Home
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Weitersagen Kommentieren (2)
 

Grünbuch auf den Müll

05.04.2011, 14:00 Uhr  ·  Ein Grünbuch der Europäischen Kommission zur guten Unternehmensführung (Corporate Governance) ist überflüssig. Da es nun aber schon als Diskussionspapier vorliegt, ist es zunächst gefährlich. Die Idee, eine Frauenquote für ganz Europa vorzuschreiben und dabei zugleich die Zusammensetzung von Aufsichtsräten sowie die Qualifikation und Zahl der Mandate ihrer Mitglieder in der Union zu per Dekret zu vereinheitlichen, zeugt von einem Machtanspruch, der der Kommission nicht zusteht und den die Praxis gar nicht erfüllen kann.

Von

Ein Grünbuch der Europäischen Kommission zur guten Unternehmensführung (Corporate Governance) ist überflüssig. Da es nun aber schon als Diskussionspapier vorliegt, ist es zunächst gefährlich. Die Idee, eine Frauenquote für ganz Europa vorzuschreiben und dabei zugleich die Zusammensetzung von Aufsichtsräten sowie die Qualifikation und Zahl der Mandate ihrer Mitglieder in der Union per Dekret zu vereinheitlichen, zeugt von einem Machtanspruch, der der Kommission nicht zusteht und den die Praxis gar nicht erfüllen kann. Hinzu kommt Ignoranz: Selbstverständlich wäre es schön, wenn die Aktionäre eines Unternehmens ihre Stimme in den Hauptversammlungen stärker zu Geltung bringen würden. Über mehr Mitarbeiteraktien, so wie nun vorgeschlagen, lässt sich die Schwierigkeit aber gewiss nicht lösen. Und die erwogene Möglichkeit für Aktionäre, ihre Interessen zu bündeln, käme dem nur eingeschränkt erlaubten, abgestimmten Abstimmungsverhalten (acting in concert) verdächtig nahe. Der Regulierungseifer in Sachen Corporate Governance wird schon in einigen Ländern übertrieben, aber wenigstens sollte es unter diesen noch einen Wettbewerb um das beste System geben dürfen. Das Grünbuch gehört auf den Müll.  

follow me on Twitter

 
 

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Lesermeinungen zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 6000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung der Lesermeinung weisen wir am Beitrag den Klarnamen des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Lesermeinungen von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Lesermeinungen zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Weitere Artikel

Datenschutzerklärung

Allgemeine Nutzungsbedingungen von FAZ.NET und seinen Teilbereichen

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Lesermeinungen automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden
Lesermeinungen zu diesem Artikel (2)
Sortieren nach
0 carknop 06.04.2011, 09:07 Uhr

@HansMeier555 es ist immer...

@HansMeier555 es ist immer wieder erfrischend, von Ihnen zu hören...

0 HansMeier555 05.04.2011, 18:31 Uhr

Die FAZ-Community ist wie...

Die FAZ-Community ist wie der Schrank des Zauberers mit all den verkorkten Flaschen, und in jeder sitzt ein Dschinn.
Öffne Sie und das Verhängis bricht über Dich herein!
.
.
.
Aber nein. Der Dschinn würmt sich auf dem Flaschenboden und blinzelt nur gereizt, ärgerlich über die Störung: Würden Sie bitte gefälligst meine Flasche wieder zukorken! Unverschämtheit!

Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.