Ich. Heute. 10 vor 8.

Ich. Heute. 10 vor 8.

Frauen schreiben. Politisch, poetisch, polemisch. Montag, Mittwoch, Freitag.

08. Jun. 2015
von Tanja Dückers
21 Lesermeinungen

4
3889
     

Der Fortschritt als Langsamgeher

Die alten Kerle, die junge Schriftstellerinnen lieber verschlingen als ernstnehmen wollten, sterben glücklicherweise aus. Jetzt wollen wir 100 Prozent Honorar und die Hälfte der Preise.

Wie der Fortschritt ein Langsamgeher: das Bärtierchen© vi.wikipedia.org, CC BY 2.5Wie der Fortschritt ein Langsamgeher: das Bärtierchen

Weiterlesen →

08. Jun. 2015
von Tanja Dückers
21 Lesermeinungen

4
3889

     

05. Jun. 2015
von Annett Gröschner
1 Lesermeinung

7
5543
     

In die 3. Liga hüpfen

Der 1. FC Magdeburg kann aufatmen. Der einstige Europacupgewinner hat nach seinem Relegationssieg gegen die Kickers Offenbach endlich wieder Gegner mit Bahnhöfen.

 

Empfang der Spieler auf dem Alten Markt in Magdeburg© agroEmpfang der Spieler auf dem Alten Markt in Magdeburg

Seit mehr als drei Jahrzehnten habe ich meinen Lebensmittelpunkt in Berlin, aber es gibt drei Konstanten, die mich mit dem Ort, an dem ich aufgewachsen bin, Magdeburg, verbinden: Die Elbe ist mir der liebste Fluss, ich hasse es, wenn jemand Magdeburg mit langem a ausspricht, wie die Lautsprecherstimme auf dem Bahnhof Berlin-Alexanderplatz, und ich verfolge die Geschicke des 1. FC Magdeburg, egal in welcher Liga und Lage er sich befindet.

Weiterlesen →

05. Jun. 2015
von Annett Gröschner
1 Lesermeinung

7
5543

     

03. Jun. 2015
von Nora Bossong
8 Lesermeinungen

5
1701
     

Diktatorendämmerung in Burundi

In Burundi eskaliert nach einem missglückten Militärputsch die politische Situation. Internationale Warnungen werden laut, doch Organisationen wie UNO und Afrikanische Union hätten viel früher handeln müssen.

Grenze zwischen Kongo und Burundi© Dave Proffer, CC BY-NC-SA 2.0Grenze zwischen Kongo und Burundi

Burundi. Neuerdings sagt uns das etwas, seit dem 20. Mai taucht der Name des kleinen ostafrikanischen Landes, eines der ärmsten der Welt, in deutschen Medien auf. Zu unspektakulär, zu unbedeutend und auch zu wenig bedrohlich wirkte es bislang neben der Demokratischen Republik Kongo, in der ein politisches Chaos in ganz anderen Dimensionen herrscht. Zur Safari flog man lieber nach Kenia. In Burundi gibt es nur ein paar Flusspferde und ein altes Krokodil zu sehen, das durch das Uferdickicht am Fluss Ruzisi kriecht. Nichts zu berichten also, außer vielleicht, dass dort am Fluss vor drei Jahren auch acht Leichen angespült wurden, mutmaßlich Opfer einer Auseinandersetzung zwischen Regierungspartei und Opposition, aber wer interessiert sich in Deutschland schon dafür, wenn man nicht einmal weiß, dass Burundi überhaupt existiert. Selbst als Mitte der Neunziger Jahre ein schwerer Bürgerkrieg, in dem hemmungslos gemordet wurde, das Land verwüstete, war das kaum eine Notiz wert – die Berichte handelten stattdessen vom Nachbarland Ruanda, denn dort hatte das Töten die Kategorie Völkermord auch nach offiziellen Kriterien erreicht. Weiterlesen →

03. Jun. 2015
von Nora Bossong
8 Lesermeinungen

5
1701

     

01. Jun. 2015
von Lena Müller
4 Lesermeinungen

6
1364
     

Delphin im Hallenbad

Das bläuliche Schimmern eines Schwimmbeckens bei abendlicher Dunkelheit ist bis heute mit dem Versprechen einer egalitären, schwerelosen, körperlosen Gesellschaft verbunden. Wenn nur der Startblock nicht wäre.

Ausschnitt aus einem Wandmosaik in der Magdeburger Elbeschwimmhalle.© agroAusschnitt aus einem Wandmosaik in der Magdeburger Elbeschwimmhalle.

  Weiterlesen →

01. Jun. 2015
von Lena Müller
4 Lesermeinungen

6
1364

     

29. Mai. 2015
von Jenny Friedrich-Freksa
12 Lesermeinungen

13
4036
     

Von Hängern lernen heißt Siegen lernen

In unserer beschleunigten Welt herrschen Irrsinn und Frustration. Höchste Zeit, Arbeit liegen zu lassen, um auch gesellschaftlich voranzukommen.

Fortschritt oder Laufschritt© Roland MeineckeFortschritt oder Laufschritt

Ich kenne ein kluges kleines Mädchen. Das Mädchen hat ein sehr dummes Haustier, einen Hamster. Die Eltern fanden einen Goldhamster leichter zu handhaben als eine dominante Katze oder ein pfiffiges Pony – Wesen, von denen das Mädchen unendlich viel lernen könnte. Stattdessen der etwas beschränkte Hamster. Die Tür seines Käfigs steht immer offen. Doch die meiste Zeit verbringt er in seinem Laufrad. Er rennt und rennt. Und wenn er müde aus dem Rad steigt, vergräbt er sich im Heu und schläft. Ansonsten stopft er sich die Backen mit Futter voll. Manchmal versucht er, den Käfig zu verlassen, seltsamerweise immer nur dann, wenn seine Backen maximal gefüllt sind. Das Gesicht des Hamsters ist dann rechts und links so breit, dass es nicht durch die Käfigtür passt. Er probiert es trotzdem. Es sieht furchtbar aus. Im Hirn dieses Tieres muss eine unglaubliche kognitive Dissonanz herrschen. Irgendwann klettert der Hamster frustriert wieder ins Laufrad und rennt. Weiterlesen →

29. Mai. 2015
von Jenny Friedrich-Freksa
12 Lesermeinungen

13
4036

     

27. Mai. 2015
von Gabriele Taso
2 Lesermeinungen

8
2855
     

Ist es der Krieg oder ist es das Älterwerden?

Ein Brief aus Mostar, von Gabriela: Zwanzig Jahre liegt die Zerstörung der bosnisch-herzegowinischen Stadt am Flusse Neretva bereits zurück. Die Stadt ist teilweise wieder aufgebaut, aber unversöhnlich geteilt, und die Segregation schreitet fort. Doch die Seele und die Erinnerung Mostars liegen im Multikulturalismus.

Vergilbt: die zerschossene Brücke in Mostar, vor zwanzig Jahren.© privatVergilbt: die zerschossene Brücke in Mostar, vor zwanzig Jahren.

Liebe Marion,

Du hast mich gebeten, Dir einen Brief zu schreiben, aus Mostar in Bosnien-Herzegowina, wo ich lebe. 1992/93, als der Krieg in meine Heimat kam, war ich 24 Jahre jung. Heute bin ich 46 und vergleiche immer alles: vor dem Krieg und nach dem Krieg. Ich weiß nicht warum, es ist eben so. Vielleicht sollte ich nicht immer vergleichen, denn das Leben geht ja weiter, die Zeit steht nicht still. Möglicherweise würde ich heute ohne den Krieg auch nicht anders dastehen. Für mich ist immer an allem der Krieg schuld. Weiterlesen →

27. Mai. 2015
von Gabriele Taso
2 Lesermeinungen

8
2855

     

25. Mai. 2015
von Lucy Fricke
18 Lesermeinungen

14
12921
     

Geldscheine im BH

Was wir von den Griechen lernen können, wenn in Kreuzberg nichts mehr geht – Geschichten aus einem gar nicht so melancholischen Land.

Krise all inclusive© © Lucy FrickeKrise all inclusive

Das ist ja auch mutig, jetzt als Deutsche nach Griechenland zu fahren, hörte ich kurz vor der Abreise noch jemanden sagen. Jetzt erklingt eine Melodie, die Klappe der Fähre öffnet sich. Es ist zwei Uhr in der Nacht, die Fahrt von Athen hat acht Stunden gedauert und ich habe nur eine vage Vorstellung, wie der Ort aussieht, an dem ich gerade ankomme. Eine kleine Insel der Kykladen, knapp zweitausend Einwohner. Ich bin hier noch nie gewesen. Am Pier steht jemand mit einem Schild und einem Wagen, wir fahren ein paar Minuten durch die Dunkelheit, wechseln müde Worte, das Zimmer ist kalt und feucht, ich schlafe sofort ein. Weiterlesen →

25. Mai. 2015
von Lucy Fricke
18 Lesermeinungen

14
12921

     

22. Mai. 2015
von Sabine Bergk
4 Lesermeinungen

12
4514
     

Kutschfahrt statt Ferrari

Die neue Staatsoper Berlin wird, wenn die Millionen verschlungen sind, wie eine Kutsche aussehen. Der furiose Gewinnerentwurf Klaus Roths wurde vom Tisch gefegt. Seither setzt sich die Verlustangst zorniger Senioren durch. Wie teuer wird die verspielte Zukunft?

Staatsoper Berlin 2008, 1. Preis.© Klaus Roth ArchitektenStaatsoper Berlin 2008, 1. Preis

Die Oper ist kein Museum. Sie ist ein lebendiger Organismus, der sich ununterbrochen weiter entwickelt, jedes Jahr neu inszeniert, neu geschrieben, neu beleuchtet wird.

2008 löste der preisgekrönte Berliner Staatsopernentwurf Klaus Roths einen kulturhistorischen Tornado aus, der eine hochkarätige Fachjuryentscheidung einfach umwarf. Was war geschehen? Weiterlesen →

22. Mai. 2015
von Sabine Bergk
4 Lesermeinungen

12
4514

     

20. Mai. 2015
von Heike-Melba Fendel
4 Lesermeinungen

44
2059
     

Liebe macht blöd

Unser Lieblingsgefühl ist überfordert von zu vielen Anwendungsbereichen. Dabei sollte die Liebe uns eigentlich dankbar sein. Wozu sonst haben wir sie erfunden?

Lass es Liebe sein – Naomi und Kong, erschöpft.© sony picturesLass es Liebe sein – Naomi und Kong, erschöpft.

Ich koche nicht gut. Meine Tochter bekam das früh zu spüren. Aber, so sagte ich ihr, wichtig sei ohnehin nur ein Gewürz. Und dies wisse ich reichlich zu verwenden: Liebe! Bisweilen gab sie mir den Teller mit den ewig gleichen Gnocchi zurück. Das Gewürz fehle. Ich nahm den Teller mit in die Küche und klapperte ein wenig herum. Dann trug ich das Gericht unverändert wieder auf. Nunmehr schmeckte es. Weiterlesen →

20. Mai. 2015
von Heike-Melba Fendel
4 Lesermeinungen

44
2059

     

15. Mai. 2015
von Márcia Elisa Moser
22 Lesermeinungen

4
8278
     

Traurige Mütter

Sie wollen und sollen glücklich sein, doch die Seele widersetzt sich, und das Mutterschaftsideal bedingungsloser Liebe und Fürsorge erhöht den Leidensdruck. Ein persönlicher Bericht

Andrea Solario: Madonna mit dem grünen Kissen© The Yorck Project, GNU Free Documentation LicenceAndrea Solario: Madonna mit dem grünen Kissen
Weiterlesen →

15. Mai. 2015
von Márcia Elisa Moser
22 Lesermeinungen

4
8278

     

11. Mai. 2015
von Monika Rinck und Nele Brönner
1 Lesermeinung

6
898
     

EIN WUNSCH DER KEINE FLÜGEL HAT #2

Im Herbst 2015 wird der Kleist-Preis an Monika Rinck vergeben. Im Frühjahr 2014 fanden sich Nele Brönner und Monika Rinck zusammen, zu einer ersten Kollaboration. Brönner schickte Rinck eine erste Zeichnung und letztere antwortete darauf mit einem Text. Dies wiederholten sie 23 Mal, um am 24. Mai 2014 in der Berliner Schankwirtschaft Rumbalotte unter dem dreifachen Titel: „I AM THE ZOO – Candy – Die Geschichte vom inneren Biest“ die Ergebnisse dieses Wort-Bild-Wildwechsels vorzustellen. „EIN WUNSCH DER KEINE FLÜGEL HAT“ ist die zweite gemeinsame Arbeit von Brönner und Rinck, in zwei Teilen.

Teil 1: EIN WUNSCH DER KEINE FLÜGEL HAT #1

Teil 2:

###© Nele Brönner 

Weiterlesen →

11. Mai. 2015
von Monika Rinck und Nele Brönner
1 Lesermeinung

6
898

     

08. Mai. 2015
von Marietta Kesting
2 Lesermeinungen

3
1702
     

Aliens und Migranten

Südafrikanische Künstlerinnen spielen mit fiktiven Zukunftsvisionen, um der grassierenden Gewalt gegen Migranten aus anderen südafrikanischen Ländern entgegenzuwirken. Dass dabei Besucher aus anderen Welten eine Rolle spielen, wirkt für das westliche Publikum exotisch, ist aber seit jeher ein Topos südafrikanischer Volkserzählungen.

Demonstrierende in Johannesburg© Marietta KestingDemonstrierende in Johannesburg

Weiterlesen →

08. Mai. 2015
von Marietta Kesting
2 Lesermeinungen

3
1702