Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Für eine Kultur der Unterschiede

| 40 Lesermeinungen

Männer- und Frauenbratwürste sind ärgerlich, bedeuten aber nicht unbedingt einen Rückschritt. Sie sind auch ein verqueres Zeichen dafür, dass unsere Welt vielfältiger geworden ist. Wenn wir die Unterschiede zwischen uns freiheitlich verstehen, brauchen wir auch keine Stereotypen mehr.

Die grassierende Aufteilung der Konsumwelt in Produkte für Jungs und Mädchen, für Frauen und Männer ist derzeit ein viel diskutiertes Thema. Längst nicht mehr nur Spielzeug und Kleidung, auch Bratwürste und Chips, Matheaufgaben und Überraschungseier werden inzwischen geschlechtsspezifisch vermarktet. Viele sehen darin einen Backlash, einen Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung.

Mich nervt das Ganze auch, aber ich glaube nicht, dass es sich bloß um einen Rückschritt handelt. Ja, Mädchen und Jungen sind vor dreißig Jahren weniger stereotypisiert dargestellt worden als heute. Aber der Preis für diese „Gleichheit“ der Geschlechter war die Unsichtbarmachung von Weiblichkeit. Der „normale“ Mensch war damals männlich. Frauen und Mädchen konnten sich zwar „emanzipieren“ – aber nur, wenn sie keinen Wert darauf legten, auch als Frauen und Mädchen sichtbar zu sein. Oder der Tatsache, dass sie welche waren, irgendeine Bedeutung zu geben.

Seither hat sich das Menschenbild diversifiziert, und die leidigen Männer- und Frauenbratwürste, so belämmert sie sein mögen, sind dafür ein Zeichen. Denn sie machen immerhin sichtbar, dass es nicht nur männliche Menschen gibt, sondern auch weibliche. Zugegeben, die Art und Weise, wie das abläuft, ist holprig und hat enorme Schattenseiten. Doch statt lediglich diese negativen Aspekte anzuprangern, schlage ich vor, zu überlegen, wie es in einem guten Sinne weiter entwickelt werden könnte.

Die Diversifizierung des Menschenbildes vollzieht sich nämlich nicht nur entlang der Geschlechterdifferenz, sondern auch entlang anderer demografischer Merkmale wie dem Alter oder der Religion, der sexuellen Identität, der Körperformen und so weiter. Bei allen diesen Aspekten gibt es ein starkes Bedürfnis der bislang Unsichtbaren, der ehemals Marginalisierten, endlich gesehen und in ihrer Differenz anerkannt zu werden. Sie wollen in der Öffentlichkeit präsent sein, benannt und berücksichtigt werden. Dicke Menschen stellen Fotos von sich ins Internet und bloggen über ihre Körpererfahrungen, Musliminnen tragen häufiger als früher Kopftücher, alte Menschen verheimlichen nicht mehr ihr Alter, Schwule und Lesben heiraten und feiern ihre Liebe öffentlich.

Die Gefahr, dass eine solchermaßen sichtbare Diversität in Klischees abdriftet und sich dabei neue Normen herausbilden, besteht bei all diesen Themen. Das liegt aber nicht daran, dass über diese Unterschiede gesprochen wird, sondern daran, dass wir aufgrund unseres lang etablierten universalistischen Weltbildes kein kulturelles Instrumentarium für den Umgang mit Differenz zur Verfügung haben. Alles, was uns im Angesicht von Vielfalt einfällt, sind Schubladen: die Fülle muss gleich wieder sortiert und somit gezähmt werden.

Dieser Drang, die Welt durch Klassifizierung und Sortierung einzuhegen, ist typisch für das westliche, universalistische Denken. Doch diese Herangehensweise ist völlig ungeeignet, um Differenz freiheitlich zu verstehen und zu denken. Denn alle empirischen, beobachtbaren Unterschiede gerinnen sofort wieder zu Kategorien, die dann zum Beispiel einzelnen Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe normativ übergestülpt werden. Was uns fehlt, ist eine Kulturtechnik, die aus der Fülle, die die Bewusstwerdung von Unterschieden zum Vorschein bringt, im Gegenteil mehr Optionen und Möglichkeiten für die Einzelnen gewinnt.

Vor einiger Zeit habe ich einen Reiseveranstalter beim Erstellen eines Programms beraten und stolperte dabei über die Altersangaben. Da wurde etwa eine Kulturreise nach Rom für Menschen „Sechzig Plus“ beworben, eine Wandertour auf den Kanaren für unter Fünfzigjährige und so weiter. Auf meine Frage, was diese Altersvorgaben sollen, erfuhr ich, dass es häufig zu Konflikten zwischen älteren und jüngeren Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmern gekommen sei. Die Älteren wollten in Rom Kirchen besichtigen, die Jüngeren nicht, bei der Kraterwanderung ging es den einen nicht schnell genug voran, während die anderen nicht mehr mitkamen. Um Enttäuschungen zu vermeiden, habe man deshalb Altersgrenzen eingeführt.

Das war gut gemeint, aber schlecht umgesetzt. Denn es besichtigen eben nicht alle Über-Fünfzigjährigen gerne Kirchen, und nicht jede Vierzigjährige schafft locker eine Zwanzig-Kilometer-Wanderung. Sicher gibt es statistische Korrelationen zwischen bestimmten Interessen oder Fähigkeiten und dem Alter, und dasselbe gilt für andere demografische Merkmale wie Geschlecht, Religion, sexuelle Orientierung und so weiter. Aber daraus können eben nicht – wie in diesem Reiseprogramm – umgekehrt Rückschlüsse auf einzelne Menschen gezogen werden. Statt starrer Altersgrenzen, so riet ich meinem Kunden, sollte er besser die einzelnen Reisen möglichst konkret erläutern: „Bei diesen drei Tagen in Rom werden zwanzig Kirchen besichtigt“. Oder: „An dieser Reise kann nur teilnehmen, wer fit genug ist, um zwanzig Kilometer am Tag zu wandern“.

Die Kunst besteht darin, Zugehörigkeit nicht mit Identität zu verwechseln. Wir müssen ins kollektive Bewusstsein bringen, dass sich aus der Zugehörigkeit eines Menschen zu einer bestimmten Gruppe – den Frauen oder den Männern, den Alten oder den Jungen und so weiter – rein gar nichts über diesen Menschen schlussfolgern lässt. Dass viele Muslime keinen Alkohol trinken, bedeutet eben nicht, dass der muslimische Gast auf meiner Party ebenfalls keinen Alkohol trinkt. Und auch wenn statistisch gesehen weniger Frauen als Männer ihren Status über die PS-Zahl ihres Autos definieren, kann ein fetter Dienstwagen genau das Richtige sein, um eine bestimmte Mitarbeiterin im Betrieb zu halten.

Dass wir uns zu Recht gegen stereotype Zuschreibungen aufgrund von Geschlecht, Alter, kulturellem Hintergrund und so weiter wehren, darf jedoch nicht dazu führen, die gewonnene Sensibilität für Differenzen wieder aufzugeben und zum universalistischen Mantra zurückzukehren, wonach „alle Menschen gleich“ wären. Nein, das sind sie nicht. Es gibt Unterschiede zwischen Frauen und Männern, zwischen Alten und Jungen, zwischen verschiedenen Kulturen, Lebensformen und so weiter. Und es ist gut, wenn diese Unterschiede sichtbar sind, wenn über sie gesprochen wird, wenn sie Teil unseres kulturellen Selbstverständnisses werden, und wenn wir darauf achten, dass möglichst viele unterschiedliche Erfahrungshintergründe und Perspektiven bei der Gestaltung der Welt berücksichtigt und beteiligt werden. Anstatt wie früher eine bestimmte demografische Gruppe von Menschen für „normal“ und maßgeblich zu halten und alle anderen an ihnen zu messen und ihren Vorlieben und Interessen unterzuordnen.

Und wenn wir gelernt haben, aus Unterschieden keine Schubladen zu machen, könnte eine wirklich pluralistische Fülle von Optionen entstehen: mehr Auswahl, mehr Anregung, mehr Freiheit für alle.

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40 Lesermeinungen

  1. Gender..."aus-gleich-endes" "Vielfalt-Machen"...und "Gleichmacherei", identisches "Einfalt- M
    Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.
    Mark Twain

    …zwischen dem richtigen, humanen, Denken und dem beinahe richtigen, inhumanen Denken…(Gedanken-)MACHT den Unterschied zwischen Krieg und Frieden erleben:=)

  2. Der real existierende Feminismus hat aber andere Ziele
    oder handelt zumindest so. Keine Feministin oder Feminist käme auf die Idee, die gleichen körperlichen Zugangsvoraussetzungen für Männer und Frauen in den Berufsfeldern der Polizei oder der Bundeswehr zu fordern. Tatsächlich wird aber so der gemessen an Männern körperlich unterdurchschnittlich starke Mann, der immer noch stärker ist als seine weiblichen Mitbewerber, aber zu schwach um die Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen, aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einem Geschlecht diskriminiert. Für Frauen gibt es meines Wissens nach keine vergleichbaren Diskriminierungen. Aus Unterschieden keine Schubladen machen? Bezogen auf die Schubladen Mann /Frau würde der Mann von einer solchen gesellschaftlichen Änderung profitieren. Allein deshalb wird sich unsere Kultur nicht in diese Richtung verändern. Die Beharrungskräfte, auch der konservativen Männer, die meinen das Patriarchat wäre für alle die beste Lösung, aber vor allem des Feminismus sind zu groß.

    • @Thiago1968 – Das ist ja kein Ziel „des Feminismus“ (den es sowieso nicht gibt, weil Feminismus eine pluralistische Bewegung ist, denn verschiedene Feministinnen haben unterschiedliche, teilweise sogar gegensätzliche Ansichten). Es ist eher eine Folge der Konstruktionen von Weiblichkeit und Männlichkeit. Das Problem an „unterdurchschnittlichen“ Männern, wie du sagst, ist ja, dass ihre Männlichkeit dadurch auf dem Spiel steht (der herrschenden symbolischen Ordnung gemäß). Ebenso wie von normabweichenden Frauen gesagt wird, sie seien „keine richtigen Frauen“.

  3. Eigentlich...
    brauchen wir „nur“ neue, „Frei-Muster-Denkarten“. Befreit vom „Alt-Muster-Kopie-Denken“. Befreiung vom identisch einfältigen, ausschließlich „Muster kopierenden“ Denken und Handeln…keine „Muster-kopier-schüler“, „Schubladenkinder“ mehr, sondern „Eigen-Muster-Generierer“, neue „Erwachsenen-Denk-Generationen“ bilden…neue, freie Bildung generierende und motivierende Systeme und NICHT von Selbst(-Denk)-Bildung befreiende, Bildung-Kopier-Systeme und alles wird gut!?:=)

    Jeder Mensch wird als Original geboren, aber die meisten sterben als Kopie 
    Kaspar Schmidt (1806-1856)

    Gruß
    W.H.

    • Titel eingeben
      … Gewisse stellen sich doch so gerne vor sie hätten ein Anrecht auf positive Diskrimierung beim Wiedereinstieg in die Berufswelt wenn sie dem Vaterland ein Kind schenken, wogegen ein Mann der ein Jahr arbeitslos ist gar nicht mehr integrierbar sein soll (laut Kategorie sind Arbeitslose bekanntlich schwere Trinker). Es gibt keine neue oder alte Arten von Kategoriedenken, es gibt nur Intelligenz – und daher ist Mann oder Frau Nebensache denn eigentlich geht es um Gerechtigkeit.

  4. Ein Vorteil hat die Gleichberechtigung
    Ich nutze den Männer-und-Frauenparkplatz an dem nur „Frauenparkplatz“ steht 😉 Ich lasse mich doch nicht diskriminieren!

  5. Nicht gleich aber gleich viel wert
    Frauen und Männer sind nicht gleich. Aber gleich viel wert. Diese Gleichmacherei rührt daher, dass das Anderssein der Frau über Jahrhunderte abgewertet wurde und die Reaktion der Frauen falsch war. Statt die Frauen als gleich darzustellen darf, ja sollte man die Unterschiede, die inzwischen von der Wissenschaft hinreichend erforscht sind, ruhig darstellen. So schlecht sieht es für die Frauen da nämlich gar nicht aus.

    • @HelgaBeck – Ja, Zustimmung, mit vielleicht einer kleinen Ergänzung: Es war schon notwendig, zu zeigen, dass die meisten dieser Unterschiede nicht biologisch oder natürlich oder gottgewollt sind, sondern ein Ergebnis kultureller Prozesse. Also nicht in Stein gemeißelt und unveränderbar, sondern flexibel und beweglich. Dadurch sind sie aber natürlich nicht weniger real, und das müsste stärker herausgestellt werden.

  6. Pingback: Männer, die auf Feministinnen starren | Aus Liebe zur Freiheit

  7. Titel eingeben
    Es ist natürlich immer wieder eine Freude zu sehen wie gebidet die Deutschen doch sind, und wie gewählt sie sich zudem auszudrücken wissen… naja, ohne Kategorien geht in Gedankenwelt und Logik weltweit wohl gar nichts, und andererseits weiss doch jedes Kind dass Kategorien limitieren und Grenzen haben; daher die Frage: Was ist der Zweck gesellschaftlcher Kategorien, wann und wie werden Kategorien entwickelt und aufgezwungen, wann und wie können diese dann beschränkend auf die Freiheit wirken, und wann wird sogar durch das Werkzeug „Kategorie“ sozial benachteiligt?

    • @ Hr. Zwirner
      Kategorien können mit entsprechendem Emotionanteil gefüllt werden.
      Dann entstehen humane Vernunft-Kategorien, denn es mangelt nicht an
      humaner Intelligenz, sondern vielmehr an humaner Empathie.
      Das bedeutet humaner Vernunftmangel.
      Humane Vernunft ist Ergebnis von humaner Intelligenz und humaner Emotion.
      Vernunft…Herz und Verstand.

      Gruß
      W.H.

  8. Interessant...
    wäre zu bedenken ob allein „das Wissen“ (Intelligenzebene) um jeden biologischen Unterschied und/oder jedes „weniger empathischen, weniger humanen“ Verhalten, das sich in „Ungleichbehandlung“, „Ungleichbeachtung“, „ungleiches Würde(be)handeln“ zeigt, hier zwischen Frau und Mann, auch zu einer befriedigenden „Gesamt-Reife“, „Humanreife“ beitragen kann.
    Empathie und human reiferer Umgang, ein ausgleichendes und letztendlich ein ausgeglichenes Reifeverhalten, Würdeverhalten, zwischen Frau/Mann, ist nicht nur auf „Intelligenzebene“ lösbar. Ausgeglichener „Kulturreifestand“ zwischen Frau/Mann als „Vernunftreifungsergebnis“ bedeutet also auch auf „Emotionsebene“ zu reifen. Wie geht das?
    Auch die Religionen scheitern mit „Liebe“, „Empathie“ predigen.
    Gefühle lassen sich nicht…predigen, auf Intelligenzebene bestimmen.
    Sonst gäbe es keine Kriege mehr.
    „Kulturreife“ bedarf der Vernunftbildung und ist Ergebnis von
    einsichtigem Erkennen und einsichtigem Handeln der Intelligenzebene sowie auch der Emotionsebene. Wie kann Emotionsreife gefördert werden?…denn allein an die Intelligenz zu appelieren und auf Intelligenzebene zu „streiten“ reicht nicht.
    Vernunfthandeln als Ergebnis von Selbsterkenntnis und Einsicht
    bedarf mehr als „nur“ öffentliche Debatte. Aber sie ist ein Anfang,
    wenn auch im „Scheuersand“ alter „Denk-Verhaltens-Muster“, wie an den Beiträgen zu sehen ist.
    Die Reifung des notwendigen Human „Emotion-Empathie-Anteil“ der
    Genderbewegung ist nicht „ausdiskutierbar“, sondern schwer zu beschleunigender Evolution-Prozess-Anteil, von Gott gewollt, als
    Reifeweg der Fähigkeiten Selbsterkenntnis und Einsicht, die allein zum reifenden humanen Vernunft-Handeln führen…können.

    Gruß
    W.H.

    • Titel eingeben
      … glauben Sie dass Denken von Emotion streng trennbar und Scheuersand völlig fremd seien? Glauben Sie ausserdem das angeblich sehr gebildete Frauen die sich vorstellen dass Mutterschaft (im strengen Gegensatz zum Langzeitabeitslosen) Anrecht auf positive Diskriminierung in der Arbeitswelt gibt, im Gegensatz zu Männern human und wirtschaftlich nachdenken?

    • @ Hr. Zwirner
      Ich weiß das Vernunft ein Ergebnis der Synthese von Intelligenz
      und Emotion ist. Der Mensch wirkt der Vernunftbildung entgegen,
      indem er Gefühle aus „Sachlichkeitsbegründung“, aus Liebe zur
      Intelligenz möglichst ausschließt. Im Privatleben sieht es ein bischen besser aus.
      Er möchte möglichst auf Basis Intelligenz leben.
      Da ist die Schieflage, Vernunftverlust durch Emotionsvermeidung.
      Mißachtung der humanen Gefühle. Verbannte Emotionen.
      Kaum jemand ist heute in der Lage seine aktuellen Gefühle graduiert zu beschreiben. Weil sie „betäubt“, unterdrückt werden durch den
      intelligenzlastig geforderten Lebensstil. Die Evolution versucht Vernunft zu bilden. Der Mensch lebt dagegen an und handelt sich „Schieflage“-vernunft ein. s. Weltgeschehen.
      Die Schieflage bedeutet Geist-Gleichgewicht-Mangel.
      Vernunft, geistiges Gleichgewicht. Gesunder Geist ist nicht reine Intelligenz, oder intelligenzlastiger Geist, sondern als o.b. Syntheseergebnis Vernunft, Geist im Gleichgewicht.
      Vernunft bezeichnet geistiges Gleichgewicht. Sowohl im Denken, als auch im Handeln. Auf den Human bezogen heißt das, human denken und human handeln. Der Mensch als Evolutionsprodukt erfüllt den
      Evolution-Lebenszweck Generationen übergreifende Vernunftreifung.
      Vernunft auch als Ergebnis seiner Evolutionsfähigkeiten Selbsterkenntnis und Einsicht, der Schlüssel für die persönliche Eigensynthese.
      Sehen Sie die Welt-Schieflage des Human-Handeln. Vernunftmangel.
      Zu Ihren anderen Fragen.
      Es ist müßig sich alle Probleme einzeln anzuschauen, denn sie
      stammen alle aus der gleichen Human-Vernunft-Schieflage.
      Bittere Scheuersanderfahrungen sind vermeidbar, aber der Mensch hat sich daran gewöhnt, wie Sie ja schreiben…nicht fremd, sondern „normal“.
      Normal bei Geistschieflage ja. Bei Geist-Gleichgewicht nicht.
      Intelligenzlastiges Leben führt den Human ad absurdum.

      Gruß
      W.H.

  9. der Wille der Leute sollte entscheiden ...
    „…dass die Konstruktion von dem, was “weiblich” oder “männlich” ist, ein ständiger Prozess ist“

    Es ist ein Prozeß und das Ergebnis ist irgendwie zufällig, da sind wir uns einig. Nicht überein stimmen wir in 2 Punkten:

    1. daß es ein „ständiger“ Prozeß ist. Lippenstift, tiefe Ausschnitte, Röcke, hohe Schuhe u.a. sind sehr langfristig (über Jahrzehnte) konstant weibliche Ausstattungsmerkmale. Es gibt also keinen Zwang, den Prozeß ewig weiterzuführen. Daß unsere Modeindustrie dauernd die vorhandene Kleidung für unbrauchbar erklärt, weil jetzt andere Farben angesagt sind, erzeugt einen großen Teil der Veränderungen, aber nicht der Wunsch seitens der Industrie oder der Leute, als cross-dresser aufzutreten oder geschlechtsneutrale Kleidung einzuführen.

    2. „… dass diese Sachen – durch dieses Handeln – auch zu “Jungssachen” werden….ob man die eine oder andere Richtung aktiv unterstützt.“
    Vielleicht interpretiere ich hier die oft gehörte feministische Forderung hinein, man müsse aktiv darauf hinwirken, diese Geschlechterunterschiede zu nivellieren, also jeden Jungen mal in ein Funkenmariechenkostüm stecken und jedes Mädchen in einen Blaumann.
    Indem Sie den Symbolgehalt der Kleidung reduzieren, ruinieren Sie natürlich den Pawlow-Effekt und vermiesen den Leuten den Spaß, den sie daran hatten, besonders typisch männlich bzw. weiblich auszusehen. Ich verstehe nicht, wieso man das für besonders erstrebenswert hält oder sich überhaupt dazu berechtigt hält, gegen den erkennbaren Willen der Leute zu handeln.
    Zumal wir uns offenbar einig sind, daß die Leute gleich wieder andere Ausstattungen finden werden, die als geschlechtstypisch gelten, und schon geht der Kampf gegen die Leute von vorne los. Sisyphus läßt grüßen.
    Also ich wäre für mehr Toleranz, wenn die Leute gerne Geschlechterstereotype aufbauen, dann sollen sie doch, niemand ist heutzutage gezwungen, bei allen Moden mitzumachen.

    • @NRader – Keine Feministin will „jeden Jungen mal in ein Funkenmariechenkostüm stecken und jedes Mädchen in einen Blaumann“. Worum es geht, ist für alle Kinder diese Optionen offen zu halten, für den Fall, dass sie das eine oder das andere wollen.

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