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Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Schluss mit dem Gerede: Es geht uns gut

| 6 Lesermeinungen

Genug vom Krisengerede: Im Alltag interessiert sich beinahe niemand für den Euro-Rettungsschirm. Warum auch? Es gibt ihn schließlich. Menschen und Maschinen arbeiten derweil am Rand ihrer Kapazitätsgrenze.

Genug vom Krisengerede: Im Alltag interessiert sich beinahe niemand für den Euro-Rettungsschirm. Warum auch? Es gibt ihn schließlich. Menschen und Maschinen arbeiten derweil am Rand ihrer Kapazitätsgrenze. Autos, Maschinen, chemische und technische Vorprodukte werden den Unternehmen aus den Händen gerissen. Die Gewinne steigen im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent. Der Export brummt. Das Geschäftsklima ist so gut wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Die Konsumenten freuen sich auf Weihnachten: Die Sparquote sinkt, denn es arbeiten so viele Menschen wie lange nicht. Sie halten ihre Stellen für sicher und dürfen das auch. Denn die deutsche Wirtschaft ist in ihrer Breite so wettbewerbsfähig wie keine andere auf der Welt. Bessere Maschinen gibt es nicht. Die Autos sind bisher ungeschlagen. Trotz der guten Konjunktur gibt es keine Inflation, und die Euro-Krisenländer fallen für die deutschen Exporte kaum ins Gewicht. Um der Schwierigkeiten in Europa und auf der Welt Herr zu werden, braucht man Wachstum. Ja, es muss nachhaltig und qualitativ wertvoll sein. Doch warum sollten gerade die Deutschen nicht die Produkte erfinden, die man dazu braucht?

 

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6 Lesermeinungen

  1. <p>Lieber Herr...
    Lieber Herr Meier555,
    im Spaß: Haben Sie Kinder?
    Im Ernst: Ist es so verwerflich, nach jahrelanger Berichterstattung über die Banken, über das, was sie uns angetan haben – und wie wir in Zukunft damit umgehen wollen auch einmal die Unternehmen und die Menschen, die für sie arbeiten, für das Geleistete zu loben?
    Das geht mir derzeit einfach zu häufig unter.
    Hinzu kommt: Selbstverständlich habe auch ich wie fast alle Wirtschaftsredakteure permanent die Rolle der Banken beleuchtet, zum ersten mal in diesem Zusammenhang sehr ausführlich im Oktober 2008 in einem Stück unter dem Titel “500 000 Euro für mehr Demut”, dessen Rat die Banker leider nicht befolgt haben.
    Ich hänge das Stück gerne an und wünsche ein fröhliche Adventszeit.
    Hier der Text:
    “Die Zahl lautet 500.000 Euro. So viel sollen führende deutsche Banker höchstens noch verdienen dürfen, wenn ihr Institut Hilfen in Anspruch nimmt, für die künftig der Staat zahlt oder garantiert. Auch Bonuszahlungen sollen gestrichen werden. Nach den unüberschaubar vielen Milliarden Euro und Dollar, die die Finanzinstitute durch ihre hochriskanten Geldgeschäfte in aller Welt vernichtet haben, ist es möglicherweise erst diese sehr greifbare Zahl, die den Bankern zeigt, dass sie das Rad überdreht und alle an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds geführt haben. Denn aus den bisherigen Reaktionen aus der deutschen Finanzwirtschaft auf die Krise und ihre Ursachen lässt sich nicht erkennen, dass die großen Marktverwerfungen die Manager schon Demut gelehrt haben.
    Kritik am Verhalten der Banker wird aus der Branche bisher mit dem gewiss berechtigten Hinweis darauf klein gehalten, Pauschalurteile seien nicht sinnvoll. Danach wird dann – und stets mit gönnerhafter Großzügigkeit – eingeräumt, man habe Finanzprodukte leider tatsächlich so konzipiert, dass der Kunde sie nicht mehr verstanden habe. Auch habe man sich zu sehr auf die Urteile der Rating-Agenturen verlassen. Natürlich hätten auch die staatlichen Aufsichtsbehörden einfach viel zu viel zugelassen. Und der amerikanische Staat selbst habe obendrein den politischen Willen gehabt, mehr oder weniger jeden Amerikaner zum Eigentümer eines eigenen Hauses zu machen, wird vorgetragen.
    An dieser Stelle sollte man aber innehalten und sich fragen, wofür sich die Banker nach solchen Vorträgen überhaupt entschuldigt haben: für die Dummheit ihrer Kunden? Für die Unfähigkeit ihrer Aufsichtsbehörden? Oder die Fehlsteuerungen durch den Staat?
    In einer Zeit, in der 80 Millionen Deutsche ein Programm im Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro auflegen müssen, um nicht nur ihre Finanzwirtschaft, sondern die gesamte Volkswirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren, sollten die Banker besser zuhören – und endlich die richtigen Antworten auf ihr eigenes Fehlverhalten finden. Zuhören könnten sie zum Beispiel Bundespräsident Horst Köhler, der dem Volk in diesem Fall aus der Seele spricht: Die Wirtschaftseliten müssten wieder lernen, was Maß und Mitte ist, was Bodenhaftung bedeutet. Es sei eine Menge Unaufmerksamkeit, Selbstzufriedenheit, Zynismus im Spiel gewesen. Man habe geglaubt, aus nichts Gold machen zu können, und das dauerhaft. Es sei nur noch um die Maximierung der Rendite gegangen.
    Auf diese Vorwürfe müssen die Banker befriedigende Antworten geben. Denn es gibt sehr viele ganz konkrete Fragen an sie: Haben die Banker und ihre Aufsichtsräte denn selbst die Produkte verstanden, die sie ihren unwissenden Kunden verkauft haben? Haben sie nicht mit aller Macht nach Mitteln und Wegen gesucht, um zum Beispiel aus neuen Eigenkapitalvorschriften (Stichworte Basel I und II) das Beste für ihr Institut zu machen, gegen den Geist der Regelungen aber zu verstoßen? Haben sie nicht risikobehaftete Kreditengagements in sogenannte Zweckgesellschaften ausgelagert, um das Eigenkapital und damit ihren eigenen Risikopuffer zu entlasten? Haben sie langfristiges Kreditgeschäft nicht kurzfristig refinanziert, was man eigentlich tunlichst unterlassen sollte?
    Wenn diese Dinge befriedigend klargestellt sind, haben die Banker – und gemeint sind mit der Kritik immer die Verantwortlichen, nicht aber die vielen Beschäftigten in den Büros und Filialen – endlich auch wieder Luft, um den Bürgern zu erklären, warum man sie braucht und warum Banken in Privatbesitz besser sind als eine große Staatsbank oder viele Banken mit mehr oder weniger erzwungener Staatsbeteiligung. Denn es geht in der Argumentation nicht mehr um die Eitelkeiten eines Josef Ackermann und seiner Kollegen, es geht um das große Ganze.
    Die Banker, die nicht gegen Gesetze verstoßen oder den Bestand ihrer Institute so verwettet haben wie die der IKB oder der Hypo Real Estate, sollten deshalb nicht nur im Amt bleiben. Sie müssen nicht weniger, sondern mehr Verantwortung übernehmen: Denn das moderne, marktwirtschaftliche Wirtschaftssystem braucht private Banken, die funktionieren. Unternehmer und Privatleute sind auf Liquidität und effiziente Möglichkeiten angewiesen, ihre Ersparnisse in produktive Investitionen umzuwandeln. Jedem muss dabei klar sein, dass Banken dies nur gewährleisten können, indem sie Wetten auf die Zukunft eingehen, an denen sie auch selbst Geld verdienen dürfen. Das ist der Grund, weshalb sie existieren. Dass die Entlohnung der Banker sich dabei nicht am Risiko der Geschäfte, sondern am tatsächlich – und vielleicht erst in Jahren – erzielten Gewinn orientieren sollte, ist eine der vielen Lektionen aus der Krise.
    Aber die Geschichte hat auch gezeigt, dass niemand die Rolle dieses so wichtigen Geldmaklers so gut spielen kann wie ein auf Wettbewerb gründendes Bankensystem. Jedes andere System opfert zu viel Wachstum der Stabilität. Es ist schlimm genug, dass es so weit gekommen ist, dass die Banker den Menschen das wieder erklären müssen. Sie sollten damit nur bald anfangen.”

  2. Lieber Herr Knop,
    .
    was wollen...

    Lieber Herr Knop,
    .
    was wollen Sie uns damit sagen?
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    Solange der Papa (=die Industrie) hart arbeitet und gut verdient, spielt es ja keine Rolle, wenn seine missratenen Hallodrisöhne (=die Banken) im Casino zocken und dabei auch schon mal Papis Einnahmen der künftigen Jahrzehnte verpfänden?
    .
    Ich frag ja nur.

  3. Defizite spielen keine Rolle,...
    Defizite spielen keine Rolle, Bürgschaften erst recht nicht.

  4. Wenn man zwar mit der einen...
    Wenn man zwar mit der einen Hand mehr einnimmt, aber gleichzeitig mit der anderen noch mehr ausgibt, ist das problematisch, finden Sie nicht?
    Einfach mal so eben Wachstum als allein selig machende Allzweckwaffe gegen jegliche ökonomische Hürden zu propagieren, ist jedenfalls recht blauäugig, wenn Sie mich fragen.
    Das Bewusstsein für Ausgaben ist sämtlichen Politikern abhanden gekommen, weil Sie – ähnlich wie die Banker – für die langfristigen Folgen solcher Ausgaben (oder Investitionen) nicht haften müssen, sondern nur von den kurzfristigen positiven Effekten profitieren.

  5. <p>Sehr richtig, das Gejammer...
    Sehr richtig, das Gejammer geht mir schon länger auf den Geist. Man sieht es oft an den Leserkommentaren auf faz.net: Jede positive wirtschaftliche Nachricht ist entweder gefälscht/gelogen, spielt keine Rolle, hilft nur “den Reichen” oder ist nur ein letztes Aufbäumen vor dem kurz bevorstehenden weltweiten Kollaps, nach dem wir wieder in Höhlen leben werden. Ein Heer von Zukurzgekommenen, Miesepetern und Gesellschaftshassern hat nichts besseres zu tun, als die große Depression und möglichst noch den dritten Weltkrieg herbeizusehnen, damit “die da oben”/die Amerikaner/die Großbanken… es endlich mal gezeigt bekommen.

  6. Grundsätzlich stimmt...
    Grundsätzlich stimmt natürlich was Sie schreiben, aber in der globalen Wirtschaft und vor allem in der EU ist auch wichtig, dass es den anderen gut geht. Denn sollte es zu einer erneuten Abwärtsspirale kommen, ist unser schöner Aufschwung auch ganz schnell zu Ende. Denn er wird nur zum kleineren Zeil durch die Inlandsnachfrage gestützt.

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