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Metro-Chef Cordes und der Streit im Hause Haniel

Eckhard Cordes kämpft. Der Vorstandsvorsitzende des Einzelhandelskonzerns Metro ist nicht der Typ, der sich einfach so den Stuhl vor die Tür setzen lässt. Auch deshalb wirbelt das Gezerre um seine Vertragsverlängerung als Metro-Chef in diesen Tagen so viel Staub auf. Der Frontverlauf ist unübersichtlich, und Cordes will nach meinen Informationen die kommenden Tage nutzen, um sowohl mit Vertretern der Arbeitnehmer als auch der Kapitalseite im Metro-Aufsichtsrat zu sprechen. Zudem will er die Haltung der Großaktionäre Haniel und Schmidt-Ruthenbeck klären, die über einen Poolvertrag miteinander verbunden sind.

Eckhard Cordes kämpft. Der Vorstandsvorsitzende des Einzelhandelskonzerns Metro ist nicht der Typ, der sich einfach so den Stuhl vor die Tür setzen lässt. Auch deshalb wirbelt das Gezerre um seine Vertragsverlängerung als Metro-Chef in diesen Tagen so viel Staub auf. Der Frontverlauf ist unübersichtlich, und Cordes will nach meinen Informationen die kommenden Tage nutzen, um sowohl mit Vertretern der Arbeitnehmer als auch der Kapitalseite im Metro-Aufsichtsrat zu sprechen. Zudem will er die Haltung der Großaktionäre Haniel und Schmidt-Ruthenbeck klären, die über einen Poolvertrag miteinander verbunden sind.

Das Duisburger Traditionsunternehmen Franz Haniel & Cie hält 34 Prozent der Metro-Aktien. Die Handelsfamilie Schmidt-Ruthenbeck ist mit 18,5 Prozent beteiligt. Kolportiert wird derzeit, dass die Familie Schmidt-Ruthenbeck auf der Seite von Cordes stehe. Innerhalb der Familie Haniel hingegen gibt es Kritiker, die es gerne sehen würden, wenn Cordes alsbald seinen Posten räumte. Und auch Jürgen Kluge, Haniel-Vorstandsvorsitzender und zugleich Aufsichsratschef der Metro, ist kein Anhänger von Cordes.

Was denkt der Metro-Aufsichtsrat? 

Angeblich, so munkelt man, sieht sich Kluge derzeit außer Stande, eine Mehrheit im Aufsichtsrat für eine Vertragsverlängerung von Cordes zustande zu bekommen. Wie belastbar diese Aussage ist, will Cordes in den kommenden Tagen in den Gesprächen feststellen. Unterdessen ist die Franz Haniel & Cie nun zwar ganz offiziell Berichten entgegengetreten, wonach Haniel die Ablösung von Cordes vorantreiben soll. Personalfragen seien ausschließlich Sache des Aufsichtsrates der Metro AG respektive des Personalausschusses, heißt es in der entsprechenden Erklärung: „Meldungen, wonach das Unternehmen Franz Haniel & Cie. GmbH in der Personalfrage aktiv sei, sind unrichtig und widersprechen den Regeln guter Unternehmensführung“, stellte Haniel fest. Das ist gewiss wahr, trifft aber nicht den Kern der Sache. Denn tatsächlich sind es ja Mitglieder der Familie, die gegen Cordes sind, und wohl auch Kluge.

 Pool- und andere Verträge

So dürften in den kommenden Tagen zwischen den Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck auch Fragen zur Zukunft des Poolvertrages eine Rolle spielen. Selbst die Tatsache, dass Kluges Vertrag Anfang des kommenden Jahres ebenfalls zur Verlängerung ansteht, dürfte nicht unerwähnt bleiben. Denn einer der beiden Streithähne wird nach Meinung der Beobachter gehen müssen. Cordes‘ Vertrag läuft noch bis Oktober 2012 und kann vom Aufsichtsrat frühestens im November verlängert werden.

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