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Ich. Heute. 10 vor 8.

Ich. Heute. 10 vor 8.

Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

So hot, so not

| 33 Lesermeinungen

Schluss mit den Polarisierungen: Männer und Frauen müssen ihre Rollen beide neu entwickeln.

Zugegeben, auf der Suche nach der „richtigen“ Frauenrolle, die ich als 35jährige Schauspielerin im Leben spielen möchte, verliere ich im medialen Getöse zuweilen das Gefühl für Selbstbestimmung. Quetsche mich vorm Filmpreis in eine speckfarbene Hüfthose, die meine Haut unterm Kleid straffen und mir eine Abbildung in der „so not!“ – Kategorie der Zeitschrift Bunte ersparen soll. Verknote mich in der Frage, wie ich denn nun am besten zu sein oder auszusehen hätte, um meine Miete zu sichern. Finde das Stammtischverhalten männlicher „Macher“ manchmal nur schwer erträglich.

Und ja, es nervt, wenn mich ein Journalist mit mitleidigem Ausdruck fragt, wie es sich denn anfühle, so als Schauspielerin „in meinem Alter“. Nicht immer laufen die Geschlechterrollenspiele in unserer Branche ganz rund.

Doch ich kann entscheiden, auf die Ü-30-Frage eine clevere Gegenfrage zu stellen, mich von sexistischen Kommentaren nicht irritieren zu lassen, oder in den Konflikt zu gehen. Ich kann entscheiden, meinen mädchenhaften Spaß am Glamour zu haben oder im Hosenanzug zum Filmpreis gehen. Mal dahingestellt, ob mir solch eine Lässigkeit stets gelingt, ich trage die Verantwortung für mein Handeln selbst. Als jemand, der in Freiheit, mit Zugang zu sozialen Mitteln und Bildung aufgewachsen ist, liegt es jeden Tag aufs Neue in meiner Hand, mit welchen Spielarten von Weiblichkeit ich meine Identität ausstatte.

Deshalb halte ich ständig wiederkehrende Motive wie Botox, Silikonbrüste und Besetzungscouch auch für einen Nebenschauplatz in der Diskussion um Gleichberechtigung. Sofern wir eine Wahl haben, sollten wir es uns radikal selbst überlassen, wie wir mit unserem Leben und unserem Körper verfahren möchten.

Es ist nicht weniger problematisch, Frauen ein als emanzipiert geltendes Verhalten nahezulegen, das chirurgisch gepimpte Kurven, Kopftücher, zaghaftes Verhalten und zarte Mädchenstimmen verurteilt. Dadurch werden die vertrauten Muster der Normierung des Weiblichen mit umgekehrten Vorzeichen reproduziert, anstatt Frauen als souverän in ihren Entscheidungen zu begreifen.

 

© ANTOINE JONQUIEREWelche Rollen wollen wir spielen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jenseits von „so hot“ oder „so not“ ist die wesentlich bedeutsamere Frage, inwieweit Frauen jene Wahlfreiheut heute überhaupt gegeben ist, ob Menschen ungeachtet ihres Geschlechts, ihres sozialen Status oder ihrer Herkunft in Deutschland ohne Benachteiligungen leben können, um selbst entscheiden zu können, wie sie glücklich oder unglücklich werden wollen.

Hier weiterzukommen, erfordert ein Nachdenken darüber, was wir aus vorhandenen gesetzlichen Regelungen machen, was sich also nicht mehr nur auf dem Papier, sondern in unseren Köpfen verändern muss. Dass in manchen Köpfen nach wie vor das Bedürfnis wirkt, einen Schuldigen an einer vermeintlichen „Geschlechterkrise“ auszumachen, wundert mich.

Buchtitel wie „Was vom Manne übrig blieb. Krise und Zukunft des starken Geschlechts“ von Walter Hollstein oder „Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann“ von Ralf Bönt zementieren eine Emanzipationsgewinner/verlierer-Polarität. Auch Bascha Mikas Aussagen zu ihrem kürzlich erschienen Buch „Mutprobe“ – „Jedes Jahr ist ein Abzug in der Gesamtnote“, „Frauen werden alt gemacht“ und „Es gibt nur ein weibliches Schönheitsideal: das der jungen Frau“ – manifestieren das Bild der Frau als einer Person, die äußeren Umständen unterworfen ist.

In einer sich ständig verändernden, global agierenden Multioptionsgesellschaft bewegen sich Geschlechterbilder jenseits von Eindeutigkeit. Es ist nicht mehr zeitgemäß, sich an konventionellen Rollenideologien aufzuhängen. Vielmehr wäre es wünschenswert, im allgemeinen Rauschen der Genderdiskussion ein Reden zu befördern, das individuelle Differenzen und unterschiedliche Erfahrungshorizonte anerkennt, anstatt sich mit allzu bekannten Formeln wie „in Würde altern“, „Schönheitsdiktate“ oder „Männlichkeitsverlust durch Emanzipation“ kommunikativ im Kreis zu drehen.

Die Aufgabe, die Frauen und Männer gegenwärtig zu lösen haben, ist schließlich die gleiche: ihre eigenen Rollen im Spannungsfeld zwischen sozialem Anpassungsbedürfnis und persönlichem Entfaltungsdrang fortlaufend für sich selbst stimmig zu entwickeln.

Dabei könnte der Versuch, eine vorsichtigere Sprache zu sprechen, die sich nicht in Schlagwörtern, Hysterien oder gegenseitigen Anschuldigungen erschöpft, in einem noch nicht abgeschlossenen Emanzipationsprozess lohnenswert sein. Nötig wäre eine Sprache, die sich die Mühe macht, genauso emphatisch wie differenziert zu sein, die zuhört und forscht, statt einen Allgemeingültigkeitsanspruch zu erheben. Der Mensch erzeugt den Menschen, und wie wir diesen Menschen in der Zukunft – auch sprachlich – erzeugen wollen, liegt an uns.

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33 Lesermeinungen

  1. Die Sprache von Monika van Paemel (Belgien)//Ubersetzungen in Deutsch
    „De Vermaledijde Vaders“,ein erschütterendes Buch ,vergesse ich nie.Ihr Blog …und sofort waren die triftige Wörter Monika van Paemels da….bereits die erste Seite …wie ernüchterend!

  2. Müssen? Sollten. Vielleicht. Tun sie es? Und warum sollten Sie es tun?
    Kommen Sie, lassen Sie uns gemeinsam überlegen, ob Menschen das tun, was sie müssen sollen. Ich kann mich dabei nur auf persönliche Erfahrungen und medial in sogenannten Qualitätsmedien vermittelte Eindrücke beziehen, letzteres bildet die Erfahrungen nicht akademisch vorgebildeter Menschen logischerweise fast gar nicht ab.

    Mir scheint unzweifelhaft, dass sich die Frauen auf den Weg gemacht haben. Für die haben sich die Möglichkeitsräume drastisch erweitert, zumindest ist das deren Wahrnehmung, wenn sie jung sind. Seltsamerweise hat diese Veränderung einen Bereich fast vollständig ausgespart: Das Partnerwahlverhalten. Sowohl bei den Kriterien der Partnerwahl (sozio-ökonomisch: nach oben) als auch bei den Kriterien für die eigene Attraktivität (Ich bin über 40 oder 50? Over and out). Das zweite ist medial vermittelter Blödsinn, das erste schickt das völlig falsche Signal an junge Männer (Jungs, vergesst den Blödsinn, den wir Euch erzählen – wenn´s ans Eingemachte geht, zählt bei Euch Ausbildung und Job). Ansonsten können und dürfen Frauen heute alles. Inklusive der Ausbeutung blutjunger und bitterarmer männlicher Nutten an den Stränden Afrikas und der Karibik, sorry für den Seitenhieb. Die Verlustseite dieser Gewinne scheint sich in Grenzen zu halten und konzentriert sich auf die Sicherheit in und für die Familienplanung und -gründung sowie die wegfallende Interaktionssicherheit normierter Rollenvorstellungen (ja, das ist ein Verlust).

    Für Männer ist das Bild weitaus gemischter, wenn nicht im Ergebnis negativ. Natürlich haben sich theoretisch ihre Möglichkeitsräume auch erweitert, sie dürfen all das, was vorher Frauen vorbehalten schien. Dem stehen eineindeutige Verluste gegenüber – von Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt über die mediale Verachtung „männlicher“ Eigenschaften (Aggressivität, Risikobereitschaft, Wettbewerb etc.) bis hin zur schulischen Vernachlässigung. Und selbst die Gewinne sind nicht so eindeutig, wie man meinen könnte – Frauen mögen antworten, ob sie Männer attraktiv fänden, die derartig viel Nabelschau und Gefühlsaufwallungen betreiben, wie man sie bei durchaus vielen jungen Frauen in Datingportalprofilen oder auf den Seiten von Blogs, tumblr oder facebook findet. Nach meinem Eindruck: Eher nicht. Die übrigen Verluste sind die gleichen, wie bei Frauen – zunehmender Wegfall Sicherheit gebender, weil vornormierter, Rollenmodelle.

    Es bleibt im Vergleich zu vor 50 Jahren ein sehr klarer, eindeutiger und häufig übersehener Gewinn: Zugang zu nicht käuflichem Sex. Der lief einmal fast ausschliesslich über eine auch gesetzlich feste Bindung namens Heirat, war ein Anbietermarkt bei der Preisfindung (Anbieter: Frauen) und hielt ausserhalb der Ehe ein Hochrisiko namens „Kinder, ungewollt“ bereit. Mit alle den Änderungen der letzten Jahrzehnte (Pille, sexuelle Befreiung, ausdifferenzierte Beziehungsmodelle, erleichterte Scheidung, wegfallende Rollenerwartungen etc.) haben sich die Verhältnisse fast umgekehrt. Mit der Folge, dass feste, beide Seiten verpflichtende Partnerschaften, als Notwendigkeit (für Sex und soziale Anerkennung) weggefallen sind. Ich kann mich da täuschen, aber mir scheint, dass Männer diesen Wegfall leichter wegstecken, als Frauen und ihn auch eher als Vorteil denn als Nachteil erleben.

    Es scheint offensichtlich zu sein, dass sich jetzt, nachdem sich die Frauen auf den Weg gemacht haben, auch die Männer auf den Weg machen müssten. Mir scheint allerdings, dass die Kombination aus Partnerwahlverhalten der Frauen und eindeutigen männlichen Freiheitsgewinnen bei Sexualkontakten verhindern könnten, dass sie das wollen.

    Was dazu führt, dass im wesentlichen für Frauen die heute bereits artikulierten Frustrationen steigen könnten. Sie sind losgelaufen, während die Männer in ihrer Wahrnehmung unschlüssig um den Startblock herumstehen. Nur, dass das Herumstehen nicht unschlüssig ist – Männer haben den Startschuss nicht bekommen.

    Mir ist durchaus bewusst, dass ich bei allem Gesagten grob vereinfache und stark generalisiere. Unter vollständiger Ausblendung individuell ganz anderer Lebensentwürfe. Das geht aber nicht anders, wenn auf der Ebene von Gesellschaft, also hochaggregiertem Individualverhalten, diskutiert wird.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Das war mal
      richtig gut. sie haben den text entsprechend ihrem inneren selbst offensichtlich ganz einfach so laufen gelassen, wie er kam und war – und alles richtig reif und prima, danke.

    • Ein Tusch!
      Lieber Herr Haupts,
      das ist ja richtig schön und klug, was Sie da geschrieben haben!
      Und so gar nicht angriffig!
      Viele Grüße
      cn

    • Interessante Gedanken Herr Haupts
      Mal schauen, was Feministinnen dazu sagen:

      Heul doch!

      https://mobile.twitter.com/adam_mcphee/status/496877450727784448/photo/1

    • Sie weisen im Sinne eines „Verlusts“ auf die wegfallende Interaktionssicherheit vornormierter Rollenvorstellungen hin. In Interaktion unsicher zu sein, muss keinen Verlust bedeuten. Im Zweifel kann Reflexion und Veränderung stattfinden.

    • Regeln vor Inhalten verhandeln zu müssen, wird von den meisten Menschen dann als Verlust
      Verstanden, wenn die Regeln vorher klar waren.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Schön. Das "Heul doch" hätte von mir sein können, der Sinn Ihrer Antwort erschliesst sich mir
      Ohnehin nicht. Ich fühle mich von Feministinnen weder überrollt noch verfolgt.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  3. Die Evolution, ein ewiger, NIE abgeschlossener, aber stetig SCHWEI-GEND(ER)!!!, ZWANGLOS(ER)!!!...
    reifend(er) „Emanzipationsprozeß“?!…
    allen SEIN(’s)…aller Existenz(en)…aller Energie-Fluß-FORMEN(sch)?!

    !!!Männer und Frauen MÜSSEN ihre ROLLEN?! beide neu entwickeln!!!…WEITER_SPIELEN???
    Mensch authentischer Rollen-Spieler?…Rollengesellschaft…Zwanggesellschaft…
    Befreiung vom (Rollen-)Zwang mittels neuem (Rollen-)Zwang???

    …oder jeder reift in „schweigender Ruhe“(Selbsterkenntnis und Einsicht), ruhiger(er) Gesellschaft,
    LÄRMFREIER Gesellschaft…LÄRM AUF ALLEN GEIST_SOZIAL_GESELLSCHAFT(S)_ETAGEN!!!???

    SOZIAL = HUMAN = RICHTIG…auch sprachlich…keine „Sprach- und Sozial- und Sprachsozialetagen mehr“?!

    HUMAN(SPANNUNGSFREI) leben TROTZ SOZIALSPANNUNGEN(DIFFERENZEN…ETAGEN)…
    die auch bleiben sollen???!!!…
    Sie möchten sozial=humane? Gleichheit, mehr Ausgeglichenheit…
    auf inhumanem Gesellschaft-Basisaufbau…SOZIALETAGEN, Sozialspannungsfelder bleiben?!
    „Nur“ Genderthema?

    Bedeutungsdifferenzierter reden, REIFEFÖRDERNDE_DIALOGE führen…ohne ELITÄRSPRACHEN_GOSSENSPRACHEN_DIFFERENZEN_SPANNUNGEN!!!
    Um überhaupt differenzierter, auf gleicher Ebene(Etage), reife(nde) Dialoge führen zu können,
    um zu Ihrem heren Ziel zu kommen,
    könnte/muß? die bestehende „SCHICHT_SPRACHENDIFFERENZ“ eliminiert werden.
    ROLLENFREIE Dialoge, von authentischem(zwangfreiem) MENSCH ZU authentischem(zwangfreiem) MENSCH…
    auch Männlein…Weiblein…aber nicht nur.

    Human-Bildung…du bist wie/was du sprichst…eine Komponente von vielen wichtigen, da stimme ich Ihnen zu, auch betreffend Weiblein-Männlein…(schwei)GENDER-GEIST(REIFEPROZESS).

    „EMANZIPATIONSPROZEßE“…“DAS“ Thema „NOT WENDEN“, notwendig…auch im Universum:=)

    …auch ich lärme hier mit und vor allem in meinem Beitrag…
    nicht nur mit Worten, wie Sie leicht SEHEN können.

    Der (Universum-General-)Schlüssel: Selbsterkenntnis und Einsicht…können zu einsichtigem handeln führen…
    und vielleicht differenziert von Zwang-Differenzen wie Differenzzwang befreien…auch sprach-sozial.

    Gruß
    W.H.

    • Im Laufe eines relativ gesehen kurzen Lebens kann ein Mensch seine Möglichkeiten nicht völlig ausschöpfen. In diesem Sinne ist der Mensch nie ganz das, was er ist – sondern stets das, was er aus sich macht. Identität als Rollenvielfalt zu begreifen, heißt nicht sich einem Rollenzwang zu ergeben, sondern bedeutet mit den eigenen Möglichkeiten (und Grenzen) spielerisch umzugehen.

    • Ich drück' Ihnen die Daumen auf Ihrem Weg, Fr. Schmid.
      Nur die Liebe, so human zu sein wie möglich, zu allem Sein, zählt.

      …ich habe die „Rolle“ des Human, in der auch geschlechterpaarigen Artenvielfalt der Schöpfung,
      Evolution mit weibl./männl. Human-Identitätbewußtheit, begriffen.
      Und auch die Sehnsucht der Seele nach Frieden und Geborgenheit…s. Nur die Liebe…zählt:=)

  4. Alles Evolutionsprozesse...unser Anteil, Human-Leben-Emanzipationsprozess(e)...
    „Zwang-eliminierungsprozess(e)“.

    Zitate:
    Jeder Mensch wird als Original geboren, aber die meisten sterben als Kopie 
    Kaspar Schmidt (1806-1856)

    …Zeitgeistkopie?!

    Der Sache ergeben sein, nicht den Menschen!
    Johann Gottlieb Fichte (1762-1814)

    …HUMANITÄT?!

    Die Menschen glauben aufrichtig, die Ruhe zu suchen, und suchen in Wirklichkeit nur die Unrast.
    Blaise Pascal (1623-1662)

    …Reden(Lärm) ist silber, Schweigen(Denken) und schwei-Gender, ruhiger leben ist Gold.

    Jeder Narr kann Regeln aufstellen und jeder Tor wird sich danach richten.
    Henry David Thoreau (1817-1862)

    …Sprachdenken…Elite(sprache-)denken…Gossen(sprache-)denken?!

    Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

    …Schichtdenken…Schichtleben…Mittelschicht?!

  5. Genau deswegen sollte man nicht dem sexistischen Diktat der Feministen folgen,...
    …die überall Ungerechtigkeiten in den Geschlechtern entdecken und sowohl Feminines als Maskulines fortlaufend problematisieren und destruieren bis nur noch ein Haufen Scherben übrig bleibt.

    In Deutschland darf man nicht mehr Frau sein und nicht mehr Mann sein. Wer feminin oder maskulin daher kommt, gilt sogleich als verdächtig. Man darf hierzulande eigentlich nur noch Geschlechterkritik betreiben. Damit muss endlich einmal Schluss sein.

    • Mann/Frau darf nicht Mann/maskulin und nicht Frau/feminin sein – wer schreibt das denn vor? Abgesehen davon: was bedeutet das überhaupt? Und: wie wollen Sie denn sein? Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als weiterhin eigenverantwortlich über solche allgemeinen Begrifflichkeiten nachzudenken.

  6. heute dominiert aber leider Identity politics
    „Dabei könnte der Versuch, eine vorsichtigere Sprache zu sprechen, die sich nicht in Schlagwörtern, Hysterien oder gegenseitigen Anschuldigungen erschöpft,…“

    Sie haben völlig recht, ich bin ganz auf Ihrer Seite, frage mich aber, ob Sie das Problem nicht unterschätzen.

    Ich beobachte die Szene seit einer Weile, nach meinem Eindruck ist die Hysterisierung ein eigenes Problem, das die eigentliche Sachdiskussion überdeckt und flächendeckend unmöglich macht, zumindest in öffentlichen oder politischen Kontexten, auch in den vielen Foren und Blogs. Aktuelles Beispiel ist das „Verbrechen“ von Matt Taylor, in kurzen Hosen und quietschbuntem Hawaiihemd, das Frauen in schulterfreiem Kleid zeigt, bei einem offiziellen Auftritt erschienen zu sein, auf dem die Landung seiner Sonde „Rosetta“ gefeiert wurde. Er wurde deswegen so fertig gemacht, daß er kurz danach nur noch ein heulender Haufen Elend war. Julie Bindel, bekennende Feministin, hat im Guardian vor ein paar Tagen in ihrem Text „Feminism is in danger of becoming toxic“ deutliche Worte dazu gefunden.

    Politisch und medial dominiert heute Identity politics, also ein Selbstverständnis, bei dem man sich nicht mehr als individuelle Person versteht, sondern nur noch als Mitglied einer (diskriminierten) Gruppe und bei dem man jede Belästigung, die ein Mitglied der eigenen Gruppe vermeldet, als persönlichen Angriff wertet und entsprechend aggressiv gegen alle Mitglieder der feindlichen Gruppierung „zurückschlagen“ darf, in Notwehr sozusagen.

    Fotografen würden von Kontrastaufsteilung reden. Man kann es auch als Hetzkampagne bezeichnen oder von Profi-Empörten reden. Mir ist unklar, wieweit diese medialen Skandalisierungen bei Lisa und Otto Normalverbraucher ankommen. Ich glaube, im Privatleben, im Gegensatz zu öffentlichen Diskursen, dominiert immer noch die klassische Höflichkeit, die automatisch zu einer vorsichtigen Sprache führt.

    „Nötig wäre eine Sprache, die sich die Mühe macht, genauso emphatisch wie differenziert zu sein, die zuhört und forscht, statt einen Allgemeingültigkeitsanspruch zu erheben.“

    Wenn ich nicht von der Aufschrei-Kampagne letztes Jahr noch immer dermaßen eingeschüchtert wäre, dass ich keiner fremden Frau mehr in die Augen sehe, würde ich jetzt sagen, ich umarme Sie für diesen Satz 😉

    • Das Verbrechen von Matt Taylor bestand schlicht in unprofessioneller Kleidung,
      ich möchte auch keine Frau einen Stammzellendurchbruch öffentlich feiern sehen, bei dem sie ein T-Shirt mit einem halbnackten Mann trägt.

      Ja, eine überschaubare Reihe von Reaktionen einiger Hysterikerinnen war unschön, aber seit wann bitte lassen wir uns von den wenigen Bescheuerten dieser oder einer anderen Republik unsere Reaktionen aufzwingen? Ein kurzes „War bescheuert, so ein Shirt zu tragen, sorry“ hätte völlig gereicht, Tränenausbrüche sind eher ein Zeichen für psychische Labilität denn für wirklich massiven Druck. Und dann gehört auch noch zu der Geschichte, dass ein paar der Hysterikerinnen, die den angeblichen Shirtstorm ausgelöst haben, danach eine Flut direkter, verbaler, sexueller Gewalt- und Todesdrohungen erhielt – von Männern, die sich vorher über den „Druck“ der Fenministinnen aufgeregt haben.

      Sorry, aber langsam langt´s mir. Und zwar nicht nur der Schwachfug der Radikalfeministinnen – der erledigt sich von selbst – sondern auch (und mehr) die Labberigkeit des modernen Mannes. Wer sich von ein paar unfreundlichen Tweets in einen Tränenausbruch treiben lässt, hat vermutlich auch twitter. Und das schon zu lange.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  7. Toleranz für andere Meinungen, auch wenn sie unangenehm sind
    Eine empathische Sprache zu fordern ist in gewisserweise intolerant. Denn ich schreibe damit vor, wie ein anderer sich äußern darf bzw. wie er es nicht tun sollte. Toleranz heißt es, den anderen in seinem Bereich so sein zu lassen, wie er ist bzw. wie er es möchte. Dazu gehört es auch, dass er eine eigene Meinung zu meiner Art von Lebensgestaltung haben darf. Es steht mir zu, mich zu entscheiden, nach welchen Rollenbildern ich leben möchte und nach welchen nicht. Und es steht ihm zu, es nach seinem Empfinden zu beurteilen – auch unempathisch, wenn er es will. — Es ist eine zweiseitige Medaille: Rücksicht lernen und zu lernen, nichtzusagende Kritik stehen und von sich abprallen zu lassen.

    • Ich bin keinesfalls in der Lage jemand anderem eine Sprache vorzuschreiben und daran auch nicht interessiert. Meine Forderung für ein anderes, differenziertes und gemeinschaftsbildendes Reden in der Genderdebatte ist ein Vorschlag – Sie könnten es auch eine Sehnsucht nennen.

  8. Vielleicht alles nur nur ein halber Satz gewesen ?
    „Ich trage die Verantwortung für mein Handeln und Nicht -handeln selbst. Und manchmal überlasse ich die Verantwortung für mein Leben radikal meiner Ehefrau. Denn das machte interessante neue Erfahrungen und Einsichten. Und wir müssen nichts, aber dürfen zärtlich manches. Und alles wird gut, sobald ich aufhöre zu denken und nicht versuche – durch „Tauschoptimierung oder wie auch immer“ – zu bekommen, sondern mich mit meinen Gefühlen und Fähigkeiten in alle Richtungen voraussetzungslos wegschenke. Denn ich wurde bereits erlöst. (Hinweis für die übliche diplompsychologische Spießerdummheit, die womöglich wie üblich im Netz mitläse: „vorraussetzunglos“ läsen Sie als „grenzenlos“ natürlich falsch.)

    Also gleich nachher oder morgen was anders machen. Aufwachen, anziehen, einkaufen gehen, ohne fertig machen und ohne Blick in den Spiegel, die Menschen nehmen Sie, wie Sie sind, die Menschheit wurde nämlich schon vor dem Spiegel erfunden.

    Wir sind nichts selbst, wir sind eine Schöpfung, alles ist bereits vorfindlich, es gälte auszufüllen – Lebensweg wäre dann auch ggfls. mehr und mehr die Entdeckung dessen.

    und frauen hätten im allgm. drei „identitäten“: eine öffentliche öffentlichkeit, eine öffentliche privatheit und eine private privatheit. was Sie hier vorstellten waren alles einblicke in ihre öffentliche privatheit, die interessierte aber auch emanzipierte männer keinen deut – das kennte nan(n) schon alles, emanziption der frau – und scheiternde frauen, ggfls. total scheiternde frauen, gäbe es schon länger, daher. also mehr private privatheit, auch frau könnte noch besser befruchten.

    und an einer frau von mitte dreissig interessierte ganz normal wie hielte sie es mit der fruchtbarkeit, also dem kinder haben. denn das brächte den maximalen veränderungsschub voran, so oder so. wollte sie das mit ihrem ehemann oder der ehefrau? oder durch adoption und wie sonst? und mt ohne oder angst oder freude oder bedenken. (ob mit oder ohne geld je eh egal.)

    an einer frau interessiert also wie bekannt zunächst keine berufliche karriere, es sei denn man wäre abhängiger arbeitgeber. sondern das biographische. also so wie bei erika mann und therese giehse z.b..

    Z.B. Erika Mann hätte ja auch unter ihren Nicht-handelns-Anteilen ein Leben lang sehr gelitten, und später daan auch schwer getragen.

    Alles Gute.

  9. Und mit Verlaub, ginge noch weiter, handelte sich nämlich womöglich auch ganz einfach um grundsät
    liche Unkenntnis des Lebens und der Weiblichkeit? Also der an sich?

    Denn die gestandene, erfahrene, erwachsen Frau und vielfache Mutter von sagen wir heute Mitte 50 – also kaum 20 Jahre älter – und sicher seid einigen Jahren „durch Aufhören“ der ein- oder anderen Sache gegen Willen (gegen Willen?) mindestens schon das zweite Mal verändert, jetzt zu meh Gesichtsbehaarung, tieferer Stimme und markanteren Kinnprofilen nebst deutlich flacher gewordener Körperrückseite, sagte da zu – O-ton – „was will ich denn mit der? So eine dumme Pute (war ich doch auch mal) da muss die schon selbst durch und schafft die auch. gibt aber nichts verbindendes dort zwischen uns, wie das „was wir jetzt müssten“. ich muss die gar nicht, denn was hätte die schon mit mitte 30? ich weiß, was alles vermutlich nicht also nicht drei kids, davon eins mongoloid, dann eins grad mit hirnhautentzündung im krankenhaus, dazu noch die mutter von 76 bei sich wohnen, die jetzt immer häufiger anstalten machte, wenn ich nicht aufpasste, nackt, nur in eine gardine gewickelt, früh um elf auf die strasse zu rennen und „hasch mich, ich bin der frühling“ zu spielen, dabei sollte die doch erst nächstes jahr ins heim, jetzt passte noch nicht so recht, auch finanziell nicht, und dazu noch einen mann von 38 mit karrieerestau, beginnendem burn-out, haarausfall an den ecken, dazu plötzlich ganz neuem bachansatz, einen mann, auf den ich auch noch mit aufpassen muss wie ein kleines kind, dass er nicht noch meinte, sich mit fremdgehen selber therapieren zu müssen, und dann die raten fürs haus, von denen ich manchmal kaum noch weiß, wie sie zusammenkriegen, und meine kinderlose freundin mit den frühkindlich duch mangel oder verfrierungen verkürzten eierstöcken die 2x im monat bei mir anruft und sich bei mir! ausheult, weil es bei ihr aber nicht klappt, aber dabei wollte sie doch auch so sehr,und ihr mann auch, und der förderverein der grundschule hätte mich gerne als elternsprecherin und DEN job würde ich am liebsten machen, habe aber dafür und für mich echt keine zeit – und für solch eine, die das alles nicht hat, soll ich noch helfen krokodilstränen zu vergeuden, näh mein lieber, mit so weibern, also geschlechtsgenossinen, da bleib mir mal lieber vom halse. ich hatte nämlich genug zu tun früher meine familie und mein leben zusammen zu halten, wie du genau weißt, und speziell wir frauen sind ja untereinander das undankbarste und unanständigste von der welt auch schon mal und können einander spinnefeind sein, aber uns doch gegenseitig die kerle ausspannen, und wäre es nur aus rache – das undankbarste und unanständigste von der welt auch schon mal, das es gibt, nein, die ist eine andere generation und muss und kann da auch ganz schön alleine und selbst durch, musste ich ja auch, wir frauen sind ja was höheres, da kann die also auch schon ganz alleine und ohne fremde hilfe durch. ich aber nicht! ich halte mich vielmehr auch weiterhin schön an meine gleichaltrigen besten freundinnen – und fertig!“

    und sähe bald so aus, als ob das häufiger so wäre – denn sonst wüssten ja die jetztzeitigen mittdreissigerrinnen es so auch von den kaum älteren, denn was wären schon 20 jahre? aber frau halt von höheren mächten doppelt blind und abhängig gewollt im dienste des reproduktionsziels, erst sähen sie selbst nicht, das sie ihren fall in sinne einer öffentlichen privatheit – wie frau nämlich immer schon – genau so öffentlich machten, damit sie was dazu bekämen – passivistischer anteil? und b. nicht, das sie selbst nicht simpel und einfach aktiv hingingen, frauen von 55, 65 oder 75 aufs gewesene, schon erreichte, aufs ewige hin zu interviewen, „sondern wir müssen neu“.

    klar, letzteres das unreflektierte grundmuster? „wir müssen ständig neu“. genau, schwanger werden und uns in unseren männern irren, damit das leben grade genau so weiter ginge – denn „fortschritt“ wäre eine bloße behauptung, männlich unidirektional entlang des zahlen- u. zeitsstrahles – weiblich aber wäre going round in circles again and agian and again- und wäre endlich der immer selbe kreis? und ggfls. sogar sehr glücklich ganz ohne fortschritt – „wenn nicht nur morgen schon wieder irgendetwas passieren würde“?

  10. Als erste Reaktion von mir…. einfach nur ein kurzes...
    D A N K E !

    seitdem ich seinerzeit eine der ersten „Emma“-Ausgaben gelesen habe und ich mich angesichts des gnadenlosen Geschlechterkampfes und Männerhasses schockiert und Schlimmes ahnend gefragt habe, wie so etwas je zu einem konstruktiv-respektvollen Miteinander der Geschlechter führen soll, habe ich solche klugen Worte nur selten gehört.

    Die zeigen der Klassenkämpfer der Geschlechter und der selbsternannten Führerinnen sollte endlich vorbei sein und das respektvolle, nicht ständig mißtrauensdurchtränkte Miteinander (nicht nur zwischen den Geschlechtern, auch und insbesondere mit denjenigen Gesellschaftsgruppen, die heutzutage WIRKLICH Massiv diskriminiert werden) allmählich wieder mehr in den Vordergrund rücken.

    In diesem Sinne
    nochmals DANKE.

    • Ich freue mich, dass mein Text für Sie interessante Gedanken enthält. Würde dennoch gerne anmerken: Sie sprechen in Bezug auf vorangegangene feministische Debatten von „Männerhass“ und ich glaube, hierin steckt bereits ein Missverständnis, das Sie ebenso wie ich in einer gegenwärtigen Auseinandersetzung um Gleichberechtigung gerne vermeiden möchten. Die Verdienste der feministischen Bewegung des letzten Jahrhunderts stehen für mich außer Frage und ich bewundere die Radikalität und den Mut, mit dem Menschen damals um mehr Gleichberechtigung gekämpft haben, um die massiven Umwälzungen von einer patriarchal organisierten Gesellschaft hin zu einer freiheitlicheren zu schaffen. Das hat mit Männerhass weniger zu tun, als mit der Kraft und Leidenschaft, die ein Auflösen tradierter Machtstrukturen erfordert hat.

    • Den Männerhaß im Feminismus sollte man nicht verharmlosen
      Sehr geehrte Frau Schmid,

      „“Männerhass“ … hierin steckt bereits ein Missverständnis,“

      Leider nein. Sie sehen den Feminismus durch die rosarote Brille und verschließen die Augen vor den häßlichen Seiten, die die Betroffenen weitaus deutlicher wahrnehmen.

      Männerhaß bzw. Misandrie ist im Feminismus unübersehbar. Angefangen bei Feministinnen, die am liebsten die Männer ausgerottet hätten (Valerie Solanas, Andrea Dworkin u.a.) und die heute auf Twitter unter Tags wie #killallmen oder #killmostmen herumtrollen, die man aber nicht ganz ernst nimmt und für psychisch gestörte Einzelfälle erklärt. Die Strategie, daß es unseren Söhnen schlechter gehen muß, ist hingegen verbreitet (und nicht alleine Gedankengut von A. Schwarzer) – was ist das anderes als Haß? Haß ist eine tiefe Abneigung verbunden mit dem Willen, dem verhaßten Objekt zu schaden. Oder wenn sie von einer bekannten aktiven Feministin ganz genau erklärt haben wollen, wie intensiv sie Männer haßt, dann lesen von Samantha Allen: „I hate men“.

      Ihre Argumentation, was wie Haß aussieht sei „Kraft und Leidenschaft, die ein Auflösen tradierter Machtstrukturen erfordert hat“, ist eine unhaltbare Verharmlosung und war selbst vor 2 oder 5 Generationen nicht richtig und ist heutzutage erst recht verfehlt. Männerhaß ist für den Feminismus das gleiche Problem wie Pädophilie für die Grünen oder Frauenhaß auf der Männerseite: es hilft nichts, das Problem zu leugnen, sondern man muß es ernst nehmen und immer wieder dagegen ankämpfen. Dummerweise gab und gibt es nun einmal männerhassende Frauen, dummerweise sind die besonders aktiv und drängeln sich oft als Wortführer nach vorne und drängen aus offensichtlichen Gründen in die Machtstrukturen des Feminismus in Parteien, Ministerien usw. Diese Frauen als kleine lästige Minderheit abzutun ist den Kopf in den Sand stecken. Ihr Plädoyer „Schluss mit den Polarisierungen“ wird doch gerade durch diese Minderheit ständig hintertrieben.

    • Frau Schmid, nur kurz eine Entgegnung...
      Ihre Antwort auf meinen ersten Kommentar ist etwas irritierend, weil Sie es so formuliert haben, als wenn ich gewisse Behauptungen aufgestellt hätte…
      Zitat:

      „Ich freue mich, dass mein Text für Sie interessante Gedanken enthält. Würde dennoch gerne anmerken: Sie sprechen in Bezug auf vorangegangene feministische Debatten von „Männerhass“ und ich glaube, hierin steckt bereits ein Missverständnis, das Sie ebenso wie ich in einer gegenwärtigen Auseinandersetzung um Gleichberechtigung gerne vermeiden möchten.“

      Wissen Sie, werte Frau Schmid, ich war bereits volljährig, als die erste Emma-Ausgabe erschien und schwarzer ihren Feldzug gegen die männer begann- Sie waren damals noch nicht einmal geboren.
      Woher wollen Sie also als Zeitzeuge WISSEN , was damals abging in den Medien?

      Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie Jahrzehnte später geborene Menschen Zeitzeugen belehren, was damals angeblich passiert sei… Schauen Sie sich einfach mal alte Talkshows an ode lesen Sie mal, ws damals so alles geschrieben wurd und Reden Sie mal mit menschen, die damals bereits als Erwachsene die Epoche mitbekommen haben – und orientieren Sie sich vielleicht besser nicht an den Legenden, an denen Schwarzer und Hofstaat selber jahrzehnte gestrickt hat. Im Blog von Frau newmark habe ich ja einiges dazu geschrieben.

      „Die Verdienste der feministischen Bewegung des letzten Jahrhunderts stehen für mich außer Frage und ich bewundere die Radikalität und den Mut, mit dem Menschen damals um mehr Gleichberechtigung gekämpft haben, um die massiven Umwälzungen von einer patriarchal organisierten Gesellschaft hin zu einer freiheitlicheren zu schaffen. Das hat mit Männerhass weniger zu tun, als mit der Kraft und Leidenschaft, die ein Auflösen tradierter Machtstrukturen erfordert hat.“

      Da liegen Sie falsch: die WIRKLICHEN Heldinnen waren die Feministinnen im 19. Jahrhundert – DIE haben sich wirklich einer massiven Mauer der Diskriminierung gegenüber tapfer und ausdauernd behauptet und die Grundlagen gelegt. Und deswegen bewundere ich DIESE tollen frauen ungemein, sie haben wirklich kämpfen müssen.
      Als Schwarzer auf den „Gleichberechtigungsmarkt“ kam, um ihre Marke zu etablieren, wr das wie bei Kohl und. wiedervereinigung: sie brauchte nur noch die Hände aufzuhalten, denn die Gesellschaft war seit den 68ern bereits auf vollem Kurs- Schwarzer und ihre fundamentalistischen Jüngerinnen haben dazu nichts nennenswertes mehr beitragen KÖNNEN, alles lief bereits im Automatik- Modus.

      „Das hat mit Männerhass weniger zu tun, als mit der Kraft und Leidenschaft, die ein Auflösen tradierter Machtstrukturen erfordert hat.“

      wie gesagt, das können nur Diejenigen beurteilen, die damals das ganze bewusst erlebt haben. „Siegerliteratur“ á la Schwarzer ist selten objektiv, weil dahinter klare Interessen stecken (immerhin hat es ja für einige Millionen gereicht. Dass ausgerechnet diejenige Frau, die sich angeblich für KiTas und bessere infrastrukturen engagiert, Steuern aus reiner Gier hinterzieht und somit ihren Anteil der dafür nötigen staatlichen Finanzmittel unterschlägt, hat mich übrigens nicht einmal erstaunt – und es ist faszinierend, wie das in feministischen kreisen totgeschwiegen wird.

      Ich habe mittlerweile 2 zusätzliche weitere längere Beiträge hier verfasst, leider wurden beide zensiert.
      Ich schreibe das nur aus dem Grund, damit keiner glaubt, ich hätte mich ins „Off“ geflüchtet.

      Dass fast 50 Jahre nach beginn der „Schwarzer“- Epoche solche (guten) Eingangstexte wie der Ihre überhaupt noch nötig sind, zeigt doch in höchstem maße, wieviel verbrannte erde die fundamentalistische Variante des Feminismus hinterlassen hat: Die Aufräumarbeiten haben OFFENSICHTLICH noch nicht einmal begonnen….

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