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Der Modeboom im Zeichen der Wolfstatze

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Immer mehr Menschen begeistern sich in ihrer Freizeit für Outdoor-Mode. Und immer häufiger findet sich auf den Jacken, Hosen oder Schuhen die Tatze von Jack Wolfskin. Das Unternehmen wächst weiter stürmisch, und das nicht nur in Deutschland. Auch die Chinesen sind gute Kunden.

Die sogenannte Outdoor-Mode erfreut sich nicht nur auf den Bergen großer Beliebtheit, sondern auch als Freizeitbekleidung in der Stadt – und deshalb auch in den Einkaufszonen. Vor diesem Hintergrund hält der deutsche Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin seinen Wachstumskurs. Das selbstgesteckte Umsatzziel für das vergangene Jahr wurde deutlich übertroffen: 2009 sei der Umsatz im sechsten Jahr in Folge zweistellig gestiegen, teilte das Unternehmen aus Idstein im Taunus am Montag mit. Zu Buche steht ein Plus um 22 Prozent auf rund 251 Millionen Euro. Als Ziel waren von Jack Wolfskin zuletzt 240 Millionen Euro genannt worden. Wie schnell die Marke zulegt, zeigt ein langfristiger Vergleich: Noch im Jahr 2005 wies das Unternehmen einen Umsatz von lediglich 100 Millionen Euro aus.

Auch in China beliebt

Besonders stark zugelegt habe das Geschäft in Zentraleuropa (Italien, Österreich, Schweiz, Benelux-Staaten und Deutschland) sowie in China, wird Geschäftsführer Manfred Hell in der Mitteilung zitiert. In China ist Jack Wolfskin mit 73 Läden vertreten, Deutschland ist aber nach wie vor der größte Markt. Auch in diesem Jahr wird ein zweistelliges Wachstum erwartet. Angaben zum Gewinn oder zu sonstigen Ertragskennziffern macht das Unternehmen, das im Besitz der Finanzinvestoren Quadriga Capital und Barclays Private Equity sowie des Unternehmschefs Manfred Hell ist, traditionell nicht.

Viele neue Läden 

Im vergangenen Jahr hat Jack Wolfskin insgesamt 38 neue Läden eröffnet, die im Franchise-System betrieben werden, und erreicht damit das Niveau des Vorjahres. Neben 25 Neueröffnungen in Deutschland ist die Präsenz im europäischen Ausland mit zwölf weiteren sogenannten Monomarken-Geschäften, die also ausschließlich die eigene Marke führen, ausgebaut worden. Damit gab es Ende 2009 insgesamt 228 Jack-Wolfskin-Geschäfte. Auch hier soll das Expansionstempo nach den Ankündigungen des Unternehmens im laufenden Jahr gehalten werden, wobei der Schwerpunkt im Ausland vor allem auf Großbritannien, der Schweiz und Italien liegen wird. Insgesamt beschäftigt die Jack Wolfskin Ausrüstung für Draußen GmbH & Co. KGaA derzeit rund 400 (Vorjahr: 350) festangestellte Mitarbeiter. Für das Jahr 2010 sind weitere Neueinstellungen geplant, deren Zahl nach Angaben einer Sprecherin des Unternehmens abermals bei rund 50 liegen sollte. Hinzu kommen die Angestellten der Franchise-Partner. Die genaue Zahl der dort Beschäftigten kennt auch Jack Wolfskin nicht, doch lässt sich wohl mit rund vier Vollzeitbeschäftigten je Geschäft kalkulieren.

Wettbewerber heißen unter anderem Schöffel und Mammut

Die wesentlichen Wettbewerber heißen Schöffel, Vaude, Columbia, North Face und Mammut. Das Volumen des gesamten europäischen Marktes wird vom Branchenverband European Outdoor Group auf rund 6 Milliarden Euro geschätzt. Allein in Deutschland dürfte das Marktvolumen bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen. Die Tendenz ist steigend; ob und wie sehr Jack Wolfskin aber schneller als der Markt gewachsen ist und wie man sich im Vergleich zu einzelnen Wettbewerbern geschlagen hat, vermag man in Idstein nicht exakt zu sagen: „Es ist uns gelungen, unsere marktführende Stellung im Bereich der funktionalen Wetterschutzbekleidung ebenso auszubauen wie ein enormes Wachstum bei Outdoor-Funktionsschuhen zu realisieren. Auch im Bereich der technischen Rucksäcke haben wir deutlich zugelegt“, heißt es in der Mitteilung lediglich. In allen drei Vertriebskanälen, in denen die Marke ihre Produkte vertreibt (also im Versand, im Franchisesystem und im stationären Handel dritter Anbieter), seien nahezu identische Wachstumsraten erzielt worden. Wesentlich größer als etwa Schöffel ist Jack Wolfskin auf jeden Fall. Dort war der Umsatz für 2008 mit 75,5 Millionen Euro angegeben worden.

Der erste Laden in Heidelberg

Im vergangenen Jahr hat Jack Wolfskin ein neues Entwicklungszentrum gebaut. Investieren will Hell weiterhin in die Verbesserung der Markenbekanntheit. Nachholbedarf wurde in dieser Hinsicht offenbar vor allem in Großbritannien und Italien ausgemacht. Einen Börsengang strebt Hell, der noch immer mit einem Anteil von 10 Prozent an seinem Unternehmen beteiligt ist, nach wie vor nicht an. Die Private-Equity-Häuser sind seit gut viereinhalb Jahren investiert. Die Zusammenarbeit mit ihnen hatte der einstige Literaturstudent Hell, der seinen ersten Jack-Wolfskin-Laden vor gut 16 Jahren in Heidelberg eröffnete, im vergangenen Sommer im Gespräch mit dieser Zeitung als entspannt bezeichnet.

Hierzu ein kleiner Kommentar:

Der deutsche Anbieter von Outdoor-Mode Jack Wolfskin legt eine beeindruckende Erfolgsgeschichte hin. Krise hin oder her: Das Unternehmen wächst mit zweistelligen Raten. Wo 2005 noch ein Umsatz von 100 Millionen Euro geschrieben wurde, hat man nun die Marke von 250 Millionen Euro übertroffen. Von einer Ermüdung der Kunden oder der Marke mit der Wolfstatze als Logo gibt es (noch) keine Spur. Doch hier beginnt die Herausforderung. Schon reibt man sich verwundert die Augen, wie häufig das Logo in einer deutschen Fußgängerzone erscheint. Aber noch zeigen die Kinder aufgeregt im Fernsehen auf den Co-Moderator im Skispringen, der auch eine Jack-Wolfskin-Jacke hat. Noch schafft es die Marke, sowohl den Versandpartner zu erfreuen als auch den Franchisepartner und den Handel, der in seine Kaufhäuser Jack-Wolfskin-Shops integriert. Aber Kenner der Outdoor-Branche haben schon festgestellt, dass man Aufpreise zahlt, um bei gleicher Funktion eine Jacke mit Tatzenlogo zu besitzen. Auch die Qualität ist nicht immer so perfekt, wie man es angesichts der Premium-Preise erwarten würde. Noch stimmt danach der Service. Doch beides muss gut bleiben. Sonst wäre das Wachstum teuer erkauft.

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2 Lesermeinungen

  1. Jack Wolfskin wurde nicht von...
    Jack Wolfskin wurde nicht von Manfred Hell sondern von Ulrich Dausien gegründet (folgte dem SINE logo). Der Name Jack Wolfskin war das Result von Dausien’s Reise in the Yukon im Sommer 1981. Hier hatte er auch einen leichten Unfall, der darin resultierte, dass ich ihn im Kanu den Yukon River hinunter transportierte.

  2. Die Posse rund um die nun...
    Die Posse rund um die nun wirklich peinlichen Abmahnungen gehört sicher mit zur Geschichte.
    https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,655890,00.html
    Und die Entschuldigung auch.
    https://is.gd/90B2Q

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