte Nest zu setzen – ohne Anstrengung.

  8. Eine gekonnte Satire
    Liebe Autorin, ich freue mich über diese sehr gelungene Satire.

    Ohne Quellen zitieren zu wollen, wage ich zu behaupten, die Mehrzahl der Fernsehzuschauer ist ohne zweifelsfrei weiblich. Vor allem von 9:00 bis 20:00 Uhr mit großem Abstand.
    Das lässt sich auch sehr schön an der Programmgestaltung und insbesondere der gezeigten TV-Werbung beobachten. Dort zeigt sich genau, wer denn jeweils die Zielgruppe ist.
    70 Prozent der globalen Konsumausgaben werden von Frauen getätigt (Studie der Boston Consulting Group 2009).
    Insofern sind die Inhalte natürlich bereits perfekt an diese 70 % weibliche Zuschauer angepasst.
    Daher wäre es natürlich zu begrüßen, wenn die Inhalte dann Männergerechter werden und diese Missstände damit behoben werden. Das ist doch ihr anliegen oder:P

    Um Herrn Tuma zu zitieren. „Es gibt -verrückt genug- guten und bösen Lobbyismus.“
    Damit ist wohl alles gesagt.

    p.s.
    Warum fehlen die wichtigen Zahlen? Wie viele Regisseure haben denn jeweils Einreichungen geliefert? Wie viele Frauen arbeiten denn nach ihrem Studium in diesem Berufsfeld? etc etc..

    • Weil die "wichtigen" (besser:richtigen) Zahlen/Bemessungsgrundlagen die Quotenforderung
      wie ein Kartenhäuschen zusammenbrechen lassen würden. Deshalb werden hier – es ist schon fast peinlich – die „Gebührenzahler“ als „Bemessungsgrundlage“ genommen. Das ungefähr so, also ob Sie festlegen, dass beim Waschmittelkonzern X nunmehr alle Führungspositionen mit Frauen besetzt werden müssen weil eben …% Frauen Waschmittel kaufen…..

    • Zahlen
      Es gibt etliche Zahlen: Die Zeitschrift black box hat 2012 eine Menge davon zusammengetragen. Die waren so niederschmetternd, dass sie darauf hin die ersten Regisseurinnen trafen, um sich auszutauschen. In der Regie ist man nämlich Einzelkämpferin, darum ist das Bewusstsein für die Gruppe, der man angehört niedriger als wenn man sich in festen Unternehmensstrukturen bewegen würde -PRO QUOTE REGIE wurdegegründet. Auf unserer Website: http://www.proqute-regie.de haben wir selbst in mühevoller monatelanger Kleinarbeit weitere Zahlen zusammen getragen. Im November gibt es einen Diversitätsbericht des BVR (Bundesverband Regie) , der weitere schlagkräftige Beweise für den Schiefstand in unserer Branche liefern wird. Und nicht zuletzt fordern wir – PRO QUOTE REGIE genau das: eine unabhängige, wissenschaftliche Studie, die Ursachenforschung betreibt und die berufliche Situation von Regisseurinnen untersucht! Dann braucht es hoffentlich weniger Mutmaßungen! Und was die TV-ZuschauerInnen angeht, zitiere ich den Zukunftsforscher Gerd Leonhard, der auf einem Symposium zur Zukunft des deutschen Fernsehens sagte. Fernsehen ist „managed dissatisfaction“ – ich glaube nicht, dass die Inhalte sich den Zuschauern angepasst haben, ich glaube, es ist umgekehrt. Und die, die damit nicht einverstanden sind, die schauen ohnehin nicht mehr…

  9. Nichts ist sicher vor der Quote
    Auch die kreativen Industrien, eben alles was attraktiv ist. Wir suchen vergeblich bei Bauarbeitern und frontkämpfenden Soldaten nach der Quote. Eine Quote für Ideen, Geld und Macht, ohja bitte gerne.

  10. Vorteilsgewinnung
    „Hinter dem Versprechen der Emanzipation steht nur noch die Vorteilsgewinnung, deshalb auch die Verkürzung jeder Diskussion auf die Quote. Gleichstellungspolitik funktioniert hier folgerichtig als Patronage der eigenen Anhängerschaft.“ – Jan Fleischhauer

    • Patronage
      …schon interessant wie das Festhalten an alten Strukturen immer als NICHT von Partikularinteressen und Vorteilsgewinnung für die eigene Klientel geleitet gesehen wird…

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