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Ich. Heute. 10 vor 8.

Ich. Heute. 10 vor 8.

Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Schock am Morgen – jeden Morgen

| 19 Lesermeinungen

Warum mein Versuch, ganz normal zu frühstücken, an der israelischen Realität scheitert.

Israel© Sabine Frank 

Es ist nicht leicht, dieser Tage als Israelin aufzuwachen. Noch bevor ich meinen ersten Kaffee getrunken habe, lese ich in Haaretz einen Artikel des früheren Mossad-Chefs Shabtai Shavit. Er warnt, dass zum ersten Mal die Zukunft des zionistischen Projektes infrage stehe. Dann ruft mich ein Freund, ein israelischer Journalist, an, mit dem ich täglich die besorgniserregende Lage der Nation bespreche. Ein großer Fehler, das vor dem ersten Kaffee zu tun.

Auch sonst kein Optimist teilt er mir kurz und bündig mit: „Es ist vorbei“. Damit meint er die Zukunft unseres Landes als demokratischen und jüdischen Staat, denn das israelische Kabinett hat nach einer hitzigen Debatte einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der darauf abzielt, die Verankerung des Charakters Israels als „Nationalstaat des jüdischen Volks“ zu stärken. Das Papier sieht unter anderem vor, dass der jüdische Charakter Israels per Gesetz festgelegt wird und das jüdische Recht einen höheren Stellenwert in der Gesetzgebung des Landes erhält. Kurz und gut: Mehr jüdisch und weniger demokratisch.

Obwohl nicht sicher ist, dass dieser Entwurf durchkommen wird, stellt allein seine Existenz einen riesigen Schandfleck auf der ohnehin nicht weißen Weste Israels dar. Er ist nämlich unverhüllt darauf ausgerichtet, die arabische Minderheit des Landes zu diskriminieren. Ich kann es nicht wirklich fassen, schon gar nicht auf leeren Magen.

Aber Benjamin Netanyahu will die nächsten Wahlen gewinnen und eine noch stärker rechtsgerichtete Koalition bilden, dafür wird er wohl den Staat Israel in die Katastrophe führen dürfen. Seine Wiederwahl sollte dem Volk Israel diese Bagatelle doch wert sein. Es lebe König Binyamin. Obwohl sein Vater Historiker war, scheint der Premierminister nicht viel aus der jüdischen Geschichte gelernt zu haben. Der Ex-Mossad-Mann Shabtai Shavit dagegen hat sie umso mehr im Blick:„Ich bin besorgt, weil ich sehe, dass die Geschichte sich wiederholt. Die israelische Nation galoppiert blind in einen Zeittunnel, zurück zu der Ära von Bar Kochba und seinem Krieg gegen das Römische Reich. Das Ergebnis dieses Konflikts war die nationale Existenz im Land Israel mehrere Jahrhunderte, gefolgt von 2000 Jahren des Exils“, so die Warnung des ehemaligen Mossad-Chefs.

Ich glaube, viele Israelis sind nicht blind, sondern geblendet von ihren eigenen Ängsten, die ich auch selbst empfinde: Der Iran droht unverhohlen mit Vernichtung; bedrohlich ist die Hamas im Süden, Hisbollah im Libanon, ISIS in Syrien, der Antisemitismus in Europa. Der Terroranschlag auf die Synagoge in Jerusalem in der vergangenen Woche und die Bilder der blutbefleckten Gebetsschale haben sich hier in die Seelen der Menschen eingebrannt. Die Berichterstattung von CNN über diese Gewalttat auch. Der Sender hatte zunächst die Meldung „4 Israelis, 2 Palästinenser tot in Jerusalem“ eingeblendet, als ob es sich um einen Verkehrsunfall gehandelt hätte. Dann verwechselte er die Synagoge mit einer Moschee.

Das kommt bei Israelis nicht gut an. Die Parolen und Provokationen der Rechten, die nicht nur auf der Straße, sondern auch im Parlament undemokratisch agiert, dagegen umso mehr. Viele Israelis klammern sich an die Rattenfänger vom Jerusalem, dabei gilt es gerade jetzt, Koalitionen mit gemäßigten Kräften in der arabischen Welt zu schaffen. Wie lautete das kluge Motto der Habsburger: “Mögen andere Kriege führen, du, glückliches Österreich, heirate.“ Auf solch gesunden Pragmatismus setzt man in Israel in den letzten Jahren nicht, wozu auch? Es sind ohnehin alle gegen uns.

Apropos Habsburger: Meine in Wien lebende Mutter rief mich gerade an. Sie erzählt mir, dass sie meinen Sohn, ihren Enkel, ermuntert hat, Israel zu verlassen. Das hat sie nicht getan, weil der israelische Pudding in Berlin billiger ist als in Tel Aviv. Die etwas außer Rand und Band geratenen Demonstrationen gegen Israel in Europa haben sie überzeugt. Holocaustüberlebende, wie meine Mutter eine ist, sind sehr empfindlich, wenn das Existenzrecht des jüdischen Staates lautstark und schamlos infrage gestellt wird. Die Parolen werfen sie in ihre stets präsente Vergangenheit zurück.

Nachdem ich dieses wenig erbauliche Gespräch hinter mich gebracht habe, wende ich mich meiner Tochter zu. Es ist ja immer noch früh am Morgen. Ich wünsche ihr einen schönen Tag, wohl wissend, dass sie auch heute mindestens 12 Stunden arbeiten wird. Sie ist Polizistin und – dank der mit Begeisterung zündelnden Pyromanen auf allen Seiten – im Dauereinsatz. An einen Berufswechsel denkt sie zu meinem Leidwesen nicht, an ihrem Gehalt kann ihre Loyalität nicht hängen.

Das alles musste ich heute vor dem heiß ersehnten Espresso ertragen. Für eine seit 33 Jahren in Israel lebende Kaffeehausjüdin eigentlich eine nicht zumutbare Situation. Aber das scheint ja niemanden zu interessieren. Also kümmere ich mich um mich selbst und trinke endlich den köstlichen Kaffee. Drei Tassen, damit ich zu mir komme. Aber warum will ich eigentlich zu mir kommen? Denke ich noch und fahre in die Pilates-Stunde.

Im Café© Sabine FrankIm Café

Auf der Fahrt ins Studio teilt mir Justizministerin Tzipi Livni im Radio mit, dass das die arabische Minderheit diskriminierende Nationalstaats-Gesetz keinesfalls durchkommen wird. Sie wird das zu verhindern wissen. Auch Staatspräsident Rivlin lehnte den unseligen Gesetzesentwurf öffentlich ab. Ist vielleicht doch nicht alles vorbei?

Die Trainerin verkündet: „Heute machen wir Gleichgewichtsübungen. Vielleicht finden wir ja unser Gleichgewicht wieder“, fügt sie mit salbungsvollem Unterton in der Stimme hinzu. Ihre treuen Schülerinnen verstehen sofort und antworten mit einem resignierten kollektiven Seufzer. Weitere Erklärungen sind nicht erforderlich, wir leben ja in Israel. Shoshie machte ihre Drohung wahr und quält uns mit komplizierten Balanceakten. Während einer an Akrobatik grenzenden Pose, die bei mir in einer Bauchlandung endet, fällt mir erst die Parallele zwischen der Pilates-Stunde und meiner gegenwärtigen Realität auf. Ich stelle sogar meine Kaffeesucht infrage, ein äußerst radikaler Schritt für eine k.u.k.-Anhängerin. Doch der von den Folgen des Arabischen Frühlings und von den israelischen Rechten erschaffene ‚Neue Nahe Osten‘ verlangt eher nach Beruhigungstabletten, wenn nicht nach Antidepressiva – jedenfalls nicht nach Koffein. Ich freue mich schon jetzt aufs Einschlafen und hoffe, dass ich heute Nacht nicht vom heutigen, sondern vom gestrigen Israel träume.

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19 Lesermeinungen

  1. Anerkennung und Zerrissenheit: Eretz Israel
    ganz normal frühstücken,ganz normal leben,einfach ein ruhiges ,privates Leben?sich nicht beschäftigen mit der Lage,oder das die Lage sich nicht beschäftigt mit ganz normalen Leute,ja das hätte ich mich gewünscht meiner Lebensabend ohne immer wieder lästige Fragen meiner Umfeld,ein kleines Dorf,aber lässt euch sich nicht taüschen,ein Dorf mit einer Geschichte von Haß undsoweiter,aber heutzutage war ein jeder damals in der Resistance,ja genau,meiner Familiengeschichte ist nur etwas zwischen Dichtung und Wahrheit,eben das Gegenteil,Flucht,Vertreibung und Tod einiger meiner Familie und Freunden,meine Mutter warnte mir immer ,ja letzt endlich they hate Jews,sie wissen Bescheid der heutige europäische Lage,aber einfach in aller Ruhe Kaffee oder Thee,Thee beruhigt ,einfach ein ganz normales Leben ,sich nirgendwo und nirgendwie beschäftigen mit irgendwas und irgendjemand,ja dass glaube ich Ihnen nicht,das Leben erwischt sie jeder neuem Tag,das nenne ich ein Glückseligkeit,ohne die Propheten kein Futur und Vergangenheit und ….da gibt es immer etwas zum schmünzeln und das ganze verrückt sein ,können,dürfen und zeitweilig sollen ,Leben hier oder dort heißt Herausforderungen annehmen,
    Danke für Ihr ermunteres Schreiben und….Glück und Gesundheit!!

  2. Esoterikertreffen bei 10vor8?
    Popcorn …

    Bei einem so ernsten Thema mit Rückwirkungen auch auf Europa ein wenig deplaziert.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Esoteriktreffen :=)
      Die meisten derzeit plazierten Standpunkte zu aktuell ernsten Themen sind „seelenverschlossen“,
      haben zum inhumanen handeln geführt und führen weiter in die Inhumanität…
      s. ernstes Weltgeschehen.
      Der deplazierte Geistfocus, Esoteriktreffen, wie Sie es nennen Herr Haupts, bietet die Möglichkeit den ernsten Themen der Welt
      und ihren Ursachen auf den Grund zu gehen.
      Intelligenz ohne Emotion ist nicht vernunftfähig.
      Vernunftdenken und Vernunfthandeln ist ein Produkt aus Herz und Verstand, Emotion und Intelligenz.
      Die ernsten Themen dieser Welt sind Vernunftmangelergebnis.

      Gruß,
      W.H.

    • lieber Herr Haupts,

      denken Sie, dass ich das Thema nicht ernst nehme? Meine Art mit der Realitaet hier umzugehen, ist ein weinendes und ein lachendes Auge. Ich bin meinen eltern dankbar, dass sie mir diese Faehigkeit geschenkt haben.
      Und die Rueckwirkungen auf uns sind, pardon, etwas heftiger.
      Beste Gruesse

      Anita Haviv

    • Titel eingeben
      Geehrte Frau Haviv,

      mein Kommentar bezog sich in keiner Weise auf Sie, sondern auf die ersten einschlagenden Kommentare.

      Wäre ich in Ihrer Lage, würde ich – glaube ich – den ganzen Tag nur noch hysterisch lachen, um nicht den ganzen Tag weinen zu müssen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Hallo Fr. Haviv
      Ich denke Hrn. Haupts Kommentar bezieht sich allein auf meine Beiträge. Und heute stimme ich ihm zu. Nicht aus Mangel an Ernsthaftigkeit meiner Beiträge, wie Herr Haupts meint, sondern weil sie hier keinen Zweck erfüllen. Sie können nicht verstanden werden, wie Sie ja auch kommentiert haben. Warum und wieso führt hier zu weit.
      Sie sind hier deplaziert.
      Bitte löschen Sie meine Beiträge.

      Gruß
      W.H.

    • Betrifft hysterisch lachen und Popcornurteile
      Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächerlich finden.
      Johann Wolfgang von Goethe

      Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete, er kennt weder Gründe noch Gegengründe.
      Anselm Feuerbach

      Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug, ist auch nicht menschlich genug.
      Joseph Joubert

      Gruß
      W.H.

  3. Frühstück-Schock am Morgen?...im Heute...im ganz normalen Wahn-Sinn?
    Der Mensch, der „Jude“(Ju-de) = You-de(o)-Ebenbild?…das „Menschvolk“, zum (Deo-)Gottesebenbild auserwählt?…aus dem ganz normalen „Wahnsinn“?…geflohen (Urknall-Sodom…)?, „rausgeflogen“(aus dem Paradies, alter Garten Eden)?
    Aus dem
    „Nichts“…“Nichtsein“-Mensch … dem ausschließlichen „Ichsein“(Gott)…über die (Geist-)Kraft des Urknalls im „Lichtebenenraumfluß“…
    (Urknall-Evolution)? mit der „Arche Noah Erde gestrandet“…
    im neuen „Garten-Eden“(Sonnenraum)…mit allen Geistschöpfungspaaren?…
    zum Erde-täglichen Evolution-Frühstück in „Israel“…in neuer Realität?
    „IsrAEl“ = „Is(t)-REAl = IS(T)REALITÄT?…real getrenntes „Ichsein“
    im neuen „Wirsein“ mit Gott? Der Mensch, das reale „Dusein“ (Judesein) in Gottrealität „Ich bin…Ichsein“…als gottreales und menschreales „Wirsein“ in neuer Gesamtrealität.
    Ich bin..Du (bist auch ein Ich bin)…zusammen sind wir neues „Wirsein“…da getrenntes „Ichsein“ möglich?

    …zu wahn-sinnig(seinig)…kann nicht „gesendet“ werden zum
    Frühstück…diese „israelische(=)Realität“…
    alle Menschen sind „jüdisch real“…vermute ich.

    Trotzdem („wahnsinniger“) gutrealer Frühstück-Gedankenanstoß,
    Ihr Beitrag Fr. Haviv:=)

  4. Bitte um Begriffsklärung
    Was ist bitte eine „Kaffeehausjüdin“?

    • Ich bin in Wien aufgewachsen und habe einen Teil meiner Kindheit im Kaffeehaus verbracht, zuerst mit meinen Eltern, dann mit meinen Freunden. Das ist eine Lebenskultur, die ich sehr liebe. Ein wunderschoenes Buch dazu „Die Tante Jolesch“ von Friedrich Torberg

  5. Verständnisfrage
    Liebe Frau Haviv,

    ich habe nicht verstanden, warum Ihre Mutter ihrem Enkel (Ihrem Sohn) geraten hat, Israel zu verlassen. Die niedrigen Lebenshaltungskosten in Berlin waren es nicht. Sondern: „Die etwas außer Rand und Band geratenen Demonstrationen gegen Israel in Europa haben sie überzeugt.“ Die antiisraelischen Demontrationen in Europa führen dazu, dass eine in Europa lebende Jüdin einem in Israel lebenden Juden rät, Israel zu verlassen? Wie das? Ich würde mich sehr über eine Aufklärung freuen.
    Besten Dankim Voraus!

    • liebe phaeake, Meine Mutter hoert sehr aufmerksam zu, wenn das Exitenzrecht des juedischen Staates in Frage gestellt wird. Sie hat aehhnliches Gebruell in den 40er Jharen in Ungarn gehoert und das kommt hoch.
      Sie hat einfach Angst, nicht nur als Juedin in Europa sondenr auch um Israel

  6. Danke für den nachdenklichen Blog...
    Allerdings sollte man hinzufügen, daß bereits vor ca. 10 Jahren ALLE (soweit ich mich erinnere, waren es 3 oder 4) damals noch lebenden Ex-Mossad-Chefs einen OFFENEN BRIEF an den Ministerpräsidenten schieben, in welchem sie händeringend vor dieser – seit dem Mord an Jitzhak Rabin durch einen ultrarechten Juden (und NICHT: Palästinenser) nach Monatelangen öffentlichen Aufrufen zu seiner Ermordung nicht mehr zum Greifen nahen Frieden – dramatischen Entwicklung zu einer Menschenverachtenden Politik WARNTEN.
    Ich glaube NICHT, daß es in Europa einen zunehmenden Antisemitismus gibt – wohl aber, daß die Europäer nicht mehr bereit sind, ihr Verständnis für die Lage Israels weiterhin derart zu überdehnen, das die vielen Menschenrechtsverletzungen Israels noch widerspruchslos hingenommen werden. Vielmehr werden für Europäer die „Gerechten“ in Israel bewundert, die – wie Barenboim mit seinem Jüdisch-Palästinensischem Orchester – FRIEDEN anstatt Aggression propagieren. Wie Rabin wird auch Baremboim ständig mit dem Tod bedroht – wohlgemerkt: von ultrarechten Israelis, NICHT von Palästinensern.
    Zu den Gerechten unter den Israelis gehören auch die Mitglieder von „Breaking the Silence“ , B´Tselem und vielen anderen Bewegungen, die sich der offiziellen Konfrontations- und Eskalationspolitik entgegenstellen, Gefängnisstrafen, Degradierungen und schwere Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt dafür in Kauf nehmen.
    Der angeblich stärkere werdende „Antisemitismus“ ist aus meiner Sicht eher die Diffamierung derjenigen in Europa, die sich das Recht herausnehmen, die Israelische Offizielle Politik NACH der Ermordung Rabins als inakzeptabel anzusehen und auch als solche zu bezeichnen. Auch Sie, werte Frau Haviv, würden in Deutschland recht leichtfertig für solch einen Blog als „Antisemitin“ beschimpft werden, wenn Sie keine Jüdin in Israel wären.
    Dafür sorgen die vielen auf einem Auge blinden Menschen im Zentralrat sofort, welche jede völlig nachvollziehbare Kritik an der momentanen Politik der Ultrarechten in Israels Regierung pauschal als „Antisemitismus“ diffamieren. Das ist möglicherweise gut gemeint, führt jedoch faktisch zu einer Demütigung aller europäischen Bürger, die alles andere als Antisemitisch sind, auch zu Israel stehen – aber der aufklärerischen und demokratisch fundierten Meinung sind, daß sachliche Kritik an israelischer Politik und offene Diskussion ohne pauschalierte Diffamierung Andersdenkender (wie es gerade in Deutschland der Fall ist) der einzige Weg ist, um dauerhaft Frieden im Nahen Osten zu erreichen.

    Im Übrigen hat der Iran NIE die Vernichtung Israels propagiert. Das seit vielen Jahren durch die Presse geisternde „Zitat“ des Ex-Ministerpräsidenten des Iran ist bekanntlich eine gefälschte Übersetzung, wie sogar das ZDF in einer ganz offiziellen Erklärung zugeben musste. Im Iran leben immer noch zehntausende von Juden relativ unbedrängt.

    Ich wünsche Ihnen, daß Sie eines Tages schon vor dem ersten Kaffee von GUTEN Nachrichten erfahren: Dass die israelischen Wähler die ultrarechten, oftmals latent (?) rassistischen Parteien aus dem Parlament geworfen haben und das Erbe Jitzhak Rabins doch noch Realität wird. Und daß die Palästinenser ihren seit 70 Jahren versprochenen EIGENEN Staat bekommen, der Terror allerorten aufhört und auf beiden Seiten die Menschenrechte geachtet werden.

    Shalom.

    • Titel eingeben
      danke Ihnen.
      Aus dem Iran kommen immer wieder diesbezügliche Drohungen. Das ist keineswegs ein einmaliger Ausrutscher oder eine falsche Übersetzung.
      Ob Breaking the Silence sich selbst als „Gerechte“ unter dne israels bezeichnen lassen möchten, sei dahingestellt. ich jedenfalls bezweifle es. Sie machen eine tolle und wichtige Arbeit. Aber auch hier ist nicht Alles Schwarz-Weiss.

    • Sehr geehrte Frau Haviv, heute war es leider wieder soweit...
      vermutlich haben Sie wieder schlechte Nachrichten hören müssen: Ihre Regierung wird aller Voraussicht nach einen gewaltigen Rechtsruck erfahren.

      Ich hoffe, daß sowohl auf jüdisch-israelischer Seite als auch auf palästinensischer Seite die jungen Menschen eine lautere Stimme (auch bei Wahlen) bekommen, die den beidseitigen terror aktiv beenden wollen und diejenigen, die lustvoll die Eskalation betreiben (wie Netanjahu, der sich seinerzeit – und bis heute ungestraft – an dem Kesseltreiben und den Mordaufrufen auf den diffamierenden Demonstrationen gegen Rabin aktiv beteiligte) weniger werden. Netanjahu wird die inzwischen immer mehr diskutierte Anerkennung Palästinas (nichts anderes als die Erfüllung einer UNO-Resolution vor SECHZIG Jahren) nutzen, um Misstrauen und Eskalation weiter zu schüren und Israel weiter in die Sackgasse treiben.

      Ich hoffe weiter darauf, daß Sie eines Tages dauerhaft gute Nachrichten hören – und mit Ihnen ALLE Menschen, egal, welchen Glaubens, die einfach nur in Frieden leben wollen.

  7. Ein Thema wie Antisemitismus lässt sich nicht stichwörterartig formulieren
    und ein Verstehen sei dahin gestellt.Selbstverständlich könnte man lange in der Sache herumstochern mit bestimmte Ideen plakativer Art,ohne daß diese Plazierung ,auffällig die Wörterauswahl,von ihrer wahren Bedeutung motiviert würde,und ein Verstehen und Verständnis,ohne Ideen zu ordnen,die ein Erkennen der Zusammenhänge ermöglichen.Die tägliche Wiederkäuer verstehen am allerwenigsten ,dies ist das Feld der Vorurteile.Einigermaßen vernünftig über Antisemitismus zu sprechen bedeutet ebenfalls ein innehalten von Gedanken ohne historische Fundierung.
    lesenswert:
    Leon Poliakov,Histoire de l’antisemitisme.
    Zygmunt Bauman,Modernity and the Holocaust.
    Und insbesondere Assaf Gavron,Auf fremden Land.
    End The Arab Boycott of Israel BY Ed Husain,NYT,March6,2013
    Die FAZ Berichterstattung immer ausgezeichnet und nuanciert!!

  8. [...]
    Bitte bleiben Sie sachlich. Die Blogredaktion

  9. "Normal" fruehstuecken
    bleibt wohl ein frommer Wunsch. Vielleicht koennen das Kinder in einer in einer behueteten Familie. Jedenfalls solange, bis sie anfangen, zu erkennen.
    Dass der Erwachsene immer strebend bemueht ist – lol – in sein fruehkindliches Paradies zurueckzukehren, hat etwas ruehrendes. Menschen lieben ihre Rituale.

    Vielleicht sollte man nur noch fruehstuecken, wenn man wirklich, aber auch wirklich hungrig ist, denn dann duerfte man – ohne stoerendes schlechtes Gewissen – seine Beisserchen kraeftig in die frischgeroestete und knusprige Weissbrotschnitte schlagen ohne gleichzeitig an hungernde Kinder in Afrika, den Stromverbrauch des Toasters, die zu beantwortenden E-Mails oder an die gestrigen Schreckensmeldungen, die Umweltzerstoerung im Amazonas, die wahnsinnigen Politiker, den Dreissigjaehrigen Krieg im Nahen Osten oder die wuetende Soldadeska – vergangen oder gegenwaertig – zu denken.
    Eben gerade frage ich mich, was die immer groesser werdende Anzahl von Soeldnern, die ja ihre Seelen immer dem Besserbezahlenden verkaufen, so morgens alles verdruecken. Ich meine, die zu schleppenden schweren Waffen sind nicht gerade leicht, obwohl es damit ein leichtes ist, Koerper zu durchloechern.

    Wie sehen eigentlich die Fruehstuecksbuffets in den abgesicherten Hotels in Tel Aviv oder Bagdad waehrend der Besuche der internationalen Krisenmanager bei ihren Besuchen aus?

    Fundstueck: „Nicht besser lässt sich das verursachte Chaos und die beginnende Verzweiflung moderner Kriegsfürsten darstellen:
    theweek.com/cartoons/index/273239/political-cartoon-middle-east-us-intervention.“

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