Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Das alberne Korsett

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Der angesehene Verlag C.H. Beck senkt sein Niveau so weit ab, bis die weibliche Zielgruppe erreicht scheint. Das ist angesichts der Verlagskrise zwar verständlich, aber weder interessant noch gut für Frauen.

Wozu ein inneres Korsett, wenn ein äußeres seinen Zweck erfüllt?© Mathilda Samuelsson, CC BY-SA 2.0Wozu ein inneres Korsett, wenn ein äußeres seinen Zweck erfüllt?

Seit Monaten liegt dieses Buch bei mir zuhause auf dem Stapel der zu verarbeitenden Bücher. Hin und wieder nehme ich es in die Hand, blättere ratlos darin herum und lege es wieder zurück. Der Verlag C.H. Beck hat es mir geschickt. Heute hätte ich es fast mitgenommen, an meinen Arbeitsplatz, habe dann aber doch davon Abstand genommen, denn es wäre mir ein bisschen peinlich, wenn meine Kolleginnen und Kollegen mich damit sähen.

Der Beck Verlag ist ja nicht irgendein Verlag. Er gehört für Juristen wie für Historiker zu den allerersten Adressen, sein Name verbindet sich mit dem Guten, Gewichtigen, Gediegenen. Er lebt von der Reputation, über modische Eintagsfliegen, Pamphlete und billige Ratgeberliteratur erhaben zu sein. Das Traditionelle und Konservative rechtfertigt sich bei ihm durch die geprüfte, langlebige Qualität, durch seine eindrucksvolle „Backlist“. Deshalb macht es eigentlich Freude, Bücher von ihm geschenkt zu bekommen – diese Bücher halten sich im Regal eine Weile, auch wenn sie wenig innovativ und nicht wirklich aufregend sind und gerade deshalb kaum jemals richtige Klassiker werden können.

Also was erwartete ich, als ich die Buchsendung aus dem Briefkasten fischte? Die „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ von Ulrich Herbert wäre zum Beispiel hübsch gewesen, gern gehabt hätte ich den Katalog des Münchner NS-Dokumentationszentrums. Oder meinetwegen auch irgendeine Biographie. Doch der Beck Verlag hatte mir etwas anderes zugedacht: ein aufreizend rotes Taschenbuch mit dem Titel: „DAS INNERE KORSETT. Wie Frauen dazu erzogen werden, sich ausbremsen zu lassen.“

Das innere Korsett! Um Himmels willen. Wie kommt der Beck Verlag darauf, dass mich das interessieren könnte, und warum interessiert ihn selbst das – ihn, der sonst immer nur das universalisierte „man“ kennt, den „Historiker (m/w)“, den „Professor (m/w)“ oder „Redakteur (m/w)“? Doch bin ich zugegeben eine Frau und habe selbstverständlich internalisierte Zwänge, so wie jeder Mensch sich hin und wieder selbst im Wege steht, und natürlich werden diese Zwänge auch geschlechtsspezifisch ausgeprägt. Und sogleich wirkte dieser unverschämte Titel: Er sprach mich an, obwohl ich es nicht wollte. Er löste sogar die ganz und gar paranoide Vorstellung aus, der Beck Verlag wisse etwas von mir, er habe sein väterliches Auge auf mir ruhen lassen, um mir und meinen Leidensgenossinnen zu helfen, und zaubere jetzt eine Analyse hervor, damit wir endlich verstehen, warum wir so dumm und so schwach sind.

Was immer er will oder weiß – beim zweiten Blick auf den Umschlag war klar, er meint es nicht nett: Blassrot steht der Titel zwischen den Umrissen eines Frauenleibes: des Leibes einer jungen Frau, der weniger durch ein Korsett geschnürt als wie durch ein Mieder zur Geltung gebracht wird. Unten herum ersetzt der Untertitel schwungvoll das Bündchen der Unterhose; und das Dekolleté oben herum bilden die beiden neckisch geschwungenen Namen der Autorinnen, die eine über dem linken und die andere über dem rechten Busen. Im Missy Magazin hätte ich diese Abbildung vielleicht lustig-ironisch gefunden. Aber unter dem Label des Beck Verlages traf mich der Anspruch einer geschlechterkritischen Untersuchung mit einer offen sexistischen Aufmachung ungefähr so, wie wenn sich ein Gentleman alter Schule, an dem ich bisher die guten Manieren schätzte, aus heiterem Himmel zum Feministen erklärt und gleichzeitig als grapschender alter Mann entlarvt.

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Jeder weiß, dass es Historikerinnen, Soziologinnen, Philosophinnen, Verlegerinnen, Lektorinnen, Redakteurinnen, Juristinnen beim Beck Verlag noch etwas schwerer haben als sowieso schon. Ganz zu schweigen von den sich nicht auf „Frau“ oder „Mann“ festlegen wollenden Transmenschen, den Professorx, Historikerx und Redakteurx, denen gegenüber sich der Beck Verlag wie praktisch alle gediegenen und weniger gediegenen Leute in diesem Land mit betonharter Ignoranz verschanzt. Jeder kann in fünf Minuten die objektiven Zahlen zusammenrechnen: Bei den Neuerscheinungen des schöngeistigen Beck Verlags beträgt der Anteil männlicher Autoren zur Zeit 84 Prozent. Bei den historischen Titeln der letzten Jahre – die mich besonders interessieren – beträgt er über 90 Prozent. Unter den 15 „Empfehlungen der Redaktion“ auf der Verlags-Website findet sich eine einzige Frau, die Verfasserin eines Romans. Die zwölf Sachbuch-Empfehlungen nennen ausschließlich männliche Autoren, sie haben also eine Frauenquote von null Prozent. Ein Blick in die Programme und die Jubiläumsfestschriften des juristischen Beck Verlages zeigt, dass es dort nicht besser, sondern eher noch schlimmer aussieht.

Zurück zum Buch. „Frauen dürfen heute alles – und kommen trotzdem nicht voran“, steht auf dem Rücken des Buchs und des Frauenleibes. Nein, das stimmt nicht, es ist empirisch falsch. Frauen dürfen einerseits heute durchaus nicht alles und kommen andererseits doch immer wieder ganz gut voran, wenn auch nicht unbedingt beim Beck Verlag. Vielleicht sind ja auch die beiden Autorinnen, zwei Journalistinnen, mit ihrer Veröffentlichung bei einem renommierten Verlag gerade dadurch beruflich voran gekommen, dass sie sich typisch weiblich nicht gegen die Gestaltung und den Klappentext gewehrt haben, obwohl die Gestaltung und der Klappentext vielleicht im Widerspruch zu ihren Aussagen in dem Buch stehen? Könnte ja sein. So wie in autoritären Regimen unter Zensurbedingungen Buchumschlag und Klappentext auf falsche Fährten führen, damit der subversive Inhalt überhaupt verbreitet werden kann.

Was Gabriela Häfner und Bärbel Kerber zu den internalisierten Zwängen der Frauen zu sagen haben, ist allerdings auf 180 Seiten ausgebreitet auch nicht mehr als das, was der Klappentext schon sagt: Die Frauen ergreifen die Chancen nicht, die ihnen in einer Welt der objektiv erreichten Gleichberechtigung dargeboten werden. Schuld daran sind die Rollenklischees und Geschlechterstereotype, denen sie von klein auf folgen, weil einige „(un)heimliche Erzieher“ (Medien, Werbung usw.) sie darauf abgerichtet haben. Lillifee, Germany‘s Next Topmodel, Frauenbratwürste, „Sei heiß, Baby“, Kino und Fernsehen bieten den Mädels Frauenbilder an, die ihrem Selbstbewusstsein schaden, die sie in die Irre führen und dazu treiben, ohne äußere Not selbst ihre Karrieren zu verpfuschen. Den Mädels obliegt es, den Rollenklischees eine Absage zu erteilen und sich endlich zu nehmen, was ihnen doch längst gegeben wird.

Wäre ich eine Ratgeber-Rezensentin, würde ich den Mädels raten, diese Ratschläge nicht allzu ernst zu nehmen. Wer Karriere machen will und marktkonform denkt, weiß doch genau, dass die Investitionen, die Frauen in ihre Schönheit, Anschmiegsamkeit, Mütterlichkeit und sonstigen weiblichen Tugenden machen, fast immer gut angelegt sind.

Ich bin aber keine Ratgeber-Rezensentin. Mich interessieren gute Bücher und Analysen. Mich interessieren die Zirkelschlüsse, die all diesen Diagnosen der erreichten oder nicht erreichten Gleichberechtigung zugrunde liegen. Die Frauen werden mit dem Erfolgsversprechen auf Trab gehalten, dass es sich lohne, sich über ihr inneres Korsett zu grämen, das ihnen abverlangt, sich darüber zu grämen, dass sie sich über ihr inneres Korsett grämen. Der Beck Verlag rutscht in die Frauenratgeber-Sparte ab, weil er sich Erfolg davon erhofft, sexistisch die sexistischen Einstellungen anzuprangern, die sich nur ändern werden, wenn sich die sexistischen Einstellungen ändern werden. Die Wurstindustrie umwirbt Wurstkonsumentinnen mit Frauenbratwürsten. Der Beck Verlag umwirbt Buchkäuferinnen mit Büchern zum „Thema Frau“, wo Frauen auf typisch weibliche Art ihr typisch weibliches Versagen mit ihren typisch weiblichen Rollenvorstellungen sich selbst zuschreiben. Was für ein Leerlauf! Was für eine wahnsinnige Zeitverschwendung!

Internalisierte Zwänge sind nur interessant, wenn man sie auf die äußeren Zwänge zurückführt, die die Internalisierung notwendig gemacht haben. Dazu fehlt Forschung, dazu fehlt gute Literatur. An einigen, wenigen, schlecht ausgestatteten Lehrstühlen in Deutschland arbeiten ein paar Leute dazu und produzieren provozierende, unsere Ordnung in Frage stellende Texte, die dann zum Beispiel so klingen: „(Re)Konstitution der ›Ausnahmefrau‹ zur Stabilisierung des heteronormativen Feldes der Ingenieurwissenschaften.“ Oder: „Geschlechterkonstruktionen und Körpergeschichten. Überlegungen zur Rekonstruktion leiblicher Aspekte des ‚doing gender‘ in biographischen Erzählungen.“ Ich gebe zu, das liest sich sperrig und unbequem und irritiert unsere sprachlichen Konventionen. Aber wäre es nicht eine würdige und lohnende Aufgabe für Verlage wie den Verlag C.H. Beck, mitzuhelfen, dass sich aus diesen Forschungen eines Tages geprüfte, gewichtige, langlebige Traditionen bilden? Dass daraus interessante, gut lesbare, einem breiteren Publikum zugängliche Bücher werden und nebenher vielleicht eine bessere, gerechtere Welt entsteht? Wäre das nicht würdiger, als sich an diesen Popanz anzubiedern, der zur Zeit als vermeintlicher Feminismus oder neue Frauenfrage oder was auch immer wie eine Sau durchs Dorf getrieben wird?

Und jetzt muss leider sein Geschenk an mich den Weg in den Papierkorb nehmen. Auf dem Stapel hat es lang genug gelegen, und mein Regal hat dafür keinen Platz.

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14 Lesermeinungen

  1. Bei sonstiger Zustimmung ist mir eine Bemerkung der kleinen Polemik doch schwer
    gegen den Strich gegangen: „Ganz zu schweigen von den sich nicht auf „Frau“ oder „Mann“ festlegen wollenden Transmenschen, den Professorx, Historikerx und Redakteurx, denen gegenüber sich der Beck Verlag wie praktisch alle gediegenen und weniger gediegenen Leute in diesem Land mit betonharter Ignoranz verschanzt.“

    So, so. Das verallgemeinern wir jetzt mal: Wikipedia folgend ist die Häufigkeit von Transsexualität 1 von 10.000 Männern und 1 von 30.000 Frauen. In Prozent übersetzt also 0,01% und 0,0033%. Dem zitierten Satz zufolge dürfen sich jetzt also alle betonhart ignoriert fühlen, die irgendeiner Minderheit von 0,01% bzw. 0,0033% angehören, sofern sie keinen Buchtitelplatz in einem renommierten Velag bekommen?

    Nicht, dass Frau Detjen mit dem Verlust des Gefühls für Proportionen alleine wäre. Den teilt sie mit dem modernen Netzfeminismus, der ausgerechnet dieses Thema ganz, ganz weit oben zumindest auf seiner öffentlich zur Schau gestellten Tagesordnung hat. Die Frage, ob bisher ein Transsexueller ausreichend seriös wissenschaftlich arbeitet – etwas, dass Frau Detjen ja ausdrücklich einfordert – um im Beck Verlag veröffentlicht zu werden, stellt sich da natürlich gar nicht mehr. Bei meiner (im Nachhinein völlig sinnlosen) Beschäftigung mit der „Arbeit“ z.B. von Hornscheid ist die Antwort eindeutig „Nein“, das ist nicht einmal gutes Studentenniveau.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Lieber Herr Haupts,
      zunächst mal: schön, mit Ihnen wieder diskutieren zu können.
      Ich habe nicht „Transsexuelle“, sondern „Transmenschen“ geschrieben, das umfasst alle Menschen, die sich mit ihrer Geschlechtsidentität nicht dem Mann-Frau-Dualismus unterwerfen wollen. Aber egal, ob es 0,01 oder 1 oder 10 Prozent sind: diesen dumpfen Dualismus, der nichts dazwischen und nichts Drittes kennt, bzw. das Dritte, so wie Sie das tun, als „verschwindende Minderheit“ ausgrenzt, empfinde ich als ignorant. Unabhängig von den vermeintlichen Zahlen der sich ja ständig wandelnden Identitäten ist der Umgang, den wir mit dem „dritten Geschlecht“ pflegen, paradigmatisch für unsere Geschlechterordnung insgesamt.
      Ich versuche es mal mit einer Analogie: das Schicksal der Taubstummen in unserer Gesellschaft. Menschen mit dieser Behinderung gibt es nicht allzu viele. In unserer Behindertenordnung, wenn ich so sagen darf, kamen sie bisher schlicht nicht vor, mit schlimmen Auswirkungen auf ihre medizinische Versorgung, ihr Sozialleben etc. pp. Manche mögen sagen – hoffentlich Sie nicht -, dass es ihnen egal ist, wenn ein paar Behinderte durchs Raster fallen. Aber wenn man ein bisschen vernünftig ist, weiß man doch erstens, dass überhaupt kein Mensch durchs Raster fallen sollte, und kann dann die Schlussfolgerung ziehen, dass insgesamt etwas mit unserer Behindertenordnung nicht stimmt. Und zweitens weiß man, dass es durch Unfall und Krankheit jederzeit auch einen selbst treffen könnte, und man deshalb auch im eigenen Interesse gut daran tut, unsere Behindertenordnung im Sinne der Taubstummen zu verbessern.
      Und so ist es auch mit unserer Geschlechterordnung: Die 0,01 Prozent Transsexuellen weisen uns darauf hin, insgesamt etwas zu verändern. Denn erstens soll niemand, auch nicht ein einziger Mensch, durchs Raster fallen. Und zweitens könnten ja auch Sie irgendwann entdecken, dass Ihre Männlichkeit nicht ganz so eindeutig ist wie Sie lange dachten.
      Mit besten Grüßen, Marion Detjen

    • Hallo Frau Detjen, klassisches Ausweichargument: "Ej, Sie haben gesagt, Sie
      interessieren Minderheiten nicht.“ Nö, habe ich nicht. Ich habe präzise und nachlesbar gefragt, ob Sie der Auffassung sind, eine extrem kleine Minderheit müsse sich in einem renommierten Wissenschaftsverlag als Autor wiederfinden, andernfalls man diesem Verlag (wie anderen) „betonharte Ignoranz“ vorwerfen dürfe. Irgendeine Antwort auf diese sehr präzise Nachfrage?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Lieber Herr Haupts, ich bin nicht der Auffassung, dass der Beck Verlag eine Quote für Transmenschen haben sollte, wenn Sie mich darauf festnageln wollen. (Vielleicht gibt es ja unter den bisher dort veröffentlichten Autor_innen ja schon Transmenschen, wer weiß.) Aber die Art und Weise, wie er sich zum Thema sexuelle Differenz präsentiert: zwei schmale Sparten zum „Thema Frau“ und „Frauenbiographien“, rechtfertigen das Urteil. Ich gestehe Ihnen aber zu, dass der Absatz nicht ganz eindeutig formuliert war.

  2. Titel eingeben
    Sehr geehrte Marion Detjen.
    Ich finde Ihren Beitrag sehr interessant.Er hat in mir Fragen aufkommen lassen, die widerum mit difusen Gefühlsregungen einhergehen.Zunächst darf ich feststellen, wie nicht erfüllte Erwartungshaltungen, wie so oft im Leben, zu Entäuschungen führen.Ihre wohlgesonnene Meinung über den von Ihnen geschätzten,und wie zur Unterstreichung der Wichtigkeit , vieler angesehener Akademischer Berufsgruppen, über den Verlag ,hat einen Knacks bekommen.Gerne nehmen sie Geschenke in Buchform an, doch in diesem Falle gefällt Ihnen das Geschenkpapier anscheinend nicht.Nun, mir scheint Ihre Meinung ist gefragt,sonst würde man Sie nicht mit diesen Geschenken bedenken. Das ist meines Erachtens eine große Wertschätzung Ihrer Person.Leider sehen Sie sich genötigt dem Inhalt dieses Geschenkes keine Aufmerksamkeit zu schenken. Ziemlich viel Schenkerei wie mir scheint.Meine Frage lautet:Hat die Aufmachung dieses Werkes zweier Frauen, der Sie leider keine Aufmerksamkeit zukommen lassen, einen wunden Punkt in Ihnen angesprochen? Anders kann ich mir Ihre Vorstellung von Peinlichkeit nicht erklären, mit eben diesem Buch in Ihrem berufllichen Umfeld gesehen zu werden.Nun, Ihre Entscheidung das Ihnen zugedachte Geschenk in den Papierkorb wandern zu lassen stellt sich für mich als eine Absage an Ihre ,wie ich glaube, persönliche Offenheit dar.Es kommt vor, dass der Mensch etwas aus Angst und Scham ablehnt, was sich, gäbe er sich die Mühe genauer hinzusehen als großes Geschenk erweisen könnte.So berauben wir alle uns um den Schatz der Erfahrung, welcher einzig und allein der Garant für Weiterentwicklung ist.Der Mut zweier Frauen, die sich auf den Weg gemacht haben ihre persönlichen Gedanken in Buchform in die Welt zu tragen sollte und wird sicherlich belohnt werden.Eben von den Menschen, die sich trauen über den eigenen Tellerrand hinweg zu schauen.Das sind meines Empfindens nach Menschen, die sich unter großem Arbeitsaufwand aus ihrem persönlichen Korsett befreit haben. Denen gilt meine Hochachtung. Und eben jene stellen das eigentliche Geschenk dar.In Dankbarkeit für die freie Meinungsäusserung verbleibe ich mit höflichen Grüßen.Birgit Schlattmann

    • Sehr geehrte Frau Schlattmann,
      erstens geht aus dem Text deutlich hervor, dass meine wohlgesonnene Meinung über den Beck Verlag durchaus schon vorher einen Knacks hatte. Zweitens glaube ich nicht an eine hohe Wertschätzung meiner Person, die das „Geschenk“ motiviert hätte, sondern an ein Missverständnis meiner Position. Nicht ich hatte falsche Erwartungen, sondern der Beck Verlag. Drittens: In einer Sache haben Sie recht, die internalisierten Zwänge treffen einen wunden Punkt. Das will ich gar nicht klein reden. Nur muss klar sein, dass jeder von uns innere und äußere Zwänge hat und beide gemeinsam analysiert werden müssen, und wenn die Autorinnen sich dieser lohnenden Aufgabe gestellt hätten, wäre das Buch völlig anders geworden, nämlich interessant.

  3. Das alberne Korsett
    Also ich hätte noch folgende Gedanken.
    Wenn der Person-Name „Jesus“ auch auf die „Human-Person“
    bezogen ist und „Geisthaus“ bedeutet; wegen des
    „Bibel-Gleichnis-Charakters“ und weil es eben als das Buch
    der Bücher gilt, dann fällt mir folgende Stelle ein:
    …in Windeln gewickelt…also das Geisthaus im Wandel der
    der Zeit-Geschichte…zeit-geschichtet gewickeltes Human-Geisthaus…
    zum „Wickelkorsett“…und albern? Ein „alberner“ Wickelverband…
    Verband als feingewebtes (Erbverhalten-)Muster…dient als Schutz und zur Heilung des Wunde“r“(atio)-Glaubens und ist gleichzeitig der Human-Ratio-Evolution-Reife-Weg? Ein Gegenwart-Selbstheil-Prozess,
    eine Evolutionsprozedur der/des „Dualien-Wunde(rs)“ Geist(haus)?

    Und dann hätte ich noch den Desiderata-Auszug:
    Und ob es Dir nun bewusst ist oder nicht;
    zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen…
    Strebe behutsam danach, glücklich zu sein.

    Und noch:
    Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.
    Rabindranath Thakur

    …besonders heute…“herrliches Gartenwetter“.

    Nur ein kleiner Gedankenzusatz von mir, zur…
    „sexy (Bild-)Korsetthexy…Evolution?:=)“…auch bezogen auf…
    „Geschwindigkeitleben heute, 2015″…“ich Spaßbremse“.
    Schönes Wochenende.

    LG,
    W.H.

  4. Eine offen sexistische Aufmachung
    beklagen Sie bei diesem Buch, liebe Frau Detjen. Ich will nun wirklich nicht die schlichte Titelgrafik als besonders gelungen oder gar dem Inhalt des Buches angemessen bezeichnen, aber die Qualifizierung als „offen sexistisch“ ist mir mehr als eine Nummer zu groß.

    Stellen Sie sich bitte einmal vor, jemand aus dem politisch entgegengesetzten Lager, sagen wir eine katholische Gemeindebibiothek, würde dieses Buch wegen dessen pornographischen, den gerade erwachenden Sexualtrieb der behüteten Jugend aufstachelnden Titelbildes aus seinen Regalen verbannen: Die Entrüstung und der Spott in den liberal-säkularisierten Kreisen dieses Landes nähme kein Ende.

    • Titel eingeben
      Die „liberal-säkularisierten Kreise“ würden sagen: Wir sind ein freies Land, jede katholische Gemeindebibliothek kann sich ins Regal stellen, was ihr beliebt.
      Außerdem: Nicht einmal die katholische Kirche käme auf die Idee, dass von diesem Titelbild Gefahren für die Jugend ausgehen könnten. Sexistisch ≠ pornographisch.

  5. Geehrter Herr Kerner, bitte ...
    … trampeln Sie nicht auf den Nerven unserer liberal-säkularen Kreise herum. Sonst verlangen die hier einen „Safe Space“ oder gar Triggerwarnungen in Kommentaren. Und dann bin ich echt geliefert :-). BTW sind gerade und besonders diese Kreise weder liberal noch säkular.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  6. "You're wellcome", Fr. Detjen.
    „Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger“…
    nicht von mir…hab‘ ich mal gehört…vielleicht ist bestimmt was dran…
    „Gender-Geist-Windel-Wickel-Wandel-Korsett-Wunder“…
    „Geist-Chor S/set-Wunder“?
    Einen Desiderata-Auszug vielleicht noch…
    Stehe – soweit ohne Selbstaufgabe möglich –
    in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. 
    Äussere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu,
    auch den Geistlosen und Unwissenden; 
    auch sie haben ihre Geschichte…
    nur für den Fall einer „Geistlos-Begegnung“…oder humaner…
    „Vernunftmangelbegegnung“…erinnere ich mich damit auch an … hoffentlich…
    …“behutsam nach Glück“ und nicht, „unbehutsam nach Unglück“, streben…
    denn sonst tritt eventuell folgendes in Kraft:
    „Wenn du damit beginnst, dich denen/dem aufzuopfern, die/das du liebst, wirst du damit enden, die/das zu hassen, denen/dem du dich aufgeopfert hast.“…
    Gender-Idee-Aufopferung?…
    Kann die Gender-Idee, unbemerkt schleichend, im „Ich-Selbst“,
    „mich“…“m“(ein)“ich“, ad absurdum führen…um dann als interner Muster-Zwang in „mir“ zu wirken und „mich“ zum externen
    („Muster-Überstülp“-)Zwang führen, gar „mutieren“ in „mir“?
    Liebe…Gerechtigkeit…Leidenschaft…Zwang?…Besessenheit?
    Wir sind noch nicht weit weg, weltgeschichtzeitlich,
    vom „Ahnen-Affen-Muster-Korsett“…
    das meine ich ernst…denn nur Selbsterkenntnis und Einsicht…
    auf Basis „Human-Idee“…im Garten…
    schützen vor „affenartiger (Leben-)Geschwindigkeit“ mit
    „affenartigem Verhalten“.
    Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit
    zu erhöhen…Mahatma Ghandi.
    „externe Leben-Gender-Geschwindigkeit“?…besser mit paralleler
    Wahrnehmung einer „gesellschaftsinternen Resonanz-Bereitschaft“… Gender-Idee-Resonanz-Reife?…Wahrnehmung und Berücksichtigung
    so gut wie möglich…sonst besteht die Gefahr des „Erschlagens“ mit
    der Idee…die nicht viele bewußt sehen…
    und die doch schon genauso wirkt…in Gesellschaftsteilen.
    s. „affenartige Besessenheit Diskussionen“…oder?
    Nicht mein unbehutsames Unglück…zum Glück gibt’s einen
    „Glück-behütenden-Gesellschaft-Abstand“…für mich.

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