Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (1)
 

Twitter im globalen Dorf

17.06.2009, 14:07 Uhr  ·  Die meisten Menschen haben noch nie getwittert. Doch die Berichterstattung über die Proteste in Iran sorgt jetzt für eine noch größere Aufmerksamkeit für den Internet-Kurzmitteilungsdienst Twitter, aus dessen Name das neudeutsche Verb „twittern" abgeleitet wurde. Was für die Demonstranten ein nützliches Werkzeug ist, um die Zensur zu umgehen, stellt im Alltag nicht zuletzt Unternehmen und ihre Öffentlichkeitsarbeiter vor viele Fragen: Wofür lässt sich Twitter nutzen, wenn nicht gerade Wahlen gefälscht worden sind?

Von

Die meisten Menschen haben noch nie getwittert. Doch die Berichterstattung über die Proteste in Iran sorgt jetzt für eine noch größere Aufmerksamkeit für den Internet-Kurzmitteilungsdienst Twitter, aus dessen Name das neudeutsche Verb „twittern” abgeleitet wurde. Was für die Demonstranten ein nützliches Werkzeug ist, um die Zensur zu umgehen, stellt im Alltag nicht zuletzt Unternehmen und ihre Öffentlichkeitsarbeiter vor viele Fragen: Wofür lässt sich Twitter nutzen, wenn nicht gerade Wahlen gefälscht worden sind? Was passiert, wenn Mitarbeiter über interne Vorgänge in einem Betrieb twittern? Welches Bild soll das Unternehmen selbst von sich vermitteln, um auf Twitter Aufmerksamkeit zu erregen? Dabei liegen die Antworten näher als viele denken: Man kann Twitter nutzen, um sich einfach über seine Hobbys und sonstigen Interessen zu informieren. Man muss keine einzige Nachricht lesen, die irrelevant ist, da man die „Tweets” des entsprechenden „Twitterers” nicht abonnieren muss. Und Unternehmen werden sich – wie Regierungen – daran gewöhnen müssen, dass die Welt immer transparenter wird. Stoppen lässt sich die neue Offenheit nicht mehr; Verbote sind kontraproduktiv. Alles, was man für gute Tweets (über sich selbst) braucht, sind Ideen und eine gute (Staats- oder Unternehmens-)Führung. Ob sich das bisher umsatzlose Unternehmen Twitter selbst tatsächlich durchsetzt, ist in dieser Hinsicht sogar zweitrangig: Die Entwicklung der Welt zu einem geschwätzigen globalen Dorf lässt sich nicht mehr aufhalten.

follow me on Twitter

 

Veröffentlicht unter: Twitter, Globales Dorf, Iran

  Weitersagen Kommentieren Empfehlen Drucken
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
Sortieren nach
0 mycitysecret 18.06.2009, 08:43 Uhr

ohne Frage bringt Twitter...

ohne Frage bringt Twitter immenses Potential wie auch einige Risiken für Unternehmen mit sich. Ein Unternehmen sollte vor einem Einstieg in die Twitter-Welt genau überlegen, ob es bereit ist, auch mit negativen Antworten und Reaktionen leben zu können. Denn mit Twitter können sich Nachrichten wie Lauffeuer verbreiten und schnell als Boomerang zurückkommen. Aktuell wird Twitter in den Medien stark gehyped, so dass in vielen Kommunikationsabteilungen von Firmen die Frage aufkommt "mittwittern oder nicht?". Ganz wichtig bei der Beantwortung dieser Frage ist, ob eine Firma auch genügen interessante Mitteilungen zu twittern hat, denn wenn täglich nur plumpe Werbebotschaften in die 140 Zeichen-Zeile getippt werden, wurde das Potential von Twitter mißverstanden.

Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.