Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Wenn die Auster zweimal klemmt

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Schwangerschaft ist keine Krankheit und Mutterschaft kein Dilemma. Auch wenn unsere Gesellschaft das oft so sieht. Das Mutterschutzgesetz jedenfalls ist ein Plage, die den Geist der 50er atmet

###© Christian WernerAuster? Jacobs-Muschel?

BONK! Ich erinnere mich an das Geräusch. Die Fruchtblase platzte, nur wenige Sekunden, nachdem ich endlich den Computer zugeklappt hatte, zwei Wochen zu früh. Da ich als selbstständige Journalistin und in der Phase zwischen dem Ende des Studiums und der geplanten Promotion schwanger wurde, einen Mutterschutz scheinbar gegenüber Niemandem geltend machen konnte, hatte ich eine Abmachung mit mir selbst: zumindest drei Wochen vor der Geburt eine Pause einzulegen.

Der Mutterschutz fiel also für mich aus. Ich wusste nicht einmal, dass ich als Selbstständige, angenommen ich wäre gesetzlich versichert und hätte freiwillig den Zusatz „Anspruch auf Krankengeld“ mit abgedeckt, 14 Wochen Anrecht auf Mutterschutz gehabt hätte, also finanziell geschützt wirklich eine kleine Pause hätte einlegen können.

Ich bin jedoch nicht die einzige, der der Mutterschutz entgangen ist. Auch Leiharbeiterinnen, befristest Beschäftigte, Geschäftsführerinnen, Schülerinnen, Studentinnen, Praktikantinnen, Soldatinnen, privat versicherte Selbstständige und Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten haben, fallen nach der geltenden Gesetzeslage aus dem Mutterschutz raus. Das Mutterschutzgesetz ist nicht nur aufgrund der Orientierung am Normalarbeitsverhältnis gnadenlos veraltet und unzureichend.

Es geht auf ein Gesetz von 1952 zurück, das als Ersatz für das vom Geist des Nationalsozialismus vergiftete Gesetz zum Schutz der erwerbstätigen Mutter aus dem Jahre 1942 bis heute umgesetzt wird. Auch wenn das Mutterschutzgesetz eine der großen Errungenschaften des Arbeits- und Arbeitsschutzrechts für Frauen ist, wäre eine Novellierung dringend notwendig, denn seit den 50er Jahren ist doch so einiges passiert, möchte man meinen.

Heute ist meine damalige Situation, selbstständig von Zuhause arbeitend und nicht abgesichert, für viele Frauen Realität. Ich verpasste meinen Mutterschutz. Eine „richtige Schwangere“ wollte ich sowieso partout nicht sein. Die größte Angst hatte ich davor, dass meine vorherigen Interessen in der Schwangerschaft unmerklich, aber unwiderruflich verschwänden, dass ein Vakuum entstehen könnte, welches im Umkehrschluss durch die totale Konzentration auf das Kind kompensiert werden müsste. Also spielte ich überzeugend die Rolle der Anti-Mutter.

Kein Wunder, dass ich, während ich erschrocken der Dinge harrte, abends, nach getaner Arbeit, wie besessen Adornos „Dissonanzen“ und „Absicht“ von Elizabeth Anscombe las, um dem ominösen „Ammennebel“ nicht anheimzufallen. Doch die Falle, in die ich nicht tappen wollte, ließ in der Konsequenz ein ganzes Bündel anderer Fallstricke baumeln.

“Sehen wir also zu, wie Sie, so angetan, im Regen der Floskeln standen und lächelten, immerzu lächeln und leise brillieren. Das ist die Gegenwart.” Monika Rincks Satz hat sich mir eingebrannt. Sein Echo klingt auch rückwärts. Denn auch wenn ich die Schwangerschaft und die Verschiebung der Anforderungen an mich sehr bewusst beobachtet habe, habe ich erst im Nachhinein wirklich verstanden, dass alle werdenden Mütter gute Miene zum bösen Spiel machen. Das „Stellt-euch-nicht-so-an“-Mantra, das als gesellschaftlicher Imperativ besonders für schwangere Frauen gilt, muss niemand laut aussprechen. Es ist gänzlich internalisiert.

Mutterschutz ist kein individuelles Problem, das wir weglächeln können, es gehört auf die politische Agenda. Im Gleichstellungsbericht ist das Thema unter den Tisch gefallen, obwohl eine schwangerengerechte Arbeitswelt ein Kernthema der Gleichstellungsdebatte sein sollte. Denn die Probleme beginnen nicht erst im Kreißsaal; die Auswirkungen auf die gleichberechtigte Teilhabe, die Einschnitte in die Lebensläufe von Frauen nehmen bereits in der Schwangerschaft ihren Anfang.

Um Einfluss auf die Gesetzesänderung des Mutterschutzgesetzes zu nehmen, das im Koalitionsvertrag für diese Legislaturperiode vereinbart wurde, hat sich jetzt ein breites Bündnis formiert. Ver.di und der DGB mit der Arbeitnehmerkammer Bremen, dem Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe haben Verbesserungsvorschläge zusammengetragen, die vor allem darauf abzielen, den Mutterschutz als Arbeitsschutzrecht und nicht als familienpolitische Leistung ernst zu nehmen. Die dringend notwendigen Modernisierungen des Gesetzes sollten an die Arbeitswelt 2.0 und an die Gefahrenlage angepasst werden, die ebenfalls andere geworden sind.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Arbeitsschutz für Schwangere und die Teilhabe am Arbeitsleben zu gewährleisten, und zwar vorbeugend. Bislang ist es allerdings so, dass viele der abhängig beschäftigten schwangeren Frauen auf Anraten des Arbeitgebers um ein individuelles Beschäftigungsverbot bitten – das jedenfalls ist die Erfahrung der niedergelassenen Gynäkologinnen, mit denen das Netzwerk im Gespräch ist. „Meine Chefin hat gesagt, Sie sollen mir ein Beschäftigungsverbot ausstellen“, ist der Satz, den sie immer wieder zu hören bekommen. Oft werden die Gynäkologinnen auf diese Weise subtil „gezwungen“, ein letztlich falsches Attest auszustellen, denn die Frau ist – trotz Schwangerschaft – gesund und arbeitsfähig.

Die Schwangere ist auf diese Weise schnell aus dem Job raus, die Lohnfortzahlung wird vom Umlagesystem übernommen und der Arbeitgeber ist seiner Pflicht enthoben, den Arbeitsplatz an die individuellen Schutzbedürfnisse anzupassen. Das ist fatal, denn es verdeutlicht nicht nur den Druck, unter dem Frauen stehen, wenn sie ihrem Arbeitgeber mitteilen (müssen), dass sie schwanger sind, sondern auch für den generellen Umgang der Arbeitgeber mit Schwangeren.

Von einer „gigantischen Fehlleistung“ sprechen auch Expertinnen, die in den Landesbehörden oder Berufsgenossenschaften für den medizinischen und sozialen Gesundheitsschutz von Frauen zuständig sind. Denn die Mutterschutzumlage macht es für Arbeitgeber attraktiv, die Kosten des Beschäftigungsverbots abzuwälzen und sich die Ausgaben für eine schwangerengerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes zu sparen. Der Arbeitgeber sucht sich lieber Ersatz, statt Wege zu finden, wie er die Schwangere, an ihre individuelle Situation angepasst, einsetzen könnte.

Damit Frauen nicht schon vor der Geburt des Kindes aus dem Arbeitsleben hinausgedrängt werden, müssten sich präventive Maßnahmen für den Arbeitgeber lohnen. Effektiv wären Sanktionen für allgemeine Beschäftigungsverbote ohne sachlichen Differenzierungsgrund und ein Boni-System für diejenigen Arbeitgeber, die den Arbeitsschutz umsetzen. Andernfalls „verkehren sich die Schutzabsichten der Mutterschutz-Regelungen ins Gegenteil und werden zum Anlass genommen, Frauen aus der Erwerbstätigkeit herauszudrängen“, heißt es in der Mutterschutzbroschüre des DGB.

Eine schwangerengerechte Arbeitswelt, die auf eine Teilhabe von Frauen setzt, solange diese für jede Einzelne gesundheitlich möglich ist, stünde am Anfang einer Kette von arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Maßnahmen, welche die Risiken abmildern, sich für Kinder zu entscheiden. Der Kündigungsschutz des Mutterschutzgesetzes, der etwa bei befristeten Stellen nur eine eingeschränkte Schutzwirkung entfaltet, muss verbessert werden. Probleme, die sich bei der Rückkehr aus dem Mutterschutz an den Arbeitsplatz stellen, sollten bei einer Gesetzesnovellierung behoben werden.

Weibliche Lebensläufe sind von diesen Unterbrechungen geprägt, und die gravierenden Konsequenzen, die daraus entstehen, sind langwierig und gut dokumentiert – von Lohneinbußen beim Gesamteinkommen im weiteren Berufsverlauf bis zu den Auswirkungen auf die Rentenansprüche. Benachteiligungen von Frauen, die mit einem retraditionalisierten Familienmodell einhergehen, beginnen also, um mein Mantra zu wiederholen, nicht erst mit der Geburt des ersten Kindes, sondern schon in der Schwangerschaft.

Spätestens für ein Kind hat man sich gefälligst anzupassen, mitzuspielen, das war die große Lektion, die ich während meiner Schwangerschaft erteilt bekam. Bei jedem Schritt, den ich tat, signalisierte mir meine Umwelt, wie eine richtige Familie auszusehen und wie man sich entsprechend zu verhalten hat. Abseits dieser unverhüllten Normierungen ließe sich aber formulieren, wie wir leben und arbeiten wollen, ohne alle Konsequenzen der Unterbrechungen durch Care-Arbeit selbst zu tragen. Schlecht gelaunt, fordernd, und vielleicht für ein paar Wochen wirklich mal faul.

###© Christian Werner 
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7 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Liebe Mascha Jacobs,
    zu schützen sei, was schützenswert.Ein Anspruch, der gerade in der heutigen Zeit große Gültigkeit hat.
    Aber sind es denn noch diejenigen, die des Schutzes bedürfen,derer laut Begriffen wie: Mutter-Schutz, Abrbeitnehmer-Schutz, Arbeitgeber?-Schutz, Kinder-Schutz, Minderheiten-Schutz, laut Gesetzen in den Genuss des vermeintlichen Schutzes kommen?
    Ich, du, er, sie ,es ,wir ,ihr ,sie schützen, werden geschützt, vor was oder vor wem? Warum ist so massiver Schutz überhaupt notwendig, was sind die Konsequenzen für den Schützenden und für den ZU-Schützenden? Wer bestimmt und fordert Schutzbedürftigkeit, und wie fühlt sich der Bedürftige, wenn er sich seiner Bedürftigkeit bewusst wird und sie mit dem leise nagendem Gefühl der Unzulänglichkeit zulässt und Hilfe, die zumindest nach Hilfe aussieht annimmt?
    Wer schützt den Menschen vor dem Raubtier Mensch? Nun, diese Frage kann und muss ein jeder selbst beantworten.
    Ich persönlich habe von Zeit zu Zeit nach Antworten in mir gesucht.
    Auch ich eine Mutter mit extrem hohen Ansprüchen an sich selbst, bin den Weg der Demut, der Aufmüpfigkeit, der Selbstlosigkeit, der Ausgrenzung, der Anfeindung, der nahezu göttlichen Allmacht und des freien Falls ohne Netz und doppelten Boden gegangen.
    Vielfach stellte sich mir die Frage, insbesondere wenn ich meine Liebesfähigkeit meinen Kindern gegenüber infrage gestellt habe, wer eigentlich die Kinder vor den Müttern schützt?
    Berechtigt zwar,die Frage, doch auch Ausdruck massiver Überforderung, oftmals selbstauferlegter Überforderung.
    Meine selbstgewählte Trennung vom dreifachen Kindsvater wurde im Jahre 1996 nach Christi mit einer Steinigung in Form von Verachtung und Ausgrenzung geahndet.Übersehen dabei wurde allerdings der Kinder-Schutz.Kinder einer sogenanntern „Rabenmutter“, die sich selbstverwirklichen will, ist das nicht das Ziel gelebten Lebens?, werden ungefragt permanentem Mitleid durch familiäre und ausserfamiliären Mitgliedern der Gesellschaft ausgesetzt, einer Gesellschaft, die sowohl für Kinder wie auch Mütter die Möglichkeit aber auch die Verantwortung für Leben und Entwicklung bereithält.Verwirrungen machten sich in meinem Leben und im Leben meiner Kinder breit.Alleinerziehend und berufstätig zu sein rief Unruhe hervor.Eine gestörte Ordnung bedeutet Gefahr.
    Liebe Mascha Jacobs, ihre Beobachtungen bezüglich des Umgangs mit Schwangerschaft und Mutterschutz im und nach dem Arbeitsleben, entsprechen auch meinen Beobachtungen.Die“ Probleme beginnen nicht erst im Kreissaal, Einschnitte in die Lebensläufe von Frauen nehmen meines Erachrtens nicht in der Schwangerschaft ihren Anfang“, sondern ich glaube schon im Entstehen eines Kinderwunsches in Verbindung mit dem dazugehörigen Vater.Wenn es spannend ist ,ist es nicht gewiss.Ein Satz, der mich begleitet.Sicherheit nur ein Gedankenkonstrukt,welches allerdings mit unter einen Schub an Kraft geben kann, eben dann wenn beides nötig ist.
    Es ist sinnvoll, nötig, bereichernd, dass immer mehr Frauen ihren Weg und ihren Platz in der Arbeitswelt finden.
    Ebenso sinnvoll, nötig und bereichernd sind Kinder, die, so wäre es mein Wunsch, als das gesehen werden was sie sind:liebenswerte, wundervolle Wesen, die uns , wenn es gut läuft, uns erfahrene, aber blind für Wesentliches gewordene, daran erinnern, was Liebe und Achtung vor und für Schöpfung bedeutet.
    In dem Sinne geht es nicht um Schutz vor wen oder was,oder für wen oder was, mehr um Anerkennung und Unterstützung.
    Dann kann und muss „Mutter“ nicht faul sein, hört sich so nach Selbstentwertung an, sondern darf und muss „Mutter“ mal zu ihrem eigenen Ursprung zurück.
    Die Kraft die sie dadurch gewinnt, setzt sie dann beherzt zu aller Wohle, und dadurch auch zu ihrem eigenen Wohle, ein.
    Die „Rabenmutter“ hat ihre Kinder aus dem Nest geschubst, und glauben Sie mir, das war nicht leicht, mit vielen Tränen von Mutter und -Kindseite verbunden.
    Jetzt geht es darum mir einen Platz zu suchen, der ausserhalb von Mutterschaft liegt, aber innerhalb meiner Möglichkeiten und Bedürfnisse.
    Gerne mache ich Frauen und Männern Mut, sich auf das Abenteuer Elternschaft einzulassen.
    Jeder, der sich auf den Weg macht hat das geignete Wekzeug dazu.
    Soweit die Füße tragen…
    In Dankbarkeit und in Freude auf das, das da kommt,
    herzlichst
    Birgit Schlattmann

    Nun, das ist für mich Vergangenheit.

  2. Strebe behutsam danach, glücklich zu sein...
    Selbstbewußt und besonders selbstwahrnehmend; in der besonderen
    2 in 1, Doppel-Leben-Reife-Zeit Schwangerschaft?
    Keine Krankheit die auskuriert werden muß, sondern eine noch viel
    mehr vor dem Alltagslärm zu schützende „Doppelgesundheit-Schutzzeit“…eine (Lärm-)Doppel-Not wendende Ruhezeit für eine auch besondere Geistreifezeit der Mutter?

    Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast
    und sei des Friedens eingedenk, 
    den die Stille bergen kann…
    eine doppelt notwendige Schwangerschaft-Frieden-Zeit
    für den Mutter-Geist mit ihrer „reifenden Körperfrucht“
    in ihrer eigenen „reifen Körperfrucht“.
    Not wendende Stille?…
    im „Dornen-Teil-Korsett“ einer selbstreifenden, noch
    männerdominierte, Dornen-Gesellschaftsfrucht?
    Dornröschen wachgeküsst, von dem Einen, der das
    „Röschen-Dornenschutzkorsett“ überwand, damit aus dem
    schlafenden Röschen(geist) ein Rosen(kranzgeist) werde?
    Die Gesellschaftdornenhecke, in dem die vielen „edlen Ritter“
    hängen?…und das wachgeküsste Röschen möchte
    in dieser Gesellschaft-Dornenhecke auch als gleichberechtigte
    edle Rosen-Ritterin verenden?
    Vielleicht dient das Wachküssen ja dem Zweck der Rodung?
    Einer neuen, dornenlosen (Frucht-)Gesellschaft(-Frucht)?

    Wie auch immer…carpe diem…
    humane Vernunft-Lebenbasis-Gesellschaft…mein credo…
    nicht vernunftsäkularisierte Halb-Vernunft-Gesellschaft…
    eine auf Geld-Dornenbasis aufgebaute Gesellschaft;
    mit dadurch nicht erfüllbar humanem Anspruch.

    Übrigens, der Papst hat zufällig mein Thema zu seinem Thema
    gemacht…all schützenwerte Sein-Schöpfung…eine noch
    nie dagewesene Papst-Encyclica…da kann ich ja aufhören
    zu bloggen…mit meiner eigenen Geistschwangerschaft die Stille
    eines aktiven Gesellschaftschweigesabstandes genießen und
    den Papst lassen.

    Ertrage freundlich-gelassen den den Ratschluss der Jahre,
    gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf…nur für mich?:=)
    Stärke die Kraft des Geistes,
    damit sie Dich im plötzlich hereinbrechenden Unglück schütze…für alle? Dornen-(Un)glücksritter_innen-Gesellschaft?:=)

    MfG
    W.H.

    P.S. Zufall ist vielleicht das Pseudonym Gottes, wenn er nicht unterschreiben will.
    Anatole France

  3. Zusatz..
    …zum Zweck der GEMEINSAMEN (Gender-Ehe-)Rodung.

  4. Ja, und die Männer
    Was die Forderung nach einer Schwangeren gerechten Arbeitswelt angeht, Frau Jacobs, kann man ihnen wohl nur recht geben. Es darf nicht sein, dass Schwangere vom Arbeitgeber gedrängt werden, sich quasi krank schreiben zu lassen. Die Klage über die Nachteile einer Schwangerschaft oder eigentlich eher über die Folgen einer Schwangerschaft, nämlich einer längeren Erwerbsunterbrechung und die Bezeichnung, die sie den Folgen dieser Erwerbsunterbrechung geben, nämlich „Benachteiligung von Frauen“ kann man mit guten Gründen entgegen treten. Es handelt sich nämlich nicht um eine Benachteiligung. Hätten Männer die Chance, die ihnen schon ihre Frauen nicht geben, vom Arbeitgeber oder der Gesellschaft ganz zu schweigen, sich um den Nachwuchs vor allem auch in den ersten Lebensmonaten zu kümmern, nein nicht nur zwei Monate, hätten Männer die gleichen Nachteile im Beruf, nein, sogar noch größere zu erwarten. Die tatsächlich benachteiligten sind hier die Männer. Frauen wollen die ersten Monate bei ihren Kindern sein oder sogar länger. Die Nachteile die sich daraus ergeben, wollen sie im jetzigen System nicht akzeptieren. Dabei wäre es so einfach schon zu Beginn einer festen Beziehung mal abzuklären, ob Mann sich denn wirklich nicht an der Aufzucht der Jungen beteiligen will oder ihn einfach mal zu fragen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Ich kenne viele junge Väter die sich in einem anstrengenden Beruf aufopfern, gleichzeitig ihre Vaterrolle ernst nehmen und sich um die Kinder kümmern und Zeit mit ihnen verbringen wollen. Dies ist eine Doppelbelastung die Frauen nicht kennen, obwohl der Begriff Doppelbelastung in diesem Zusammenhang weiblich konnotiert ist, was ziemlich erstaunlich ist, wenn man bedenkt wie unterschiedlich beispielsweise die Teilzeitarbeitsquote zwischen Männer und Frauen ist. Wahrscheinlich käme nach und nach erstaunliches zu Tage. Der Punkt ist: Das scheinen Frauen gar nicht zu wollen. Mir scheint es so als wollten Frauen die Hälfte von Kuchen. Aber die Hälfte vom Kuchen der Männer ohne von ihrem etwas abzugeben. Den Stress haben die Männer und zwar einmal wegen der Doppelbelastung aber auch wegen der größeren Verantwortung hinsichtlich der Finanzierung der Familienbedürfnisse, da sie meist mehr verdienen als ihre Frauen oder sogar Alleinverdiener sind. Und, nein, dass liegt nicht an einer scheinbaren (nicht anscheinenden) Lohndiskriminierung von Frauen. Die Lösung die Nachteile einer längeren Abwesenheit im Beruf nach Familienzuwachs auszugleichen durch tarifliche oder gesetzgeberische Maßnahmen hilft den Frauen, benachteiligt aber tatsächlich die Männer. Verhaltensänderung ist erforderlich. Und die kann hier nur von den Frauen ausgehen. Die Macht in einer Beziehung haben sie dafür, wenn sie denn wollen. Profitieren würden die Männer. Nein, nicht beruflich natürlich, aber in der Lebensqualität und vielleicht, wer weiß, auch in ihrer Lebenserwartung, die ja nicht daraufhin untersucht wird, warum sie soviel niedriger ist als die der Frauen. Biologische Gründe fallen jedenfalls weitgehend aus. Mfg

    • Lieber Herr Müller,
      die Umgestaltung der Arbeitswelt ist eine gemeinschaftliche Aufgabe. Eine Humanisierung der Arbeitswelt für Männer und Frauen.
      Und über männliche Schwangere würde ich mich freuen. Dann könnten wir das gemeinsam durchboxen.
      Mit freundlichen Grüßen

  5. Entlarvend!
    Oder lese ich das über sensibilisiert? Die Umgestaltung der Arbeitswelt ist eine gemeinschaftliche Aufgabe? Nein, ist sie nicht! Die Arbeitswelt ist, wie sie ist und so gut wie es den Deutschen aktuell geht, wird es ihnen bald lange nicht mehr gehen (Globalisierung!). Unsere Arbeitswelt ist relativ human. Wenn sie anderer Meinung sind, besuchen sie mal die Baustellen in arabischen oder 3. Welt- Ländern, aber vorsicht: Da arbeiten nur Männer, interessiert sie also wahrscheinlich nicht. Wenn Frauen von humanerer Arbeitswelt sprechen, sprechen sie nur von Aspekten in denen sie sich benachteiligt fühlen. Das Männer fast alle ungesunden, körperlich belastenden und gefährlichen Jobs praktisch ohne weibliche Benachteiligung machen, ist natürlich keine Benachteiligung. Erst recht nicht, dass sie dafür auch noch wenig verdienen, gemessen an dem was sie an Gesundheit investieren und verglichen mit „Frauenberufen“ (Beispiel Erzieherinnen) entgegen dem was in den Medien regelmäßig dargestellt wird. Auch habe ich nicht den Eindruck, dass eine „Humanisierung der Arbeitswelt“ seitens des Feminismus als gemeinsame Aufgabe begriffen wird. Männer werden höchstens als nützliche Idioten benutzt um Verbesserungen für Frauen herauszuholen. Auch wie sie auf meinen Text eingehen zeigt: Sie wollen scheinbar, dass Frauen keine Nachteile ihrer Schwangerschaft erfahren, sondern nur die Vorteile, z. B. dass sie es sind, die sich um das Kind kümmern dürfen und eine berufliche Auszeit nehmen können. Eine größere Einbeziehung von Männern in die Familie würde das Problem sofort lösen. Sie wissen aber, dass Frauen das gar nicht wollen. Also gehen sie darauf auch nicht ein. Ein schönes Beispiel dafür, dass dem Feminismus nicht an Gleichberechtigung/Gleichstellung gelegen ist. Jedenfalls nicht wenn Männer profitieren könnten.

    Wenn es männliche Schwangere gäbe, sagen wir mal fifty fifty auf die Geschlechter verteilt, wäre dieses Thema überhaupt keins des Feminismus, weil es eben kein Thema wäre, das nur oder wenigstens überwiegend Frauen betrifft.

  6. Pingback: Zum ‘Mutterschutz’ | fuckermothers

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