Ich. Heute. 10 vor 8.

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Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

Anne Philippi

Anne Philippi © Joachim Gern

Anne Philippi, der Name war stets eine Verheißung: Von einem Los Angeles so Gold schimmernd wir ihr Haar, von einem Leben als US-Glamourkorrespondentin, das keine Stilfrage unbeantwortet und keinen Superstar uninterviewed lässt. Dann eine Party auf einem Anwesen hoch über dem Rhein bei Remagen. Anne "legt auf". Ein Mix, so elegant und bestimmt wie sie selbst. Hier wie stets, poliert sie die Perlen des Mainstreams. Wir sprechen und eine Scheu wird spürbar, ein Wissen, das mehr als das Offensichtliche ihres eigenwilligen Glamours ausweist. Ihr Buch "Giraffen" stülpt diese Scheu um. Eine äußerst verletzte, zerbrechliche Heldin kotzt dem Leser die Missverständnisse eines Lebens im Drogen-Jetset auf die Seiten seiner Lektüre. Vollendet die Form, mitleidlos und eigen diese Melodie des Scheiterns. Wenn es tatsächlich starke Frauen abseits der Behauptung geben sollte: Anne Philippi müsste ihre Heldin sein. (Heike-Melba Fendel)