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Fix und Foxi, die Simple Minds und die Krise

19.06.2009, 15:43 Uhr  ·  Die jüngsten Opfer der Finanzkrise heißen Fix und Foxi. Das Unternehmen Tigerpress, der Verlag, der den deutschen Traditionscomic herausgegeben hat, musste Insolvenz anmelden. Da kann man nur hoffen, dass sich auch hier die Meinung des Bundeswirtschaftsministers bestätigt. Der sagt ja, eine Insolvenz muss nicht das Ende sein - und hat recht, auch wenn natürlich die meisten Insolvenzen für die betroffenen Unternehmen eben doch das Ende bedeuten. Aber Fix und Foxi müssen weiterleben!

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Die jüngsten Opfer der Finanzkrise heißen Fix und Foxi. Das Unternehmen Tigerpress, der Verlag, der den deutschen Traditionscomic herausgegeben hat, musste Insolvenz anmelden. Da kann man nur hoffen, dass sich auch hier die Meinung des Bundeswirtschaftsministers bestätigt. Der sagt ja, eine Insolvenz muss nicht das Ende sein – und hat recht, auch wenn natürlich die meisten Insolvenzen für die betroffenen Unternehmen eben doch das Ende bedeuten. Aber Fix und Foxi müssen weiterleben! Angeblich werden inzwischen Übernahmeangebote von anderen Verlagen geprüft. Vielleicht interessieren sich auch die Chinesen für Fix und Foxi. Denn die treten seit einiger Zeit stets in letzter Sekunde als Bieter auf: So war es bei der Dresdner Bank, so ist es jetzt bei Opel und angeblich auch bei den Hertie-Immobilien. Mal sehen, ob sie irgendwann auch zum Zuge kommen.

Wie fit sind die Simple Minds noch?

Totgeglaubte leben sowieso viel länger als gedacht. Das gilt auch für diverse Bands, die man noch aus den achtziger Jahren kennt. Depeche Mode singen gerade wieder neue Lieder, etwa „Wrong”, in dem es darum geht, dass irgendwie alles falsch läuft, was durchaus in die Zeit passt. Nun waren Depeche Mode nie völlig weg vom Fenster, aber sind die Simple Minds wirklich noch, um in deren Textjargon zu bleiben, „alive and kicking” (gesund und munter)? Der etwas schlappe Auftritt bei „Wetten, dass, . . .?” am vergangenen Samstag lässt ein wenig daran zweifeln. Aber vielleicht brauchen auch die Simple Minds neue Liquidität – und da kommt ein neues Album und das eine oder andere Nostalgie-Konzert gewiss gerade recht. Allerdings interessiert das etwas weniger Zuschauer als früher. In Hamburg waren es in dieser Woche rund 4000.

Hat Abramowitsch noch genug Geld für seine Yacht?

Ordentlich an finanziellen Mitteln eingebüßt hat angeblich auch der russisch-britische Milliardär Roman Abramowitsch. Sein Vermögen soll von rund 23 auf 3 Milliarden Dollar geschrumpft sein. Aber das/sein schöne/s Leben geht weiter: Seine neue Yacht, die Hamburg-Touristen schon seit geraumer Zeit bei jeder größeren Hafenrundfahrt vorgeführt wird, ist jetzt fertig. Es ist – natürlich – die größte Privatyacht der Welt. Die „Eclipse” kostet 300 Millionen Dollar. Wozu nur braucht dieser Mensch drei (!) Beiboote? Vielleicht, um schnell die Flucht vor Menschen antreten zu können, die ihm irgendwann einmal Böses wollen. Manche sagen ja auch, der Besitz des britischen Fußballvereins FC Chelsea sei für ihn vor allem eine Lebensversicherung, verleihe die Stellung ihm doch eine gewisse, in den Überlegungen potentieller Häscher vermeintlich hilfreiche, Prominenz.

Steuerförderung für Ronaldo

Prominent ist auch Cristiano Ronaldo, ein Fußballspieler. Der teuerste Transfer der Fußballgeschichte ist zwar noch nicht endgültig unterschrieben. Doch es deutet alles darauf hin, dass der Portugiese für 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid wechselt. Ronaldo wird dabei einen tollen Steuervorteil nutzen können: Weil er ein „gut ausgebildeter” Gastarbeiter aus dem Ausland ist, reduziert sich sein Steuersatz unter bestimmten Bedingungen auf 24 Prozent, den spanischen Eingangssteuersatz. Da soll noch einer sagen, niedrigere Steuern seien kein Standortvorteil in schweren Zeiten. Das sollte auch die Bundesregierung beachten, wenn sie darüber nachdenkt, wie die hohe Verschuldung irgendwann einmal wieder abgebaut werden soll.

 Timing ist alles

Das übrigens ist eine ziemlich vertrackte Frage des Timings: Sollen die Regierungen der Industriestaaten an ihre eigene Autosuggestion glauben und darauf setzen, dass die konjunkturelle Entwicklung tatsächlich ihren Boden gefunden hat? Oder soll man den Szenarien glauben, dass die Krise bisher exakt genauso verläuft wie die Große Depression in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts? Der Rückgang der Industrieproduktion und des Außenhandels legen diesen Schluss jedenfalls nahe. Nach einhelliger Meinung haben Politiker und Notenbanken darauf viel besser reagiert als damals, doch nun, so scheint es, beginnen sie sich gegenseitig Entwarnung zu geben. Vielleicht verhalten sie sich auch deshalb so, weil sie nach der gewiss harten Arbeit für das Krisenmanagement in den vergangenen Monaten ein wenig fix und foxi sind. Dafür aber könnte es noch viel zu früh sein. 

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.