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SAP: Effizienz ist gefragt

Die überraschend vorgelegten Quartalszahlen des deutschen Softwarekonzerns SAP bringen eine richtig gute Nachricht und zugleich eine klare Aussage zur derzeitigen konjunkturellen Lage: Die Unternehmenskunden des Hauses investieren weiter in die Verbesserung der Effizienz ihrer Strukturen. Dabei hilft ihnen moderne Software. Und SAP hat dafür derzeit offenbar die richtigen Produkte im Angebot: Das margenstarke Neugeschäft mit Softwarelizenzen hat im dritten Quartal deutlich über den Erwartungen der Analysten gelegen.

Die überraschend vorgelegten Quartalszahlen des deutschen Softwarekonzerns SAP bringen eine richtig gute Nachricht und zugleich eine klare Aussage zur derzeitigen konjunkturellen Lage: Die Unternehmenskunden des Hauses investieren weiter in die Verbesserung der Effizienz ihrer Strukturen. Dabei hilft ihnen moderne Software. Und SAP hat dafür derzeit offenbar die richtigen Produkte im Angebot: Das margenstarke Neugeschäft mit Softwarelizenzen hat im dritten Quartal deutlich über den Erwartungen der Analysten gelegen. Bisher jedenfalls haben sich die SAP-Kunden also von den Diskussionen um den Euro und die Staatsschuldenkrise nicht so stark beeinflussen lassen, dass sie in ihren Software-Investitionen auf die Bremse getreten hätten. Mindestens an einer Verbesserung ihrer eigenen Strukturen sind sie weiterhin interessiert, um in einer immer komplexeren Wirtschaftswelt auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Zu sehr jubeln muss man deshalb aber auch nicht. Denn im operativen Geschäft werden die Unternehmen durchaus zurückhaltender, bevor sie neue Ware bestellen. Das zeigen zum Beispiel die jüngsten Zahlen des Halbleiterherstellers Infineon, die schwach ausgefallen sind. 

Hier die zugehörige Meldung:

Der deutsche Softwarehersteller SAP eilt derzeit von einem Rekord zum anderen und lässt Sorgen um eine konjunkturelle Abkühlung verblassen: Trotz der Auswirkungen der Staatsschuldenkrise verkaufte der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware im dritten Quartal 2011 knapp ein Drittel mehr Lizenzen an seine mehr als 170 000 Unternehmenskunden. Und ein Ende dieses Booms vermag SAP bisher nicht zu erkennen. Die Produktpipeline sei stark und die Unternehmen investierten weiterhin, heißt es in der am Freitag überraschend vorgelegten Mitteilung mit vorläufigen Zahlen zum Geschäftsverlauf im dritten Quartal.

Zu dem Rekordwachstum um 28 Prozent auf einen Softwareumsatz von 841 Millionen Euro hätten alle Regionen rund um die Welt beigetragen, werden die beiden SAP-Vorstandsvorsitzenden Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott in der Mitteilung zitiert. Diese Erlöse mit neuen Lizenzen sind die für SAP wesentliche Wachstumskennzahl, denn aus diesen Verkäufen leitet sich der künftige Wartungsumsatz ab. Einschließlich Wartungsdiensten und ohne Berücksichtigung von Wechselkursen legte der Software- und Serviceumsatz im zurückliegenden Quartal um 18 Prozent auf 2,69 Milliarden Euro zu. Beide Kennziffern lagen klar über den vorherigen Erwartungen der Analysten. Damit sieht sich der Softwareanbieter zwar auf Kurs für einen weiteren Absatzrekord in diesem Jahr. SAP bleibt aber wegen der volatilen Lage auf den Finanzmärkten und der Staatsschuldenkrise gleichwohl vorsichtig: „Wegen des anhaltend unsicheren makroökonomischen Umfelds bleibt der Ausblick für das Gesamtjahr 2011 unverändert“, hieß es.

Stark gestiegener Gewinn

Das Betriebsergebnis verbesserte sich auf sogenannter Non-IFRS-Basis um 23 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro, während Analysten hier lediglich 1 Milliarde Euro erwartet hatten. Die operative Marge machte im dritten Quartal einen Satz um 2,9 Prozentpunkte auf 33,0 Prozent und befindet sich damit schon jetzt in der Zielzone für das Gesamtjahr. Auf vollständiger IFRS-Basis entwickelte sich der operative Gewinn wegen der teilweise aufgelösten Rückstellung für mögliche Strafzahlungen an den amerikanischen SAP-Wettbewerber Oracle, die in dieser Berechnung zuvor Berücksichtigung finden, sogar noch erheblich besser. Hier stieg das Betriebsergebnis um 145 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Auch dies übertraf deutlich die Prognosen, selbst wenn man die von den Analysten nicht berücksichtigte Zuschreibung im Zusammenhang mit Oracle von 723 Millionen Euro von dieser Summe abzieht.

Ein kalifornisches Bezirksgericht hatte Anfang September die ursprünglich vorgesehene Strafzahlung von 1,3 Milliarden Dollar an Oracle für Vergehen der früheren SAP-Tochtergesellschaft Tomorrow Now als überzogen bezeichnet und auf 272 Millionen Dollar gesenkt. SAP hatte die zuerst verhängte Strafsumme Anfang des Jahres zunächst komplett zurückgestellt, die Bilanz aber jetzt der neuen Sachlage angepasst. Allerdings liegt es noch in den Händen von Oracle, ob der Prozess tatsächlich zu einem Abschluss kommt oder nochmals aufgerollt wird.

Die Walldorfer erwarten für die Software und softwarebezogene Serviceerlöse mit Blick auf das gesamte laufende Jahr nun weiterhin ein Plus am oberen Ende der Spanne von 10 bis 14 Prozent. Das Betriebsergebnis soll im oberen Bereich der Spanne von 4,45 bis 4,65 Milliarden Euro liegen, die operative Marge um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte steigen. Im Vorjahr hatte dieser Wert 32 Prozent erreicht. Auch diese Prognosen sind stets währungsbereinigt und werden auf sogenannter Non-IFRS-Basis berechnet. Endgültige Zahlen will SAP am 26. Oktober vorlegen.

Am Aktienmarkt kam der vorgezogene Quartalsausweis gut an, obwohl SAP die Hoffnungen einiger Analysten auf eine Erhöhung der Prognose enttäuschte. Der Aktienkurs legte im Verlauf um mehr als 2,5 Prozent zu.

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