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Starke Eigentümer sorgen für Qualität im Unternehmen – auch bei Fielmann

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Unternehmen, die einen starken Familien-, Eigentümer- oder Gründerbezug haben, wie in Deutschland zum Beispiel auch die Optikerkette Fielmann, nutzen ihr Kapital besonders effizient. Das ist das Ergebnis einer Analyse unter den größten rund 1700 börsennotierten Unternehmen Europas, die von einem Schweizer Beratungsunternehmen sowie Professoren von den Universitäten Zürich und Eichstätt-Ingolstadt begleitet wurde.

Unternehmen, die einen starken Familien-, Eigentümer- oder Gründerbezug haben, nutzen ihr Kapital besonders effizient. Das ist das Ergebnis einer Analyse unter den größten rund 1700 börsennotierten Unternehmen Europas, die von einem Schweizer Beratungsunternehmen sowie Professoren von den Universitäten Zürich und Eichstätt-Ingolstadt begleitet wurde.

Corporate Excellence Award für Fielmann

Die Analyse, die in einen Wettbewerb um den „Corporate Excellence Award 2011“ mündet, dient dem Ziel, die Aufmerksamkeit in der Betrachtung von Unternehmen weg von kurzfristigen Ergebniszahlen zu lenken, die die Berichterstattung in der Regel dominieren. Wichtiger werden hier Kategorien wie die Verzinsung des eingesetzten Kapitals, Bilanzkennzahlen, das Management, das Marktumfeld und das Geschäftsmodell. Das Ergebnis, das als Anerkennung für eine historische Leistung den Börsenkurs außer Acht lässt und keine Anlageempfehlung für die Zukunft darstellt, ist in Deutschland für die Fielmann AG besonders gut ausgefallen. Das Unternehmen findet sich in dieser länderspezifischen Auswertung auf dem ersten Platz. Für die Schweiz wird die Belimo Holding AG ausgezeichnet, ein Anbieter von elektrischen Antrieben für Luftklappen und Armaturen für die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Preisträger für Österreich ist die Mayr-Melnhof Gruppe, ein großer Kartonhersteller sowie Europas führender Produzent von Faltschachteln. Für ganz Europa wird der Modefilialist Hennes & Mauritz aus Schweden ausgezeichnet. In der Beurteilung der Jury, die sich aus den Professoren Andrea Schenker (Uni Zürich) und Max Ringlstetter (Eichstätt) sowie Markus Hepp und Philipp Weckherlin vom Schweizer Beratungsunternehmen CEAMS zusammensetzt, wird für alle ausgezeichneten Unternehmen die besonders gute Kapitalstruktur hervorgehoben.

Nettoverschuldung unter null

So liegt die Nettoverschuldung („Net debt to operating Cash-flow“ sowie „Net debt to equity“) der Optikerkette Fielmann unter null, ebenso sieht es für die anderen ausgezeichneten Unternehmen aus. Zugleich erfreuen sich alle Anteilseigner der vier Gesellschaften an einer hohen Dividendenrendite, im Fall von Fielmann zum Beispiel von 85 Prozent. Die Unternehmen haben in einigen Teilmärkten jeweils führende Marktpositionen. Es gibt zwar auch Schwächen, zum Beispiel die Kapitalstruktur von H&M, die sich durch einen zu hohen Anteil an Liquiden Mitteln und kurzfristigen Vermögenswerten auszeichnet. Grundsätzlich zeigt sich aber in dem Vergleich, dass die jeweiligen, stets dominanten Eigentümer ihre Unternehmen bestens im Griff haben.

Günther Fielmann hält knapp 37 Prozent an seinem Unternehmen, weitere Anteile liegen in der Familie. Die Familie ist mit 49 Prozent Kapitalanteil auch der größte Anteilseigner von Mayr-Melnhof. Für H&M gilt, dass 69,3 Prozent der Stimmrechte der Persson-Familie gehören. Auch an Belimo halten die Gründer noch immer wesentliche Anteile. Offensichtlich wird durch diese Eigentümerstruktur nachhaltiges und zugleich erfolgreiches Wirtschaften befördert: „Denn auch die Sieger des vergangenen Jahres, die ähnliche Eigentümerstrukturen hatten, konnten sich 2010 auf hohem Niveau halten“, sagt Jury-Mitglied Weckherlin – und das gelte auch für das Abschneiden an der Börse.

Dazu eine aktuelle Meldung von heute:

Die Optikerkette Fielmann hat in den ersten sechs Monaten des Jahres bei Umsatz und Gewinn weiter zugelegt. Von Januar bis Juni stieg der Konzernumsatz von 487,4 Millionen Euro im Vorjahr auf 522 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern legte im gleichen Zeitraum von 78,8 auf 86 Millionen Euro zu. Das im M-Dax notierte Unternehmen verkaufte im ersten Halbjahr 3,3 Millionen Brillen und damit 200.000 mehr als im Vorjahr.

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1 Lesermeinung

  1. Ein Vergleich der belobigten...
    Ein Vergleich der belobigten „Optikerkette“ mit Peers, sprich mit anderen Optikerketten, vielleicht auch vergleichbaren Branchen (Hörgeräte etc.) und/oder ähnlichen Eigentümerstrukturen hätte mir geholfen. Ist es nur mein Vorurteil, dass die Gewinnspannen für Optiker, bei übersichtlicher Beratungsleisung, besser sind als in vielen anderen Branchen und die demoskopische Entwicklung ebenfalls ein spezifischer Vorteil?

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