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Liebe Familienunternehmer: Mehr Offenheit, bitte!

09.07.2009, 06:39 Uhr  ·  In ihrer Verschlossenheit liegt eines der größten Zukunftsprobleme für die Zunft der Familienunternehmer. Das gilt im Kleinen wie im Großen: Auch die kleineren Familienunternehmen müssten wissen, dass sich viele Informationen über sie längst von jedermann bequem im Internet über den elektronischen Bundesanzeiger beschaffen lassen, aber sie handeln nicht danach. Sie leben in einer Zeit der Entstehung von Online-Nachrichtendiensten wie Twitter, die die Erkenntnisse der Nutzer, die möglicherweise ihre Mitarbeiter sind, in Echtzeit in die Welt tragen, ohne irgendwelche Erfahrungen mit klassischen Medien wie etwa einer Tageszeitung gesammelt zu haben.

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Um deutsche Familienunternehmer kümmern sich viele: Miteinander im Wettbewerb stehende Lobby-Organisationen, studentische Initiativen, diverse Rechtsanwälte und andere Berater sowie Verleger, die Hochglanz-Bücher mit Porträts derjenigen Familienunternehmer herausbringen, die in ihrer Marktnische gerade höchst erfolgreich sind (oder vorgeben, es zu sein) und sich dafür gerne feiern lassen. Mit einer nachhaltigen und informativen Öffentlichkeitsarbeit jenseits reinen Marketings hat das alles aber nichts zu tun. Im Gegenteil, die meisten Familienunternehmer verstecken sich und ihr unternehmerisches Handeln aus Sorge vor Neid und Missgunst, nicht selten auch hinter dem Argument, man wolle dem Wettbewerb nicht auf die Nase binden, was man für Strategien verfolge. Das geht so weit, dass nicht wenige Familienunternehmer, wenn sie überhaupt den Kontakt zur Presse finden, am liebsten sogar den Umsatz verschweigen würden. In dieser Verschlossenheit liegt eines der größten Zukunftsprobleme für die Zunft der Familienunternehmer. Das gilt im Kleinen wie im Großen: Auch die kleineren Familienunternehmen müssten wissen, dass sich viele Informationen über sie längst von jedermann bequem im Internet über den elektronischen Bundesanzeiger beschaffen lassen, aber sie handeln nicht danach. Sie leben in einer Zeit der Entstehung von Online-Nachrichtendiensten wie Twitter, die die Erkenntnisse der Nutzer, die möglicherweise ihre Mitarbeiter sind, in Echtzeit in die Welt tragen, ohne irgendwelche Erfahrungen mit klassischen Medien wie etwa einer Tageszeitung gesammelt zu haben. Dabei könnte gerade das in schweren Zeiten höchst hilfreich sein. Denn hätten die Schaefflers schon vor der waghalsigen Übernahme von Continental belastbare Kontakte in die Medienwelt gehabt, hätten sie die Spieler dort besser einschätzen können – und möglicherweise einige ihrer katastrophalen Kommunikationsfehler vermieden. Nicht zuletzt steht die Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz dem vom Ex-Arcandor-Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff angerichteten Desaster in der öffentlichen Wahrnehmung vollkommen hilflos gegenüber. Und auch die weitverzweigte Familie Haniel muss sich offensichtlich erst noch daran gewöhnen, dass sie im Zuge der Übernahme der Mehrheit am Handelskonzern Metro plötzlich ganz anders als früher von der Öffentlichkeit begleitet wird. In einer immer transparenteren Welt ist die zu bemühte Zurückhaltung vieler Familienunternehmer von gestern.

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Veröffentlicht unter: Arcandor, Haniel, Schaeffler, Familienunternehmen

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.