Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Gleich ist anders – anders ist gleich

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In Brasilien wird auf Getränkekarten nicht zwischen Cola und Fanta unterschieden, Hauptsache das Erfrischungsgetränk ist süß und eiskalt. Ebenso ist es nicht zwingend, zwischen Männern und Frauen zu unterscheiden, selbst wenn man das Vorhandensein von Unterschieden keineswegs leugnet.

© „Flemming1882Tafel4Fig71-73“ von Walther Flemming. Professor der Anatomie in Kiel. - Zellsubstanz, Kern und Zelltheilung. Leipzig, Verlag von F.C.W. Vogel. Websource: [1]. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.Zellteilungsstadien in der Augenhornhaut. Die vermutlich älteste Darstellung menschlicher Chromosomen. Walther Flemming, 1882.

Die Biologie ist ein Schlawiner. Oder eine Schlawinerin. Oder eine Schlawinerx.

Jedenfalls ist sie offenbar immer auf dem Stand der aktuellen Geschlechterdebatten. Neuerdings hat sie zum Beispiel herausgefunden, dass das Geschlecht nicht binär ist, dass also die Unterscheidungen zwischen weiblich und männlich, biologisch gesehen, nicht eindeutig sind.

Super Sache, wenn man bedenkt, wie vehement die Biologie bis neulich noch die verlässlichste Bastion derer war, die die „Natürlichkeit“ von Geschlechterunterschieden wissenschaftlich beweisen wollten. Bis ins 20. Jahrhundert galt es ja quasi als evident, dass aus dem Vorhandensein einer Gebärmutter oder zweier X-Chromosomen naturnotwendigerweise eine besondere Begabung zum Staubwischen oder zum Ohnmächtigwerden folge. So krass sagt das heute freilich (fast) niemand mehr. Aber es gibt leider immer noch genügend Leute, die unter Hinzuziehung biologistischer Natürlichkeitsdiskurse zum Beispiel gegen „Genderwahn“ zu Felde ziehen und Maßnahmen wie Gender-Mainstreaming oder Fächer wie Gender-Studies für eine feministische Konspirationen zur widernatürlichen Umerziehung des Menschen halten.

Es ist also verständlich, dass diejenigen, die Geschlechter-Angelegenheiten ein wenig freiheitlicher gestalten möchten, über die neuen biologischen Erkenntnisse jubeln. Ich juble aber nicht, ich bleibe skeptisch: Denn wenn die Biologie früher ganz offensichtlich einem kulturellen Diskurs das Wort geredet hat, wieso ist denn ausgemacht, dass sie ihr Mäntelchen jetzt nicht wieder in den Wind hängt, bloß dass der kulturelle Diskurs (in seinen fortschrittlicheren Teilen) heutzutage das „Ende der Binarität“ auslotet?

Zumal mir auch gar nicht einsichtig ist, warum der Hinweis auf Mischformen und fließende Übergänge zwischen „männlich“ und „weiblich“ die Binarität von Geschlechterbildern überhaupt aufheben soll. Das genaue Gegenteil ist doch der der Fall. Mischformen und Übergänge bekräftigen ja geradezu die Existenz von „Reinformen“ – die sich nämlich jeweils an den Enden dieser Linie befinden. Männlich und Weiblich werden in der Logik der „fließenden Übergänge und Mischformen“ als prinzipiell aufeinander bezogen definiert. Sie werden konzipiert als Extreme eines Kontinuums, das immer noch „binär“ ist, nur dass die beiden Fixpunkte sich nun nicht mehr unabhängig gegenüberstehen, sondern durch eben jene Mischformen und Übergänge miteinander verbunden sind.

Für mich, eine Frau, bedeutet das aber, dass ich nun erst recht als „das andere Ende zum Mann“ konstruiert werde, was meinem durch die Frauenbewegung geschulten Selbstbild überhaupt nicht entspricht. Da tröstet es mich nur wenig, dass mein Frausein nun sozusagen eine offene Flanke hat, durch die ein bisschen Männlichkeit hereinwehen kann. Oder dass sich meine Geschlechtszugehörigkeit nun verflüssigen kann, damit ich und andere mein Frausein kritisch hinterfragen. Wozu denn nur?

Die Publizistin Ina Praetorius schrieb kürzlich an ihre Facebook-Pinnwand eine Frage, die mein Unbehagen gut auf den Punkt bringt. Sie fragte: Welcher Satz fühlt sich befreiender an: „Ich bin eine Frau, und was das bedeutet, entscheide ich selber“. Oder: „Ob ich eine ‚Frau‘ bin, das steht keineswegs fest“?

Für mich ist eindeutig Satz eins der Befreiendere. Ich bin eine Frau, und was das ist, wird von mir selbst und meinesgleichen gestaltet und ausgemalt. Ich will nicht, dass mein Frausein ständig mit dem Männlichen verglichen wird, indem die beiden „Aspekte“ gegeneinander ausbalanciert werden, sogar bis in Prozentzahlen genau: Conchita Wurst sagte neulich, sie sei zu 70 Prozent Conchita und zu 30 Prozent Tom.

Bei Modellen der Geschlechterdifferenz handelt es sich natürlich immer um Konstrukte, um symbolische Ordnungen, in deren Rahmen wir „natürliche“ Phänomene versprachlichen und uns kulturell aneignen. Bei der Frage, wie wir „Geschlecht“ beschreiben, geht es nicht darum, welche dieser Beschreibungen wahr oder unwahr sind, sondern darum, welche wir wählen, weil sie unseren Wünschen und Vorstellungen vom guten Leben entsprechen, und welche wir ablehnen.

Was im Übrigen nicht bedeutet, dass es keine „Natur der Sache“ gäbe. Menschen sind Teil der Natur: Sie haben organische Körper, und deren Funktionsweise kann dementsprechend auch naturwissenschaftlich erforscht werden. Aber diese biologischen Phänomene bedeuten nicht für sich genommen etwas, sondern ihre Bedeutungen sind immer kultureller Natur, nicht beliebig, aber auch nicht zwingend. Faktisch gibt es unendlich viele phänomenologische Unterschiede in der Natur, die Frage ist nur, welchen davon wir kulturell eine Bedeutung geben und welchen nicht.

Hierzulande ist es zum Beispiel üblich, auf Getränkekarten zwischen Cola und Fanta zu unterscheiden, und wer im Restaurant eine Cola bestellt und dann ungefragt eine Fanta bekommt, wäre vermutlich irritiert. In Brasilien ist mir das aber schon öfter passiert. Dort ist meistens einfach von „Erfrischungsgetränken“ die Rede, auf die genaue Sorte wird nicht so großen Wert gelegt. Natürlich ist der Unterschied zwischen Cola und Fanta auch in Brasilien bekannt, und niemand würde behaupten, beides wäre dasselbe. Aber vielen Menschen ist es eben gleichgültig, welches Erfrischungsgetränk sie bekommen, Hauptsache es ist süß, flüssig und eiskalt.

Genauso ist es überhaupt nicht zwingend, dass zwischen Männern und Frauen unterschieden wird, selbst wenn man das Vorhandensein von Unterschieden keineswegs leugnet. Zumal ja nicht einmal evident ist, woran genau dieser Unterschied biologisch festzumachen ist. An den X oder Y-Chromosomen? An Hormonen? An augenfälligen Körpermerkmalen wie Vagina und Brüsten oder Penis und Barthaaren? An der vorhandenen oder nicht vorhandenen Gebärfähigkeit? Oder an einem „Gehirngeschlecht“, das von solchen Äußerlichkeiten völlig unabhängig ist?

Ich persönlich halte ja alle diese Unterschiede für irrelevant bis auf die Sache mit dem Schwangerwerdenkönnen. Das biologische Faktum, dass nicht alle Menschen schwanger werden können, sondern nur ungefähr die Hälfte, ist schließlich die maßgebliche Ursache für fast alle inhaltlichen Rollenzuschreibungen an Frauen und Männer. Und dass die Frage, wie wir diese biologische Ungleichheit zwischen „Frauen“ und „Männern“ in Punkto Kinderkriegen politisch und sozial organisieren, noch keineswegs befriedigend beantwortet ist, zeigen ja die nicht enden wollenden „Vereinbarkeitsdebatten“.

Die Biologie als Naturwissenschaft kann uns jedenfalls nicht die Aufgabe abnehmen, Geschlechterbilder zu formulieren, sondern es ist genau andersherum: Die jeweiligen gesellschaftlichen Geschlechterkonzepte beeinflussen den Blick und das Forschungsinteresse von Biologinnen und Biologen. Welche Unterscheidungen wir in Hinblick auf das Geschlecht treffen (und welche nicht), wird ganz allein auf der politischen Ebene verhandelt. Und nicht im Forschungslabor.

 

 

Weiterlesen:

Sabine Hark Nur keine heterosexuelle Panik!

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14 Lesermeinungen

  1. Ein Spektrum, das zu 99% aus Schwarz und Weiß besteht?
    Der verlinkte Nature-Text ist seltsam. Er argumentiert dafür, das Geschlecht als ein Spektrum aufzufassen, und zwar aufgrund von „Disorders of Sex Differences (DSD)“, die nach der weitesten Definition bis zu einem Prozent der Menschen beträfen. Aufgrund dieses Verständnisses wäre das ein Spektrum, das zu 99% Schwarz und Weiß besteht.

    So ein Verständnis ist aber nicht einmal geeignet, der Geschlechterperspektive von 1950 etwas hinzuzufügen: dass es Transsexualität, Hermaphroditismus und Differenzen zwischen chromosomalem, phenotypischem und subjektivem Geschlecht gibt, ist ja nicht grade eine neue Erkenntnis.
    Über weite Strecken wird im Artikel auch so getan, als gäbe es neuentdeckte Phänomene zu berichten, wo lediglich Mechanismen hinter bereits bekannten Phänomene entdeckten werden: dass es z.B. (sehr selten) Männer mit Uterus gibt, wissen wir ja längst, und wenn nun der verantwortliche genetische Exprimationsmechanismus dafür entdeckt wird, dann verändert das unser Menschenbild selbstverständlich nicht.

    Viele der dargestellten Erkenntnisse sind außerdem ganz irrelevant. Wenn z.B. ein Mann einige Zellen seiner Mutter in seinem Körper trägt, dann wird das Geschlechterbild davon nicht weniger binär, auch wenn die Autorin das behauptet: diese Zellen werden Körperfunktionen und Identität wohl ebensowenig beeinflussen wie eine weibliche Blutspende.

    Der Artikel gibt kein Umdenken in der Biologie wieder, sondern eher die politische Position der Autorin, die man richtig oder falsch finden kann, die jedoch durch die angeführten wissenschaftlichen Argumente weder gestützt noch widerlegt wird.

  2. Viel Vergnügen beim nächsten Umerziehungsversuch der Menschheit 🙂
    Einer Mehrheit von Männern wie Frauen nicht nur zu erklären, dass es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, sondern sie auch noch dazu zu bringen, danach zu handeln, im Alltag … Na ja, man sagt ja inzwischen, Sysiphos könne man sich auch als glücklichen Menschen vorstellen.

    Und dass die Frage, wie wir diese biologische Ungleichheit zwischen „Frauen“ und „Männern“ in Punkto Kinderkriegen politisch und sozial organisieren

    Nicht mehr offen ist, beweist die Konvergenz aller materiell am weitesten entwickelten Länder dieser Erde in den dafür praktizierten Lösungen: 1) Sie sterben langsam aus und 2) Sie outsourcen Kindererbetreuung und -erziehung an dafür ausgebildete Arbeitskräfte. Alle, ohne Ausnahme.

    Scheinen die einzig praktikablen Lösungen zu sein, über die letzten 50 Jahre hinweg betrachtet.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  3. Was ist der Unterschied zwischen Mann und Frau.
    Liebe Frau Schrupp,
    Sie schreiben: „Zumal ja nicht einmal evident ist, woran genau dieser Unterschied biologisch festzumachen ist. An den X oder Y-Chromosomen? An Hormonen? An augenfälligen Körpermerkmalen wie Vagina und Brüsten oder Penis und Barthaaren? An der vorhandenen oder nicht vorhandenen Gebärfähigkeit? Oder an einem „Gehirngeschlecht“, das von solchen Äußerlichkeiten völlig unabhängig ist?
    Ich persönlich halte ja alle diese Unterschiede für irrelevant bis auf die Sache mit dem Schwangerwerdenkönnen.“
    Das klingt so, als ob das Schwangerwerdenkönnen das einzige relevante Unterscheidungskriterium zwischen Frauen und Männern wäre. Wollen Sie das ernsthaft durchhalten? Wäre dies richtig, würde eine Frau mit ihrer Menopause oder mit einer Hysterektomie zum Mann werden – mit dem Ergebnis, dass mit ihrer (eigentlich: seiner) Berufung in einen Aufsichtsrat nicht die Frauenquote erfüllt werden könnte! Mit dem Ergebnis, dass ihr (ihm) eine prämenopausale Frau bei gleicher Leistung für eine Beamtenbeförderung vorgezogen werden müsste! Mit dem Ergebnis, dass in Deutschland wesentlich mehr Männer als Frauen leben.

    Die Frage ist doch eigentlich ganz einfach zu beantworten: Ob ich jemanden als Mann oder Frau ansehe, mache ich wie vermutlich die allermeisten am Phänotyp fest, der in über 99 Prozent der Fälle dem Hormon- und Chromosomenstatus sowie dem „Gehirngeschlecht“ entspricht. Wo diese Übereinstimmung nicht bestehen sollte und ich das merke, entspreche ich dem Wunsch meines Gegenübers, wie er*sie wahrgenommen werden möchte.

    Was mich interessieren würde: Was würden Sie eigentlich einem Kind sagen, das die Begriffe Mann und Frau aufgeschnappt hat und wissen will, worin der Unterschied besteht? „Das ist ein Unterschied, der einerseits gesellschaftlich konstruiert wird, andererseits nur davon abhängt, wie man sich selbst fühlt, und auf den es eigentlich nicht ankommt.“?

    • Titel eingeben
      Sehr geehrter Herr Kerner,

      Ihr Gedankenspiel „wäre dies richtig, würde eine Frau mit ihrer Menopause (…) zum Mann werden“ fände ich jetzt erst einmal nicht besonders schlimm, genauso wenig wie die Feststellung, dass es dann ja in D mehr Männer als Frauen gäbe – es steht ja nirgends geschrieben, dass es von allen Geschlechtern gleich viele geben muss ;-).

      Die folgende Schlussfolgerung „mit dem Ergebnis, dass mit ihrer (eigentlich: seiner) Berufung in einen Aufsichtsrat nicht die Frauenquote erfüllt werden könnte!“ stimmt einerseits (trivialerweise). Diese Feststellung lässt allerdings außer Acht, dass es sich dann eher um drei Geschlechter handelt, nämlich neben Männern und Frauen noch Menschen, die einmal Frauen waren oder werden – d.h. welche Konsequenzen sich aus der Redefinition ergeben, kommt ganz darauf an, warum genau man eine Quote will und für wen (für Frauen generell? für Menschen, die eventuell (noch) Kinder gebären können? für Menschen, die Kinder geboren haben?)

      MfG
      H. Dietz

    • Antwort von Antje Schrupp:
      @Phaeake – ich sage nicht, dass Schwangerwerdenkönnen das einzig relevante Unterscheidungskriterium zwischen Männern und Frauen ist, sondern das einzig relevante, das sich aus der Biologie herleitet (im Unterschied zu den Chromosomen, die auch ein biologischer Unterschied sind, aber ein irrelevanter). Natürlich gibt es auch kulturell hervorgebracht Unterschiede, und die sind selbstverständlich auch höchst relevant. Und ebenso real.

      Das Schwangerwerdenkönnen ist übrigens auch dann relevant ist, wenn diese Möglichkeit nicht realisiert wird (bei der Verhütung etwa) bzw. auch dann noch, wenn sie – wie nach der Menopause – nicht mehr gegeben ist. Eine Frau ist immer eine, die vielleicht hätte schwanger werden können. Zum Beispiel gehört es dann zur Biografie einer Frau, keine Kinder geboren zu haben (oder eben doch), und das ist auch später natürlich etwas Relevantes.

      Und ja, genauso wie Sie es beschreiben, würde ich einem Kind den Unterschied erklären – dass Mannsein und Frausein etwas ist, das nicht einfach „so ist wie es ist“, sondern dass alle Menschen, und das Kind selbst auch, dabei mitmachen, diese Bedeutung festzulegen. Natürlich muss man das in einer dem jeweiligen Alter des Kindes entsprechenden Weise erklären, aber Kinder können das durchaus verstehen.

    • Liebe Frau Dietz,
      Sie haben natürlich Recht, dass nirgendwo geschrieben steht, dass es von beiden Geschlechtern ungefähr gleich viel geben müsse. Aber viele Argumentationstopoi (z.B. die „Hälfte des Himmels“ und die fünfzigprozentige Frauenquote in manchen Parteien) gehen natürlich schon von einer Bevölkerung aus, die zu ungefähr der Hälfte aus Frauen besteht.

      Und dass es für die zu im Bereich der Frauenquote zu ziehenden Konsequenzen „ganz darauf an(kommt), warum genau man eine Quote will“, sehe ich absolut wie Sie. Nur: WENN man der sehr grundsätzlichen These von Frau Schrupp folgt, wonach sämtliche denkbaren Unterschiede zwischen Männern und Frauen irrelevant (nicht etwa: weniger relevant) seien – mit einer einzigen Ausnahme dem Schwangerwerdenkönnen, dann ist es m.E. zwingend, dass das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ bei seiner Definition von Frauen und Männern auch auf das einzig relevante Kriterium abstellt. Alles andere hieße ja, dem Gesetzgeber sachfremde Differenzierungen zu unterstellen.
      Grüße
      Philipp A. Kerner

    • Liebe Frau Schrupp,
      vielen Dank für Ihre erhellende Antwort, die ich erst las, als ich meine Antwort an Frau Dietz schon abgeschickt hatte.

      Sie dehnen jetzt das einzig entscheidende biologische Kriterium „Schwangerwerdenkönnen“ zeitlich aus, um die etwas seltsame Konsequenz zu vermeiden, dass Frauen mit der Menopause zu Männern werden. Frau soll also auch sein, wer früher einmal hätte schwanger werden können. Wenn Sie das konsequent durchhalten wollen, wären aber auch Transsexuelle, die als Frau geboren wurden auch nach der „geschlechtsanpassenden Operation“ weiterhin Frauen. Umgekehrt blieben als Mann geborene transsexuelle Männer auch nach der OP Männer. Und Menschen, die allgemein als Frauen angesehen werden, die Brüste, eine Vagina und zwei X-Chromosome haben aber – zum Beispiel aufgrund eines genetischen Defekts VON GEBURT AN keine Eierstöcke, wären Ihrer Definition nach Männer. Oder interpretiere ich Sie wieder falsch?

    • Antwort von Antje Schrupp: @Phaeake – Nein, es geht mir nicht, darum, das Frausein zu „definieren“ (das ist meiner Meinung nach unnötig),sondern es zu verstehen. Transsexuelle Frauen sind demnach Frauen, die keine Kindern bekommen können (davon gibt es ja noch mehr). Das ist auch kein Widerspruch, denn ich schrieb ja in meinem Artikel, dass dass Allermeiste am „Frausein“ kulturell hervorgebracht ist.

  4. Pingback: Anonymous

  5. It’s only a problem if you have a problem with it.
    Was hätte ich gerne die Privilegien einer Frau Schrupp!

    Ich könnte mich den lieben langen Tage mit Dingen beschäftigen, die ausserhalb einer kleinen Clique niemanden interessiert und niemanden weiterbringt. Aber nein, ich muss für meinen Unterhalt eigenhändig aufkommen.

    Was hätte ich gerne die Privilegien einer Frau Schrupp!

    • Darf ich höflich fragen, was Sie a) hier machen und b) warum Sie einen
      Text absondern, der absolut nichts zum Thema beiträgt, wenn Sie doch so dringend und viel gewinnbringender Geld verdienen müssten? Nein, sparen Sie sich die Antwort, das Gestammel will ich gar nicht erst lesen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  6. Was ist der Unterschied zwischen Mann und Frau?
    Es gibt keinen…denn von hinten sehen sie gleich aus und
    anders von vorne, da passen sie zusammen.
    Anders ist gleich und gleich ist anders…aber identisch gleich
    ist noch anderser…(Mathe). Scherz Ende.

    MfG
    W.H.

    P.S. Haben Sie bedacht, Fr. Schrupp, daß Punktrechnung vor Strichrechnung „geht“?
    DAS Wesen…sächlich, neutral, objektiv?
    DIE Energie…weiblich, subjektiv…nicht objektiv?
    DER Geist…männlich, subjektiv…nicht objektiv?

    DAS Energie-Geist-Wesen „Evolution…Gott“ objektiv?
    DIE Geist-Wesen-Energie…“Mutter Gottes“…(nicht) objektiv?
    DER Energie-Wesen-Geist…“Gott“…(nicht) objektiv?
    DIE „DREIEINIGKEIT“…DAS/DIE/DER…“DREHEINHEIT“…
    „UNIVERSUM-WEISHEIT“-REIFE!…objektiv?

    DIE Zell“teilung“…Punktrechnung.
    DAS Produkt Human…Punktrechnung.
    DIE Frau-Sein…DER Mann-Sein…Human-Produkt“teilung“…“Produkte“… Punktrechnung.

    Jetzt Achtung! Frauen-Genderweg…vom „2“ Sein…SIND…
    Die Frau…+/- Eigenschaften…biolog. …u.s.w. …nicht objektiv?
    Der Mann…+/- Eigenschaften…biolog. …u.s.w. …nicht objektiv?
    +/- „Rechnung“ soll zur Gleichberechtigung führen. …nicht objektiv?
    Führt zu inhumanem Genderweg?!

    Jetzt Achtung! Evolution-Genderweg…
    DAS Energiegeistwesen Human-Frau…objektiv?
    DAS Energiegeistwesen Human-Mann…objektiv?
    DAS Human-Frau-SEIN(BE engl.)…objektiv?
    DAS Human-Mann-SEIN(BE engl.)…objektiv?
    DAS „BE“…der Reife-Weg
    „B(e)“…im Zusammenhang mit „binär“codes wird im
    Hexadezimalen „zählen“ die Zahl „11“…“Eleven“ durch
    den Buchstaben „B“ ausgedrückt.
    Die „Gotteszahl 11“ bedeutet den HUMAN-Evolutionsreifeweg
    „BE“…“SEIN“…“1″ = Ein“S“ = „S“ein…
    „11“…E(nergy)L(eben)EVEN…Pari(tät)…
    HUMAN ALLES „SEIN“ ALL EVEN human „B“E“ACHTEN und human „BE“HANDELN?!…
    OBJEKTIVE, HUMAN FRAU/MANN, EVOLUTION-GOTT-„PRODUKT“-
    REIFE-LÖSUNG…OHNE STRICHRECHNUNGEN?!…
    denn sie führen ins „ad absurdum“?!
    GEIST-REIFE-(GANG) birgt humane Vernunftreife…
    OBJEKTIVITÄT-REIFE-PRODUKT?!

    • Das Ganze, (die Gender"Ganzheit"), ist mehr als die Summe seiner Teile...Aristoteles.
      Der Blog-Beitrag kann „Denkanstoß“ sein…auf Basis „Delphi-Orakel“…
      Erkenne „Dich“…zuerst…bevor „Du“…andere…Gesellschaft…
      sonst ad absurdum Gefahr.

      Wie soll der eigene Geist in Ruhe zur Vernunft reifen, wenn er sich,
      ständig unruhig, „ausschließlich“, selbst unreif, mit dem Leben
      anderer Menschen in und als Gesellschaft beschäftigt?

      Der heilsame, vom Übel -Ungleichgewicht, Unmaß, Maßlosigkeit-
      befreiende Geist im Menschen, ist die Vernunftbildung, als Ergebnis von lebenslanger Selbsterkenntnis- und Einsicht-(Lehre)…
      was „Hänschen“(Gretchen?) nicht lernt, lernt „Hans“(Gretel) nimmermehr!?…
      „Hänsel & Gretel-Vernunft-Bildung-Systeme“-(„Mangel-Überschuß“:=)

      Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden.
      Jacques Tati

      LS(onntag)G
      W.H.

      P.S. Der Grad der humanen Vernunft der Menschheit, bestimmt den Grad ihres humanen Sein…von Erde-Paradiesgrad, bis Erde-Höllengrad.

  7. Abstraktion und Äquivalenz
    Sehr geehrte Frau Schrupp

    Eins plus Eins ist nicht Zwei. Und Zwei plus Zwei ist nicht Vier. Jedenfalls nicht immer. Manchmal ist Eins plus Eins auch Null oder Zwei plus Zwei ist Eins. Die Zahlen sind auch nichts natürliches, sie sind eine gesellschaftliche Konstruktionen. Sie sind Symbole, auf die sich die Gesellschaft geeinigt hat, um von etwas in der Natur Beobachtbarem zu abstrahieren. Gemeinhin wird bei „Eins plus Eins“ von einer Operation in der Gruppe der ganzen Zahlen mit der Operation „Addition“ ausgegangen, aber tatsächlich es kommt auf den Kontext an, in der die Addition stattfindet. Es gibt Operationen des gleichen Namens auch auf anderen Gruppen, beispielsweise in Restklassenringen der ganzen Zahlen. In diesen Ringen wird anders gerechnet, auch wenn in der Regel die gleichen Symbole wie zum Beschreiben der ganzen Zahlen verwandt werden. Um genau sagen zu können, wie das Ergebnis von „Eins plus Eins“ lautet, muss genau genommen erwähnt werden, in welchem Kontext die Operation stattfindet.

    Für fast alle Menschen ist die intuitive Zuordnung der Aufgabe „Eins plus Eins“ zur Gruppe der ganzen Zahlen mit Operation Addition vollkommen ausreichend. Diese Grundannahme automatisch zu treffen und diesem Kontext nur zu verlassen, wenn explizit etwas anderes gemeint ist, vereinfacht die Kommunikation vieler vieler Menschen. Die allermeisten werden gar nicht wissen, dass es neben der Addition in der Gruppe der ganzen Zahlen noch weitere Interpretationsmöglichkeiten gibt. Denn zahlentheoretische Betrachtungen existieren in ihrem Leben nicht.

    Warum sollen die Äquivalenzklassen „Mann“ und „Frau“, die im Leben der allermeisten Menschen völlig ausreichend sind, um die Welt zu beschreiben, mit aller Macht allgemein aufgebrochen werden in feinere Äquivalenzklassen oder sogar in ein Kontinuum zwischen den beiden Polen „Mann“ und „Frau“? Ist es wirklich die naheliegenste Lösung, die gesamte Sprache oder das gesamte Modell um weitere Äquivalenzklassen zu erweitern, um ja die Sonderfälle in jedem Gebrauch der Sprache mit darzustellen? Was würden Sie von der gleichen Präzisierung der menschlichen Sprache und des Denkmodells halten, wenn es sich um andere Sachverhalte handelte … siehe oben?

    Viele Grüße
    Günther Werlau

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