Ich. Heute. 10 vor 8.

Ich. Heute. 10 vor 8.

Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Das Museum der Zukunft

| 5 Lesermeinungen

Wer in diesen Tagen Russland verteidigt, sollte wissen, dass die Sowjetunion in ihr eingeschrieben ist wie eh und je. Wie eine alte Dame in Moskau versucht, die Verbrechen der Stalinzeit aufzuarbeiten.

+++ Ein Jahr Ich. Heute. 10 vor 8. +++ Wir schreiben täglich +++

© Nino HaratischwiliMoskau

Endlich hatte ich die Tür gefunden und klopfte. Es wurde bereits dunkel und die Moskauer Kälte machte die Dunkelheit noch erbarmungsloser.

Der Gebäudekomplex umfasste knapp drei Hektar, so gesehen war es kein Wunder, dass ich seit über einer Stunde im Halbdunkel umherirren musste, auf der Suche nach dem richtigen Eingang. Dieser Eingang sollte mich in ein Museum führen. Allerdings ist „Museum“ ein viel zu großes Wort für das, was ich in diesen winzigen Räumen vorfand.

Ich befand mich auf einer der zahlreichen Recherchereisen, die ich im Laufe der letzten vier Jahre für meinen Roman unternahm, denn er spielt in Georgien, dessen Geschichte in die der Sowjetunion eingewoben ist wie der Kreml in Moskau. Und der Gebäudekomplex, in dem ich herumirrte, genannt Haus an der Uferstraße, sollte mir seine Erinnerungen aus ebendieser Geschichte offenbaren.

Das riesige Haus samt einer hauseigenen Schule, einem hauseigenen Kindergarten, Konzertsaal, Einkaufsmöglichkeiten, einer Wäscherei, gar einem Kino wurde 1931 auf Anordnung Stalins fertig gebaut und den hohen Parteifunktionären und ihren Familien zur Verfügung gestellt. In der Zeit des stärksten Wohnraummangels sollte es der parteitreuen Nomenklatura an nichts mangeln, zudem stand der Komplex schräg gegenüber vom Kreml, so dass Stalin seine Untertanen stets im Auge behalten konnte.

Die Tür wurde von einer alten Dame geöffnet, die gerade dabei war, sich einen Mantel über die Schultern zu werfen. Sie kniff die Augen fest zusammen und sah mich überrascht an, sie hatte wohl niemanden erwartet. Sie wolle bereits gehen, teilte sie mir gleich mit. Trotz ihrer schlechten Augen schien sie mir die Enttäuschung anzusehen, die sich in mir breit machte. Ich begann, ihr wie aus der Pistole geschossen mein Anliegen zu erläutern. Plötzlich nickte sie, legte ihren Mantel ab und lud mich in das wie eine Privatwohnung wirkende Museum ein.

© Nino HaratischwiliMoskau

Die Dame, die im hellen Licht plötzlich nicht mehr so gebrechlich wirkte, blühte auf, ihre hellblauen Augen begannen vor Energie zu sprühen, und obwohl ich die einzige Besucherin war, erzählte sie mir die Geschichte des Hauses mit dem allerhöchsten Eifer. Als die Stalinistische Paranoia Mitte der Dreißiger Jahre ihren Höhepunkt erreicht hatte, herrschte auch im Haus an der Uferstraße Agonie: die Nachbarn, die sich vorher gute Kollegen und Freunde gewesen waren, begannen sich gegenseitig zu denunzieren, die NKWD-Vertreter, die als Kommandanten, Concierges und Wäscherinnen getarnt im Haus arbeiteten, stuften die Bewohner nun als „Volksfeinde“ ein. Bis zum Ende des Jahrzehnts wurden knapp 300 Menschen verhaftet und deportiert, die meisten von ihnen fanden in verschiedenen Gefängnissen und Gulags den Tod. Die Hinterbliebenen aber, die Ehefrauen und Ehemänner, die Kinder, waren gezwungen ihren Alltag weiterhin so fortzusetzen, als sei nichts geschehen, nicht selten wissend, dass diese Menschen, mit denen sie ihren Alltag bestritten, ihre Partner, Eltern und Kinder in den Tod geschickt hatten.

Und doch beeindruckte mich nichts so sehr wie die Energie dieser Frau, die ihr ganzes Leben dem Aufbau dieser Erinnerungsstätte gewidmet hatte, die die Nachkommen der Opfer und Täter in der ganzen Welt ausfindig gemacht hatte, die dem Staat jedes Jahr aufs Neue lächerliche Mittel abzutrotzen versuchte, damit das Vergessen sich nicht so leicht über diese Räume legen konnte, wie so oft anderorts in diesem Land. Und da sie des Öfteren erwähnte, hier aufgewachsen zu sein, ging ich davon aus, dass ihre Eltern jenen grausigen Säuberungen zum Opfer gefallen waren.

Erst nach vier Stunden wollte sie den Heimweg antreten. Draußen war es stockfinster, nur der hell angestrahlte Kreml warf etwas Licht in den Innenhof. Und erst da traute ich mich, sie zu fragen, auf welche Art und Weise ihre Eltern den Tod gefunden hätten. Daraufhin sah sie mir direkt in die Augen und sagte: „Nein, nein, mein Vater war ein Mörder.“

Auf all den vielen Reisen, bei all den Begegnungen mit Zeitzeugen im Laufe dieser vier Jahre hat mich nichts so sehr beeindruckt wie diese Begegnung und diese Antwort. Ein letzter Don Quijote im Kampf gegen die Windmühlen.

Die Hingabe, ihr gesamtes Leben in den Dienst einer Wiedergutmachung zu stellen, für etwas, was man ohnehin nicht wiedergutmachen kann, und das in Russland! In einem Land, das sich immer mehr in ein Museum verwandelt, in ein Museum, in der die Vergangenheit anfängt, zur Gegenwart zu werden.

© Nino HaratischwiliMoskau

Auf dem Rückweg in meine Wohnung dachte ich darüber nach, wie einmalig doch diese Begegnung war und wie hoffnungsvoll sie mich noch vor Jahren gestimmt hätte.

Ich bin während der letzten Atemzügen der Sowjetunion geboren, wurde während der Perestroika eingeschult, für mich gehörten die tagelangen Stromausfälle und Schießereien zur Kindheit genauso wie Tom & Jerry im damaligen Kinderfernsehprogramm. Ich habe seitdem drei Kriege miterleben dürfen, (in die jedes Mal Russland involviert war) – aber trotzdem war ich immer sehr hoffnungsvoll gestimmt. Trotz aller Paradoxien, die dieses Land aufweist, war Russland für mich ein „Phänomen“, in dem ich mich heimisch fühlte. Meine Hoffnung galt den neuen Ufern, zu denen wir alle, also die Länder, die in dieser Festung Sowjetunion zusammengehalten wurden, nach deren Zerfall aufgebrochen waren, um anders zu leben, anders zu werden, so glaubte ich zumindest. Damals wusste ich nicht, dass das Gestern immer wieder zum Morgen werden kann.

Ich musste eingestehen, dass ich jetzt nicht einmal ansatzweise den gleichen Idealismus aufzubringen imstande war wie sie, denn im Laufe der Jahre habe ich es nicht geschafft, die letzten Reste der Hoffnung auf eine andere Fortsetzung der Geschichte in mir zu wahren. Ich habe jedes Mal, wenn ich fassungslos vor dem Fernseher oder dem Laptop saß, die Presse las und die Nachrichten aus Tschetschenien verfolgte, auf die Bilder aus Beslan sah, über den Tod von Politkowskaja las, nichts auf Nord-Ost zu erwidern wusste, mir einzureden versucht, dass die Sowjetunion aufgehört hatte zu existieren, dass es nur seine letzten, aber wirklich die allerletzten Versuche waren, aus der anderen Epoche in das Jetzt einzugreifen.

Vielleicht aber hoffte ich weiterhin, dass wir alle doch fähig wären, etwas aus unserer Geschichte zu lernen.

© Nino HaratischwiliBibliothek in St. Petersburg

Aber dann verbrachte ich im August 2008 meinen Urlaub in meiner Heimatstadt Tbilissi und wurde eines Morgens von meinem sechsjährigen Neffen geweckt, der mir mitteilte, dass wir Krieg hätten und Russland Bomben abwerfe, um daraufhin einige Spielzeugsoldaten auf dem Boden aufzustellen. Spätestens da bekam meine Hoffnung gewaltige Risse.

Wenn jemand glauben will, dass Wladimir Putin ein „lupenreiner Demokrat“ ist, wird er es tun, wenn man glauben will, dass die Ermordung der Kinder in Beslan unvermeidlich war, dass Tschetschenien kein Recht auf Souveränität hat, wenn man glauben will, dass Russland mit den SA-11-Raketen des russischen Flugabwehrsystems Buk nichts zu tun hat, wird man es ebenfalls tun.

Aber wenn man dies tut, darf man nicht gleichzeitig hoffen, dass in Russland die Sowjetunion aufgehört hat zu existieren, dass die Vergangenheit, die Gegenwart überholend, nicht auch schon dabei ist, die Zukunft zu schreiben.

Im März 1940 erteilte Stalin den Befehl die 25.700 polnischen Offiziere, Beamte, Gutsbesitzer, Polizisten, Gendarmen, die sich damals in sowjetischer Haft befanden, auf der Stelle zu erschießen. Es seien „alles Todfeinde der Sowjetmacht, erfüllt vom Hass gegen die sowjetische Ordnung“, hieß es.

Mit Zügen wurden die nichts ahnenden Insassen nach Kalinin, nach Charkow und in den Wald von Katyn gebracht. Für jede Exekution hatte man maximal zwei Minuten Zeit. Danach wurden die Leichen anonym in den umliegenden Wäldern begraben.

Roman Rudenko, der stellvertretende Staatsanwalt, der nach Charkow beordert worden war, um sicherzustellen, dass alles nach Plan verlief und der bei etlichen Exekutionen anwesend war, war sechs Jahre später beim Nürnberger Prozess einer der Chefankläger der Sowjetunion. Während des ganzen Prozesses machte er die Nationalsozialisten für diese Tötungsorgie verantwortlich.

 

0

5 Lesermeinungen

  1. Hoffnung ohne Verstehen oder Verständnis?/ Gibt es!
    Ihr Buch „Das achte Leben(für BRILKA) schätze ich sehr.Seite 830,Anna Achmatowa: „…die Seele zum Stein werden lassen/…“.
    Ihr Buch ist alles andere .
    Verstehen kann ich immer noch nicht,wie sollte ich auch!?Meine Geschichte ,und viele „Springtimes“ und „Summertimes“ möchte ich leben und erleben,aber oder dessentwegen,verstehen tue ich es nie,ein mörderisches System und Rassismus „gepflegt“ wie Wissenschaft……
    Und dan lese ich nicht so lange her „The Sunday Book Review“,’The Nazis Next Door‘,von Eric Lichtblau,NYT,oct 31.2014,von Deborah Lipstadt,ja dan bekommen meine Augen gar kein Licht nur grausame Bilder ,und nur ,ja nur die Hoffnung,die Hoffnung die es sich fast jeder Tag gibt,sich erneut lässt blicken ,wie soll ich es sagen,ja sich erneut gibt ,geben kann,ich meine die Begegnung und das Vertrauen:Die andere Mensch und Ich in ein neuen Tag wie diese.
    Ich meine kämpfen ums Dasein,keine Akkeptanz “ d‘ une conception tragique de la vie“(Julius Benda).

  2. Nicht nur der Mensch leidet...unter dem (Evolutions-)Tier im Mensch.
    Liebe wird zum scharfen „Schwert“, für alle die den „Sch-Wert“ mißachten…
    den „Schöpfungswert“ allen Sein. Der Mensch ist vernunftbegabt…das Gute im Menschen…
    das Gut-„E'(s)“…“E“rkenntnis/“E“insicht…aber er nutzt sie nicht, die Einsicht, zum einsichtigen handeln.
    Und so zerstört er nicht nur sich schmerzlich, sondern die gesamte „Sein-Schöpfung“ der Erde.

    …eßt nicht vom Baum der Erkenntnis…bevor ihr einsichtig handeln könnt…begriffen habt,
    daß die Erde der Ort ist, wo Milch und Honig fließt…wenn man sie hegt und pflegt, anstatt
    zerstörerisch auszubeuten.

    …wer das Schwert zieht, den Sch(oepfungs-)Wert nicht einsichtig wahrnimmt,
    obwohl er begabt ist dazu, der kommt durch das Schwert um.

    …das ist Evolutionsgerechtigkeit, Gottgerechtigkeit.

    …das Reich Gottes ist der Evolutionsweg des reifenden, des schöpfenden und
    Schöpfung erhaltenden Geistes.

    …der Mensch besitzt die gleiche Gabe wie Gott, Selbsterkenntnis und Einsicht zum
    einsichtigen handeln.

    …Bildung, Milch und Honig, Lebensraum…pari teilen…im Gleichmaß!

    …solange der Mensch Anführer braucht und wählt und ihnen Zerstörungs-Macht gibt
    indem er sich zu allen möglichen Arten von Soldatentum versklaven läßt, von Idealen die nicht gebraucht werden, solange wird Krieg sein.

    …Selbsternährer sein mittels selber säen, selber pflanzen und selber ernten. Hegen und pflegen.
    Geben und Nehmen…HUMAN-SEIN, human sein zu allem Sein, das ist der Zweck des Menschgeistweges…DIE Freiheit: Lehrer, Bauer, Landwirt, Förster…SELBER zu sein,
    nicht Krieger, Soldat…für unreife Geister.

    …wer Wind sät wird Sturm ernten. Die Erde wird immer mehr zum Müllhaufen.

    …die Hoffnung der Evolution und ihrem Geist, Gott…steckt in der Schmerz-Trauer des
    Menschen.

    … es gibt den tiefen „Raum“ des tiefen Herz-Seelen-Frieden.
    Der Raum Gottes, mit dem Türschild, Torschild, „Vernunft“.
    Der Schlüssel zu diesem „Raum“ heißt Selbsterkenntnis und Einsicht.
    Wer den Schlüssel zur Vernunft benutzt und damit
    „Das Tor zur Weisheit“ öffnet, der begegnet Gott, in diesem
    „Raum der Geborgenheit“.

    Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

    Egoismus besteht nicht darin, dass man sein Leben nach seinen Wünschen lebt, 
    sondern darin, dass man von anderen verlangt, dass sie so leben, wie man es wünscht. 
    Oscar Wilde (1954-1900)….Gesellschaft(en)-Ideale!?

  3. Metamorphose von der Diktatur zur Demokratie ist in Russland steckengeblieben
    Eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit dem Stalinismus und Verbrechen unter der Sowjetdiktatur wurde auch im heutigen Russland noch nicht ansatzweise geleistet. Die Metamorphose von einer Diktatur zu einer offenen pluralistischen und sozialen Gesellschaft ist unter Putin bisher nicht gelungen. Anders als in Deutschland, das mittlerweile von befreundeten Nachbarn umgeben ist, ist heute Russland weiterhin von Nachbarn umgeben, die verunsichert sind, und sich nachvollziehbar bedroht fühlen.
    Wäre Wladimir Putin ein „lupenreiner Demokrat“, dann wäre Russlands Politik heute nicht mehr von nationalbolschewistischen Hegemoniestreben und Unterdrückung beseelt. Russland wäre von befreundeten Demokratien umgeben und nicht von verunsicherten Nachbarn, Feinden, abhängigen Vasallen und Oligarchen. Russland wäre nicht durch Boykott, fallende Ölpreise und Kapitalflucht wirtschaftlich bedroht.
    Kann in Russland Vergangenheit jemals wieder Gegenwart werden? Ich glaube nicht. Durch Lügen (wie Rudenko) kann man keine neue Wahrheit schaffen. Die Vergangenheit mag die Gegenwart überschatten und auch Stillstand mag vorübergehend eintreten. Aber Menschen haben jeden Tag die Möglichkeit sich neu zu entscheiden und tun es auch. Der Zukunft ist ebensowenig wie der Wahrheit nicht aus dem Weg zu gehen und die Zukunft wird letztlich auch in Russland nicht die Vergangenheit sein. Geschichte wiederholt sich so nur scheinbar, aber letztlich ist sie im Ergebnis von der gleichen Unumkehrbarkeit wie alle evolutionären Prozeße.
    Trotz aller „Tötungsorgien“ stirbt im Menschen die Hoffnung zuletzt. Womöglich solange es Menschen auf diesem Planeten gibt, vielleicht sogar „zeitlos“.

    • Russland hatte noch nie eine funktionierende Demokratie ...
      Leider, muss man sagen. Jahrhunderte der Despotie und dann eine bolschewistischen Revolution, die nur auf Gewalt gestützt war, dann zwei blutige Diktatoren hintereinander, da kann (muss man?) alle Hoffnung fahren lassen, dass der russische Untertanengeist, die Sklavengesinnung sich zu einer lebendigen Bürgergesellschaft wandelt. Hinzu kommt, dass die gegenwärtige Clique an einer echten Demokratie nicht interessiert ist: die Oligarchen wollen weiter Geld verdienen, Putin will Heldentaten vollbringen und Russland (Neurussland!) vergrößern, damit das Volk echte Helden bewundern kann. Und dazu eine groteske chauvinistische Lügenpropaganda, die nicht davor zurückschreckt, Verbrechen, wie den Flugzeugabschuss, zu leugnen, in der Ukraine aufgegriffene russische Soldaten als verirrt oder auf Urlaub zu bezeichnen, das stimmt nicht gerade hoffnungsvoll. Es bleibt abzuwarten, wie weit der ex-KGB-Offizier Putin und seine Clique das Spiel noch treiben wird. Das er einen Krieg auslösen möchte, glaube ich nicht, sondern er will durch verdeckte Kriegsführung und Drohungen mit Gewalt möglichst viel erreichen, Europa und vor allem Deutschland von den USA trennen und kampflos maximale Ziele erreichen. Dass nun die Sanktionen und fallende Energiepreise Russlands Wirtschaft zu schaffen machen, interessiert ihn nur am Rande, er kann es dem bösen Westen in die Schuhe schieben. Sein Volk mag leiden, es leidet gern heroisch, vor allem wenn es der nationalen Größe und Heldenhaftigkeit dient. Dass gelegentlich bei den Kämpfen in der Ukraine auch Russen ums Leben kommen, deren Existenz Putin leugnet, ist ein Schönheitsfehler, weil diese unglücklichen Männer nicht ehrenvoll als Helden begraben werden dürfen und vor allem weil sie nicht für die Verteidigung Russlands gefallen sind, sondern für Eroberungen.

  4. Die Biedermaenner und der Brandstifter. (Neue Auflage)
    Die Benzinfaesser sind auf dem Dachboden und die Lunte brennt.
    In der Postmoderne macht man es wie Schavan und Guttenberg, man kopiert sich die Interpretationen einfach raus und gibt noch eine kleine persoenliche Wuerze dazu, fertig ist das Manuskript.
    Biedermann hilft Eisenring sogar die Zuendschnur zu vermessen und traegt so aktiv zu seinem Unglueck bei.
    Jetzt verschliesst man vor der Wahrheit Augen und Ohren.
    Der Oportunismus hat die westliche Welt zum Mitschuldigen gemacht.
    Wie tarnt sich der Brandstifter? Der Scherz ist die drittbeste Tarnung. Die zweitbeste Tarnung ist die Sentimentalitaet, die sicherste Tarnung ist aber immer noch die blanke Wahrheit. Die glaubt niemand.
    Max Frisch wurde tausendmal die Frage gestellt: Zu welcher Partei gehoeren die Brandstifter? „Zu keiner. Brandstifter aus purer Lust. Es gibt Pyromanen, ihre Taetigkeit ist apolitisch. Ich meine die beiden gehoeren in die Familie der Daemonen. Sie sind geboren aus Gottlieb Biedermann selbst, aus seiner Angst, die sich ergibt aus seiner Unwahrhaftigkeit. Die Menschen lernen in dem Stueck nichts dazu. Die Aufname eines Unbekannten aus dem Wunsch heraus, nicht wie ein Unmensch zu wirken. Der Verdacht der geplanten Brandstiftung, das Ignorieren der Faesser voll Benzin auf dem Dachboden, die versuchte Verbruederung bei einem Abendessen aus Angst vor den Brandstiftern und schliesslich der toetliche Ausgang.“
    Man geht jetzt in den google.de und gibt ein: „Wie man einen Soziopathen erkennt“. Drukt es aus und schreibt oben drauf “ Onkel Adolf“. Dann duckt man es nochmal aus und schreibt drauf: Wladimir Putin. Man koennte es fortsetzen… Dann nimmt man kleine Korrekturen vor und laesst es ins reine schreiben. Fertig ist die Abeit. Was kommt eigentlich nach der Postmoderne? Vielleicht die Gesellschaft mit dem Knueppel, wie es Einstein einmal ausdrueckte.

Kommentare sind deaktiviert.