Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Daumen hoch, Daumen runter

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Die Werbeplakate zur ARD-Themenwoche „Toleranz“ haben viele auf die Barrikaden gebracht. Warum regen die sich eigentlich so auf?

+++ Ein Jahr Ich. Heute. 10 vor 8. +++ Wir schreiben täglich +++

Dank der gestern angelaufenen ARD-Themenwoche dürfen wir uns aktuell fragen: Toleranz – In oder Out? Flüchtlinge, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle: Daumen hoch oder Daumen runter?

© Bayerischer RundfunkDie viel gescholtenen und parodierten Werbeplakate zur ARD-Themenwoche Toleranz

Die Konsequenz daraus, wenn Menschen sich gegen das „liken“ entscheiden, wird nicht thematisiert: Ausweisen? Verprügeln? In Ghettos stecken? Anspucken? Umbringen? Alles schon da und dagewesen. Die Liste der ARD ist übrigens unvollständig. Es fehlen unter anderem: Kranke, Alte, Suchtkranke, Prostituierte, Obdachlose, Transsexuelle, Juden, Sinti/Roma, Dicke, Opfer von Gewalttaten, Hartz-IVler, Muslime …

Es geht um Stigmatisierte. Weil sie eine Eigenschaft besitzen, die sie von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden, reduzieren ihre Mitglieder sie auf ein Merkmal, sehen sie nicht mehr als vollwertige Person an. Und damit fühlt sich die Mehrheitsgesellschaft ermächtigt, sie zu diskriminieren: ihnen Rechte vorzuenthalten, sie zu entmündigen, zu kriminalisieren.

Während es sich für die Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft also um eine hoffentlich zum Nachdenken anregende Themenwoche handelt, sind diese Fragen für die Angehörigen dieser Gruppen existentiell.

Wie es funktioniert Menschen zu Außenseitern zu machen, das hat jede und jeder von uns schon einmal erlebt. Es passiert, wenn ein neues Kind in die Klasse kommt, das irgendwie anders ist. Es passiert am Arbeitsplatz, auf der Straße. Im Supermarkt an der Kasse, wenn da mal wieder eine dicke Frau, eine „lahme, fette Kuh“ zu langsam in ihrem Portemonnaie wühlt. In Gedanken, wenn der Schritt sich beschleunigt, weil da ein Schwarzer Mann auf dem Bürgersteig steht. Manche Eltern verstoßen ihre Kinder, wenn sie erfahren, dass diese homo- oder transsexuell sind. Obdachlose, Menschen mit Behinderung oder Prostituierte sind weit häufiger physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt als der Durchschnitt.

Niemand ist frei davon, andere zu stigmatisieren – auch Menschen nicht, die selbst von Stigmatisierung betroffen sind. Andere auszugrenzen ist Teil unseres stinknormalen Verhaltensrepertoires. Man kann es evolutionsbiologisch herleiten, psychologisch, soziologisch. Die Gründe sind vielfältig und wurden ausführlich beschrieben und erforscht, von Menschen wie Theodor Adorno, Hannah Arendt, Norbert Elias, Stanley Milgram, Sigmund Freud. Seit 100 Jahren, mindestens. Nach dem Holocaust, der die Ausgrenzung bis zum Massenmord trieb, stellte sich die Frage nach den Gründen umso dringlicher. Denn es wurde deutlich, dass es nicht um eine gesellschaftliche Petitesse handelt.

© S-T-R-E-E-T-L-I-V-E via flickr (CC BY-ND 2.0)Anti-Toleranzwerbung auf einem Bierdeckel in den 1930ern: Das Hotel Kölner Hof warb seit Herbst 1895 reichsweit mit antisemitischen Plakaten, Bildpostkarten, Klebe- und Handzetteln und in antisemitischen Zeitungen.

Auch wie Stigmatisierte auf ihre Ausgrenzung reagieren, ist bekannt: Der Soziologe Erving Goffmann hat 1963 ein Buch darüber geschrieben, wie sie versuchen, mit ihrem Stigma zu leben und ihre Umwelt zu beeinflussen. Gelingt das Stigma-Management, wie Goffman es nennt, nicht, drohen Wut, Depression, Selbstzerstörung bis hin zum Selbstmord, Gewalt und Aggression gegen andere.

Wir wissen also, dass es menschlich ist, andere auszugrenzen, aber auch dass es Ideologien und Mechanismen gibt, die Stigmatisierung fördern und solche, die sie verhindern. Wir wissen, dass Ausgrenzung sich nicht abschaffen lassen wird, aber dass es Mittel dagegen gibt: Aufklärung, Empathie, persönliche Begegnung, ein rechtlicher Rahmen, der Schlimmeres verhindert oder Unrecht ahnden lässt. Weil wir wissen, dass Stigmatisierung schadet, haben Menschen schon vor Jahrzehnten damit begonnen, Maßnahmen zu entwickeln: die universellen Menschenrechte zum Beispiel.

Wer nun glaubt, das geht mich nichts an, ich bin ja nicht lesbisch/schwarz/muslimisch, sollte sich bewusst machen, dass morgen schon etwas passieren kann: ein Unfall, der Sie behindert zurücklässt. Die Zeit vergeht und Sie werden alt und/oder krank. Peng.

Und was ist mit denjenigen, deren Stigma wir auf den ersten Blick gar nicht erkennen? Der im Alltag unauffällige Alkoholiker. Der Nachbarsfamilie, die ihren Schuldenberg kaschiert, der depressive Nationaltorwart. Sie, die Angst vor dem Stigma haben, sind die größere Gruppe. Die Dunkelziffer.

Die Mehrheit ist kein monolithisches Gebilde.
Und nun startet die ARD-Themenwoche Toleranz. Eigentlich hat die ARD etwas gutzumachen, denn schon Anfang des Jahres hatten sich ARD und ZDF in den Debatten um Homophobie im Zuge des Outings von Fußballer Thomas Hitzelsberger als eher unsensibel hervorgetan. Da wäre etwas das Verhalten von Sandra Maischberger, in ihrer Talkshow wütende Reaktionen von stigmatisierten Menschen gegen die wütenden Reaktionen der „Mehrheit“ gleichberechtigt nebeneinanderzustellen. Die sind ja alle gleich verbohrt, so die Botschaft. Sie blendet das Stigma aus, und damit die ungleichen Machtverhältnisse: Die Wut der Ausgegrenzten ist etwas anderes als die Wut der Ausgrenzenden.

Dann ist da noch die große Frage: Wer darf eigentlich die Mehrheitsgesellschaft im Fernsehen repräsentieren? Wenn da eine radikale Christin wie Birgit Kelle oder katholisch-konservative Autoren wie Mathias Matussek ihre homophoben Ansichten zum Besten geben, dann muss auch klar sein, dass diese mitnichten die Mehrheit repräsentieren. Birgit Kelle, Unterstützerin der Legionäre Christi, könnte in der Bauchbinde stehen. Passiert das nicht, verschieben sie Wahrnehmung dessen, was die Menschen für die Mehrheitsmeinung halten – in diesem Fall nach rechts. Dabei machen Katholiken aller Couleur, also vom erzkonservativen bis zum liberalen Spektrum in Deutschland knappe 30 Prozent aller Menschen aus. Etwas mehr Menschen, nämlich 35 % sind konfessionslos. An einem anderen Ort oder zu einer anderen Zeit wären übrigens der Katholik Mathias Matussek oder die Atheistin Stefanie Lohaus Teil einer stigmatisierten Minderheit.

Was ich sagen will: Auch die Mehrheit ist kein monolithisches Gebilde. Sie kann aber so wirken, wenn man das will.

Das ist der Hintergrund der ARD-Themenwoche. Und nun: Glotze an. Daumen hoch, Daumen runter. Statt aber den einen längst überfälligen Schritt weiter zu gehen, bereitet uns die ARD gleich auf eine neue Gruppe von Außenseitern vor: Kinder. Kinder? Kinder.

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57 Lesermeinungen

  1. Toleranz: begrenzte Widerstandsfähigkeit des Organismus
    gegenüber [schädlichen] äußeren Einwirkungen (besonders gegenüber Giftstoffen oder Strahlen). Medizinische Bedeutung des Begriffs.

  2. Die Toleranztotalitarismus der ARD, von Nicht-Inspruchnehmern ihrer "Leistung"....
    …. trotzdem Geld abzupressen, ist der Gipfel der Intoleranz.

    Der Haß, den die völlig unglaubwürdige ARD somit auf sich zieht, vermindert trotzdem nicht den Argwohn der Mehrheit der steuerzahlenden, heterosexuellen, autochthonen und männlichen Bevölkerung, daß ihnen mittlerweile alle anderen – seit Jahrzehnten bereits tolerierte (= geduldete) – Untergruppen als leuchtendes Vorbild vorangestellt werden, während sie selbst sich bereits für ihre bloße Existenz zu schämen hätten – und sie eigentlich nur dann gefragt sind, wenn es gilt, destruktive bzw. unproduktive bzw. nicht reproduktive Minderheiten zu alimentieren.

  3. Beim Schreiben den roten Faden verloren?
    Der Artikel ist eine schöne Abhandlung über Ausgrenzung und deren potentielle Folgen für die Ausgegrenzten. Leider klärt er die Frage nicht, wer sich aufregt. Und warum. Darf ich das nachholen?

    1) Wer? Aufregen tun sich Georg Diez im SPIEGEL, einige Radikalfeminismus-Blogs und die #aufschrei Twitteria, weitere damit verbundene Mini-Gruppen, mit erheblichen Überschneidungen. Wenn ich wen vergessen habe, bitte ergänzen. Einige hundert Leute mit einigen tausend Anhängern in Deutschland.

    2) Im Zentrum der Aufregung steht nach meiner Wahrnehmung das Wort „Toleranz“. Man will nicht toleriert werden, weil man das für eine leicht verächtliche Grossmutsgeste einer ignoranten gesellschaftlichen Mehrheit hält, sondern anerkannt. Weshalb Diez auch nicht wirklich in die Liste unter 1) passt, sein Kritikansatz ist deutlich ein anderer.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Richtig, es Regen sich die offensichtlich Ausgegrenzten auf. Ich verstehe nicht, was sie mit rotem Faden meinen. Ich denke, Toleranz sollte für alle eine Thema sein, weil prinzipiell alle von Stigma bedroht sind. Sagt Goffman.

    • Der rote Faden hätte nach der Überschrift die Erklärung sein müssen, warum sich wer aufregt.
      Genau die findet sich in Ihrem gesamten Beitrag nicht.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Sorry, also: Angehörige der Minderheitengruppen und Menschen, die sich Ihnen solidarisch fühlen regen sich über Plakate auf. Warum, dass erklärt der ganze Beitrag.

    • Die Angehörigen der Minderheitengruppen, die sich in Blogs und auf twitter aufregen,
      würden allerdings ausweislich ihrer eigenen Beiträge ihrerseits liebend gerne ausgrenzen, am besten sogar mit Publikationsverbot. Und zwar alle Menschen (!), die sich nicht zu 100% deren Meinung anschliessen und deren ganz persönliche Betroffenheit zur ausschliesslichen Richtschnur politischen Handelns machen.

      Seien Sie lieber froh darum, dass die meisten hier von lantzschi oder sanczny (um nur die zwei prominentesten im Netz zu nennen) nie gehört und gelesen haben. Insbesondere die weissen, heterosexuellen Männer. Sonst könnte die Ausgrenzung tatsächlich weiter zunehmen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ich lese lantzschi ja gerne und finde immer etwas, was zum Nachdenken anregt. Inwiefern ihre politische Praxis sinnvoll ist oder nur zu Abwehrverhalten führt, darüber kann man streiten. Das würde ich aber lieber mit ihr als mit Ihnen. Ich finde es aber absurd, dass Menschen, die wesentlich mehr Reichweite und damit Macht haben, immer so tun, als ob sie durch deren Wirken tatsächlich in ihrer Meinungsfreiheit bedroht würden.

    • Solange also die Machtverhältnisse klar sind, dürfen weniger Mächtige alle gültigen Grundsätze
      liberaler Rechtsstaaten ablehnen? Von der Unschuldsvermutung bis hin zur Meinungsfreiheit? Und ganz nebenbei – seit wann und wo habe z.B. ich persönlich mehr Reichweite oder Macht? Ich habe nicht Twitter. War das also ein Scherz?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Wo lehnen die beiden denn die Meinungsfreiheit ab? Das müssen Sie mir jetzt aber belegen. Und Sie wissen selbst, dass ich nicht von Ihnen spreche, sondern von diversen anderen AutorInnen, die an prominenten Stellen Lantzsch kritisiert haben, wenn man es freundlich ausdrücken möchte.

    • Die "diversen" anderen Autoren sind präzise einer? Und da das Sympathisantenumfeld der beiden
      namentlich Genannten explizit versucht hat, ihm seine Publikationsgrundlage zu entziehen, ist seine Reaktion mehr als verständlich.

      Wäre don alphonso nicht finanziell unabhängig, könnte man von Versuchen beruflicher Existenzvernichtung sprechen. Und dann muss man halt mit der öffentlichen Gegenwehr leben, bei sowas würden auch bei mir die Samthandschuhe in der Ecke verstauben.

      Was die Meinungsfreiheit angeht, Originalzitat sanczny: „Sexismus fällt, wie Rassismus, Antisemitismus u.a., nicht unter Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit oder Sonstwasfreiheit.“ Um das einordnen zu können, muss man nur wissen, dass sanczny beansprucht, Sexismus abschliessend und gültig definieren zu können.

      Klar kann ich alles, was ich ablehne, aus dem Bereich der Meinungsfreiheit herausdefinieren, dann habe ich nur keine mehr.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Ich kannte Don Alphonso bis vor einem Jahr gar nicht und war höchst überrascht, was für ein lustiges Blog das ist. Der hat ja so ein fröhliches und einladendes Wesen, und ihm ist immer daran gelegen, seine stets berechtigte Kritik immer vorsichtig und höflich vorzubringen. Mich wundert es doch sehr, dass irgendjemand jemals ein Problem mit ihm hatte. Der Arme. Mit Sicherheit ist er ganz und gar unschuldig, und er kann wirklich von Glück reden, dass die FAZ nicht auf diese einflussreichen Frauen gehört hat, was auch immer sie getan haben.

      Das andere: Naja, so weit ich es mit meinem Laienwissen beurteilen kann fallen sexistische und homophobe Kommentare in Deutschland wohl schon unter Meinungsfreiheit, zumindest gab es ja damals vor vielen vielen Jahren diese Sexismus-Klage gegen den Stern von Alice Schwarzer und die ist nicht durchgekommen. Neuere Urteile kenne ich nicht. Rassismus fällt unter Umständen unter Volksverhetzung, das ginge also noch eher.

      In anderen Ländern gibt es Gesetze, in denen Sexismus und Homophobie als Beleidigung oder so gewertet werden kann, Österreich oder Belgien etwa. Den Wunsch, ein solches Gesetz auch hier einzuführen, so interpretiere ich das jetzt mal, kann man zwar als Wunsch nach Einschränkung der Meinungsfreiheit werten, nicht aber als Ablehnung der Meinungsfreiheit per se. Oder?

    • Wo genau, vererhrte Frau Lohaus, ist der Unterschied zwischen Einschränkung der Meinungsfreiheit
      und ihrer faktischen Abschaffung? Aber ich bin ganz sicher, die katholische Kirche und die Monarchen des 19. Jahrhunderts wären über Ihre Definition begeistert, Voltaire wohl weniger, aber was weiss der schon.

      Was den Don angeht – was genau hat jetzt seine polemische, sarkastische oder auchmal hinterhältige Art des Bloggens damit zu tun, ihn abschiessen zu wollen? Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals in einer Zeile von ihm gelesen zu habe, er wolle eine andere Meinung eingeschränkt sehen. Egal, wie sehr sie ihm offenbar gegen den Strich geht. DAS, verehrte Frau Lohaus, ist Meinungsfreiheit.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Herr Haupts, die Meinungsfreiheit ist überall – auch in liberalen Demokratien – de facto eingeschränkt, es gibt kein Land, in dem es uneingeschränkte Meinungsfreiheit gibt.

      Aus Wikipedia „Meinungsfreiheit“ herauskopiert:

      „Allgemein verbreitete Einschränkungen der Meinungsäußerungsfreiheit sind (nicht abschließend):

      – der Schutz der persönlichen Ehre gegen Beleidigung oder Verleumdung,
      – die Weitergabe als geheim klassifizierter Informationen,
      – die übermäßige Kritik an eigenen oder ausländischen höchsten Staatsvertretern wie Staatsoberhaupt, Gerichten oder manchmal selbst einfachen Beamten,
      – die Grenzen der Sittlichkeit und des Jugendschutzes,
      – die Grenze der öffentlichen Sicherheit (in den USA rechtshistorisch häufig angeführtes Verbot des missbräuchlichen Ausrufes „Feuer“ in einem Theater)
      – der unlautere Wettbewerb durch Diskreditierung der Ware oder Dienstleistung eines Konkurrenten.
      – die nichtautorisierte Weitergabe urheberrechtlich geschützter Informationen (z. B. Art. 5 Abs. 2 S. 1 GG: Schranke der „allgemeinen Gesetze“; das Urheberrechtsgesetz ist ein solches Gesetz, da es nicht meinungsspezifisch wirkt)

      Darüber hinaus kann es je nach Verfassungstradition erhebliche Unterschiede in der Zurückhaltung des Staates vor Repression geben: Im Gegensatz zu den insoweit recht zurückhaltenden USA gehen die meisten europäischen Länder deutlich weiter. So steht die Rassendiskriminierung im Gegensatz zu den USA in Europa meist auch unter Privatleuten unter Strafe (siehe Volksverhetzung).“

      Abgesehen davon ist es gängiges Berufsrisiko von publizistisch Tätigen wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Beleidigung, Urheberechtsverletzung etc. verklagt zu werden. Deswegen hat man als freier Autor in der Regel eine Berufshaftpflichtversicherung: http://www.djv.de/startseite/service/mitgliederservice/versicherungen/haftpflicht-fuer-freie.html

      Es würde mich sehr wundern, wenn der freundliche Herr Alphons sich damit nicht auskennt.

    • Ich denke nicht, dass die Debatte im Moment irgendwohin führt - eine falsche Tatsachenbehauptung
      wie „Frau Lohaus ist eine Mörderin“ ist eben keine Meinung und kann auch nie eine werden (Verleumdung).

      Trotzdem haben Sie mich auf eine Idee gebracht: Ich könnte mal testen, wie weit es mit dem angeblichen Machtgefälle her ist, dass Sie und andere gerne beschwören. Und gucken, ob ich Mehrheiten dafür bekomme, typische Männergruppenbeschimpfungen (alle Männer sind …) einfach verbieten zu lassen. Das Prinzip haben Sie ja bereits akzeptiert, also müssten Sie das gut finden (Ich übrigens nicht. Ich würde für sancznys verdammtes Recht, Männer pauschal durch den Dreck zu ziehen, auf die Strasse gehen. Was mich von ihr wie von Ihnen unterscheidet).

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  4. Fataler Irrtum
    „Sie blendet das Stigma aus, und damit die ungleichen Machtverhältnisse: Die Wut der Ausgegrenzten ist etwas anderes als die Wut der Ausgrenzenden.“

    Das ist ein fataler Irrtum, Frau Lohaus. Auch Ausgrenzende können sich ohnmächtig fühlen. Es würde ein Blick hinter alle Kulissen helfen. Wie Sie richtig sagen, ist niemand frei von stigmatisierendem Verhalten. Gerade Tolerante sollten sich fragen, ob sie der Mehrheit empathisch genug gegenübertreten, auch wenn das in deren Augen wie Hohn klingt.

    • Klar, eine Beleidigung ist eine Beleidigung. Trotzdem hat es eine andere Bedeutung, weil die eine Gruppe auf eine Art abhängig ist von der Toleranz der anderen.

    • Titel eingeben
      Aber genau das ist es doch: die Minderheiten haben sich längst medial emanzipiert und üben Macht und Druck aus. Wir sehen die Kräfteverhältnisse anders. Solange sie nicht anerkennen, dass Minderheiten Druck ausüben auf die Mehrheit, werden wir nicht weiterkommen.
      Es bleibt beim Eingangssatz: Gerade Tolerante sollten sich fragen, ob sie der Mehrheit empathisch genug gegenübertreten, auch wenn das in deren Augen wie Hohn klingt.

    • Und wie erklären Sie sich dann, dass bspw. die gleichgeschlechtliche Ehe nicht gleichgestellt ist? Dass wir weit entfernt sind von Barrierefreiheit für Behinderte? Dass vor jeder jüdischen Einrichtung Polizisten stehen müssen? Dass es Brandanschläge auf Moscheen gibt? Dass Flüchtlinge sich in bestimmten Gebieten nicht auf die Straße trauen, weil sie bespuckt und angefeindet werden? Wollen Sie das ernsthaft damit begründen, dass die Mehrheit sich wehren muss? Ich verstehe es nicht, die KÖNNEN Ihnen doch gar nichts weg nehmen. Wie sollen die etwa 5 % Muslime in Deutschland denn den Laden übernehmen? Das GEHT doch gar nicht.

  5. Wie sieht denn die Toleranz der Linken und Fortschrittlichen aus?
    Die ach so Toleranten aus dem linken und linksliberalen Milieu werden meist sehr schnell intolerant ungemütlich und manchmal auch sehr aggressiv, wenn jemand nicht ihrer Meinung ist. Wer für die Stärkung der traditionellen Familie eintritt, wird schnell als „ewiggestrig“, homophob oder am besten gleich als Nazi hingestellt; wer dafür demonstriert, muß damit rechnen, niedergebrüllt, beleidigt, angespuckt oder körperlich angegriffen zu werden – siehe die Demonstrationen in Stuttgart. Das gilt für viele Bereiche, sei es Zuwanderung, Gleichmacherei im Schulwesen oder selbst die Energiepolitik. Hier kann jeder einen kleinen Toleranztest im Alltag machen: kleben Sie einen Aufkleber „Atomkraft – Nein danke“ auf Ihr Auto und es wird nichts passieren. Ersetzen Sie diesen durch einen Aufkleber „Ich bin für Atomkraft“ – und Sie werden schnell sehen, was mit Ihrem Auto passiert – rechnen Sie mit zerkratztem Lack, abgebrochenen Rückspiegeln oder zerstochenen Reifen!

    • Das steht doch in dem Artikel, dass niemand frei ist von Intoleranz.

    • Stigma
      Die Kritik ist richtig, wird erst dann schlicht als sie auch eine Gruppe bezogen wird. Es kann von allen gesagt werden, allem Voran vom Schreiber Quentmeier.

    • Sie suchen nach den falschen Personengruppen...
      Sie sollten auf der Suche nach toleranten und intoleranten Menschen nicht nach links oder rechts Ausschau halten – sie werden in allen Lagern Dumme und Intelligende finden, gut Erzogene und schlecht Erzogene oder eben Empathische und nicht Empathische.

      Die Verteilung der Eigenschaften in den politischen Lagern mag vielleicht unterschiedlich sein, aber keine Eigenschaft lässt sich anhand der politischen Vorlieben ausschließen oder mit Bestimmtheit feststellen. Sie werden selbst bei den Grünen genug Menschen finden, die (vielleicht eher versteckt) rassistisch sind. Und in der NPD welche, die (vielleicht eher versteckt) keine Probleme mit Homosexualität haben.

  6. Die Frage ist ja was Toleranz
    und was Suggestion ist. Du hast eine Meinung. Die passt mir nicht. Darum brandmarke ich dich als intolerant. Dann muss ich mich nicht mehr mit deiner Meinung auseinandersetzen, denn ich habe sie ja bereits so bewertet, dass sie kein vernünftiges Urteil, sondern nur ein Ressentiment ist.

    Warum steht über dem Schwarzhäutigen Belastung oder Bereicherung? Wie soll ich wissen, ob dieser Mensch für unsere Gesellschaft das eine oder das andere ist?
    Aber ich kann durchaus ein Urteil bilden, dass die bisherige Zuwanderungspolitik vermeidbare und nicht akzeptable Belastungen beinhaltet. Ich kann auch statistisch zeigen, dass bestimmte Gruppen sich schlechter einfügen und die Gesellschaft mehr Geld kosten. Bin ich dann intolerant? Bereits die Umfragen, die das zu untersuchen vorgeben, unterstellen jedes kritische Urteil als Intoleranz. Darum sind sie unbrauchbar.

  7. Ich finde Toleranz gut. Und was wir vor allem Tolerieren: Millionengroße Steuerschlupflöcher für
    Großindustrie; zum Ausgleich die höchsten Steuersätze in Europa – wenn wir ALLE Steuern und Abgaben incl. Sozialabgaben betrachten; eine verrottende Infrastruktur; Richter, die nicht nach Gesetz sondern politisch Recht sprechen; seit 15 Jahren wirtschaftlicher Niedergang vom deutschen Mittelstand; osteuropäische Diebesbanden bei 15% polizeilicher Aüfklärungsquto; Polizei-/Politikergequatsche zum Umbau von Wohnungen in Festungen…Das alles zehrt meine persönlichen Toleranzreseven langsam aber sehr sicher auf…zumal ich gegen die aufgezählten oder auch nicht aufgeführten Personengruppen nichts habe und nichts hatte – SOLANGE SIE MICH IN RUHE LASSEN. Ist eigentlich ganz einfach!

  8. Das obige Schild
    Das paßt ganz genau zB zur #Aufschrei-Berichterstattung der ARD im Rahmen der Toleranzwoche. Deshalb: Daumen runter!

  9. Oder in Gedankenstrichen
    Was mich an der Plakatkampagne nervt, ist das Wort „oder“, welches zwar deutlich kleiner gedruckt wurde. Durch die Gedankenstriche wird es allerdings (meines Erachtens) betont. Der Betrachter soll sich eben Gedanken machen und hat dabei nur die Wahl: Belastung -oder- Bereicherung, etc. Ein Mensch mit dunkler Hautfarbe muss aber weder eine Belastung, noch eine Bereicherung sein, ein behinderter Mensch weder Aussenseiter, noch Freund, etc.

  10. Warum sich so viele über die Werbeplakate aufregen?
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