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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Hoffentlich ist GM bald pleite

Die Zahlen sprechen für sich: Der amerikanische Autokonzern General Motors hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 30,9 Milliarden Dollar gemacht. Das Unternehmen hat die 13,4 Milliarden Dollar, die der amerikanische Staat bisher zur Verfügung gestellt hat, um das Unternehmen vor dem unmittelbaren Untergang zu retten, schon nahezu vollständig verbraucht. Erkennbare Schritte zur Lösung des Problems wurden seitdem nicht gegangen. Stattdessen steht der Wunsch im Raum, doch bitte bald weitere 16,6 Milliarden Dollar zu überweisen. Dass die amerikanische Regierung vor diesem Hintergrund inzwischen ein Insolvenzverfahren als beste Option für die angeschlagenen Autokonzerne General Motors (GM) und Chrysler sieht, ist der richtige Weg - und muss für die Mitarbeiter der deutschen GM-Tochtergesellschaft Opel kein größeres Horrorszenario sein als die zur Verfügung stehenden Alternativen

Die Zahlen sprechen für sich: Der amerikanische Autokonzern General Motors hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 30,9 Milliarden Dollar gemacht. Das Unternehmen hat die 13,4 Milliarden Dollar, die der amerikanische Staat bisher zur Verfügung gestellt hat, um das Unternehmen vor dem unmittelbaren Untergang zu retten, schon nahezu vollständig verbraucht. Erkennbare Schritte zur Lösung des Problems wurden seitdem nicht gegangen. Stattdessen steht der Wunsch im Raum, doch bitte bald weitere 16,6 Milliarden Dollar zu überweisen. Auch wenn ich mich in diesem Blog wiederhole: Dass die amerikanische Regierung vor diesem Hintergrund inzwischen ein Insolvenzverfahren als beste Option für die angeschlagenen Autokonzerne General Motors (GM) und Chrysler sieht, ist der richtige Weg – und muss für die Mitarbeiter der deutschen GM-Tochtergesellschaft Opel kein größeres Horrorszenario sein als die zur Verfügung stehenden Alternativen.

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Nach Ansicht der Regierung ist die Insolvenz die beste Lösung, um Schulden und Sozialleistungen zu reduzieren. Denn General Motors ist in diesen Punkten – außerhalb der Insolvenz – in den Verhandlungen mit Gläubigern und Gewerkschaften bislang selbst zu keinen Einigungen gekommen. Stattdessen sprechen Zahlen – und die sagen, dass GM von unfähigen Managern geführt wird, die bisher nicht in der Lage waren, den Untergang zu stoppen. Im sogenannten Rettungsplan, den GM im Februar vorgelegt hat, wird lediglich ein durchschnittlicher jährlicher Marktanteilsverlust von 0,3 Prozent in den Jahren bis 2014 angenommen. Warum so optimistisch? Denn tatsächlich hat GM in den vergangenen 30 Jahren stets mehr als das Doppelte dieses Wertes verloren. Genau gesagt waren es 0,7 Prozent im Jahr. Zudem wird mit viel zu vielen unprofitablen Händlerbetrieben weitergeplant. Die Finanzierung der Tochtergesellschaft Opel bleibt völlig offen. Und: Nach Einschätzung von Fachleuten ist das GM-Elektroauto Volt (in Deutschland Opel Ampera) aller Wahrscheinlichkeit nach zu teuer – und wird deshalb nach ihren Annahmen kurzfristig kein Erfolg. Und immer wieder würden neue Eigner mit Altforderungen belastet, die in den Jahren 2013 und 2014 bis auf 6 Milliarden Dollar im Jahr steigen werden.

Wie soll man darauf eine Zukunft bauen? Der neue GM-Chef Fritz Henderson sagte am Dienstag, sein Unternehmen werde jeden Schritt ergreifen, der für eine erfolgreiche Restrukturierung notwendig sei, einschließlich einer Insolvenz. Das klang bisher, unter seinem inzwischen von der Regierung aus dem Büro gejagten Vorgänger Rick Wagoner, anders.  „Wir werden den Job erledigen, mit oder ohne Insolvenzgericht“, sagt Henderson jetzt. Hoffentlich mit. Denn dann gibt es vielleicht noch eine Chance, GM und Opel schnell auf neue Beine zu stellen, gesellschaftsrechtliche Beziehungen zu entflechten – und Investoren zu suchen. Vorher wird niemand in dieses marode Gebilde einsteigen. Es bleibt dabei: Eine schnelle Insolvenz von GM wäre gut für Opel.

Siehe auch: http://faz-community.faz.net/adhoc/2009/02/22/ein-schneller-konkurs-f-252-r-gm-w-228-re-f-252-r-opel-ein-gl-252-ck.aspx

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