Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Ihr habt einfach zu viel Angst!

| 24 Lesermeinungen

Auf dem Majdan haben sie ihr Leben riskiert, ihre Ersparnisse an die Front gespendet, gefallene Freunde betrauert. Jetzt wurde ihr Parlament gewählt. Was sechs junge ukrainische Aktivisten gerade in Berlin erzählten, klingt wie ein Manifest der Hoffnung.

© Sasha MaksymenkoReisen, Konsum, ein großes Gehalt? Nicht so wichtig!

Europa ist sehr “besorgt”, heißt es ständig in den westlichen Medien. „Aber mal ganz ehrlich: Was kümmert Euch die Ukraine?“ Am Rande des Internationalen Literaturfestivals treffe ich Taras Yemchura, Marija Prydma, Yevhen Soikin, Anastasia Makarenko und Valerij Grynkov, die Festivalleiter Ulrich Schreiber nach Berlin eingeladen hat. Sie alle waren von Anfang an dabei, als die ukrainische Geschichte im Zeitraffer von wenigen Monaten umgeschrieben wurde.

“Plötzlich ist die Ukraine die geographische Entdeckung des 21. Jahrhunderts.“ Sie sind es so leid, diese europäische Sorge.

Zwischen Caféautomat und Gästebuffet sprechen wir über ihre Erfahrungen in Berliner U-Bahnen, Orwell in den russischen Medien, Alternativen zum russischen Gas, Klitschkos Muskeln, Merkels Spagat, Berlins Kommunisten und die mathematische Differenz zwischen Erwartungen und Realität in Zeiten von Krieg und Propaganda.

Aus vielen Einzelgesprächen entsteht für mich ein unerwartetes Protokoll einer Generation in den Startlöchern, die, schonungslos in der Selbstanalyse, fest entschlossen ist, sich ihre Zukunft jetzt nicht mehr nehmen zu lassen. Und mir wird klar: Zuversicht kann tatsächlich auch ein Entschluss sein, Hoffnung eine Überlebensentscheidung.

###© Sasha Maksymenko 

Zur Metaphysik des Majdan

… es hat ganz unerwartet angefangen, mit einem Facebook-Aufruf. Seitdem ist nichts mehr wie vorher. / Majdan, das war wie ein metaphysisches Ereignis irgendwo zwischen Mittelalter und Postmoderne. / Die Reinkarnation unserer kosakischen Tradition der Selbstverwaltung: sitsch (Січ ), eine Art direkte Demokratie, kombiniert mit unserer Kiewer Tradition der öffentlichen Versammlung zur Meinungsbildung: wetche (вече), vergleichbar der polis im alten Griechenland; beides vollkommen konträre Modelle zur russischen Autokratie. / Majdan, das ist der point of no return in unserem Selbstverständnis als Bürger.

 Ein Quantensprung in Raum und Zeit

Im Rückblick erscheinen diese fünf Majdan-Monate jetzt schon wie Jahre. Eine Ewigkeit. / Das war eine Bewusstseins-Explosion in der gesamten Bevölkerung, wie ein Knall… – Die Frage ist: in welchen zeitlichen Perspektiven kann man nun überhaupt weiterdenken? / Wir werden Zeit brauchen. Viel Zeit. / Im Moment wissen wir nicht mal, was jetzt nach den Wahlen geschieht.

Klitschko, der Held?

 (alle lachen) Ein hervorragender Sportler, der sich wirklich um sein Volk sorgt, aber als Boxer ist er noch kein Bürgermeister.

© Sasha Maksymenko  

 Realismus der kleinen Schritte

Für uns geht es jetzt nicht so sehr um einen Kampf um Gebiete, sondern darum, was in den Köpfen der Menschen passiert. / Es ist nicht der Moment, auf irgendjemanden zu warten. Veränderungen müssen wir selbst in die Hand nehmen. / Ich habe bisher als PR-Berater ganz gut verdient; jetzt habe ich mich um eine (schlecht bezahlte) Stelle bei einer staatlichen Behörde beworben: ein ehrlicher Beamter in Kiew ist schon mal ein korrupter Beamter weniger. / Ich habe die letzten Jahre auf ein eigenes Auto gespart. Jetzt habe ich mein Erspartes den ukrainischen Soldaten geschenkt. Bei uns heißt es: „Hast Du Angst vor den Nachrichten, spende für die Armee!“ / Reisen, Konsum, ein großes Gehalt, nicht so wichtig. Ich kämpfe für ein Land, aus dem die Leute nicht mehr nur weglaufen wollen. / Wir haben vielleicht keine starke Armee, aber wir haben ein starkes Volk. Denkt an Tschetschenien.

 Auch beim Heizen erwachsen werden

Natürlich haben jetzt alle Angst zu frieren – ohne das russische Gas. Aber wir können doch nicht ewig abhängig bleiben. / Unsere gesamte Industrie ist total marode und veraltet, auch deswegen, weil Russland uns unseren Schrott bisher immer abgekauft hat. Jetzt ist der Moment, unsere Ressourcen besser zu nutzen. / Wir müssen uns endlich emanzipieren, auch vom russischen Gas.

© Sasha Maksymenko  

Ukrainer erleben Berlin

Wir haben uns wirklich gewundert: hier in Berlin laufen noch ziemlich viele Kommunisten rum. Bei uns sind die gerade nicht mehr so populär…

 Merkels Spagat

Das ist etwas schwierig für uns hier auszusprechen, aber Ihr Deutschen habt immer noch nicht verstanden, wie gefährlich Putins „Eurasische Projekt“ ist. / Ihr wollt auf Putin als Partner in der EU nicht verzichten. / Ihr habt einfach zuviel Angst.

 Wo beginnt Europa?

 Alle sagen jetzt: „die Ukraine möchte nach Europa“. Aber wir sind Europäer! / Wir wollen endlich auch wieder wettbewerbsfähig werden in Europa. / Und vor allem: ein Ende der Korruption. Das ist das schlimmste Übel in unserem Land.

 Am Anfang angekommen

Unsere Ukraine ist heute das Kind, das nun, nach vielen Fehlgeburten, endlich geboren wurde. Nun muss man es großziehen. / Viele unserer Freunde sind auf dem Majdan gestorben; wir haben die Verantwortung, dass ihr Tod nicht umsonst war. / Eigentlich geht es jetzt um die mathematische Differenz zwischen Erwartung und Realität… – solange wir realistisch bleiben, können unsere Wünsche auch nicht enttäuscht werden! / Hören wir endlich auf, zu klagen. Unsere Zukunft fängt gerade an.

© Aleksandr KopanevPodiumsdiskussion beim Internationalen Literaturfestival Berlin (von links nach rechts): Irina Vakulka, Taras Yemchura, Martina Steis (Moderatorin und Übersetzerin), Yevhen Soikin, Anastasia Makarenko und Mariya Pridma

(Übersetzung aus dem Englischen: Cordelia Dvorák / Übersetzung aus dem Russischen: Martina Steis)

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24 Lesermeinungen

  1. Danke für die häufig vergessene Erinnerung daran, dass der Maidan auch eine genuine Freiheits-
    bewegung war. Fällt gerade(West)Deutschen besonders schwer, das einzusehen – die haben sich ihre Freiheit niemals selbst erkämpft.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  2. AHA!
    Wir hier in Deutschland sind nicht einmal mehr in der Lage, Online-Zeitungsartikel ueber die Ukraine zu kommentieren, weil, auch hier in der faz, die Kommentarfunktionen fuer Ukraineartikel gesperrt worden sind. Was ist mit Freiheit und Freizuegigkeit bei uns in Deutschland?! Geht dieses Kommentar denn noch durch die Redaktionsfilter? Nichteinmal dessen bin ich mir mehr sicher!

    • Das ist genuiner Verfolgungswahn
      Text eingeben

    • @Detjen: Nichts anderes kann man leichter falsifizieren als diese Ihre Unterstellung:
      Eine kleine Aufgabe fuer Sie: gehen Sie einmal in der faz die Ukraine und Russland Artikel der letzten Tage durch und zaehlen, wie haeufig die Kommentaroption freigeschaltet wurde! Verfolgungswahn – von wegen!

    • Freiheit und Freizügigkeit falsch verstanden?
      Sie haben jede Freiheit vor dem Herrn, ihre Meinung zur Ukraine in Blogs, auf Flugblättern, auf Marktplätzen oder mit youtube Videos frei herauszuschreiben oder herauszureden. Zu Ihren vom deutschen Grundgesetz garantierten Freiheitsrechten gehört nicht, überall kommentieren zu dürfen, wo Sie das für notwendig halten, solange der Platz für diesen Kommentar jemand anderem gehört bzw. von jemand anderem bezahlt wird.

      Normalerweise weiss man das als informierter Mensch mit ungefähr dem 18. Lebensjahr. Ich will mit dieser Kritik auch keineswegs Ihr Recht beschneiden, öffentlich „Zensur“ zu schreien, ich geniesse die Zuschaustellung von Dummheit dafür viel zu sehr.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  3. Geschichte machen, wenn die Dinge einfach liegen
    Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Den Blick nach vorne, die Zukunft als gemeinsame Chance!
    Das ist in Deutschland natürlich anders, weil…
    -Und hier widerspreche ich einfach mal so ganz ins Blaue hinwein-
    …weil wir jede Menge Staat, Geschichte und gesellschaftliche Komplexität schon aufgebaut haben, und nicht weil wir Angst haben.
    Sorry, ihr Newcomer! Ihr seid da vorne, wo ihr steht, nicht wo wir stehen!
    Apropos Angst, die werdet ihr auch noch kriegen, wenn ihr angekommen seid!

    • Wo wir stehen?
      Newcomer sind hungrig und wollen das, was wir uns in unserem Selbstverständnis erarbeitet haben. Und nun sind wir satt – und haben Angst davor, dass wir etwas von unserem riesigen Wohlstand abgeben müssten. Zitat: „weil wir jede Menge Staat, Geschichte und gesellschaftliche Komplexität schon aufgebaut haben, und nicht weil wir Angst haben.“ Die Frage ist, wer das überhaupt ermöglicht hat? Wir selber oder unsere vielgescholtenen VSA-Freunde? Ich bezweifle stark, dass es ohne die US-Amerikaner einen deutschen Staat wie unseren je gegeben hätte. Es wird unsere Aufgabe sein, die Ukrainer zu unterstützen, damit sie wie wir zu einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat werden und die Altlasten des russischen Imperialismus endlich abwerfen können.

  4. Unsere Ukraine ist heute das Kind, das nun, nach vielen Fehlgeburten, endlich geboren wurde.
    Ok, das ist das, was die ursprünglichen Maidanaktivisten wollten. Bekommen haben sie Jazenjuk und die „Volksfront“.
    Interessant ist die personelle Zusammensetzung dieser neuen Partei, denn sie spiegelt exakt das wieder, was Kritiker der neuen Machthaber in Kiew seit Längerem beobachten: Die Integration bewaffneter Neonazis in den Staatsapparat der Ukraine. Die Strategie der „Volksfront“ dürfte vor allem sein, Stimmen der äußersten Rechten zu gewinnen, indem namhafte Milizführer vor allem der Freiwilligenbataillone Posten im neu zu wählenden Parlament angeboten werden. So waren beim Gründungskongress der Narodnyi Front der frühere Gründer der neonazistischen National-Sozialen Partei der Ukraine, Andrij Parubij, der Führer des Bataillons „Dnipro-1“, Juri Deresa, und andere Kommandanten militärischer Einheiten anwesend.

    Besondere Aufmerksamkeit verdient allerdings eine andere Personalie, die selbst diese weit rechts außen stehenden Nationalisten in den Schatten stellt: Andriy Biletsky. Er ist Teil des von der Partei eigens gegründeten „Militärrats“, der dazu dient, die Beschränkung, dass Soldaten nicht Teil politischer Parteien sein dürfen, zu umgehen. Biletsky ist bekennender Neonazi, Kommandeur des faschistischen Bataillons „Azov“ und politischer Führer der „Sozial-Nationalen Versammlung“ (SNA), die bereits lange vor dem Maidan mit Gewalttaten gegen Ausländer und politische Gegner auffiel.

    Er sieht sein Freiwilligenbataillon „Azov“ in einer Art Endkampf gegen die „von Semiten geführten Untermenschen“: „Die historische Mission unserer Nation in diesem kritischen Moment ist es, die weißen Rassen der Welt in einen finalen Kreuzzug für ihr Überleben zu führen.“ Die Sozial-Nationale Versammlung lässt in ihrer Programmatik keinen Zweifel daran, wo sie steht. „Demokratie“ und „Rechtsstaat“ lehnt sie prinzipiell ab. Wichtig sind ihr dagegen „Blut und Rasse“: „Unser Nationalismus ist nichts als ein Schloss aus Sand, wenn er nicht auf den Grundfesten des Blutes und der Rasse beruht.“ Es gebe minder- und höherwertige Rassen, die Ukrainer werden zur (höherwertigen) „europäischen weißen Rasse“ gezählt. Man kämpfe für eine „Großukraine“ und einen Staat, in dem „arisch-ukrainische Werte“ ausgedrückt werden.

    Neben diesem wahnhaften ideologischen Gebilde fällt die SNA durch Gewalttaten und die offene Verwendung von Symbolen des Hitler-Faschismus auf, die „Schwarze Sonne“ ziert das Logo des Bataillons „Azov“ genauso wie die „Wolfsangel“. Die Kämpfer tragen Hakenkreuze und SS-Runen.

    Es kann keinen Zweifel geben: Selbst jene professionellen Weißwascher der ukrainischen Faschisten, die jeden Verweis auf deren Existenz als „Kreml-Propaganda“ abtun und sogar „Rechten Sektor“ und „Swoboda“ – beides faschistische Gruppen mit militärischen Formationen – als „rechtspopulistisch“ abtun, werden unmöglich in der Lage sein, zu bestreiten, dass es sich bei „Azov“ um eine terroristische neonazistische Miliz handelt. Die Frage, die sich stellt, ist: Wie werden europäische und US-amerikanische Politiker darauf reagieren, dass Jazenjuk nun Neonazis vom Schlag eines Biletsky ins Parlament holen will?

    • Biletsky ist nicht in der Partei Jazenjuks!
      Klar gibt es einige militaristische und nationalistische Typen in der Ukraine. Und durch einen Krieg werden Typen, die bereit sind ihr Leben einzusetzen, auch wichtiger als es sein sollte.

      Aber hier wird doch – nachdem Svoboda unter der 5% Hürde gebleiben ist – mal wieder die Faschismus-Keule geschwungen. Tatsächlich hat Biletsky aber als unabhängiger Kandidat kandidiert und ist, falls er überhaupt gewählt wurde, nicht für die Volksfront von Jazenjuk gewählt worden. Womit das ganze Geschriebene hinfällig ist.

  5. Ihr solltet eher mal die Franzosen fragen....
    …wie man nach einer gelungenen Revolution weiter macht, die haben da bessere Erfahrungen als Deutsche. Ich drücke Euch aber die Daumen

    • aber auch nach der "gelungenen" franz. Revolution
      kamen erst einmal die Jakobiner, dann Napoleon mit seinen Großreichsträumen, die ihn bis nach Moskau und zurück führten, und auch danach war noch lange keine Demokratie im heutigen Sinne erreicht. Aber Nein, ich will bestimmt hier die ukrain Revolution nicht runterreden. Habt Mut und behaltet ihn auch wenn es bald in die Mühen des Alltags zurückkgeht.

  6. Was eine fantastische Mentalität !
    Was haben diese junge Leute eine total fantastische Mentalität ! Sie sind nicht naïv, veilleicht etwas über optimistisch aber nicht naïv. Sie warten auch nicht auf Europa denn dann können sie ewig warten. Sie fangen selber an mit der Arbeit, sind mutig, sehen ganz klar die Gefahren, managen ihre eigene Erwarungen, kennen die richtigen Prioritäten und sind bereit Opfer zu bringen.

    Die Mentalität von uns hier kann noch nicht mal im Schatten stehen von deren. Bei uns regiert der klein bürgeriche Egoïsmus. Ideale haben wir nicht mehr , für höhere Werte stehen wir nicht mehr. Wir gehen nur noch af die Strasse für 1% mehr Lohn. Das ist unsere Wahrheit, das ist unser Ideal.

    Flüchtlinge wollen wir kaum noch aufnehmen, kostet Geld, kostet Mühe. Das es hier geht um wichtige Prinzipien der menschlichen Solidarität finden immer weiniger Anklang.

    Geld zur Rettung der Euro wollen wir auch nicht ausgeben. Es ist verständlich das Leute keine Lust haben zu zahlen für die Miswirtschaft in Griechenland, das habe Ich auch nicht aber gleichzeitig verstehe Ich das wir grösser denken sollen und einsehen sollen das der Euro im Rahmen steht von dem wirtschaftlich näher zu einander wachsen um dadurch letzten Endes, nach viel Mühe und Frustration, wirtschaftlich stärker zu sein um uns so ein Stück Wirtschaftssouveränität zurück zu eroberen. Denn alleine hat kein einziges europäisches Land noch Macht gegenüber die Märkte, nur Gemeinsam haben wir das. Aber diese Einsicht gibt es kaum, wir haben Griechenland geholfen weil das nicht Helfen teuerer war. Die ist Spiessertum !

    Dasselbe gilt auf dem Arbeitsmarkt wo unsere Gewerkschaften sich viel stärker europäisch organisieren mussen um den globalisierten Wirtschaftmächten mit einer glaubwurdigen Gegenmacht zu mässigen und damit dafür zu sorgen dass wir hier in Europa eine starke Mittelschicht behalten. Letzten Endes ist dies der Schüssel zu einer modernen und starken Gesellschaft. Fast keiner der dies versteht, auch hier denken wir klein und national !

    Und in der Ukraine, wo Russland Grenzen mit Gewalt verletzt, verschiebt und bedroht, menschen tötet und verletzt und die ganze europäische Friendensordnung bedroht auch hier machen wir wieder kaum etwas. Auch hier zeigen wir keinen Mut und Einsicht in die Gefahren. Fast keiner versteht hier das Russland versucht, nach Brussel, ein zweites Machtszentrum in Europa (unter ihrer Führung natürlich) herzustellen ohne welches ier nicht läuft was fur unseren Kontinent nur Unruhe und Instabilität bedeuten wird. Neben den West- und Ost-Mächte ist das Geheimnis des europäischen Friendens die Tatsache das wir hier jetzt zum ersten mal seit 2000 Jahren wieder ein Machtzentrum haben, Brussel, worauf all unseren nationale Machteliten sich richten. Natürlich haben auch Berlin, Paris und Londen an sich Macht aber DAS Machtszentrum ist Brusel geworden. Gott sei Dank, ein Wunder ! Wenn unsere Politiker wirklich an die kommenden Generationen denken, wie sie behaupten, dann sollten sie dieses EINE Machtzentrum unbedigt im Stande behalten !

    Ich habe hier 4 Beispiele gegeben, alle gehen sie über die grosse Herausforderungen dieser Zeit. Überall regiert hier in unserem Teil Eurpas die Feigheit, der Zynismus, die Inaktivität. Das gilt bei unseren Politikern aber auch bei vielen Bürgern.

    Aber so machen wir unser Kontinent nicht besser. Wir brauchen den Mut der jungen Ukrainer den sonnst senkt unser Kontinent wieder weg in die Finsterniss der letzten Milennia !

    • Bitte die russischen Intellektuellen nicht vergessen.
      Seit die Ukraine-Krise begann lerne ich dazu. Erstaunliches.

      Mir weder bekannt noch vorstellbar war die enorme Kraft, die von einer breiten Schicht in der russischen intellektuellen Elite ausgeht. Da sind in großer Zahl Menschen am Werk, die in Wort, Schrift, Ton und Bild das System Putin gnadenlos zwingen in den Feuerspiegel der Wahrheit zu schauen. Sie riskieren ihr Leben. Tag für Tag. Wie Anna Politkowskaja, die am 54. Geburtstag Putins erschossen wurde. Zufall?

      Hier ein kleiner Ausschnitt aus einer langen Liste von Namen, die man sich merken muss:

      Lilia Schewzowa
      Boris Schumatsky
      Wladimir Pastuchow
      Wladimir Sorokin
      Andrej Piontkowski
      Andrej Subow
      Anna Politkowskaja R.I.P.

      Lasst mich mal eine abenteuerliche Prognose wagen. Wenn Putin das Schicksal seines Freundes Milosevic geteilt haben wird, werden diese russischen Intellektuellen ein neues Russland bauen. Dieses wird frei sein. Es wird in kürzester Zeit mit der freien Welt kompatibel sein und dann wird etwas geschehen, was sich heute keiner vorstellen kann.

      Diese russische intellektuelle Elite wird zusammen mit der ukrainischen intellektuellen Elite West-Europa erobern. Diese Menschen werden uns Westeuropäern längst Vergessenes in Erinnerung rufen. Sie werden uns lehren und vorleben, was die eigentlichen Werte der in Jahrhunderten gewachsenen europäischen Kultur sind. Mit einer Handbewegung werden sie die durch und durch in einer üblen Brühe von Marxismus, Leninismus, Stalinismus, Antiamerikanismus und Antisemitismus verfaulte und stinkende linksintellektuelle Pseudoelite Europas wegfegen. Wie ich dazu komme?

      Ganz einfach. Diese Russen, haben wie die Ukrainer des Maidan die europäischen Werte besser verstanden als die West-Europäer und sie werden nach West-Europa kommen um uns die Bedeutung dessen zu erklären, was in Europa in den letzten zwei Jahrtausenden entstanden ist. Niemand wird es wagen zu widersprechen. Weil diese Intellektuellen authentisch sind. Authentisch sind sie, weil sie bereit waren, für die Werte Gesamt-Europas ihr Leben einzusetzen.

  7. Sicher, auch die Bürger der EU würden sich gern in eine neue Zeit katapultieren
    in eine neue, andere Welt des Wohlstandes, ohne Schulden und Bankenrettungen, wenn es nur ginge.
    Wo bleiben diese Retter auf den Montagsdemo’s ?
    Die uns diese Welt nicht nur versprechen, sondern dann für unsere Schulden einstehen und unsere Gasrechnung bezahlen?
    Das wäre doch auch schön.

  8. Zukunft
    „Für uns geht es jetzt nicht so sehr um einen Kampf um Gebiete, sondern darum, was in den Köpfen der Menschen passiert. / Es ist nicht der Moment, auf irgendjemanden zu warten. Veränderungen müssen wir selbst in die Hand nehmen. / Ich habe bisher als PR-Berater ganz gut verdient; jetzt habe ich mich um eine (schlecht bezahlte) Stelle bei einer staatlichen Behörde beworben: ein ehrlicher Beamter in Kiew ist schon mal ein korrupter Beamter weniger.“:

    Genau. Die Leute dort haben offenbar gemerkt, worauf es ankommt: Selbstvertrauen

    „Reisen, Konsum, ein großes Gehalt, nicht so wichtig.“

    Eben. Man stellt sich die richtige Frage: Was ist wirklich wichtig? Auf alle Fälle gilt:
    Zuviel „Zeug“ belastet. Von den Gedanken über die Umwelt bis hin zur persönlichen Freiheit…

    „Natürlich haben jetzt alle Angst zu frieren – ohne das russische Gas. Aber wir können doch nicht ewig abhängig bleiben. / Unsere gesamte Industrie ist total marode und veraltet, auch deswegen, weil Russland uns unseren Schrott bisher immer abgekauft hat. Jetzt ist der Moment, unsere Ressourcen besser zu nutzen. / Wir müssen uns endlich emanzipieren“
    „Ihr wollt auf Putin als Partner in der EU nicht verzichten. / Ihr habt einfach zuviel Angst.“
    „Eigentlich geht es jetzt um die mathematische Differenz zwischen Erwartung und Realität… – solange wir realistisch bleiben, können unsere Wünsche auch nicht enttäuscht werden! / Hören wir endlich auf, zu klagen. Unsere Zukunft fängt gerade an.“
    Bei dieser Einstellung:
    ALLES GUTE, VIEL GLÜCK UND VIEL ERFOLG!!!

  9. Und die EU will das auch nicht haben
    „Unsere gesamte Industrie ist total marode und veraltet, auch deswegen, weil Russland uns unseren Schrott bisher immer abgekauft hat.“
    Wo von soll das alles bezahlt werden,bei euch in der UA?Das meiste geht doch schon für die militärische Aufrüstung drauf,dann kommen die horenden Zinsen der Kredite. Ihr seid ganz schön in der Klemme,leider,aber wir können nicht helfen,außer mit „guten Worten“wie es der Hr.Steinmeier,Fr.Merkel und der Hr.Gauck immer rüberbringen,aber die helfen in der Not ja auch,nicht?Es denkt jemand an euch.

    • Ihre Gehässigkeit hören die Ukrainer Gottseidank nicht
      Warum spenden Sie einfach nicht an die Ukrainer?

  10. Deutscher Egoismus....
    das sit es doch, wa uns an der Ukraine umtreibt. Es ist die Furcht Stellung beziehen zu müssen, die furcht der putinschen Bedrohung entgegetreten zu müssen.
    Was nicht sein darf, das kann nicht sein. Deshalb muss Putin in den Augen so mancher Recht haben, die Alternative macht den satten bequemen Deutschen zuviel Angst.
    eine kinderlose Gesellschaft ist da durchaus bereit Zugeständnisse zu machen, die Hauptsache der eigene Wohlstand wird nicht mehr gefährdet, was kommende Generationen angeht, ist nicht unser Problem, wir sterben ja aus.
    Das sind keine bewussten Gedanken, aber sehr wohl bestimmende emotionale Voraussetzungen.

    Aber wenn eines die Geschichte bewiesen hat, das man Konflikten nicht ausweichen kann. Wer das versucht schwächt immer nur die eigene Position ohne Chance auf Gewinn.
    Man kann versuchen zu deeskalieren, aber wenn die Gegenseite nur Forderungen stellt ist und bleibt das Apeasementpolitik.

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