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Ich. Heute. 10 vor 8.

Ich. Heute. 10 vor 8.

Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Freiheit, die ich meine

| 17 Lesermeinungen

Diesseits von Gurtpflicht und Marlboro-Mann, wie grün ist uns die Freiheit? Über Geschenke, die man aushalten muss.

© CorbisReiterin in Utah, Motiv des grünen Freiheitskongresses, 19. September 2014.

„Ein massiver Angriff auf die Freiheit des Individuums“ trat am 1. Januar 1976 in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Nach einem Jahr bitteren Streits und harter Auseinandersetzungen, einer Vielzahl von Umfragen, Gutachten und rechtsphilosophischen Abhandlungen war es soweit: Die Anschnallpflicht im Auto war da! Zumindest auf den Vordersitzen. Und das im Freiheitssymbol schlechthin! „Gefesselt ans Auto“ titelte der SPIEGEL am 8. Dezember 1975. Es war aus mit der freien Entscheidung des Einzelnen, im Falle des Falles durch die Frontscheibe zu fliegen. Hat uns das einen Schritt näher an den durchregulierten „Leviathan“ geführt, wie ihn Thomas Hobbes schon 1651 skizziert hat: ein Gemeinwesen, dessen Staat die Bürgerinnen und Bürger vor sich selbst schützen muss?

Fragt man Menschen heute nach Freiheit, dann antworten sie oft: Wir waren noch nie so frei wie heute. Manche erzählen sogar vom Gefühl, von der eigenen Wahlfreiheit überfordert zu sein. Und manchmal sind wir immer noch nicht frei genug.

In diesem Herbst feiern wir den Fall der Mauer vor 25 Jahren. In der DDR wusste ich: Man kann mich einsperren, eingrenzen, mich bedrohen. Mein Denken aber bleibt frei. Als Jugendliche in der DDR gab es für mich zwei große Freiheitsthemen. Das eine war New York. Ich hab ungefähr mit 13 angefangen, das von der Westverwandtschaft geschenkte Geld zu sparen. Ich wollte damit als Rentnerin nach New York fliegen. Als Rentnerin hatte man nämlich Reisefreiheit.  Das zweite Thema war die Meinungsfreiheit. Einfach sagen können, was ich denke, in der Schule, auf der Straße, überall. Was für eine Sehnsucht!

Die friedliche Revolution zeigt: Aus Utopien können Visionen, aus Visionen kann Politik werden. Und die Sache mit der Freiheit ist immer ein Wagnis, sie ist unbequem, ja gefährlich. Adam Michnik hat zum 20. Jahrestag der friedlichen Revolution einmal beleuchtet, warum eigentlich nicht alle immer noch jubeln über die Freiheit. Er hat das so beschrieben: „Jeder, der einmal im Gefängnis war, weiß genau, dass die Freiheit der einzige Traum des Gefangenen ist. Schließlich wird der Gefangene frei gelassen, die Welt ist schön, bunt, die Vögel zwitschern, das Gras ist grün, … der Gefangene geht durch die Straßen. Er hat Raum. Doch nach einiger Zeit erkennt er, dass er in Gefahr schwebt. Denn solange er im Gefängnis war, wusste er zu welcher Stunde es Essen gibt, dass der Friseur kommt, vor allem aber dass er einen Schlafplatz hat. Und plötzlich geht er durch die Stadt und weiß nicht, was ist.“

Der gängige Freiheitsbegriff ist verengt, die Bilder im Kopf sind seit langem dieselben: Der einsame Marlboro-Mann reitet durch die Prärie; die Fahrt ins Blaue im Cabrio. In solchen Bildern steckt ein eindimensionaler Freiheitsbegriff. Freiheit bedeutet so die Abwesenheit von Hindernissen, Regeln, die Abwesenheit der Anderen, ihrer Erwartungen, Zwänge und Zumutungen. Sie wird im Privaten genossen, allein, am besten irgendwo weit weg von allem. In diesen Bildern steckt nichts vom freien, mündigen Bürger, und auch nichts von der Bürgergesellschaft, die wir gestalten wollen.

Und was wäre also ein positiver Freiheitsbegriff? Freie Selbstbestimmung zum Beispiel. Solche Selbstbestimmung braucht wirtschaftliche, kulturelle und soziale Ressourcen. Das betrifft heute zum Beispiel die Bildung. Wissen, Kenntnisse und Fähigkeiten sind die Instrumente der freien Selbstbestimmung. Wer mehr weiß und mehr kann, der kann besser und zwischen mehr Optionen entscheiden. Darum ist das eine der wichtigsten und vornehmsten Aufgaben des Gemeinwesens, die Befähigung zur Freiheit durch Bildung.

Es betrifft aber auch die Frage nach Geschlechtergerechtigkeit. In einer Gesellschaft, in der vorwiegend Männer die wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Ressourcen kontrollieren, kann für Frauen von einer wirklichen Wahlfreiheit nicht gesprochen werden. Bei wirklicher Freiheit müssten wir nicht über eine Frauenquote streiten, und die Sorgen vor der Teilzeitfalle oder dem Karriereknick durch Fürsorge-Zeiten zählten zur Vergangenheit.
Zu einem positiven Freiheitsbegriff gehört, dass ich in meiner Selbstbestimmung die Freiheit in der Zukunft respektiere, sie nicht durch heutiges Handeln dramatisch einschränke. Dabei geht es um die ganz konkrete individuelle Freiheit der Menschen von morgen und übermorgen. Positiv gedachte Freiheit zeigt sich in der gemeinsamen Selbstbestimmung mit den anderen. Wir üben unsere Freiheit auch durch Teilnahme und Teilhabe aus. Freiheit kann es nur im Plural geben. Freiheit ist vielfältig, sie schließt ein und nicht aus.

Und ein positiver Freiheitsbegriff schließt Nachhaltigkeit oder Gerechtigkeit nicht aus. Das bedeutet, bestimmte Freiheiten, die wir heute hätten, eben nicht mehr einfach auszuüben und zu leben. Nachhaltigkeit kann auf aufgeklärte Selbstbeschränkung hinauslaufen. Gerechtigkeit erfordert, die Folgen der freien Entscheidungen abzuschätzen, damit alle die gleiche Freiheit haben können. Wer an Gentechnik, Bioethik, Diagnostik, oder auch an soziale Sicherungssysteme denkt, der weiß: Erwachsene Freiheit ist, aus Einsicht auf Möglichkeiten zu verzichten. Dann werden auch Sachen verboten. Autofahren ohne Gurt zum Beispiel.

Für eine solche positive Freiheit, die mehr ist als Hedonismus oder Neoliberalismus, haben Tausende vor 25 Jahren gekämpft. Dafür kämpfen auch heute Millionen Menschen in verschiedenen Ländern. Und es ist diese Freiheit, für die wir uns auch heute noch jeden Tag einsetzen müssen – das Geschenk vor 25 Jahren war nur die Möglichkeit für diese Freiheit, ihre Verwirklichung ist ein Desiderat.

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17 Lesermeinungen

  1. Freiheit,Lebensfreude,Selbstbestimmung.....
    Danke für die immer drängende Frage: Was ist Freiheit?
    Angeblich hat der Mensch die Freiheit oft selber umgebracht ,wie,wen,wo Freiheit identifiziert und gefühlt als vollkommenen Selbstbestimmung mit dem Dasein dürfte,darf oder könnte sei dahingestellt.
    Letzt endlich hat es etwas trauriges.
    Ich meine es war ein Zeit wo rassisch in Ordnung Freiheit bedeutete,später ,ja viel später bekam ich Bruchteile meiner Geschichte,was er angerichtet hatte und noch ,Familieangehörige ermordet,weigerten nachzugeben,die einen,zusammenbrechen ,die anderen ,ja das war das Umfeld meiner Kindheit.
    Das einzige und fortwährende Entschluß,wen sie wollen,war die Lebensfreude,השמחת חיים,jeder neuen Tag ,frisch,atmend begrüßen zu dürfen ,obwohl oder dessentwegen vieles im Alltag kann ich nicht verstehen oder deuten.Das bloße Sein und Dasein ,lebendig sein,ist ja ein einzigartige Glückseligkeit in das „Irrenhaus“ :Erde.

  2. Wer Freiheit nicht auch als Freiheit zu scheitern versteht, meint nicht Freiheit.
    Sondern Bevormundung. Jede Einschränkung von persönlichen Handlungsoptionen, die nur einen selbst und nicht andere schädigen, ist mit jedem vernünftigen Begriff von Freiheit unvereinbar. Weshalb die Gurtpflicht das schlechteste aller denkbaren Beispiele für einen positiven Freiheitsbegriff darstellt. Es sagt allerdings viel über das Freiheitsverständnis der GRÜNEN, das damit natürlich auf Bevormundung hinausläuft, so gesehen war der Beitrag wenigstens ehrlich.

    • Freiheitsverständnis
      Es geht in dem Artikel um eine andere Freiheit: „Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit.“

      Sie glauben nicht, wie oft der Satz (wurde Hegel zugeschrieben) in der Schulausbildung in der DDR zu hören war.

    • Nach wikipedia Friedrich Engels, Anti Dühring ...
      Und jetzt stimmt mein Weltbild endgültig wieder – das ist exakt das „Freiheits“verständnis, das ich von einer Evangelikalen erwartet hätte. Wobei die „Notwendigkeit“ dann vom Parteiprogramm festgelegt wird. Mit Freiheit in auch nur irgendeinem liberalen Sinn hat das natürlich nichts zu tun. Unter GRÜNEN wird es faktisch weniger Freiheit geben, als unter Franz Josef Strauss.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Sehr geehrter Herr Werlauer,

      nun würde mich doch interessieren, woraus Sie ableiten, dass Katrin Göring-Eckardt hier von Einsicht in die Notwendigkeit spricht? Sie spricht davon, dass zur Freiheit gehört, dass sie sich selbst beschränken kann. So wie wir zum Beispiel entscheiden können, unseren Rohstoffverbrauch so zu organisieren, dass auch für nachfolgende Generationen sie noch nutzen können. Das Problematische an einer bestimmten Auslegung der Idee einer Einsicht in die Notwendigkeit ist doch etwas ganz Anderes, dass damit nämlich unmoralische Handlungen mit Bezug auf eine unterstellte Notwendigkeit gerechtfertigt werden. Ist die Gurtpflicht oder sind Umweltschutzmaßnahmen in diesem Sinne verwerflich? Und wäre es gar jede Selbstbeschränkung der Freiheit? Das glaube ich kaum.
      H. Dietz

    • @Hella Dietz: Kein Grund zur Panik - nur ein Freiheitsbegriff von vielen
      Sehr geehrte Frau Dietz,

      ich habe mir erlaubt in folgendem Abschnitt zwischen den Zeilen zu lesen.

      „Nachhaltigkeit kann auf aufgeklärte Selbstbeschränkung hinauslaufen. Gerechtigkeit erfordert, die Folgen der freien Entscheidungen abzuschätzen, damit alle die gleiche Freiheit haben können. … Dann werden auch Sachen verboten. …“

      Den Rest haben dann die Assoziationen aus meiner (und auch Frau Göring-Eckardts ähnlicher) Vergangenheit erledigt. Denn die Erfordernis, die Folgen der freien Entscheidungen abzuschätzen (eine Einschätzung, die ich durchaus teile) ist nichts anderes als die Einsicht in die Konsequenzen des eigenen Handelns und in Verbindung mit der nachfolgenden Ableitung der Berechtigung von Verboten drängte sich mir dieser Gedanke geradezu auf.

      Viele Grüße
      Günther Werlau

  3. Bravo ! Und das von einer ehemaligen Ostdeutschen!
    Wir haben als Deutsche in der neueren Geschichte etwas, auf das wir unglaublich stolz sein dürfen: Eine friedliche Revolution! Und eine gelungene Vereinigung! Ostdeutsche regieren uns gerade, wir haben eine Freiheit des Ausdrucks erreicht, die einigen von uns aber immer wieder schwer fällt. Die Wahlfreiheit! Wir können nicht mehr einfach andere für irgendetwas verantwortlich machen, was uns nicht gefällt! Wir sind es selbst und da hört für viele schon der Spass auf!
    Aber wir können uns diese Freiheit wieder jeden Tag neu holen!
    Ein Westdeutscher

  4. Freiheit wie sie die Grünen meinen?
    Ein netter Artikel. Überlegte und sanfte Worte. Aber im Kern der Aussage vergißt Frau Göring-Eckardt, dass die Freiheit gerade von ihrer Partei gern dahin ausgelegt wird, dass der Bürger zu seinem Glück geschubst werden muss. Und zwar zu dem Glück, zu der Freiheit und zu dem Verhalten, wie es den Gutmenschen der Grünenfraktion gefällt und wie es ihrer Überzeugung entspricht. Das Wort Bevormundung wird eher vermieden, im Grunde läuft der Freiheitsgedanke dieser Anschauungswohltäter aber darauf hinaus. Nur das, was ins Weltbild und in die Vorstellungswelt bestimmender Kreise aus Linken, Grünen, Umweltschützern und Baumumarmern passt, kann auch für die große Mehrheit Freiheit sein. Und genau damit karikiert sich der Begriff. Freiheit gibt es nur, wenn niemand bestimmt was Freiheit ist.

  5. Gerechigkeit vs. Gschlechtergerechtigkeit
    Was soll das eigentlich – ist Gerechigkeit icht genug? Für manche nicht – sie wollen Geschlechtergerechtigkeit, Verteilungsgerchtigkeit – was auch immer. Aber was soll das? Die Spezielle Gerechtigkeiten streben ofenkundig einen Zustand an, der nicht identisch mit Gerechtigkeit ist – wäre es anders, dann bräuchte man keine speziellen Gerechtigeiten. Nur wir übersehen, dass diese speziellen Maßstäbe die Balance der „allgemeinen“ Gerechtigkeit verschieben. m.a.W tasächlich wird ein spezieller Zustand angestrebt,der eben nicht mehr gerecht ist. Wer also eine spezille Gerechtigkeit fordert,der will in Wahrheit nichts anderes als eine Bevorzugung seiner speziellen Zielgruppe.
    Ich kann diese verlogenen Gerechtigkeitsdebatten kaum noch ertragen.

  6. [...]
    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Blogredaktion

  7. [...]
    Entfernt. Bitte beziehen Sie sich auf den Text und bleiben Sie sachlich. Die Blogredaktion

  8. Freiheit die ich meine...ist be"GRUEN"det auf Vernunft und Bescheidenheit...
    und nicht auf „Geldsucht“, „Wachstumsucht“, „Energiesucht“, „Erfolgsucht“, „Gelderfolgs-ZWANG“!!!
    Geld bestimmt die Qualität der Freiheit, weil Geld als Lebensbasis den Mensch bestimmt
    und nicht umgekehrt, wie es Vernunft fordert. Solange der Mensch Sicherheitsgurte braucht
    und vieles andere unserer „Geld-Knast-Gesellschaft“, fehlt „Freiheitsqualität“ wegen mangelnder
    Bescheidenheit. Vernunftmangel bestimmt unser Gesellschaftsleben, deswegen brauchen
    Sie Hürden und Hindernisargumente, die ja real sind, um die Freiheit-Realität und den Kampf dafür schön zu schreiben. Dieser Kampf ist Geld-Kampf, Erde-Vernichtungskampf, Menschenvernichtungskampf, wenn Sie tief darüber nachdenken Fr.Göring-Eckard.
    s. Gegenwartgeschehen…deswegen reite ich neben der Marlboro-Reiterin, wenn auch unsichtbar,
    bin ja bescheiden:=)
    Bescheidenheit führt zum Marlbororeiten aller, weil es dann die von Ihnen beschriebenen Hindernisse
    nicht mehr gibt und die Menschen in „ehrfürchtigem“, vernünftigen Abstand zu- UND miteinander leben. Freiheit ist nicht NUR in Gesellschaft, im Plural, sondern auch ALLEINE zu finden.
    Sowohl als auch, gilt für eine Vernunft-Reife Gesellschaft. Eine Gesellschaft die die Freiheit
    des Einzelnen „stiehlt“ um „Gesellschaftsfreiheit“ für fragwürdige Gesellschaftsaufgaben
    zu haben ist schief. Die Naturgesetze des Gleichgewichts sagen etwas anderes als das
    was unsere „Freiheit BESTIMMT“, Geld, Sucht,…Vernunftmangel…ich wiederhole mich.
    Die Freiheit die ich meine, braucht einen Grad an Vernunft aller gesellschaftsbildenden
    Personen, der heute nicht und wohl noch lange nicht, existiert.
    Freiheit ohne Humanität bedeutet Krieg…und den haben wir ja auch.
    Bildung-Vernunft-Bescheidenheit-Humanität-Qualität…ergibt sich aus dem Reifegrad.
    Wir brauchen nicht positiv und negativ-Vokabeln, wir brauchen die HUMAN-VOKABEL,
    sowohl in der Sprache, als auch geschrieben. Solange über „richtige Richtung“, liberal,
    neoliberal, sozial, grün, bunt, was weiß ich…HUMAN human SEIN, human HANDELN.
    Alle drücken sich vor der Vokabel „human“, außer bei Extrem-Situationen.
    Humane Gesellschaft, Human-Bildung…Vernunftbildung…der Vernunftbildungsgrad
    entscheidet über die Qualität der Freiheit und dem Freiheitsgrad.

    Bescheidene Reife darf nicht mit reifer Bescheidenheit verwechselt werden, ein wichtiges Merkmal
    der Vernunft einer Gesellschaft, ihren Bürgern und vor allem ihren Lenkern.
    Wolfgang Hennig

    Vernunft ist das Gütesiegel reifer Menschen, weise Bescheidenheit ihr Erkennungsmerkmal.
    Wolfgang Hennig

    Bildung heute ist eher die Kunst der Verpackung als die Kunst der Inhalte.
    Wolfgang Hennig

    Vernunft ist das Gütesiegel reifer Menschen, weise Bescheidenheit ihr Erkennungsmerkmal.
    Wolfgang Hennig

    Den Unterschied zwischen gebildet scheinen und gebildet sein erkennt man an sichtbar gebildeter Bescheidenheit.
    Wolfgang Hennig

    Ich bevorzuge den Lebenswohlfühlgang gegenüber dem Lebenswohlstand, weil ich mich gerne selbst bewege.
    Im und für „Wohl-Stand“, werde ich „ständig“ zwangsbewegt.
    Wolfgang Hennig

    Gebildet scheinen ist vielen wichtiger, als gebildet sein.
    Wolfgang Hennig

    Das authistische Besitzverhalten des Menschen nimmt, mit größer werdendem Hartz IV
    Abstand, bis hin zum unlösbaren „authistischen Geisteskrampf“ , inhuman zu.
    Wolfgang Hennig

    Die Überschätzung dessen was wir meinen zu sein und zu brauchen, führt uns zum Gegenteil von dem,
    was wir haben sollten, Vernunft.
    Wolfgang Hennig

    Wie soll der eigene Geist in Ruhe zur Vernunft reifen, wenn er sich, ständig unruhig,
    ausschließlich mit dem Leben anderer Menschen in und als Gesellschaft beschäftigt?
    Wolfgang Hennig

    …ich weiß das ein Blogbeitrag die (fast) schönste Nebensache der Welt ist,

    …aber manchmal „befreit“ er…im Singular:=)

  9. Die Gurtpflicht und die Freiheit!
    Die wichtigste Freiheit ist die innere Freiheit und die ist eher eine Haltung zum Leben und zur selbstbestimmten Gestaltung des Lebens. Diese innere Haltung hat auch immer einen Preis, auch heute noch in unserem demokratisch freiheitlichen Staat.
    Es scheint bezeichnend, dass die Grüne Göring-Eckart gerade die Gurtpflicht als fraglos vernünftige Handlungsanweisung für PKW-Nutzer als Beispiel für gelungene Zwangsbeglückung des kümmernden Staates sieht. Zugegeben hat der Staat die Aufgabe zu regulieren und auch einen ordnungsrechtlichen Rahmen zu geben, dass darf aber nicht im Glauben der eigenen Rechtschaffenheit den Charakter der Volkserziehung annehmen, der anderen einen absurden Verhaltenskodex vorschreibt, der zudem finanziert wird mit erzwungenen Abgaben und Steuern, die an sich schon einen erheblichen Eingriff in der Freiheit an persönlichem Eigentum darstellt.

  10. Desiderata...nicht nur für Fr. Göring-Eckard
    Desiderata

    Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast
    und sei des Friedens eingedenk, 
    den die Stille bergen kann.

    Stehe – soweit ohne Selbstaufgabe möglich –
    in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. 
    Äussere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu,
    auch den Geistlosen und Unwissenden; 
    auch sie haben ihre Geschichte, 
    Meide laute und agressive Menschen,
    sie sind eine Qual für den Geist.

    Wenn du dich mit anderen vergleichst,
    könntest Du bitter werden und Dir nichtig vorkommen;
    denn es wird immer jemanden geben,
    grösser oder geringer als Du.
    Freue Dich Deiner eigenen Leistungen
    wie auch Deiner Pläne
    bleibe weiter an Deiner eigenen Laufbahn interessiert,
    Sie ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten.

    In deinen geschäftlichen Angelegenheiten
    lass Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug.
    Aber dies soll dich nicht blind machen
    gegen gleichermassen vorhandene Rechtschaffenheit.

    Viele Menschen ringen um hohe Ideale;
    und überall ist das Leben voller Heldentum.
    Sei Du selbst; vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung.
    Noch sei zynisch was die Liebe betrifft;
    denn auch im Angesicht aller Dürre und Entäuschung
    ist sie doch immerwährend wie das Gras.

    Ertrage freundlich-gelassenden den Ratschluss der Jahre,
    gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf.
    Stärke die Kraft des Geistes,
    damit sie Dich im plötzlich hereinbrechenden Unglück schütze.

    Aber beunruhige Dich nicht mit Einbildungen.
    Viele Befürchtungen sind Folgen von Erschöpfung und Einsamkeit.
    Bei einem heilsamen Mass an Selbstdisziplin sei gut zu Dir selbst.
    Du bist ein Kind des Universums,
    nicht weniger als die Bäume und die Sterne;
    Du hast ein Recht hier zu sein.
    Und ob es Dir nun bewusst ist oder nicht;
    zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen.
    Darum lebe in Frieden mit Gott, 
    was für eine Vorstellung Du auch von ihm hast
    und was immer Dein Mühen und Sehnen ist.

    In der lärmenden Wirrnis des Lebens 
    erhalte Dir den Frieden Deiner Seele.
    Trotz all ihrem Schein, der Plackerei und den zerbrochenen Träumen
    ist diese Welt doch wunderschön.

    Strebe behutsam danach, glücklich zu sein.

    …den Frieden der Seele erhalten und behutsam streben…
    mein Lebensleitfaden…die gesamte Desiderata. Eine DIN-A4 Seite reicht für’s ganze Leben.
    Der „richtige“ Abstand zur Gesellschaft ist der Seelenfrieden erhaltende.
    Das „richtige“ Streben ist das behutsame Streben, sich bemühend wahrnehmen.
    Die „richtige“ Lebensgeschwindigkeit ergibt sich aus Beachtung des Ganzen.

    …das Universum entfaltet sich wie vorgesehen…benötigt keine Ideologien und Helden.
    Auch die Wiedervereinigung war vorgesehen und ihre integrative Synthese braucht Reifezeit.
    Wer dem Reifeweg Zeit gibt, muß nicht ständig alles ausdiskutieren bis zum Exzess.
    Die Seele dankt den behutsamen Umgang mit ihr, mit „selbstgefundenem und selbstgegebenen“ Frieden.

    MfG
    W.H.

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