Home
Ich. Heute. 10 vor 8.

Ich. Heute. 10 vor 8.

Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Laurie Penny wird in Deutschland zum Star

| 12 Lesermeinungen

Eine britische Feministin kommt, und die Leute kommen hinterher. Es wird viel gelacht und einmal auch geweint, aber nur vor Rührung. Was ist da los? Eine Erkundung von Margarete Stokowski

###© Martha Dörfler, Rosa-Luxemburg-Stiftung, CC BY 2.0  

Dass es anstrengend wird mit der Revolution, das hat sie geahnt. Laurie Penny schreibt in ihrem neuen Buch „Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revolution“, die jungen Frauen von heute wüssten sehr gut, wie viel Arbeit noch vor uns liege, wenn wir über Macht, soziale Klasse, Arbeit, Liebe, Hautfarbe, Armut und Genderidentität reden wollen. „Dieses Buch steht am Beginn einer solchen Diskussion, und wenn diese Diskussion nur Frauen anspricht, die eine ähnliche Vorgeschichte haben wie ich, dann lohnt sie sich nicht.“

Dass es eine derartige Party wird, wenn sie mit diesem Buch nach Deutschland kommt, das hat sie nicht geahnt. Nach Hamburg, Köln, Leipzig und Frankfurt ist sie am Mittwoch in Berlin gewesen. Auf Facebook hatten 1.016 Leute zugesagt, das SO36 war überfüllt: Nicht alle kamen rein – genauso wie in Köln. Die Vorverkaufskarten waren schnell weg, danach gab es „nur noch“ 200 Karten an der Abendkasse. Absurde Zahlen für eine Buchpremiere.

Alle wollen Laurie Penny hören. Was ist da los?

Laurie Penny, britische Journalistin, Bloggerin, Feministin, ist 28 Jahre alt. Sie ist klein und zierlich und in jedem anderen Text würde jetzt der Satz folgen: Sie wirkt zerbrechlich. Tut sie aber nicht. Laurie Penny ist nicht zuletzt deswegen die wichtigste junge Stimme des englischsprachigen Feminismus geworden, weil sie radikal ist und weiß, an welche Stellen die „Fuck you’s“ gehören. Verletzlich: ja. Sie erzählt sehr viel vom eigenen Kaputtsein. Zerbrechlich: nein.

Laurie Penny verbindet Feminismus, Antirassismus und Kapitalismuskritik an den Stellen, wo sie dringend zusammengehören. Sie schreibt darüber, wie Frauen lernen, ihren Zorn zu fürchten und ihre Aggressionen gegen sich selbst richten. Sie weiß, dass Feminismus nicht darin bestehen kann, Frauen noch mehr Regeln für ihr Verhalten und Aussehen zu geben: „Mir ist eure Körperbehaarung scheißegal.“

Damit durchbricht sie auch viele der Bilder, die oft über „den Feminismus“ verbreitet werden. Nicht alle Feministinnen jubeln über Frauenquoten für Aufsichtsräte:

„Die Art Feminismus, die seit Jahren in den Medien eine Rolle spielt und die Schlagzeilen beherrscht, nützt in erster Linie den heterosexuellen, gut verdienenden weißen Frauen der Mittelschicht und der oberen Mittelschicht. Öffentliche ‚Karrierefeministinnen‘ sind damit beschäftigt, ‚mehr Frauen in die Vorstände‘ zu bringen, dabei besteht das Hauptproblem darin, dass es schon viel zu viele Vorstandszimmer gibt und keins von ihnen brennt.“

Am Abend vor der Lesung in Berlin sitzen wir auch schon zusammen, Lauries deutscher Verlag die Edition Nautilus hat eine Handvoll Leute eingeladen, zum Reden und Trinken. Wir sind zu Hause bei Katharina Florian, die im Verlag für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Katharina erzählt, wie gut besucht all die Lesungen sind und wie sie mit Laurie von Interview zu Interview hoppt. „This is completely nuts“, findet Laurie Penny. Sie lacht und vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen. Zu ihren englischen Lesungen kommen lange nicht so viele Leute. Bei der Premiere ihres ersten Buchs, „Meat Market“ („Fleischmarkt“ in der deutschen Übersetzung) kamen 15 Leute, erzählt sie, “inklusive meiner Mutter.“ Bei „Unspeakable Things“ seien es vielleicht hundert gewesen.

Nun, im SO36, hören ihr Hunderte zu. Locker 90 Prozent Frauen, meist jung, aber nicht alle. Die Frau vor mir trägt ein Kleid mit Katzenköpfen, die schräg rechts hat grüne Haare, hinten quengelt ein Baby. Es ist auch eine Art Netzfeministinnen-Klassentreffen.

Die Schauspielerin Iris Boss liest aus dem aktuellen Buch. Sie beginnt mit dem Kapitel über Schlampen, und allein dafür, wie sie das Wort „Schlampe“ ausspricht, hat es sich gelohnt, sie für diese Veranstaltung zu buchen.

„Immer wieder verblüfft mich der hohe Anteil ansonsten höflicher Männer und Jungs, denen es einen Kick gibt, wenn sie Frauen im Bett als Miststück, Hure und Schlampe bezeichnen. Angeblich feministische Männer und Verfechter eines sex-positiven Feminismus fragen vorher, die weniger aufgeklärten spucken es einfach nur aus. […] Schlampe. Es ist ein machtvolles Wort. Ich hole es mir zurück.“

Sie liest aus dem Kapitel über romantische Liebe. Darüber, wie falsch es ist, wenn Frauen sich ihr Leben lang nur um eins bemühen: die Liebe von Männern. Über Rebellion und Fantasie. „Wir müssen aufhören, uns unsere Träume von ranzigen alten Männern vorbeten zu lassen.“ Über das Geschichtenerzählen und neue Technologien : „Ich bin überzeugt, dass eines Tages zu viele Menschen ihre Geschichten vortragen, als dass man sie noch zum Schweigen bringen könnte. Das große Umschreiben hat schon begonnen.“

Es gibt viel Woohoo-Rufe bei dieser Lesung, es wird viel geklatscht und gelacht. Stefanie Lohaus, Herausgeberin des Missy Magazines, moderiert. Das ist sehr erholsam im Vergleich zu den anderen Interviews, die Laurie Penny die Woche über gegeben hat, und in denen sie immer wieder Fragen beantworten musste wie „Mal ehrlich: Wozu brauchen wir überhaupt noch einen Feminismus?“ Ja, diese ganzen Leute sind hier, weil wir ihn brauchen.

Man wüsste gern, wie Laurie Penny auf diese Frage im Interview mit dem Tagesspiegel reagiert hat, denn an diesem Abend betont sie, dass sie sehr froh sei, dass es auch geduldigere Feministinnen gibt: Wenn sie Leute fragen „Warum wir an dem Begriff ‚Feminismus‘ festhalten?“, ist ihre Antwort: „Das hat einen Grund, dass es so heißt. Alle Leute sind von Genderrollen unterdrückt, aber Frauen und Queers besonders. Wenn dir das nicht passt, geh in die Ecke und mach deine eigene Bewegung und komm wieder, wenn du fertig bist.“ Lachen und Applaus. Das ist die Haltung, für die sie geliebt wird. „Ich könnte nie Politikerin sein“, sagt sie. Nein, vielleicht eher nicht.

Feminismus braucht eine Vielfalt von Stimmen, sagt Laurie Penny, geduldige und ungeduldige. Anne Wizorek, #Aufschrei-Mitinitiatorin, ist eine von den Geduldigen. Laurie Penny erzählt, dass sie vor der Lesung mit Anne Wizorek essen war. Eine Schweizer Zeitung hat kürzlich geschrieben: „Gegen die laute, rotzige Penny wirkt die deutsche Anne Wizorek, die seit dem Hashtag ‚#Aufschrei‘ auf Twitter mit einem eher entwaffnenden, unspektakulären feministischen Engagement auffällt, geradezu wie ein Hüpfmädchen auf einer Blumenwiese.“ Das ist die Stimme des Patriarchats, sagt Laurie Penny: Feministinnen gegeneinander auszuspielen. Als könne es nur eine geben.

Laurie Penny und Stefanie Lohaus reden über Sexarbeit, über Slut Walks, über die Homo-Ehe und Abtreibung, über Viagra für Frauen, Body-Hacking und Science Fiction, über Mad Max, Faulheit, alte und junge Feministinnen, über Romantik und übers Heiraten (“Ich liebe Hochzeiten! Solange es nicht meine eigene ist”).

Irgendwann fragt jemand aus dem Publikum etwas zu Mainstreammedien und Beyoncé. “Du bist die vierte Person innerhalb einer Woche, die mich nach Beyoncé fragt“, sagt Laurie. „Ich würde nie etwas gegen sie sagen. Leute würden mich dafür köpfen. Beyoncé ist wunderbar. Sie hat es fertiggebracht, in eines ihrer Lieder, Flawless, eine Feminismus-Definition von Chimamanda Ngozi Adichie einzubauen, Millionen Menschen haben so vom Feminismus gehört. Ich würde niemals sagen, dass das nicht gut ist.“

„Du bist so ne Art Star hier, ne?“, fragt die Moderatorin. Laurie Penny kann auch nur rätseln, warum das so ist. „Vielleicht hilft es, dass ich nicht deutsch bin.“ Am Abend vorher erzählt sie, dass sie, nach ihrer Ankunft in Deutschland prompt von Alice Schwarzer geträumt hat. „Vielleicht ist es so, dass du weniger beängstigend bist, weil du nicht von hier kommst und die Machtstrukturen, die wir hier haben, nicht so sehr infrage stellst, wie wenn es jemand aus Deutschland tut“, sagt Stefanie Lohaus. Ja, vielleicht.

Es gebe jedenfalls zurzeit „eine große Energie um den Feminismus herum“, sagt Laurie. Sie sei fast neidisch auf die Menschen, die jetzt Teenies sind. Überall in England werden feministische Gruppen an Schulen oder Unis gegründet. Feminismus habe zwar viel mit rechtlichen Forderungen zu tun, aber eben auch mit kulturellen Mustern, die wir durch Handlungen ändern können – und das passiert gerade.

Irgendwann, gegen Ende der Lesung, meldet sich eine Frau aus dem Publikum und richtet das Wort an Stefanie Lohaus: Sie dankt ihr, weil sie während ihres Studiums mit ihr zusammen ein Seminar besucht hat und dadurch zur Feministin geworden ist. Stefanie Lohaus muss ihre Brille abnehmen, weil ihr die Tränen kommen.

Und Laurie packt die Flasche Gin ein, die sie für die Veranstaltung bekommen hat, und verabschiedet sich. “See you next days”, sagt sie, “or at least see you on the internet”.

Die Dokumentation der Diskussion finden Sie hier. (Die Lesung aus dem Buch durfte aus rechtlichen Gründen nicht aufgenommen werden.)

8

12 Lesermeinungen

  1. Pingback: #bold woman: Laurie Penny im SO 36 | S C H I M Ä R E

  2. Titel eingeben
    Liebe Margarete Stokowski.
    A star is born.Laurie Penny.
    Der Ruf nach Revolution und Führung erklingt laut ,findet Anklang und Zuhörerschaft.Endlich, so scheint es wacht Frau( mal wieder?) aus ihrem Dornröschenschlaf auf, mit der (berechtigten) Forderung nach Befreiung aus dem Aschenputteldasein.
    Der scheinbar, oder eben nicht, in Vergessenheit geratene Begriff des Feminismus findet erneut seinen Weg in Köpfe, Schulen, Universitäten, da wo Frauen, wünschenswert auch Männer, sich finden, mit dem Ziel, was allerdings größtenteils noch der Welt der Träume und Wünsche angehört, sich zu erkennen.
    Grundvoraussetzung ist meines Erachtens allerdings zunächst einmal sich selbst zu erkennen.
    Mir persönlich ist der Begriff des Feminismus nicht ganz klar.Abgeleitet von „Weib“, ist Feminismus also eine Weiberbewegung mit der Forderung nach Gleichberechtigung und Menschenwürde?
    Äusserungen wie:“ Wir müssen aufhören, uns unsere Träume von ranzigen alten Männern vorbeten zu lassen“, spiegeln für mich , was mich sehr betroffen macht, eine würdelose Degradierung des (wenn auch alten Mannes) in ein Objekt.
    „War is over“, John Lennon, ist das so, oder wollen wir uns mit diesem Ausspruch(Wunsch!?) von physischen kriegerischen Auseinandersetzungen und, kaum überschaubaren, gedanklichen und psychisch deformierenden Attacken, ablenken?
    “ Die Vision des Feminismus ist nicht eine „weibliche Zukunft“.
    Es ist eine menschliche Zukunft, ohne Macht-und Gewaltverhältnisse.
    Ohne Männerbündeleien und Weiblichkeitswahn.“
    Johanna Donnal, 2004.
    Wir leben in einer Welt des Dualismus, was ansich kein Problem darstellt. Wenn, ja wenn wir nicht eines daraus machen würden.Wer suchet der findet, damit wird ein anscheinend menschliches Bedürfnis bedient, nämlich die eitle Darstellung seines Ichs, wenn es ihm denn gelingt, das Problem ausfindig zu machen, und nach langem Auseinandersetzen mit diesem, eine Lösung des genannten, gedrehten, ausgewrungenen, bis zur Unkenntlichkeit verzerrten zu präsentieren.
    Ein Hoch auf den menschlichen Geist!In Zeiten des Körperkultes ein nicht zu verschmählernder Aspekt der menschlichen Identität.
    Nun, wo bleibt der dritte Mitstreiter, die Seele?
    Anima und Animus, auch gegensätzliche Aspekte, die jedoch zusammengehören und sich gegenseitig ergänzen.So gedacht zumindest.
    “ Anima und Animus übernehmen die Rolle des Schattens-erlebt als andersgeschlechtlicher Urgrund.“ Wikipedia.
    Ich drücke es gerne so aus.Der Aufschrei des Herzens wird bei jeder Missachtung der menschlichen Würde und fehlender Anerkennung laut.
    Herzen verbinden sich aber nicht im Krieg, sondern im offenen, mitfühlenden Aufeinanderzugehen.
    Unsere selbstgemachten Katastrophen haben eine gemeinsame Ursache:Trennung!
    Aus der Opferhaltung heraus den Kampf für Frauenrechte fortzusetzen halte ich für nicht ganzheitlich.
    Meine eigene Selbstachtung zugrundelegend plädiere ich nicht nur für Waffenstillstand sondern für echte Friedensgespräche, die den jeweils anderen annehmen ohne dabei in selbstverleugnender Marnier zu verfallen.
    Der innere Friede führt zu äusserem Frieden.Eigentlich ganz einfach, nicht wahr?
    In diesem Sinne wünsche ich eine friedvolle Zeit, mit belebenden Begegnungen mit sich selbst und anderen manchmal fremden.
    Herzlichst
    Birgit Schlattmann.
    Mein Dank gilt auch dem Papst, für seinen ehrlichen und mutigen Vorstoß in die Welt des Kapitalismus.

    • Wir leben in einer Welt des Dualismus..."n" Dualitäten...
      Intelligenze“n“…w/m…Emotione“n“…w/m…?!
      gekreuz(ig)te…Doppel-Dualität(en)…(Doppel-Moralien)?!:=)…
      in und mit u“n“e“n“dliche“n“ „gemischte“n“ Doppel-Kreuz-Dualitäten…?!
      „Regenbogen“…Farben…Komplementärfarben halb und halb…
      farblos…black…transparent…blank…roh…schier…pur…echt…
      Geist…Bewußtsei-„n“…Farben…Komplemetärfarben…
      Un-Bewußtsei-„n“…black…blank…s.o.
      „Kreuzbewußtsei-„n“ = „Unterbewußtsei-„n“… „Verbindungbewußtsei“n“…Farben…Komplement…
      Farblos…Black…Transparenz…Transzendenz…
      Trans“pari“tät(e)-„n“-Suchbewußtsein?…
      Psyche-Seele-„gleichgewicht“…“Dual-Anschlüsse“ w/m..Pärchenparisuche…intern/extern:=)
      Human…humaner Geist…Reifesuche…Humanisierungsreife…
      aus (Affe“n“evolution-)Intelligenze“n“-Emotione“n“-Dissonanze“n“…
      zu humane“n“Intelligenze“n“-Emotione“n“-Resonanze“n“…
      Human-Komplexitäte“n“-Reifeweg(e) w/m?…intern/extern…
      Ich-Gesellschaft(en)-Gleichgewichte…Wir-Gesellschaft(en)-Kreuz-Gleichgewichte…
      Doppelte-Gleichgewichtige…“n“Kreuz(igungs)-Gleichgewichte?
      Ich-Egoismus…Wir-Egoismus?!…“humane Ich-Wir-Gleichgewichte!
      7.000.000.000 „Evolution-Gekreuzigte“ auf dem Weg…
      Disso“n“…Reso“n“…Perso“n“disso/reso…Perso“n“e“n“disso/reso.
      Egoismus hier…Egoismus da…Egoismuskreuz(ig)ungen…
      Humanisierungsweg Human…Ego’s „Weib“…Ego’s-„WayB“(allance).
      Das „Weib“…die Psyche…Wegsuche…Wegreife w/m…“n“dual.
      Intern…Extern…sowohl Ich, als auch Wir, sowohl Mann/Frau, als
      auch Mensch/Mensch, sowohl Mensch/Mensch, als auch Volk/Volk…
      unendlich viele Kreuz(ig)ungen in 7.000.000.000 endlich dynamisch wachsendem „Human“-„Erde“…
      Human-Geist“unendlichkreuz(ig)ungdualitäte“n“ Farblos…Black…Transp…
      wachsen, reifen,
      in dynamisch wachsenden Endlichkeiten…F/farbig(e) sichtbare…“Fleisch“(-Indivi)dual(ien) w/m:=)
      „unendlich kreuz-doppelkreuz…“n“-Kreuz = „Kreisdoppeldual“…
      „ACHT“…SCHÖPFUNGEN-SEIN GEIST_“B(ALLANCED)E_ACHTEN“.
      „RUNDER GEIST IST HUMANER GEIST…
      „BALLANCED GHOST IS CIRCLE…CORONA-GHOST“…
      „HUMAN“WAY-B“(allance)“ = „MENSCH-CORONA-WAY“…
      NUR EINE „CORONA“ DER SCHÖPFUNG…KANN EINE „KRONE“,
      „CROWN“ DER SCHÖPFUNG SEIN.
      DAS „EVOLUTION_“WEIB“-ERGEBNIS“…BALD?…IN 3000 AC!
      INTERN/EXTERN…von innen nach außen/von außen nach innen…
      ICH/WIR…WIR/ICH…pari = human…Geist-Geschlecht-Gender-Gleichgewicht-Ratio-Rund-Bund:=)

      Liebe Frau Schlattmann, das „Evolution-Technische“ pari =gender = human…
      DUAL“BASIERTE“ Unendlichdual in dyn. endlich Milliardendual- Verknüpfungsproblem bei steigender
      Leben(-Geistbelastung-)Geschwindigkeit ist nur annäherend für
      uns begreifbar. Deswegen…gezielte humane Vernunftbildung…(egalwievieldualegal:=)

      „Wir leben in einer Welt des Dualismus“…sagt eigentlich nicht
      wirklich viel…wenn es nicht wirklich, wirksam, begriffen ist…
      von uns allen.
      Aber es sind viele gute Gedanken in Ihrem Beitrag…Human-Idee“n“:=)

      LG
      W.H.

      P.S. …sorry…mein allerallerletztes bloggen…versprochen…
      es hat einfach noch mal gejuckt:=)

  3. Stereotype, Feinbilder und Sex
    Sehr geehrte Frau Stokowski

    Zum Abschnitt über Frau Boss: Die annektotischen Erfahrungen zur Allgemeingültigkeit zu erheben ist ein Vorgehen, dass denen, die gerne mit Nachbarschaftserlebnissen und Kriminalitätstatisiken argumentieren sehr schnell den Stempel „ausländerfeindlich“ einbringt. Ich sehe nicht, in welcher Form sich die Argumentation von Frau Boss da unterscheidet und bin einigermassen irritiert über Ihre offensichtliche Begeisterung über die dargestellte vorurteilsbeladene Männerphobie.

    In der letzten Woche habe ich mir ein paar Gedanken über männliche Sexualität gemacht, weil ich mich, als ich während eines Sommerfests meinen Sohn suchte, spontan dem Vorwurf der Pädophilie ausgesetzt sah. Es verblüffte mich nicht speziell die Logik hinter diesem Vorwurf, sondern die Veränderung in der (vermuteten) Wahrnehmung (der gleichen Person), wenn ich ihre Argumentationskette auf andere Situationen übertragen würde. Schon der Hinweis auf meine sexuelle Orientierung würde die Wahrnehmung vermutlich sofort in Richtung Diskriminierung lenken, obwohl sie nur Implikationen aus dem selbst geäußerten Vorwurf aufgriffe. Aber Details dieses Gedankenganges sind an dieser Stelle nicht von Belang, wohl aber ein paar nebenläufige Gedanken, die dabei aufgetaucht sind: Wir sind uns wohl einig, dass pornographische Filme nicht zu der Filmkategorie gehören, in der die Darstellung einer ausgeprägten Achtung der Frau zu erwarten ist. Und Sie werden mir sicher zustimmen, wenn ich sage, wir können aus der Darstellung von nicht gegen Gesetze verstoßender Interaktion zwischen Mann und Frau in Filmen diesen Genres eine Untergrenze unpathologischen sexuellen männlichen Verhaltens gegenüber Frauen ableiten. Ich bin weiß Gott kein Experte in diesem Feld, aber auf der Basis meiner beschränkten Einsicht in die Darstellungen, wage ich zu behaupten, (sogar) der dort dargestellte Mann definiert seine sexuelle Befriedigung in nicht geringem Maße aus der Lust, die er seiner Sexualpartnerin bereitet und interessanter Weise nicht aus der Innensicht. Bitte mißverstehen Sie mich nicht: Mir geht es nicht um Realismus oder ob dem wirklich so wie dort dargestellt sein kann, sondern um folgende Überlegung: Wenn selbst auf dieser (von größter Misogynie geprägten) Stufe der Darstellung von sexueller Interaktion zwischen Mann und Frau die Lust der Frau (und nicht! die des Mannes) eine hervorgehobene Rolle spielt, kann der Durchschnitt der Männer beim Sex dann ein selbstbezogenes herrschsüchtiges Arschloch sein? Ich denke nein und ich verstehe nicht, wo Aktivistinnen ihr Männerbild hernehmen.

    Viele Grüße
    Günther Werlau

  4. wer ist diese laurie penny?
    sry, ich bin keine anhängerin dieses ominösen „netz-feminismus“ und kenne frau penny nicht.
    dachte zuerst das wäre diese blonde aus der big bang theory.
    naja, da habe ich mich wohl vertan.
    tüdelü

  5. Im Feminismus ist man ein Star, wenn man 100 oder 200 Frauen in einen Saal
    beklmmt. Von denen – Ergebnis einer sehr kurzen Twitterrecherche bei den einschlägig Verdächtigen – wohl mehr als 50% ohnehin schon zu der spezifischen Aktivistenszene gehört, deren Hauptanliegen darin besteht, Männern zu unterstellen, sie unterstützten oder billigten Vergewaltigung.

    Okay. Wenn das für Starstatus ausreicht, ist Stokowski als regelmässig publizierende taz Redakteurin jedenfalls ein Superstar. Ich hebe mir persönlich den Begriff für den Tag auf, an dem in einer grossen Stadthalle kein Sitzplatz mehr frei und davon mehr als ein Drittel von Männern besetzt ist. Weder Penny noch Wizorek werden jemals in die Nähe solcher Verhältnisse kommen, sie können sich nur darin sonnen, von einer zu ihrem Stamm gehörenden „Journalistin“ zum Star hochgejazzt zu werden. Aber wenn sich der Stamm danach besser fühlt …

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  6. Interessant
    Hier mal eine andere Sicht auf die Dinge:
    https://maggiemcneill.wordpress.com/2010/09/09/a-whore-in-the-bedroom/
    Mindestens ebnso interessant!

  7. The Ocean promised - Speziell in den angelsächsischen Ländern ist
    die Sxselbstvxrxarschx, die sich „Femiminus“ nennt, die im Grunde aber nichts weiter als eine angelsächsisch imanente, persistiereden Arten der immer gleichen „Selbstentfremdung“ meint, noch viel größer als hier, im Grunde die Situation der Frau in Mitteleuropa und in den angelsächschischen Ländern unvergleichbar, „england stinks“ – in that respect. Das riecht nach Ungerechtigkeit und Unfähigkeit, großer Teile der ganzen Gesellschaft dort – in dem Punkte. Und ei deutschen, sozial plastisch wie sie nun einmal sind, müssen sich für alle das interessieren. Das Schlimme ist: Hinterher werden sie auf die Insel marschieren wollen und Ratschläge geben. Man könnte evtl. lernen, englisch zuzuhören.

    Aber man sehe einmal die frauen in diesen „Inspector Barnebies“ – das sind doch weibliche Pappnasen, Hohlkörper, „Hermetik-Abschreckungen“ statt role-modells, aber doch keine Beispiele für gelungene Lebensentwürfe, so wie die kann man doch nicht leben?

    Dann doch lieber bei Putin Dichterin, mit einem eigenem Stück Land, wo alles drauf wächst, was frau braucht, und Kaninchen und Pferde und Kinder dazu, und morgens Ausritt statt Büro? Denn der Himmel über der Steppe ist so genau weit, wie der versprochene Ozean.

    They want love and care – and what do they get?

    Und sie können nicht aufhören zu wünschen und zu sehnen, es sind Menschen, Gott sei Dank!

  8. Erschreckend!
    Gut, auch wenn der Text anderes suggeriert: Diese Art gesellschaftlicher Strömung, die sich Feminismus nennt, aber in Wirklichkeit nicht viel mit dessen Definition (jedenfalls, wenn man sich an den in Wikipedia hält) zu tun hat, ist keine Bewegung die weite Teile der Öffentlichkeit mitzieht. Und das ist gut so. Ich kenne auch keine Frauen unter 40, die von sich berichten, sie hätten aufgrund ihres Geschlechts eine Benachteiligung erfahren (Männer schon). Gut, die wollten auch alle nicht unbedingt karrieremäßig an die Spitze. Trotzdem finde ich das bemerkenswert, dass sich der Feminismus angeblich so im Aufwind befinden soll. Hoffentlich eine Wahrnehmung aus der Innensicht, die nicht einer objektiven Betrachtung Stand hält. Das manche Frauen beim Sex auf eine sich hingebende, sich unterwerfende Haltung stehen, kann man zumindest immer wieder lesen, wenn es darum geht, was Frauen im Bett wollen. Vielleicht wollten die Männer es den Frauen nur Recht machen, wenn sie sie „Schlampen“ nannten. Diese Texte werden, soweit ich das überblicke, nicht von „ranzigen alten“ Männern geschrieben. Wenn Frauen nicht damit klar kommen, dass Männer Frauen beim Sex eher als Objekt betrachten, beim Akt möglicherweise (nein häufig, ehrlich) an andere Frauen denken, sich auf bestimmte Körperteile konzentrieren und in sofern Frauen in diesem Moment zu ihrer Sache, ihrem Besitz machen, den sie, ja, benutzen, wenn man es klar aussprechen möchte (wohlgemerkt unter Beachtung ihres geäußerten Willens), dann sollten sie keinen Sex mehr haben. Die anderen Männer haben keine Libido mehr oder haben eine erektile Dysfunktion, weil sie versuchen Sex total verkopft „durchzuführen“. Ach, ja. EngländerInnen stehen wohl nach dem was man so lesen kann, auf „Dirty talk“, was dieses Thema in der Lesung als Vorwurf gegen Männer noch abstruser macht. Merkwürdige Wahrnehmung also die gespielte Unterwerfung der Frauen beim Sex als Problem der Frauenfeindlichkeit zu behandeln. Dem Feminismus gehen wohl langsam die Benachteiligungen von Frauen aus. Da braucht Frau schon mal ein wenig Phantasie.

    Frauen wollen leider erobert werden. Männer müssen weitaus mehr in eine Beziehung investieren als Frauen. Frauen erwarten, dass sie umworben werden. Das eine Frau offensiv einem Mann ihr Interesse zeigt, ist seltenst zu sehen, sehr zum bedauern der Männer. Die Wahrnehmung, dass Frauen sich ihr Leben lang also um die Liebe von Männern bemühen, als wenn dies ein großer Aufwand oder ein großes Opfer wäre, ist für Männer wohl kaum nachzuvollziehen. In New York und nicht nur da, kümmern sich manche Frauen, die mal wieder schick essen gehen wollen, um ein Date, das sie auch leicht bekommen. Warum? Der Mann zahlt selbstverständlich. Soviel zu Sexismus. Übrigens stammt diese Darstellung von einer Frau, die ihre sexuellen Erlebnisse und Orgasmen in aller Damen Länder in einer deutschen Online-Zeitung zum Thema macht. Also ich hoffe dies ist kein Grund den Text nicht zu veröffentlichen, weil er frauenfeindlich wäre. Er ist jedenfalls nicht frauenfeindlicher als der obige Text männerfeindlich ist. In meinem Text werden Frauen jedenfalls nicht als ranzig bezeichnet so wie oben die alten Männer, die nach meiner Meinung damit beleidigt werden.

  9. Immerhin - den Trick mit der Frauenquote hat Laurie Penny durchschaut
    „Gorldröck`chen“ nennt man dieses Phänomen – sehr gut in Norwegen zu beobachten. Sehr wenige, weisse, ohnehin privilegierte Frauen teilen sich nun die Aufsichtsratsposten auf. Dank eines Gesetzes das seinerseits sexistisch, da männerdiskriminierend, ist. Soll man da „Bravo2 rufen? Derweil ist das weniger ein Gender-Thema denn eine Frage der sozialen Herkunft, wie Penny wohl erkannt hat. Fakt bleibt aber, dass die meisten der „Netz-FeministInnen“ diese Zusammenhänge bis heute nicht erkennen und brav weiter machen mit dem plumpen und undifferenzierten Männerbashing. Vielleicht hat ja die ein oder andere was gelernt an dem Abend. Zu hoffen wäre es.

  10. Es ist schön, wenn Frauen zusammen lachen und weinen können
    noch schöner wäre es, wenn sie endlich damit aufhören würden, das alte Märchen vom Patriarchat (Ja, früher gab´s das mal) zu erzählen. Es gibt heute nahezu keinen Lebensbereich mehr, in dem Männer und Jungen nicht benachteiligt werden. Frauenbeauftragte, Frauenförderung, Frauennetzwerke wohin man nur blickt. Unser Land wird von Frauen regiert. Es gibt ein Märchen, das heute so aktuell ist wie eh und je :Der Fischer und seine Frau.

Kommentare sind deaktiviert.