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Apple bleiben nach Steve Jobs Begeisterung und Bedrohung treu

Begeisterung und Bedrohung bleiben Apple nach Steve Jobs treu: Vor allem die Kunden im Ausland stürmen weiterhin die Apple-Geschäfte. Geschäftskunden lieben iPhone und iPad. Aber Amazon entwickelt sich immer stärker zum Wettbewerber, und Google hat in Amerika ein eigenes Musikportal für Android eröffnet.

Mehrere Wochen nach dem Tod von Steve Jobs ist die Begeisterung über die Produkte von Apple ungebrochen: Die Eröffnung des jüngsten Apple-Stores in Main-Taunus-Einkaufszentrum in der Nähe von Frankfurt hat wieder einmal Menschenmassen angezogen. Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen überlegen beim Mittagessen, ob sie den diesjährigen Weihnachtsbonus für ihre Mitarbeiter nicht in Form von neuen iPad-Tabletcomputern auszahlen sollen. Und das jüngste iPhone-Handy ist im Apple-Onlinestore nach wie vor erst nach ein bis zwei Wochen versandfertig.

Doch zugleich gibt es neue Bedrohungen. So plant der Online-Einzelhändler Amazon nach der Einführung seines Tabletcomputers Kindle Fire nur wohl auch den Einstieg in das Geschäft für internetfähige Mobiltelefone (Smartphones). Und das Google-Handy-Betriebssystem Android hat zuletzt nicht nur Marktanteile gewonnen, auch ein neuer Online-Musikdienst soll Android im Vergleich mit Apple eine verbesserte Position verschaffen.

Ein Amazon-Smartphone?

Nach Angaben von Analysten der amerikanischen Bank Citigroup will Amazon Ende des kommenden Jahres ein Billig-Smartphone auf den Markt bringen, berichtet die Research-Abteilung der Citigroup. „Aufgrund unserer Lieferketten-Analyse in Asien glauben wir, dass Amazon ein Smartphone im vierten Quartal 2012 vorstellen wird“, schreibt die Bank. Entwickelt werde das Telefon mit Android-Betriebssystem und dem wegen seiner Arbeitsbedingungen nicht unumstrittenen taiwanesischen Auftragsfertiger Foxconn, der unter anderem auch Apple, Hewlett Packard und Dell beliefert. Nach Angaben der Citigroup wird Amazon die Produktion des Smartphones zwischen höchstens170 Dollar je Stück kosten. Und der Ladenpreis solle sich, wie schon beim Kindle Fire, nah an den Herstellungskosten bewegen. Wie viel Geld Amazon mit jedem Kindle Fire verliert ist nicht ganz klar, vermutet werden Beträge von bis zu 40 Dollar. Verkauft wird das Gerät für wenige als 200 Dollar. Während Apple vor allem mit seinen Geräten Geld verdient, will Amazon mit seiner Hardware Plattformen zum Verkauf von Inhalten wie Büchern oder Filmen schaffen. Über mangelndes Interesse kann sich  Amazon nicht beklagen: Der Konzern hat die Produktion des Kindle Fire  deutlich gesteigert; bis Ende 2011 mehr als 5 Millionen Geräte bereitstehen.  Apple verfolgt die Entwicklung sowohl um Amazon als auch um die Android-Plattform mit Argusaugen – und mit zahlreichen Anwälten. Der koreanische Hersteller Samsung zum Beispiel will sein von Apple juristisch angegriffenes Galaxy Tab nun in der Variante „10.1N“ und einem  veränderten Äußeren verkaufen, um den Verkaufsstopp in Deutschland wegen des dem iPad zu ähnlichen Designs zu umgehen. Vor einigen Monaten hat Apple aber auch Klage gegen Amazon eingereicht, weil Amazon einen eigenen „App Store“ einführte, über den man zusätzliche Software für die Geräte kaufen kann. In der Klage heißt es, Amazon bediene sich widerrechtlich Apples Marke. Jetzt hat Apple die Klage mit Blick auf eine irreführende Werbung im Zusammenhang mit der Markteinführung des Kindle Fire erweitert.

Google wird musikalisch

Google hat in dieser Woche sein eigenes Internet-Musikportal eröffnet. Über Google Music können zunächst nur Kunden in den Vereinigten Staaten  Lieder im Android Market kaufen. Und Google-Nutzer können ein dort erworbenes Lied ihre Freunde im hauseigenen Online-Netzwerk „Google+“ ein Mal kostenlos hören lassen. In Deutschland funktioniert Google Music nicht, weil es wie einst beim Start von Apples „iTunes Music Store“  lizenzrechtliche Schwierigkeiten gibt.

Ob und wie sehr Apples Erfolg von diesen Entwicklungen  bedroht wird, ist unter Fachleuten umstritten. So wird auf mit Blick auf die künftige Entwicklung von Apple zum einen auf die riesigen Umsatzzuwächse auf Auslandsmärkten verwiesen, von denen die Eröffnung neuer Apple Stores in Deutschland nur eine kleine Ahnung vermittelt: Der Apple-Umsatz ist im vergangenen Quartal in der Region Asien-Pazifik um 139 Prozent gestiegen. In Ländern wie China gibt es ein neues Kooperationsabkommen mit so einem bedeutenden Telekommunikationsunternehmen wie China Mobile. Zum anderen dringt Apple immer stärker in die Welt der Unternehmen vor, wovon nicht nur die Geschäftsführer zeugen, die iPads zu Weihnachten verteilen wollen: 93 Prozent aller „Fortune 500″-Unternehmen testen iPhones für ihre Mitarbeiter oder haben sie sogar schon eingeführt.

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