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Tim Cook: 400 Millionen Dollar für die Leitung von Apple

| 3 Lesermeinungen

Tim Cook hat als Nachfolger von Steve Jobs im Amt des Vorstandsvorsitzenden des Elektronikkonzerns Apple ein riesiges Geschenk erhalten: Optionen auf 1 Million Aktien des kalifornischen Kultunternehmens. In den Unterlagen für die Ende Februar anstehende Apple-Hauptversammlung wird deren Gegenwert noch auf 376,2 Millionen Dollar beziffert, entsprechend dem Aktienkurs zum Stichtag 24. August. Tatsächlich ist Cook durch das Geschenk inzwischen aber schon viel reicher, jedenfalls auf dem Papier: Denn die Apple-Aktie notiert angesichts guter Verkaufszahlen im Weihnachtsgeschäft derzeit auf neuen historischen Höchstständen zu Kursen oberhalb von 420 Dollar. Umgerechnet auf Cooks Aktienoptionspaket entspricht diese Wertsteigerung allein einer Differenz von rund 44 Millionen Dollar.

Tim Cook hat als Nachfolger von Steve Jobs im Amt des Vorstandsvorsitzenden des Elektronikkonzerns Apple ein riesiges Geschenk erhalten: Optionen auf 1 Million Aktien des kalifornischen Kultunternehmens. In den Unterlagen für die Ende Februar anstehende Apple-Hauptversammlung wird deren Gegenwert noch auf 376,2 Millionen Dollar beziffert, entsprechend dem Aktienkurs zum Stichtag 24. August. Tatsächlich ist Cook durch das Geschenk inzwischen aber schon viel reicher, jedenfalls auf dem Papier: Denn die Apple-Aktie notiert angesichts guter Verkaufszahlen im Weihnachtsgeschäft derzeit auf neuen historischen Höchstständen zu Kursen oberhalb von 420 Dollar. Umgerechnet auf Cooks Aktienoptionspaket entspricht diese Wertsteigerung allein einer Differenz von rund 44 Millionen Dollar.

Zudem erhielt der 51 Jahre alte Apple-Chef ein fixes Jahresgehalt von gut 900000 Dollar und weitere 900000 Dollar als Prämie. Der im Oktober verstorbene Jobs, der 1997 zu Apple zurückgekehrt war, hatte seitdem traditionell für ein Gehalt von einem Dollar im Jahr gearbeitet. Auch wenn Cook die Optionen jeweils zur Hälfte erst in den Jahren 2016 und 2021 ziehen kann, ist die Gehaltssumme im Vergleich zu deutschen Vorstandsvorsitzenden exorbitant hoch. Siemens-Chef Peter Löscher zum Beispiel hat im vergangenen Jahr 8,65 Millionen Euro verdient, Josef Ackermann von der Deutschen Bank bekam für 2010 insgesamt 9 Millionen Euro vergütet. Cooks Vorgänger Jobs wiederum war es ohne weiters möglich, für den symbolischen Dollar zu arbeiten, da sich der Apple-Mitgründer seit dem Börsengang des Filmstudios Pixar Mitte der neunziger Jahre keine Geldsorgen mehr machen musste. Außerdem sammelte aber auch Jobs nach seiner Rückkehr zu Apple rund 5,5 Millionen Apple-Aktien an – von denen er nie eine verkauft hat. Allein dieses Paket ist derzeit 2,32 Milliarden Dollar wert. Nach seinem ersten Abschied von Apple im Jahr 1985 hatte sich Jobs noch von allen seinen Apple-Papieren getrennt und nur eine symbolische Aktie im Depot belassen. Zu seinem Tod wurde Jobs‘ Vermögen auf mindestens 6,5 Milliarden Dollar geschätzt.

Aus den Unterlagen geht auch hervor, dass Apple Stabilität in seinem in der Vergangenheit vielfach – auch für seinen Umgang mit Nachrichten zu Jobs‘ Gesundheitszustand – kritisierten Verwaltungsrat sucht. Denn die bisherigen acht Mitglieder sollen wiedergewählt werden. Darunter sind der Disney-Vorstandsvorsitzende Robert Iger, mit dem Jobs sich in den vergangenen Jahren angefreundet hatte, und der frühere amerikanische Vizepräsident Al Gore. Den Vorsitz des Gremiums übernahm nach dem Tod von Jobs der frühere Vorstandsvorsitzende des Biotechnologie-Unternehmens Genentech, Arthur Levinson. Die Unterlagen für die Hauptversammlung geben auch Auskunft über die Bezüge der restlichen Apple-Spitze. So bekamen Finanzchef Peter Oppenheimer, der für die höchst erfolgreiche mobile Computerplattform „iOS“ zuständige Scott Forstall und der ausgeschiedene Einzelhandelschef Ron Johnson 2011 jeweils gut 700000 Dollar Grundgehalt und weitere 700000 als Bonus.

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3 Lesermeinungen

  1. Bei einem Unternehmen wie...
    Bei einem Unternehmen wie Apple, das seit Jahren dramatisch im Wert steigt, ist die Entlohnung scheinbar gerechtfertigt. Schließlich kompensiert der Wertzuwachs den Anteilsverlust, den die Aktienausgabe an das Management bedeutet.
    Schlimm wird es, wenn diese Kultur auf normale Unternehmen übergreift („Wir stehen in einem Wettbewerb um die besten Köpfe.“) Dann passiert es, dass Firmen, die Mühe haben, überhaupt einen Gewinn zu erwirtschaften, vom Management ausgesaugt werden. Die Kurse sinken, aber das Management versilbert seine Aktien und streicht Boni ein.
    Glücklich sollte sich derjenige schätzen, der in Familienunternehmen investiert, dessen Eigner solche Eskapaden unterbinden. Dass das auch nicht immer hilft, zeigt ein Blick auf die Geschichte von Arcandor / Karstadt.
    Es ist Zeit für eine gesetzlich geregelt Lohnobergrenze, um den anonyme Kleinanleger zu schützen.

  2. Widerlich imo.
    Doch vor ca....

    Widerlich imo.
    Doch vor ca. 10 Jahren hat Michael Elsner (Disney-Chef) in nur einem Jahr USD212M „verdient“. M.M.n. sollte Tim Cook USD1M für sich selbst behalten und den Rest des Geldes karitativen Organisationen schenken.

  3. Das ist doch pfiffig, wie hier...
    Das ist doch pfiffig, wie hier das Problem angegangen wird, daß sich unter dem Rubrum „Moral hazard durch Manager statt Unternehmer“ nun einmal auftut. Richtig viel Geld gibt es also erst, wenn der Manager seinen Job auch unternehmerisch gut macht. Chapeau!

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