Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

29. Dez. 2017
von Carsten Knop
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Digitales Fasten: Jeder Vierte hält nichts davon

Das Smartphone zuhause lassen, die Geräte für ein paar Stunden in den Flugmodus stellen oder sonntags nicht die sozialen Netzwerke checken: Die Absicht, zeitweise auf alle digitalen Medien zu verzichten, spaltet die Bundesbürger.

Knapp vier von zehn Befragten (38 Prozent) haben kein Interesse an diesem sogenannten digitalen Detox und sind ‚always on‘. 44 Prozent sagen, sie haben den bewussten Verzicht auf alle digitalen Medien einmal ausprobiert – und sei es nur für ein paar Stunden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Viele suchen hin und wieder bewusst Abstand vom Digitalen, meist vergeblich“, wird Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder in einer Mitteilung zu den Ergebnissen zitiert. Jeder siebte Bundesbürger gibt an, schon einmal den Verzicht auf digitale Medien für einen gewissen Zeitraum versucht zu haben, ist aber daran gescheitert.

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research 2017 durchgeführt hat. Dabei wurden 1.010 Personen ab 14 Jahren befragt. Die Fragestellung lautete: „Gibt es Tage im Jahr, an denen Sie bewusst auf alle digitalen Medien verzichten und nicht für andere via E-Mail, sozialen Netzwerken oder Handy erreichbar sind?“ Weiterlesen →

29. Dez. 2017
von Carsten Knop
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28. Dez. 2017
von Carsten Knop

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Kunden suchen sich Alternativen zur Hausbank – und lieben Paypal

Immer mehr Kunden öffnen sich für Alternativen zur klassischen Hausbank. So verwenden schon 24 Prozent aller 18- bis 29 Jahre alten Kunden mindestens eine Finanz-App, die nicht von ihrer eigenen Bank kommt, zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1000 Erwachsenen. Sogar noch etwas höher ist die Quote mit 25 Prozent in der Altersgruppe der 30 bis 39 Jahre alten Kunden – und selbst zwischen 40 und 49 Jahren sind es erstaunliche 21 Prozent. Über alle Altersklassen hinweg nutzt inzwischen jeder sechste Bundesbürger mindestens eine „fremde“ Finanz-App. Zum Vergleich: Vor rund einem Jahr war es erst jeder neunte.

„Durch PSD2 verlieren die Banken ihren wichtigsten Wettbewerbsvorteil“

„Für die klassischen Banken beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn wenn sie den neuen Playern nicht schnell genug eigene Angebote entgegensetzen, werden sich immer mehr Kunden von ihnen abwenden“, wird Peter Kleinschmidt, Leader Digital Financial Services von PwC Deutschland, in einer Mitteilung zu den Umfrageergebnissen zitiert. Dies gelte vor allem im Hinblick auf die 2018 in Kraft tretende europäische Zahlungsdienste-Richtlinie mit dem Kürzel PSD2. Sie hat zur Folge, dass Drittanbieter – sofern der Kunde zustimmt – automatisch auf dessen Kontodaten bei der Hausbank zugreifen dürfen. „Dadurch verlieren klassische Geldinstitute ihren wichtigsten Wettbewerbsvorteil gegenüber Payment-Firmen, FinTechs und sonstigen potenziellen Wettbewerbern, nämlich die exklusive Hoheit über das Girokonto des Kunden“, sagt Kleinschmidt.

Es geht nicht um Nischen-Apps, sondern um klassische Bankdienstleistungen

Was die Banken aufhorchen lassen sollte: Laut PwC-Umfrage nutzt die große Mehrheit der Kunden die „fremden“ Finanz-Apps nicht etwa für Nischenservices wie zum Beispiel das sogenannte „Social Trading“ – sondern für Kerndienstleistungen des traditionellen Bankgeschäfts. Von den Befragten, die grundsätzlich Apps von Drittanbietern verwenden, haben 63 Prozent ein Tool, mit dem sie unterwegs ihren Kontostand abrufen können. 50 Prozent tätigen Überweisungen, und immerhin 29 Prozent nutzen eine App, die es ermöglicht, mit dem Smartphone an der Kasse zu bezahlen. „PSD2 könnte damit zu einem Wendepunkt werden, was die Art und Weise angeht, wie die Menschen ihre persönlichen Finanzgeschäfte abwickeln – von der einfachen Überweisung über die Verwaltung des Wertpapierdepots bis hin zu Zahlungsdienstleistungen“, wird Kleinschmidt zitiert.

Beispiele wie Paypal zeigen die enorme Disruptionsgefahr Weiterlesen →

28. Dez. 2017
von Carsten Knop

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26. Dez. 2017
von Carsten Knop

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Deutschlands Aktiengesellschaften haben Rekordjahr fest im Blick

Deutschlands größte Unternehmen steuern auf ein Rekordjahr zu: Der Gesamtumsatz der hundert umsatzstärksten börsennotierten Konzerne kletterte in den ersten drei Quartalen im Vergleich zur selben Zeitspanne des Vorjahres um knapp sieben Prozent auf 1,25 Billionen Euro. Der Gewinn stieg sogar deutlich überproportional: um 21 Prozent auf knapp 109 Milliarden Euro. Dementsprechend legte auch die Profitabilität zu: Die durchschnittliche Marge stieg von 7,7 auf 8,7 Prozent. Die deutschen Unternehmen arbeiten also viel rentabler.

Sowohl das Umsatz- als auch das Gewinnranking werden angeführt von Autokonzernen: Volkswagen, Daimler und BMW sind die umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands – beim Gewinn sind Daimler und Volkswagen führend, vor der Deutschen Telekom und BMW. Die höchsten Margen fahren aber kleinere Unternehmen ein: Der Flughafenbetreiber Fraport schaffte in den ersten neun Monaten eine Marge vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 24 Prozent, die Pharmakonzerne Bayer und Merck kamen ebenso wie die Bayer-Abspaltung Covestro auf eine Marge von 20 Prozent.

Mehr als die Hälfte der 100 größten börsennotierten Unternehmen kommen aus Nordrhein-Westfalen und Bayern; dort haben 30 beziehungsweise 25 Konzerne ihren Hauptsitz. Stark vertreten unter den „Top 100“ ist außerdem Baden-Württemberg mit 15 Unternehmen; aus Hessen kommen acht Konzerne. Die Umsatzentwicklung der Unternehmen aus den größeren Bundesländern war dabei in diesem Jahr ähnlich gut: Die Unternehmen zwischen Rhein und Weser schafften ebenso wie die bayerischen und niedersächsischen Konzerne ein Umsatzplus von sechs Prozent, die baden-württembergischen Unternehmen legten um sieben Prozent zu, die hessischen Unternehmen sogar um 13 Prozent.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Entwicklung der 100 umsatzstärksten, börsennotierten Unternehmen Deutschlands im Zeitraum Januar bis September 2017 durch die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Banken und Versicherungen wurden nicht mit einbezogen. Weiterlesen →

26. Dez. 2017
von Carsten Knop

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23. Dez. 2017
von Carsten Knop

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Jahres-Wechsel zwischen Höchst und Hoechst: Vom Reiz des Neuen

Sie glauben, wir lebten in einer Zeit, in der sich die Welt mit einer rasenden Geschwindigkeit verändere – und es geschähen Dinge, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen habe? Man müsse sich vor dem technischen Fortschritt sorgen, gar der Globalisierung? Nun, neulich hatte das Unternehmensressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seine Weihnachtsfeier in der Gaststätte „Zur Waldlust“ im westlich gelegenen Frankfurter Stadtteil Nied. Das ist dort, wo das kleine Flüsschen Nidda auf den Main trifft – zwischen den weithin etwas bekannteren Stadtteilen Griesheim und Höchst gelegen. In welchem Zusammenhang das mit den Eingangsfragen steht? Sie werden staunen.

Denn über die Nidda spannt sich nur einen Steinwurf hinter dem Restaurant die älteste Eisenbahn-Steinbogenbrücke in Deutschland, die noch in Betrieb ist. Sie steht dort seit 1839. Gerade wird sie für 4,8 Millionen Euro von einer jungen Ingenieurin saniert. Nicht zuletzt der Ausbau dieser Infrastruktur dürfte seinerzeit mit dazu geführt haben, dass gerade einmal zwei Kilometer von der Gaststätte entfernt, am Morgen des 2. Januars 1863, die von Carl Friedrich Wilhelm Meister, Eugen Lucius und Ludwig August Müller gegründete Theerfarbenfabrik Meister, Lucius & Co. ihren Betrieb aufgenommen hat. Das Betriebsgelände lag am Ufer des Mains in der Stadt Höchst. Die Fabrik stellte zunächst die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sogenannten Teerfarben her. Sie sollte schnell wachsen – und viel später würde sie Hoechst heißen, so wie der Ort, in dem sie gegründet worden war. Aber mit „oe“. Denn draußen in der weiten Welt war der deutsche Umlaut „ö“ bei den Expansionsbestrebungen hinderlich.

Und sie war wichtig, die weite Welt: Es war die französische Kaiserin Eugenie, die als Kundin für den Durchbruch des ersten grünen Textilfarbstoffs sorgte, der bei Gaslicht seinen Farbton behielt. Danach lieferte man an die Textilindustrie in Lyon große Mengen der Höchster Farbstoffe, expandierte und exportierte schnell und immer mehr. Damit steht diese Gegend beispielhaft für das, was in jener Zeit und bis zum Ersten Weltkrieg in ganz Deutschland in einer im Wortsinne atemberaubenden Geschwindigkeit geschah. Das Land industrialisierte sich – und man machte Geschäfte mit aller Herren Ländern. Der Handel sorgte für Wandel, der technische Fortschritt wurde gefeiert. Man setzte Ideen um, gründete, fuhr in ferne Länder, um dort Ideen zu bekommen und in Deutschland in vielen Fällen Besseres daraus zu machen. Weiterlesen →

23. Dez. 2017
von Carsten Knop

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14. Dez. 2017
von Carsten Knop

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Wunschzettel der Familienunternehmer: Kundenzufriedenheit, Wachstum und Digitalisierung

Stabilität und Wachstum stehen auf dem Weihnachtswunschzettel deutscher Familienunternehmer ganz oben: Für jeweils 28 Prozent der Befragten ist das der wichtigste Wunsch für ihre Firma. Erreichen wollen sie diese Ziele vor allem durch eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit, die für 61 Prozent der Befragten an erster Stelle steht, um Fortschritte für ihr Unternehmen im neuen Jahr zu erzielen. Das Wachstum und die Digitalisierung voranzutreiben, sind mit 48 und 46 Prozent weitere wichtige Wünsche für 2018. Das sind einige Ergebnisse der Umfrage „Die Weihnachtswünsche und Neujahrspläne der deutschen Familienunternehmen“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die mehr als 300 Geschäftsführer, Vorstände und Inhaber von Familienunternehmen Einblicke in ihre Pläne und Erwartungen für das nächste Jahr geben.

Kundenzufriedenheit durch neue Geschäftsmodelle steigern

„Der Kunde steht für die Familienunternehmen schon seit jeher im Mittelpunkt. Allerdings unterschätzen viele Unternehmen, was die Verbesserung der Kundenzufriedenheit heute bedeutet“, wird Peter Bartels, Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand und PwC-Geschäftsführungsmitglied, in einer Mitteilung zu den Ergebnissen zitiert: „Die Kundenzufriedenheit ist eng mit der Digitalisierung verknüpft und lässt sich nur steigern, wenn Unternehmen nicht nur ihre Produkte optimieren, sondern auch neue oder verbesserte Serviceangebote machen. Dafür müssen sie ihre Geschäftsmodelle hinterfragen und sich manchmal sogar ganz neu erfinden.“ Doch genau diese Verknüpfung wird nicht immer gesehen: Das Vorantreiben der Digitalisierung genießt zwar für fast die Hälfte der befragten Unternehmen eine sehr hohe Priorität, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle allerdings nur für 28 Prozent.

Große Unternehmen eher bereit, in Digitalisierung zu investieren

Welche Schwerpunkte die Unternehmen setzen, hängt auch von ihrer Größe ab. Insbesondere kleinere Familienunternehmen mit einem Umsatz von unter 100 Millionen Euro messen der Digitalisierung (28 Prozent) und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle (25 Prozent) vergleichsweise wenig Bedeutung bei, während es bei den größeren mit mehr als 500 Millionen Umsatz 48 beziehungsweise 37 Prozent sind. „Das kann ich aus meinen Gesprächen mit Familienunternehmern bestätigen: Kleinere Unternehmen halten stärker an alten Denkmustern fest und fokussieren sich auf die Optimierung des Bestehenden. Große, international tätige Unternehmen stellen sich der digitalen Transformation eher, weil der Druck durch den Wettbewerb mit Konzerngesellschaften stärker ist und natürlich auch, weil sie mehr Ressourcen haben“, kommentiert Peter Bartels. Weiterlesen →

14. Dez. 2017
von Carsten Knop

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07. Dez. 2017
von Carsten Knop

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E-Government: Die Hälfte der Deutschen erkennt keine Fortschritte

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung kommt aus Sicht der Bevölkerung in Deutschland nicht schnell genug voran. 42 Prozent der Deutschen stufen den Entwicklungsstand einer digitalen öffentlichen Verwaltung als fortschrittlich ein, neun Prozentpunkte weniger als 2016. 84 Prozent wünschen sich von Bund, Ländern und Kommunen mehr Tatendrang. In anderen Ländern nehmen deutlich mehr Bürger ihre Verwaltung als digital fortgeschritten wahr. Das ergibt die Studie „Digital Government Barometer 2017“ im Auftrag des IT-Dienstleisters Sopra Steria.

Im Ländervergleich ist die Bevölkerung in Deutschland ungeduldiger und kritischer, was den digitalen Fortschritt bei Bund, Ländern und Kommunen angeht. Etwas mehr als jeder zweite Bundesbürger (56 Prozent) nimmt wahr, dass Verwaltungen ihnen zahlenmäßig heute mehr Onlinedienste anbieten als vor einigen Jahren. In den anderen untersuchten Ländern Frankreich, Großbritannien und Norwegen sind es dagegen jeweils mehr als 80 Prozent. In Norwegen sind zudem 75 Prozent der Bürger der Ansicht, dass die digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung ausreichend vorankommt, in Frankreich sind es 66 Prozent , in Großbritannien 64 Prozent. In Deutschland sind nur 42 Prozent dieser Meinung.

„Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass sich die Bevölkerung mehr digitalen Service von den öffentlichen Verwaltungen ihrer Länder wünscht. In Deutschland ist der Ruf der Bürger nach digitalem Fortschritt besonders laut. Die Maßnahmen sollten zügig und vor allem so weiterentwickelt werden, dass sie die Anforderung der Bürger nach einer Vereinfachung des Alltags unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände erfüllen“, wird Andreas Simon, Fachmann für Digital Government bei Sopra Steria Consulting, in einer Mitteilung zu der Studie zitiert.

Häufige genutzte Verwaltungsdienste sollten Priorität haben

Der Digitalisierungsgrad unterscheidet sich in den einzelnen Verwaltungsressorts teilweise erheblich: Die Finanzverwaltungen erhalten in allen vier untersuchten Ländern die besten Noten. In Deutschland bewerten sechs von zehn Bürgern das Online-Angebot der Finanzbehörden als fortgeschritten, beispielsweise die Abgabe der Einkommensteuererklärung über das Internet. Zum Vergleich: Justiz und Polizei gelten nach Ansicht von nur 31 Prozent der Bürger als digitale Vorreiter. Rund jeder vierte Deutsche (24 Prozent ) ist der Auffassung, dass Maßnahmen wie die geplante stärkere Vernetzung der Sicherheitsbehörden Vorrang haben sollten. Weiterlesen →

07. Dez. 2017
von Carsten Knop

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06. Dez. 2017
von Carsten Knop

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Online-Shopping inzwischen beliebter als Einkaufen im Laden

Ausgesucht, bestellt, geliefert: Online-Shopping ist in Deutschland beliebter als das Einkaufen im Laden. Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.152 Internetnutzern ab 14 Jahren ergeben. Insgesamt haben 96 Prozent aller Internetnutzer ab 14 Jahren in den vergangenen 12 Monaten online eingekauft. Jeder Dritte von ihnen bevorzugt den Einkauf per Mausklick. Lieber ins Ladengeschäft gehen 21 Prozent, keine klare Präferenz haben 46 Prozent der Befragten. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in den Altersgruppen.

So sagen heute schon 35 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und 37 Prozent der 30- bis 49-Jährigen, die beides schon einmal ausprobiert haben, dass sie lieber online einkaufen. Lediglich 20 bzw. 16 Prozent in der jeweiligen Altersgruppe bevorzugen den stationären Einkauf. „Für Schuhe, einen neuen Wasserhahn oder auch Lebensmittel muss heute niemand mehr die Läden durchstreifen. Transparente Preise, eine größere Produktauswahl und die bequeme Lieferung machen Online-Shopping für viele attraktiver als den Einkauf im Ladengeschäft“, wird Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder in einer Mitteilung zu den Studienergebnissen zitiert. „Außerdem sorgen kurze Lieferzeiten und ein hoher Verbraucherschutz in Deutschland dafür, dass der Einkauf per Mausklick an Beliebtheit gewinnt – gerade auch jetzt zur Weihnachtszeit.“

Smartphone ist wichtiger Shoppingbegleiter

Vor allem das Smartphone entwickelt sich dabei für viele zu einem wichtigen Einkaufsinstrument. Shoppte 2014 erst jeder Fünfte mit dem Handy, ist es mittlerweile nahezu jeder Zweite (46 Prozent). Vor allem die jüngere Generation geht mit dem Handy auf Einkaufstour. Von den 14- bis 29-Jährigen kaufen bereits drei von vier Befragten (76 Prozent) per Smartphone und ein Drittel (31 Prozent) per Tablet ein. Außerdem holen sich 9 von 10 Smartphone-Shoppern mit ihrem mobilen Begleiter zumindest gelegentlich Kaufanregungen oder recherchieren zu einem Produkt (93 Prozent). 87 Prozent vergleichen per Smartphone Preise, 84 Prozent lesen regelmäßig oder manchmal Bewertungen. Weiterlesen →

06. Dez. 2017
von Carsten Knop

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28. Okt. 2017
von Carsten Knop
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Was ein iPhone so macht

Na, gestern eines der ersten verfügbaren iPhone-X-Modelle bestellt, damit es mit der Lieferung vor Weihnachten auch auf jeden Fall noch klappt? Deutlich mehr als 1000 Euro für ein Telefon ausgeben? Für viele Menschen ist es kein Problem mehr. Apple hat eine Schallmauer durchbrochen. Der Weg zu weiteren Höhen ist frei. Das Smartphone ist für die Menschen zur Steuerungszentrale des privaten und beruflichen Lebens geworden. Tatsächlich gilt das inzwischen in dieser Reihenfolge. Es ist das Schweizer Taschenmesser der Moderne. Laut Apple-Chef Tim Cook ist es vollgestopft mit Technologien für die nächsten Jahre, was wahrscheinlich sogar stimmt. Und doch werden viele der Käufer von heute schon im neuen Jahr das Nachfolgemodell erwerben. Weil es geht. Nicht etwa, weil es nötig ist.    

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Es ist gut, dass sich so viele Menschen so teure technische Geräte leisten können. Und die Erfindung des Smartphones selbst ist ebenfalls mehr Segen als Fluch, aber eben doch beides. Natürlich ermöglichen die preiswerteren Geräte ihrer Art es zum Beispiel Jugendlichen in Afrika, jederzeit mitzubekommen, wie die schöne Warenwelt des Westens aussieht. Sie sorgen so aber auch dafür, etablierte Traditionen und Werte in Frage zu stellen – und animieren vielleicht zur Flucht in die Ungewissheit. Aber die Geräte können auch dafür sorgen, dass Menschen in Afrika ein Bankkonto bekommen und Teil einer Wertschöpfungskette werden, die hilft, das eigene Land in die richtige Richtung zu entwickeln. So schafft das Smartphone Wohlstand. Es schafft Arbeitsplätze. Es wird aber auch allzu häufig zu Bedingungen gefertigt, die westlichen Standards nicht standhalten. Und die Steuern, welche die Hersteller auf ihre exorbitanten Gewinne aus dem Verkauf zahlen, sind in den allermeisten Fällen nicht gerecht über die Welt verteilt. Selbst Apple-Chef Cook weiß das. Und doch fällt es den Ländern sehr schwer, daran etwas zu ändern.    

Es sind Entwicklungen wie diese Steuerohnmacht, die dem Thema noch eine tiefere Dimension verleihen, weil sie die Menschen misstrauisch macht gegenüber Politikern und Managern, auch gegenüber Medien. Oder, wie es der britische Politiker Michael Gove formuliert hat: „Die Menschen haben keine Lust mehr, Experten zuzuhören.“ Nun gut, aber wem dann?  Weiterlesen →

28. Okt. 2017
von Carsten Knop
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18. Okt. 2017
von Carsten Knop
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Die Deutschen halten am Bargeld fest wie kaum eine andere Nation

Bargeldloses Bezahlen entwickelt sich in Deutschland im internationalen Vergleich nur langsam. Dies ist das Ergebnis der Studie „Global Payments 2017 – Deepening the Customer Relationship“ der Boston Consulting Group (BCG). Zwischen 2010 und 2016 wuchsen die bargeldlosen Zahlungen in Deutschland jährlich nur um 7 Prozent der Transaktionen pro Kopf. Damit gehört Deutschland im Ländervergleich zu den Nachzüglern im bargeldlosen Zahlungsverkehr – ebenso wie Portugal (9,8 Prozent), Österreich (8,2 Prozent), Italien (4,5 Prozent) und Spanien (2,1 Prozent).

Die Studie zeigt: Die Kluft zwischen den Ländern, die im bargeldlosen Bezahlen weit vorangeschritten sind, und denen, die hinterherhinken, wird immer größer. „Deutschland war einmal Vorreiter bei Innovationen im Zahlungsbereich und im elektronischen Zahlungsverkehr, droht jetzt aber den Anschluss zu verlieren. Die Banken müssen dringend schnellere und einfachere Interaktionsmöglichkeiten mit den Kunden entwickeln. Hier sind ihnen die Fintechs teilweise deutlich überlegen. Sie brechen mit innovativen Lösungen im Zahlungsverkehr in profitable Geschäftsfelder der Banken ein und positionieren sich in den attraktiven Feldern der Kundenschnittstellen. Dies wird sukzessive zu sinkender Kundenloyalität und zum Abwandern von Erträgen führen“, wird Niclas Storz, BCG Senior Partner und Fachmann für Technologie und Finanzdienstleister, in der Pressemitteilung zu den Ergebnissen zitiert.

Weltweite Verschiebung im Zahlungsverkehr

Die Studie prognostiziert im gesamten Zahlungsverkehr einen Anstieg des weltweiten Umsatzes um 900 Milliarden US-Dollar bis 2026. Ursache dafür ist, dass die Schwellenmärkte weiter wachsen und bargeldlose Transaktionen sich immer stärker verbreiten. Spitzenreiter beim bargeldlosen Bezahlen sind die USA, Australien und Großbritannien. Sie nutzen immer mehr kontaktlose Bezahlkarten. In Indien wird im Jahr 2022 bargeldloses Zahlen das klassische bereits überholt haben. In Europa sind die skandinavischen Länder Norwegen, Finnland und Schweden in der Spitzengruppe. „In Skandinavien, den USA und Australien gehören bargeldlose Zahlungen deutlich stärker zum Alltag als etwa in Deutschland. Unabhängig von der Höhe der Transaktionen wird in diesen Ländern nahezu jede Transaktion bargeldlos abgewickelt. Teilweise wird in Skandinavien gar kein Bargeld mehr als Zahlung akzeptiert“, so Storz. Weiterlesen →

18. Okt. 2017
von Carsten Knop
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12. Okt. 2017
von Carsten Knop

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Commerzbank: Maschinenbau mit deutlichem Produktionszuwachs auch 2018

Neuer Sektorbericht Maschinenbau: Produktionsplus von deutlich über 2 Prozent im laufenden Jahr sowie in 2018, Ebit-Marge mit rund 5 Prozent konstant

Nachdem die Produktion im deutschen Maschinenbau im Durchschnitt des Jahres 2016 noch stagnierte, stieg sie im laufenden Jahr schon sichtbar an. Für 2017 wird ein erwartetes Produktionswachstum von 2 Prozent wohl deutlich übertroffen. Auch 2018 wird sich die Produktion um mehr als 2 Prozent erfreulich ausweiten. Dies ist auf eine robuste konjunkturelle Entwicklung im Inland und der Welt zurückzuführen, ebenso auf eine sich belebende Investitionstätigkeit der Unternehmen in Anlagen und Ausrüstungen. Die Ebit-Marge wird im Branchenschnitt mit 5,1 Prozent im laufenden und den kommenden Jahren etwa konstant bleiben. Der Gesamtumsatz der Branche wird im nächsten Jahr um gut 3 Prozent zulegen. Vor dem Hintergrund zunehmender Industrialisierung werden China und andere Schwellenländer auch künftig Produkte deutscher Maschinenbauer nachfragen. „Das Geschäftsklima im deutschen Maschinenbau ist so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Trotz intensiveren Wettbewerbs liegt die Kapazitätsauslastung mittlerweile wieder über 85 Prozent“, sagt Alexander Mann, Sector Head Industrials der Commerzbank zur Vorlage des jüngsten Sektorberichts.

Die Mehrheit der deutschen Maschinenbauer sind Anbieter technisch komplexer und hochspezialisierter Systemlösungen. Die meist nicht börsennotierten Unternehmen („Hidden Champions“) sind – dank Fokussierung auf Nischen, technologischer Vorteile und Innovationsstärke – vielfach Weltmarktführer in ihren Segmenten. Die Branche ist zudem innovativ: Rund 15,5 Mrd. Euro beträgt die Höhe der Innovationsaufwendungen im laufenden Jahr. Die Implementierung von Industrie 4.0-Lösungen wird derzeit als Kernaufgabe in vielen Unternehmen angesehen, da dies letztlich auch zu einer Verbesserung der Ertragslage führen wird. Auch der Ausbau des After-Sales-Servicegeschäftes wird es den Unternehmen ermöglichen, das Geschäftsmodell auszuweiten. Weiterlesen →

12. Okt. 2017
von Carsten Knop

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30. Sep. 2017
von Carsten Knop
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Erntedank statt Angst: Auf einen Espresso

Ja, klar, so ist die Welt: Wenn es nicht mehr läuft, beginnt das Hauen und Stechen. Dann fliegt ein Trainer raus, wie gerade in München geschehen, nachdem das Taxi aus Paris zurückgekehrt war. Und in der Politik beginnen Machtkämpfe, die zum Teil lautstark ausgetragen werden. Der eine hat jetzt mehr als nur einen Koffer in Berlin und will die Kanzlerin „jagen“. Die Nächste will anderen in ihrer neuen Rolle, freilich etwas aus der Rolle fallend, ordentlich „auf die Fresse“ geben. Es gibt halt kräftig „Kasalla“, wie es im Rheinischen für Ärger und Krawall heißt. Und wie es ein früherer Teilnehmer des RTL-Dschungelcamps formuliert hätte, der auch einmal Fußball gespielt hat und manchmal Mannschaften trainiert. Doch lassen wir das. Als neuer Bayern-Trainer wäre der sowieso nicht in Frage gekommen.

Übertreiben wir es also nicht alle mehr als nur ein wenig mit der Aufregung in Tagen wie diesen? Zum einen: Lasst sie doch reden. Nicht jedes Wort muss gleich zum Aufreger werden, ob es nun von der AfD, der SPD oder sonst irgendjemandem kommt, der Aufmerksamkeit erregen will. Die Menschen informieren sich ohnehin viel zu oberflächlich – und durch eine solche Art der Berichterstattung wird es nicht besser. Zum anderen sollten wir die Kirche im Dorf lassen. Was man in der deutschen Politik derzeit erlebt, ist Demokratie bei der Arbeit. Die Menschen haben Ängste und Sorgen. Sie haben im Bund alle vier Jahre die Chance, dieselben zu artikulieren. Das haben sie getan. Im Idealfall ändert sich in der Folge die Politik entsprechend – und die Menschen können sich wieder über andere Dinge sorgen.

Keine Frage: Die CDU ist nach links gerückt, rechts ist Platz frei geworden. Mancher fühlt sich nicht mehr ernst genommen. Dem Land geht es richtig gut, es hat deshalb aber auch viel zu verlieren. Wer Kinder auf der Schule hat, könnte auf den Gedanken kommen, dass zu wenig in eine gute Bildung investiert wird. Manche sorgen sich um die Sicherheit, andere vor zu viel Migration. Und so weiter, das hat man alles schon das tausendste Mal gehört. Weiterlesen →

30. Sep. 2017
von Carsten Knop
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10. Sep. 2017
von Carsten Knop
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Immer mehr Deutsche würden sich autonom fahren lassen

Ins Auto einsteigen, Autopiloten anschalten und sich zurücklehnen? Immer mehr Deutsche können sich das durchaus vorstellen. Zwar ist die Mehrheit noch immer skeptisch, wenn es darum geht, dem Fahrzeug die Kontrolle zu überlassen. Jeder Dritte (30 Prozent) lehnt es nach wie vor kategorisch ab, in einem autonomen Fahrzeug ohne optionalen menschlichen Eingriff unterwegs zu sein. 21 Prozent halten es zumindest für unwahrscheinlich, dass sie sich in ein solches Auto setzen. Aber: Ein Viertel (26 Prozent) würde schon heute ohne Wenn und Aber das Auto ohne eigenes Eingreifen fahren lassen. Das sind mehr Menschen als im Rahmen der vorangegangenen Befragung vor vier Jahren. Damals waren nur 17 Prozent bereit, auf jeden Fall in einem selbstfahrenden Auto zu fahren.

Das jedenfalls sind Ergebnisse einer Umrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) für die 1000 Personen befragt wurden. Legt man diese Resultate zugrunde, könnte die Akzeptanz schnell noch deutlich zunehmen: Denn die junge Generation ist dem autonomen Fahren gegenüber viel aufgeschlossener. Von den bis zu 20 Jahre alten Befragten würden 43 Prozent definitiv in einem autonomen Fahrzeug fahren. Mit zunehmendem Alter ist die Skepsis tendenziell größer. Von den 61- bis 70-Jährigen würden nur etwa 15 Prozent auf jeden Fall in ein autonomes Fahrzeug einsteigen und von den über-70-Jährigen würden nur noch 13 Prozent dem Auto die Kontrolle überlassen.

Die Offenheit nimmt aber zu, wenn der Fahrer nach wie vor die Kontrolle übernehmen kann. Jeder Dritte würde ohne Bedenken ein autonomes Fahrzeug fahren, wenn er selbst eingreifen könnte. „Die Hersteller und Zulieferer investieren viel und setzen voll auf das autonome Fahren“, wird EY-Partner Peter Fuß in einer Mitteilung zu den Umfrageergebnissen zitiert: „Die Sensortechnik und Standortbestimmung werden immer genauer, die Vernetzung mit anderen Fahrzeugen nimmt zu, und auch auf dem Feld der künstlichen Intelligenz machen sie immer weitere Fortschritte. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche teilautonome Systeme wie Spurhalteassistenten oder Abstandsregler eingebaut worden. Allerdings ist die Hemmschwelle bei den Nutzern noch hoch, die Kontrolle komplett aus der Hand zu geben. Denn die Technik ist hochgradig sicherheitsrelevant. Nur wenn es gelingt, die Technik so sicher zu machen, dass sie dem menschlichen Fahrer überlegen ist, wird sich vollautonomes Fahren auf dem Massenmarkt durchsetzen.“ Weiterlesen →

10. Sep. 2017
von Carsten Knop
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02. Sep. 2017
von Carsten Knop
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Autonom gefahren oder gut gebildet: Pizza mit und ohne Bote

Diese beiden Meldungen aus der zu Ende gehenden Woche passen zusammen – auch wenn das auf den ersten Blick gar nicht so auszusehen scheint: Wer eine Pizza bestellt, bekommt sie bald von einem selbstfahrenden Auto geliefert. Das gilt zumindest in der amerikanischen Stadt Ann Arbor im Bundesstaat Michigan. Denn dort testen der Autohersteller Ford und der Pizza-Lieferdienst Domino’s nun, ob das funktioniert und wie das ankommt. Ford ist auf der Suche nach einem tragfähigen Geschäftsmodell für selbstfahrende und elektrische Autos – und bekennt: „Es gibt insbesondere in Anwendungsfragen noch viel zu tun.“

Was die beiden Unternehmen, die jeweils auch mit Dependancen in Deutschland vertreten sind, herausfinden wollen, ist, wie Menschen auf die Roboter reagieren. Es müsse sichergestellt werden, dass die Bestellung aus Sicht der Kunden möglichst unkompliziert übergeben werde. Achtung: Es geht also schon gar nicht mehr darum, ob die Zustellung von A nach B klappt, sondern nur noch um den Ablauf der Übergabe.

Die Stadt Ann Arbor, in der die beiden Unternehmen das nun ausprobieren, hat ungefähr 115000 Einwohner. Mit einem Zufallsgenerator sollen nun Pizza-Käufer ausgewählt werden, die ihre Bestellung dann von einem speziell ausgerüsteten Ford Fusion Hybrid bekommen. Ganz alleine unterwegs sein wird das Auto aber nicht: Ein Ford-Sicherheitsingenieur fährt mit – und Fachleute, die den Test auswerten sollen. Ein klassischer Pizzabote hingegen wird nicht mehr gebraucht. Hm.

Nun zur zweiten Meldung: Allein bis zum Jahr 2030 und allein in Deutschland könnte sich die Zahl der fehlenden Facharbeiter, Techniker, Forscher und medizinischen Fachkräfte auf bis zu drei Millionen belaufen und bis 2040 gar auf 3,3 Millionen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Basler Forschungsinstituts Prognos hervor. Weiterlesen →

02. Sep. 2017
von Carsten Knop
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07. Aug. 2017
von Carsten Knop

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Oettinger ist nicht allein: Neue Freunde für europäisches Leistungsschutzrecht

Die konservative EVP-Fraktion um Verhandlungsführer Axel Voss unterstützt das Vorhaben nun geschlossen. Dabei wird auch der Kampf gegen „Fake News“ als Argument angeführt.

Der Vorschlag der Europäischen Kommission zu einer Reform des Urheberrechts und insbesondere die Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts (LSR) für Presseverlage hat inzwischen eine gewichtige Unterstützung im Europaparlament sicher. Denn die konservative Fraktion um den CDU-Abgeordneten Axel Voss unterstützt das Vorhaben nun geschlossen. Das war nicht immer so. Doch nachdem die maltesische Abgeordnete Theresa Comodini Cachia als bisherige Verhandlungsführerin das Parlament verlassen hat, stehen die 216 Abgeordneten hinter dem Vorschlag des früheren EU-Digitalkommissars Günther Oettinger.

Der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg hatte in der öffentlichen Wahrnehmung bisher wie der einzige Kämpfer für das umstrittene Vorhaben ausgesehen. Jetzt aber weiß Oettinger auch Comodini Cachias Nachfolger, den CDU-Abgeordneten Axel Voss, auf seiner Seite. Der Entwurf der EU-Kommission sieht vor, dass Presseverlage auf europäischer Ebene 20 Jahre lang das ausschließliche Recht zur digitalen Nutzung ihrer Produkte erhalten. Das Parlament hat vor, noch in diesem Jahr über den Kommissionsvorschlag abzustimmen. Beobachter vermuten ein knappes Abstimmungsergebnis, gehen derzeit aber von einer Mehrheit für das Vorhaben aus. Als wegweisend gilt die vorgelagerte Abstimmung im Rechtsausschuss, die dem Vernehmen nach aber wohl nicht zum bisher angestrebten Zeitpunkt Anfang/Mitte Oktober stattfinden wird. Nach Informationen dieser Zeitung gibt es 996 Änderungsanträge, was zeigt, wie umstritten das Vorhaben auch unter den Abgeordneten ist.

Der Standpunkt von Voss und der EVP ist aber glasklar: „Wir brauchen ein europäisches Leistungsschutzrecht für Presseverleger“, stellt Voss gegenüber dieser Zeitung fest. Wer sich weiter umhört, muss nach der Motivation der EVP-Abgeordneten für ihre einhellige Meinung nicht lange forschen. Das digitale Zeitalter habe das Nutzungsverhalten nicht nur der Presseverleger, sondern auch der Suchmaschinen und Endkunden verändert, wird argumentiert. Ein eigenes Verlegerrecht sei daher notwendig, um Presseveröffentlichungen wieder ihren wirtschaftlichen Wert zuzuerkennen und sie vor Ausbeutung zu schützen. Presseverleger stellten für die Veröffentlichungen die Mittel zur Verfügung, und sie seien auch rechtlich und wirtschaftlich für diese verantwortlich. Daher sollten sie auch eigene Rechte für die Leistung erhalten – nicht zuletzt, um die Struktur und den Qualitätsjournalismus vor dem Phänomen der weitverbreiteten, gefälschten Nachrichten im Internet (den sogenannten Fake News) zu schützen, ist zu hören. Weiterlesen →

07. Aug. 2017
von Carsten Knop

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06. Aug. 2017
von Carsten Knop

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Trump, der Manager

Nun ist das Weiße Haus kein Unternehmen und Donald Trump kein Unternehmer mehr, sondern der Präsident der Vereinigten Staaten. Aber was in Sachen Mitarbeiterführung in den sechs Monaten nach Trumps Amtsübernahme passiert ist, legt dann doch einen Vergleich mit dem nahe, was man sonst so über die Arbeit mit Mitarbeitern lernt.

Vor längerer Zeit gab uns einmal der frühere Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Softwareunternehmens Adobe in dieser Hinsicht einen einfachen Rat. Wenn man als Führungskraft mit Mitarbeitern zu tun habe, gelte die simple Regel, dass man nie zu viel kommunizieren könne. „You can never over-communicate“, sagte der Amerikaner. Da hat er recht. Der 1989 gestorbene österreichische Verhaltensforscher Konrad Lorenz wusste das auch: „Gesagt ist noch nicht gehört. Gehört ist noch nicht verstanden. Verstanden ist noch nicht einverstanden. Einverstanden ist noch nicht umgesetzt. Umgesetzt ist noch nicht beibehalten.“ So brachte Lorenz die Dinge auf den Punkt.

Trump müsste das eigentlich wissen. Denn er hat ja, aus irgendwelchen Gründen letztlich doch mit Erfolg, ein Immobilienunternehmen geführt, bevor er sich mit Gespür für Themen und Timing gegen eine schwache Gegenkandidatin zum Präsidenten aufschwang. Und noch bevor er vereidigt wurde und Ende Januar seine erste Rede als Präsident hielt, war von deutschen Managern, die in Amerika Unternehmen führen, auch Beruhigendes zu hören: Der Mann könne mit Mitarbeitern umgehen, hieß es. Es sei mitnichten so, dass er Spaß daran habe, Leute aus seinem Umfeld sofort zu feuern. Und er habe durchaus ein paar vernünftige Berater um sich herum.

Von diesen Prognosen indes hat sich im ersten Jahr der Präsidentschaft Trumps nichts bewahrheitet. Durch den amerikanischen Kongress hat Trump noch nicht ein einziges Gesetz gebracht. Es gelingt ihm und seinem Team nicht, die gegenüber Senatoren und Abgeordneten notwendige Überzeungsarbeit zu leisten – und das, obwohl Trumps Republikaner in beiden Häusern die Mehrheit stellen. Wie heißt es dazu in der Managementliteratur? „Menschen sind erst bereit, Neues umzusetzen und dieses beizubehalten, wenn sie die Veränderungen verstanden haben und auch mit ihnen einverstanden sind.“ Weiterlesen →

06. Aug. 2017
von Carsten Knop

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