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Ich. Heute. 10 vor 8.

Ich. Heute. 10 vor 8.

Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

WE ARE TOMORROW

| 12 Lesermeinungen

Ohne die Beteiligung Schwarzer Menschen fand 1884/85 die Berliner Kongokonferenz statt. Damals kamen die Vertreter der Kolonialmächte zusammen, um Afrika unter sich aufzuteilen. 130 Jahre später gibt es in Berlin die erste Indaba Schwarzer Kulturschaffender. 

###© Renata Chueire, 2014 

Theaterpädagoginnen, die Jugendlichen sagen, Schwarze könnten keine Schauspieler werden, Verlage, die Autorinnen nahelegen, sie sollten doch unter einem Pseudonym schreiben, das deutscher klingt, Regisseure, die das Zuspätkommen eines Schauspielers auf sein Schwarzsein zurückführen und mit N-Wörtern um sich werfen. Die Berichte sind so ernüchternd wie vorhersehbar, denn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Zusammenkunft sind ausschließlich Schwarze Menschen. Künstler_innen, Autor_innen und Kurator_innen. Wir haben ihr den Namen Indaba gegeben. Es ist ein IsiZulu Begriff und bedeutet so viel wie „Treffen“, „Zusammenkunft“, aber auch „Disput“ oder „Affäre“. Also kommen wir zusammen. Die zu verhandelnde Affäre: die Situation Schwarzer Kulturschaffender im deutschen Kulturbetrieb. Eine geschlossene Veranstaltung, die nur nachmittags zur Präsentation der Diskussionsergebnisse auch für weißes Publikum geöffnet wird.

Ohne die Beteiligung Schwarzer Menschen fand im Winter 1884/85 die Berliner Kongokonferenz statt. Damals kamen Vertreter von vierzehn Kolonialmächten in Berlin zusammen, um den afrikanischen Kontinent unter sich aufzuteilen – mit Auswirkungen bis in die Gegenwart. 130 Jahre später richtet das Ballhaus Naunynstraße im Rahmen der Veranstaltungsreihe „WE ARE TOMORROW – Visionen und Erinnerungen anlässlich der Berliner Konferenz von 1884“ die erste Indaba Schwarzer Kulturschaffender aus.

Die Vorteile einer Diskussion, bei der Weiße draußen bleiben müssen, liegen auf der Hand: Wir können auf höherem Niveau einsteigen. Wir müssen nicht bei den Missständen hängenbleiben. Sie sind allen Anwesenden bekannt. Wir müssen niemandem erklären, dass es Rassismus (immer noch) gibt, dass er ein strukturelles Problem ist und nicht nur physische Gewalt bedeutet. Für Aufklärungsarbeit bleiben andere Anlässe.

Ein spartenübergreifendes Phänomen, mit dem wir zu kämpfen haben, ist Exotismus. In seiner Eröffnungsrede bringt der Moderator Philipp Khabo Koepsell Beispiele aus der Literatur: „Wenn Sie den deutschen Büchermarkt betrachten, dann wissen Sie, dass Sie Bücher Schwarzer Autoren bereits aus der Ferne erkennen. Nämlich an einem von zwei Bildmotiven des Titelcovers: Dem Baobab im Sonnenuntergang einer vermeintlich gefährlichen und doch romantischen Savannenlandschaft… oder der sinnlich-verschleierten Schwarzen Frau, im Halbdunkel, deren Gesichtshälfte sich geheimnisvoll vor Scham abwendet. Dies gilt für afrikanische Autorinnen und Autoren. Für Schwarze Autorinnen und Autoren in Deutschland sind es meist die Titel, die – komme was wolle – eine Referenz bezüglich Herkunft oder Hautfarbe aufweisen müssen. „Mein afrikanisches Herz“, …irgendwas mit Schokolade, Kaffee oder Kakao, …irgendwas „in der Wüste“ oder „unter der Sonne“, und ganz gerne natürlich Mohren und N-Wörter. Auch hier können Sie sich sicher sein, dass das imaginierte Publikum, welches der Verlag im Sinn hat, nicht so aussieht wie wir hier.“

Weder Blackface– noch Kinderbuch– noch Arztsohn-Debatte haben etwas an der Tatsache ändern können, dass die deutsche Kulturlandschaft von weißen Männern dominiert wird, die sich, wie ihr häufiges Beharren auf rassistischen Praktiken zeigt, Schwarze Menschen noch nicht einmal als Publikum vorstellen können.

Wir sind also dazu gezwungen, uns immer wieder zu fragen, in wie weit wir uns auf ein rassistisches System einlassen, um überhaupt arbeiten zu können oder ob wir verstärkt nach Möglichkeiten suchen, unsere eigene Position zu vertreten. Denn die Anpassung an weiße Vorstellungen von Schwarzsein hindert uns nicht nur an der eigenen künstlerischen Entfaltung, sie hat auch negative Auswirkungen auf unser Privatleben und das unserer Familien.

Die Klischeerollen, die wir auf Buchumschlägen, im Film und auf der Bühne übernehmen, verfestigen die Zuschreibungen, die den Alltag mit unseren weißen Mitbürger_innen erschweren. Sicherlich ist es in erster Linie die Aufgabe der weiß besetzten Fördergremien, der weißen Produzent_innen, Intendant_innen und Verleger_innen, rassistische Stereotype zu verbannen. Die Rollenangebote als Schwarze Prostituierte, Drogendealer und sogenannte illegale Einwanderer sollten gar nicht erst auf unseren Tischen landen. Wir sollten gar nicht erst vor die Entscheidung gestellt werden, ob wir unsere Miete zahlen können, indem wir diese Rollen annehmen oder ob wir unsere Würde bewahren und den Kreislauf der Zuschreibungen durchbrechen.

Auf der Indaba gibt es für jeden Bericht über ein abgelehntes Angebot dieser Art viel Applaus, aber auch Verständnis für die anderen Entscheidungen. Die Solidarität untereinander ist groß. So groß, dass die Freude über den Austausch und das Zusammensein ein wenig die Wut zu glätten scheint, die eigentlich angemessen wäre. Dennoch werden entscheidende Fragen aufgegriffen: Was sind unsere Erwartungen an die Kulturpolitik? Reicht die Forderung aus, Schwarze Kulturproduktion durch gesonderte Fördertöpfe mit mehr Geld auszustatten oder besteht so die Gefahr, dass Politik und Verwaltung sich von der Auseinandersetzung mit rassistischen Strukturen freikaufen? Sollen wir eigene Institutionen aufbauen oder geht es nicht gerade darum klarzustellen, dass unsere Perspektive in allen öffentlichen Kultureinrichtungen einen Raum finden muss, weil wir ein Teil dieser Gesellschaft sind?

Am Ende sind wir uns nur sicher, dass die erste Indaba nicht die letzte sein wird und dass wir unsere Interessen nur gemeinsam vertreten können – in Solidarität mit allen, die von derlei Ausschlüssen betroffen sind.

Einer der wichtigsten Schritte zur Entkolonisierung des deutschen Kulturbetriebs: mehr Schwarze Menschen und Menschen of Color in Schlüsselpositionen. Dass der künstlerische Leiter des Ballhaus Naunynstraße, Wagner Carvalho, sein Haus so konsequent den Schwarzen Positionen öffnet, ist ein erster Schritt.

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12 Lesermeinungen

  1. Wikipedia folgend hat ist Deutschlands Bevölkerungsanteil an Schwarzen ~500.000
    Menschen oder etwa 0,65% der Gesamtbevölkerung. Das wäre also auch etwa der Anteil, der bei vollkommener Ergebnisgerechtigkeit in „Schlüsselpositionen des deutschen Kulturbetriebes“ sitzen würde. Warum das einer der wichtigsten Schritte zur Entkolonialiserung des deutschen Kulturbetriebes sein sollte, will mir nicht ganz einleuchten. Aber Forderungen nach Positionen im öffentlichen Dienst sind in der Kulturlandschaft Deutschlands so selbstverständlich, dass man diese spezifische, ein Relikt des deutschen Kleinstaat-Feudalismus, unter gelungene Integration buchen kann.

    Die übrigen Positionen dieses in erster Linie politischen Propagandastücks – Schwamm drüber. Ich bin ganz sicher, die Autorin wird mit genügend Alltagsrassismus konfrontiert. Schwarze Menschen haben in Europa nun einmal das historische Pech, mit einem Kontinent in Verbindung gebracht zu werden, dessen höchster jemals erreichter Zivilisations- und Kulturstand (in wenigen Regionen) vor der Kolonisation in etwa dem des alten Sumer vor Christi Geburt entsprach.

    Angesichts der sehr kleinen schwarzen Minderheit in Deutschland wünsche ich der Autorin bei ihrem Streit gegen echten und wahrgenommenen Rasismus, schlichte Unkenntnis und hautfarbenbezogene Missachtung von Fähigkeiten viel Geduld und Kraft. Sie wird beides brauchen, die Aussichten auf eine rasismus- und vorurteilsfreie Gesellschaft sind bei der Natur des Menschen ungefähr dieselben wie auf den Zusammenfall von Ostern und Weihnachten.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  2. Endlich...
    …werden die Probleme einmal jenseits des unsäglichen Kultur-Integrationaismus angesprochen, der das Ganze auf eine Frage des „Migrationshintergrundes“ reduziert, den es auch kulturell wegzuasimilieren gilt. Nun müssen konlrete Forderungen an die Politik, insbesondere aber an die verkristeten Strukturen, die sich aus meinen Rundfunkgebühren finazieren, herangetragen werden. Denn es ist ganz offensichtlich: Dass es im Fernsehen und auf den Bühnen nicht so divers-deutsch zugeht wie in meiner Nachbarschaft hat struktrell rassistische Gründe.

    Bevor nun die stramme Verteidiger (interessanterweise weniger Verteidigerinnen) der reinen Teutnik hier die Kommentarseiten füllen, noch die Dokumentation einer Intervention, die genau die obigen Probleme sichtbar macht:

    Mind the Trap – Intervention am DT:
    https://www.youtube.com/watch?v=JTN3WT4lAaY

    Mit ein bisschen Hintergrund:
    https://www.youtube.com/watch?v=fKX31kZKSeY

  3. WE ARE TOMORROW...
    T(W)O-MOR(E)-ROW(S)…TODAY?…GENE“RATIO“N w/m?
    GENE“RATIO“N-RO(O)M…alle Wege führen nach („RATIO“-)RO(O)M?
    Kein falsch, kein richtig…aber „stufenlose“ inhumane bis humane
    Wegbreite…
    Bandbreite, Human-Ratiodifferenz ist möglich?
    Wieviel Ratiodifferenz(arten) bewirkt/en wieviel Begegnungszerstörung(sarten)?…vielleicht auch zu frühe Begegnung,
    zu frühe Integration unreifer (Gene-)“RATIO“(nen?
    Wieviel Ratiodifferenz mit welchem Ratiogrundlevel erlaubt und ergibt
    schmerzfreie Integration?
    Wieviel Einzel-Person-Ratio-, Vernunft-, Synthese-Bildung ist
    notwendig, um Not wendende schmerzfreie Gesellschaft-Integration,
    Gesellschaft-Symbiose zu bewirken?
    Ist mehr Bescheidenheit aller Human schon Not wendend?
    Bedeutet Vernunftreife(level) auch Bescheidenheitreife(level)?….u.v.m.

    Versuch macht klug…wer nicht wagt, der nicht…no risk, no fun…?

    Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht.
    Leonardo da Vinci

    Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.
    Konfuzius

    Vernunftsynthese- und Vernunftsymbiose-Qualität(en)…humane(s) Leben…
    sind „alternativlos“ abhängig von der Einhaltung der evolutionär natürlich vorgegebenen „Leben-Bewegung(en)-Wahrnehmung(en)-Geschwindigkeit(en)“…
    Vernunft-Transformation(en)-Geschwindigkeit(en)…
    …aus diesem/n „Vernunft-Reife-Naturgesetz/en-erkennen“ heraus die Weisheit…

    Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.
    Rabindranath Thakur

    …und Ideen wie „entschleunigt leben“…

    …wobei in allem die eigentliche, die erst Not wendende Hauptfunktion fehlt…
    nämlich reife Selbstreflektion bezogen auf human denken und human handeln…human gedacht zu haben…human gehandelt zu haben…
    gezielt gelenkte „Vernunfterzeugung“ in notwendiger
    „humaner Privatsphäre“ mit entsprechendem, Not wendendem, Zeitaufwand.

    …und die möglichen Existenz-Konsequenzen, siehe Weltlage,
    aus dieser Weisheit nicht so ohne weiteres für jeden (ein)sichtbar sind.
    Geld-Zwang weil Lebensbasis und Geld-Erfolgs-Zwang(-Leiter) als daraus resultierende, fehlgeleitete Verhaltenmuster bewirken systemunkritische Lebenweisen mit Selbstzerstörungstendenz…Geld-Macht-Erfolg-schizophrene, anstatt humane, Leben(weisen).

    L.G.
    W.H.

    P.S. Welcher Gedankengang führt zu dieser Weisheit?

    Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als das Schweigen.
    Pythagoras von Samos

    Mit welchen „Klischees“, Verhaltenmuster, sind Sie selbst noch
    „belastet“ und möchten schon, zu früh?!, „Andere“ von ihren
    „Klischees“, Verhaltenmuster, befreien?
    Ist vielleicht ein „(Human-)Selbst-Schweigeweg“ zur Not wendenden
    Vernunftreife notwendig, bevor vielleicht schmerzvoller „Integrationszwang“ aus „Schweigemangel“, „Bescheidenheitmangel“
    entsteht?!…und dann „schmerzfrei“, „lärmfrei“, integriert werden kann?

    • Humane Integration bedingt Integrationsreife...(Kommentar austauschen bitte, Abschickfehler davor:=)
      aller „Integrationsbeteiligten“ „vor Ort“…und im
      „Integration-Bewegungsort/raum“.
      Ist „Integration-Klischee-Verhaltenmuster-Änderung“ durch „Fremdperson(en)“ „Über-Zeugung“ überhaupt möglich?…
      oder nur mittels Selbsteinsicht und Selbsterkenntnis?…ein „automatisches“ Folgeergebnis von Vernunftbildung, Vernunftreife?…
      schon viele Personen sind mit ihrem, dafür Leben (auf)opferndem, Wunsch nach „Integration-Über-Zeugung“ forderndem „Gang“
      (der Geschichte), gescheitert…
      Moses…Jesus…Mohammed…M. L. King…Mahatma Ghandi…u.v.m.
      Aber das Weltgeschehen könnte/müßte zu denken geben.

      Verhaltenmuster ändern scheint nicht einfach zu sein.
      Welchen Einfluß hat Geld-Lebenbasis-Gesellschaft-Muster
      auf reifendes human sein können, reifende, humane „Sein-Muster“?
      Wie inhuman ist unser System? Warum möchten Sie in dieses, vielleicht selbst noch human unreife System schon integrieren?
      Können Sie die Folgen absehen?
      Haben Sie selbst Geld-Erfolg-System-Zerstörung?-Verhaltenmuster unkritisch angenommen und wollen auch andere „Über-Zeugen“?…
      Mehr „Schwarze“ in Führungs-, Schlüssel-Positionen…Quote(n)…
      Vernunftreifelevelquote(n)?

      Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.
      Albert Einstein
      Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
      Mahatma Gandhi

  4. Danke!
    Ich möchte eigentlich nur der Autorin danken für die Einblicke in diese wichtige Veranstaltung!

    Meinen ersten Impuls, auf den ersten Kommentar ausführlicher zu einzugehen, unterdrücke ich lieber, ich glaube „Thorsten Haupts“ weiß selber schon ganz genau, dass die herablassend-stilvolle Fassade seiner bildungsbürgerlichen Diktion den handfesten Rassismus nur sehr notdürftig kaschiert. Und ich nehme an, das ist auch intendiert. Dass es hier nicht um „Integration“ von irgendetwas „fremden“ geht, sondern um das Einfordern längst überfälliger, eigentlich selbstverständlicher gesellschaftlicher Teilhabe, dass das gönnerhafte „Schwamm drüber“ oder die haltlosen Behauptungen über die angebliche Unterentwicklung der afrikanischen Kulturen vor deren Unterdrückung und teilweise Vernichtung durch europäische Kolonialherrschaft ebensowenig konstruktiv sind wie der der vergiftete Wunsch, die Autorin möge sich gegen „echten und wahrgenommenen“ Rassismus behaupten, ist Ihnen wohl durchaus bewusst und das macht Ihren Kommentar umso hässlicher. Wer unterscheidet denn zwischen echtem und wahrgenommenen Rassismus? Weiße Männer mit Uniabschluss? Was versuchen Sie hier zu verteidigen?

    Naja, das macht umso deutlicher, warum solche Veranstaltungen wichtig sind, die den Balanceakt zwischen geschütztem Raum und breiterer Öffentlichkeit versuchen.

    • Sie erlauben mir einige freundliche Anmerkungen?
      Ihr „handfester Rassismus“ interessiert mich nicht, ich bin in meinem Leben schon zum Faschisten, Juden (Leute hielten das für eine Beleidigung …), Sozialisten, Militaristen und was weiss ich befördert worden. Öffentlich. Schriftlich. Wenn Sie also das Etikett befriedigt.

      Bei der afrikanischen Unterentwicklung handelt es sich um handfeste historische Fakten (schnappen Sie sich ein paar gute Geschichtsbücher, beispielsweise http://www.unesco.org/new/en/culture/themes/dialogue/general-history-of-africa/volumes/complete-edition/volume-ii-ancient-civilizations-of-africa/#c181021), was Sie nicht daran hindern muss, die für rassistisch zu halten.

      Und selbstverständlich bedarf „Rassismus“ wie jede andere gruppenbezogene oder individuelle Beleidigung eines gesellschaftlichen Rahmenkonsenses darüber, was das sein soll, sonst verbringen Sie die erste halbe Stunde eines Gespächs mit der Klärung der gegenseitigen Empfindlichkeiten bzw. können sinnvolle öffentliche Gespräche gar nicht erst führen. Gefühlte Beleidigungen sind etwas für den Kindergarten.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Schutzraum und Öffentlichkeit
      Es freut mich, Herr Cremer, dass ich Ihnen mit meinem Bericht einen kleinen Einblick in die Veranstaltung geben konnte. Ich muss Ihnen Recht geben: Die Frage wie man Schutzraum und Öffentlichkeit in Einklang bringt beschäftigt mich schon seit einer Weile. Auf der Indaba wurde damit meiner Meinung nach gut umgegangen. So weit ich weiß, sollen Fragestellungen und Ergebnisse in einer Publikation festgehalten werden, die Sie bestimmt über das Ballhaus Naunynstraße beziehen können.

      Tatsächlich ein interessantes Buch zu dem Sie hier verlinkt haben, Herr Haupts. Ich muss auf Grund Ihrer Ausführungen allerdings bezweifeln, dass Sie es selbst gelesen haben. Wissenschaftliche und gut verständliche Rassismusdefinitionen finden Sie inzwischen auch nach einigem Suchen im Internet. Ansonsten möchte ich Ihnen besonders den Sammelband „Wie Rassismus aus Wörtern spricht – (K)erben des Kolonialismus. Ein Wissensarchiv deutscher Sprache.“ ans Herz legen. Dort werden auf fast 800 Seiten auch viele andere deutsche Begriffe zu diesem Themenkomplex erklärt und es wird schnell deutlich, dass es bei Rassismus nicht um Beleidigungen oder Empfindlichkeiten geht, sondern dass Rassismus ein strukturelles Problem ist.

    • [...]
      Bitte bleiben Sie sachlich. Die Blogredaktion

  5. Satire erlaubt?
    „Wie kann postmigrantisches Theater festgefahrene Diskurse über „Integration“ und „Differenz“ erschüttern?“(Gesprächsreihe: „Empört Euch!“) oder
    „Wie weit darf Satire gehen?“

    Vereinigte Staaten von Europa, im Februar des Jahres 2345:

    Ohne die Beteiligung Weißer Menschen fand im Winter 2014/15 die erste Indaba Schwarzer Kulturschaffender statt. Damals kamen Vertreter von acht kulturellen Einrichtungen in Berlin zusammen, um die wenigen verbleibenden ernsthaften Job-Angebote unter sich aufzuteilen. Da einerseits die meisten Rollen aus rassistischen Gründen nicht zumutbar waren und man andererseits Darstellerinnen für Sissy-Rollen nicht Whitefacen wollte, entstand ein fast unlösbares Problem – mit Auswirkungen bis in die Gegenwart. 130 Jahre später traf man sich jetzt an gleicher Stätte – in der Europäischen Hauptstadt – wieder, aber diesmal in erweiterter Runde mit proportionaler Beteiligung der 10% Asiaten, 20% Nordafrikaner und dem Rest der üblichen gemischtrassigen Bevölkerung. Wiederum ging die Diskussion um eine ausgewogene Chancenverteilung bei Stellenbesetzungen und um eine Quotenregelung. Der einzige weiße Kulturwissenschaftler verließ nach heftiger Diskussion entnervt die Runde. Daraufhin wurde die Sitzung vertagt.
    Kulturschaffende haben es schwer, angemessene Jobs zu finden – auch heute noch!

    PS: Ach ja, das Ergebnisprotokoll aus dem Jahre 2015 ist leider verschollen

  6. Satire gegen was ?
    Sehr geehrter Herr Retelsdorf,

    erlauben Sie mir zu sagen, dass dieser Vergleich hinkt. Ihr satirischer Beitrag hat wenig mit dem Artikel zu tun. Es stellt sich mir die Frage ob sie sich überhaupt darüber im Klaren sind was auf der Berliner Kongokonferenz passiert ist. Ich möchte sie dazu ermutigen den Artikel nochmals genauer zu lesen.

  7. Pingback: Samstagslinks / los enlaces del sábado | Trippmadam

  8. Pingback: Wie wahr… | tschellufjek

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