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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Burn-out im goldenen Herbst

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Burn-out. Zeitungen und Zeitschriften schreiben Geschichten darüber. Man hat Bekannte, die unter der Krankheit leiden. Vielleicht machen wir uns alle zu viel Stress: Jetzt hat es gar den Trainer von Schalke 04 erwischt. Und deshalb lassen wir jetzt auch den Witz, dass man dafür als Fan von Borussia Dortmund sowieso Verständnis hat. Wünschen wir Ralf Rangnick und allen anderen Betroffenen von Herzen, dass sie schnell wieder gesund werden. Um erste Erschöpfungssymptome zu bekommen, muss man heutzutage noch nicht einmal arbeiten. Es reicht aus, sich intensiv mit dem neuesten Massenphänomen der digitalen Welt, den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google plus (geschrieben „Google+“) , und ihrer stetigen Wandlung zu befassen.

Burn-out. Zeitungen und Zeitschriften schreiben Geschichten darüber. Man hat Bekannte, die unter der Krankheit leiden. Vielleicht machen wir uns alle zu viel Stress: Jetzt hat es gar den Trainer von Schalke 04 erwischt. Und deshalb lassen wir jetzt auch den Witz, dass man dafür als Fan von Borussia Dortmund sowieso Verständnis hat. Wünschen wir Ralf Rangnick und allen anderen Betroffenen von Herzen, dass sie schnell wieder gesund werden.

Um erste Erschöpfungssymptome zu bekommen, muss man heutzutage noch nicht einmal arbeiten. Es reicht aus, sich intensiv mit dem neuesten Massenphänomen der digitalen Welt, den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google plus (geschrieben „Google+“) , und ihrer stetigen Wandlung zu befassen. Facebook ist vom Erfolg des Neulings Google plus aufgeschreckt worden – und stellt jetzt jede Woche eine Neuerung vor. Wer nicht aufpasst, kann schnell den Überblick verlieren. Wer gestern glaubte, im Internet auf der Höhe der Zeit zu sein, kann heute schon zum alten Eisen gehören. Die Welt dreht sich schneller und schneller.

Facebook wird zur Chronik unserer Atemlosigkeit

Vielleicht will Facebook gerade deshalb zum Tagebuch des Lebens werden, zur Kommunikationszentrale im globalen Dorf, zur Chronik unserer Atemlosigkeit. Jedenfalls können die Mitglieder auf einer neuen Zeitleiste künftig wichtige Ereignisse aus ihrem Leben in einer Gestaltung zeigen, die an ein gedrucktes Magazin erinnert: „So erzählt man die ganze Geschichte seines Lebens auf einer einzigen Seite“, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in San Francisco.

Post aus Kalifornien

Ach, San Francisco. Auch dort durften wir einmal ein paar Jahre leben. Ganz aus der Nähe bekamen wir in dieser Woche eine Mail von einem lieben Freund, der vor Jahrzehnten von Deutschland nach Amerika ausgewandert ist und mit solchen Mails und der Lektüre dieser Zeitung im Internet seine Deutschkenntnisse erhält. Er schreibt: „Lieber Carsten, das hatte ich schon vor einem Jahr gewusst. ,Leo the lion‘ war der falsche Mann für Hewlett-Packard. Zuvor hatte er schon bei SAP nichts Besonderes geleistet. Leider wird er jetzt ein schönes Ablösegeld für seine taktischen Fehler bekommen. Nur meine Meinung. Cheers, Wulf.“

Lieber Wulf, du hast recht. Hewlett-Packard war mit Leo Apotheker als neuem Vorstandsvorsitzenden von Anfang an schlecht beraten. Und jetzt, wo er tatsächlich nach kürzester Zeit von dem Posten entfernt worden ist, geht gar eine gute Flasche Wein an einen Kollegen verloren, der Leo aus SAP-Zeiten kennt. Er hatte gewettet, dass Apotheker es nicht schafft, bis zum 1. Oktober des kommenden Jahres HP-Chef zu bleiben. Nun, er hatte sich sogar noch um ein Jahr verschätzt. Allerdings gehören die Mitglieder des Verwaltungsrats, die dieses Chaos angerichtet haben, gleich mit entlassen. Und ob Meg Whitman, die ehemalige Chefin des Internet-Auktionshauses Ebay, eine geeignete Nachfolgerin ist, bleibt eine sehr offene Frage. Die gute Nachricht für die vielen deutschen Mitarbeiter von HP ist allenfalls, dass sich Whitman in Deutschland durchaus auskennt.

Achtung, wo ist Omas Goldchmuck?

Depressionen kann man natürlich auch bekommen, wenn man als Anleger an den Börsen aktiv ist. Das Auf und vor allem das Ab ist schon seit einiger Zeit nur schwer zu ertragen. Die Konjunktureinschätzungen werden pessimistischer, die Sorgen um die Staatsschulden und die Bilanzen der Banken verschwinden nicht oder werden gar stetig größer. Gut, dass man Omas Goldschmuck noch zu Hause hat. Denn der steigt ja wenigstens ebenso stetig im Wert. Also schnell in das Schmuckkästlein geblickt.

Aber o weh, in der untersten Schublade liegt ja viel weniger als sonst. Wo ist denn der Schmuck hin? Wir hören von immer mehr Menschen, dass auf mysteriöse Weise Schmuckstücke daheim verschwinden. Einige haben ihre Putzfrauen im Verdacht, nachweisen lässt es sich nicht. Sicher ist nur: Die Juweliere kaufen und schmelzen gerne ein. Im Moment liegt der Preis für ein Kilogramm Gold bei rund 41 000 Euro. Das lohnt sich. Man muss nur seinen Personalausweis vorzeigen, wenn man verkauft. Das aber ist nur eine kleine Hürde für Betrüger. Also aufgepasst.

Wem das jetzt zu sehr auf das Gemüt geschlagen ist, der blicke aus dem Fenster, stehe auf, gehe hinaus und genieße ein wundervolles Herbstwochenende mit prächtigem Wetter.

 

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1 Lesermeinung

  1. noch ein paar jahre weiter...
    noch ein paar jahre weiter wird man es evtl. gleichzeitig noch lockerer und noch ernster sehen, kenntnisreicher auf jeden fall: „burn-out“ dann möglicherweise auch „so etwas wie eine häufig vorkommende allgemeinerkrankung der seele“, den masern „oder hirnhautentzündung bloß nach innen vergleichbar“.
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    das „kann man haben, da muss man durch, das fördert auf lange sicht das wachstum, macht stärker durch hineingehen und überwindung“ usw. usf..
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    eher ist b-o. normal und häufiger als selten. und war wohl schon immer so. (eben „natürkliches ende jeder überfordernden (selbst-)verausgabung“. und ja: auch dazu muss einer erst einmal talent haben.)
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    und während man es hat ist es wahrscheinlich überhaupt nicht lustig. sehr wahrscheinlich jedenfalls nicht.

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