Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Ein Windows für das Gesundheitswesen – von GE und Microsoft

Zwei Schwergewichte der amerikanischen Unternehmenswelt haben sich zusammengetan, um die elektronische Verwaltung von Patientendaten zu verbessern und unnötige Ausgaben im Gesundheitswesen zu reduzieren: Der Mischkonzern General Electric (GE) und der Softwarespezialist Microsoft Corp. haben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens angekündigt, dessen Ziel der Aufbau einer Softwareplattform ist, auf der Daten von Patienten oder ganzen Bevölkerungsgruppen verwaltet und für Ärzte und Krankenhäuser zugänglich gemacht werden. Damit sollen medizinische Informationen, die oft an vielen verschiedenen Stellen isoliert verwaltet werden, an einem zentralen Ort zusammengeführt werden.

Zwei Schwergewichte der amerikanischen Unternehmenswelt haben sich zusammengetan, um die elektronische Verwaltung von Patientendaten zu verbessern und unnötige Ausgaben im Gesundheitswesen zu reduzieren: Der Mischkonzern General Electric (GE) und der Softwarespezialist Microsoft Corp. haben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens angekündigt, dessen Ziel der Aufbau einer Softwareplattform ist, auf der Daten von Patienten oder ganzen Bevölkerungsgruppen verwaltet und für Ärzte und Krankenhäuser zugänglich gemacht werden. Damit sollen medizinische Informationen, die oft an vielen verschiedenen Stellen isoliert verwaltet werden, an einem zentralen Ort zusammengeführt werden.

Kein einzelner Ort für die Informationen

„Ein Teil des Problems im Gesundheitswesen ist, dass es so viele Ärzte und so viele Informationen gibt, und es gibt dafür keinen einzelnen Ort“, sagte Michael Simpson, der bislang in der Medizintechniksparte von GE für Informationstechnologie zuständig ist und das Gemeinschaftsunternehmen künftig führen soll. Die Plattform soll für Applikationen anderer Softwareunternehmen offen sein. Microsoft und GE wollen also ein sogenanntes „Ökosystem“ rund um ihr Betriebssystem entwickeln, genauso wie es zum Beispiel Apple für sein iPhone-Handy gemacht hat, für die unabhängige Softwareentwickler Applikationen programmieren. Microsoft zog für die Plattform einen Vergleich zu seinem Betriebssystem Windows.

Microsoft und GE wollen in das Projekt verschiedene Gesundheitssoftwareprodukte einbringen, die sie bislang schon verkaufen. Das Gemeinschaftsunternehmen soll 2012 seinen Betrieb aufnehmen und rund 750 Mitarbeiter beschäftigen. Für GE ist diese Ankündigung schon die zweite Allianz mit einem großen amerikanischen Technologieanbieter in kurzer Zeit: Erst im vergangenen Jahr gründete der Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Mikrochiphersteller Intel, das sich um Produkte für eine effizientere Gesundheitsversorgung von Patienten im eigenen Zuhause dreht.

Ein spannender Wachstumsmarkt

Informationstechnologie im Gesundheitswesen ist ein Wachstumsmarkt, der auch von der amerikanischen Regierung gefördert wird. So wurden im Rahmen des im Jahr 2009 von der Regierung angestoßenen Konjunkturprogramms von 787 Milliarden Dollar auch 35 Milliarden Dollar für die Verbesserung der elektronischen Verwaltung von Patientendaten bereitgestellt. Das Gesundheitsministerium teilte vor wenigen Tagen mit, seit Beginn dieses Programms seien 50 000 Arbeitsplätze geschaffen worden, die mit Informationstechnologie im Gesundheitswesen zu tun haben. Der deutsche IT-Branchenverband Bitkom hatte zum IT-Gipfel am Dienstag dieser Woche die Gesundheit als eines der Felder benannt, für die es sich lohne, sogenannte „intelligente“ Computernetze aufzubauen. Der Bitkom hatte das hierfür insgesamt erforderliche Investitionsvolumen auf mehr als 130 Milliarden Euro beziffert.

Trotz der grundsätzlich guten Wachstumsperspektiven sind aber auch schon viele Technologieunternehmen auf diesem Gebiet gescheitert. So hat der Internetkonzern Google im Jahr 2008 mit großen Hoffnungen ein Portal mit dem Namen „Google Health“ gestartet, das Patientendaten an einem zentralen Ort zusammenbringen sollte. Im Juni dieses Jahres kündigte Google dann sehr viel lapidarer an, das Angebot wieder einzustellen: „Google Health hat nicht die breite Bedeutung, die wir uns erhofft haben.“

Oft mehr Schwierigkeiten als Lösungen

Auch in Deutschland gibt es in Sachen IT und Gesundheit bisher mehr Schwierigkeiten als Lösungen: Die elektronische Gesundheitskarte hat sich um Jahre verzögert und soll nun zwar möglichst schnell auch mit Online-Funktionen ausgestattet werden. Doch sollen hier zunächst auch nur zwei Basisanwendungen an den Start gehen: Der Abgleich der persönlichen Daten des Versicherten zwischen Arztpraxis und Krankenversicherungen sowie die elektronische Signatur. Kompliziertere Anwendungen wie Medikamentenrezepte oder die elektronische Patientenakte werden zurückgestellt. Bis Ende 2011 werden 10 Prozent aller deutschen Versicherten die neue Karte in der Hand halten.

Mit Blick auf die Ankündigung von GE und Microsoft stellt sich nun die Frage, ob andere Anbieter von Gesundheitssoftware sich tatsächlich auf die geplante Systemplattform einlassen wollen. Denn GE und Microsoft haben in diesem Segment viele Wettbewerber, darunter auch Siemens. Und über allen neuen Ansätzen auf diesem Gebiet schwebt stets die Frage des Datenschutzes.

Unter Mitarbeit von Roland Lindner.

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