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Für SAP läuft es noch rund: Rekord im Jahr 2011 und ein gutes viertes Quartal

Der größte deutsche Softwarekonzern hatte zum Wochenschluss eine gute Nachricht parat: Die Geschäfte laufen bestens. Auch die neueren Produkte des Unternehmens kommen bei den Kunden gut an. Das hilft der Aktie.

Der Softwareentwickler SAP hat das beste Jahr seiner Unternehmensgeschichte hinter sich und profitiert von seinem klassischen Geschäft ebenso wie von seinen zugekauften Sparten Analyse und Software für mobile Geräte. Eine anhaltend gute Nachfrage durch Unternehmenskunden bescherte dem weltgrößten Anbieter von Software zur Unternehmenssteuerung deshalb einen Umsatzzuwachs um 14 Prozent auf 14,23 Milliarden Euro, wie der Konzern  in Walldorf mitteilte.

Mit einer um Sondereffekte und Wechselkurse bereinigten operativen Marge von 33,1 Prozent übertraf SAP auch seine selbstgesteckte Prognose von 32,5 bis 33 Prozent – und beförderte damit den Aktienkurs deutlich nach oben: Im Handelsverlauf ergab sich ein Plus von gut 3 Prozent auf Kurse um 42,80 Euro. Auch im Saldo der vergangenen zwölf Monate schlägt für die SAP-Aktie noch ein Plus zu Buche.

Bessere Erlöse aus dem Verkauf von Lizenzen

Die um 17 Prozent auf 11,35 Milliarden Euro gestiegenen Erlöse aus dem Verkauf von Softwarelizenzen und Wartungsdiensten fielen besser als erwartet aus, wobei hier ebenfalls Sondereffekte und Wechselkursschwankungen außer Betracht bleiben. SAP hatte sich selbst einen Zuwachs von 10 bis 14 Prozent zugetraut. Einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr will das vor allem mit den amerikanischen Wettbewerbern Oracle und Microsoft konkurrierende Unternehmen am 25. Januar veröffentlichen.

Das Betriebsergebnis nach der internationalen Rechnungslegungsvorschrift IFRS stieg nach den vorläufigen Zahlen deutlich um 88 Prozent auf 4,88 Milliarden Euro. Die Rekordergebnisse seien auf ein „hervorragendes“ Wachstum im Kerngeschäft mit Unternehmensanwendungen, die starke Nachfrage nach Analyse- sowie Mobilitätslösungen und das beschleunigte Umsatzwachstum der sogenannten Hana-Technologie zur Analyse großer Datenmengen zurückzuführen, heißt es vom Unternehmen. Mit seinem zweistelligen Wachstum habe die SAP den Wettbewerb übertroffen und erhebliche Marktanteile gewonnen. Bei Hana handelt es sich um die sogenannte „In-Memory“-Technologie für die Echtzeitanalyse riesiger Datenmengen in Millisekunden. Hana wurde im Frühling 2010 vorgestellt und ist seit November desselben Jahres bei den Kunden im Einsatz. Mit Hana seien 2011 mehr als 160 Millionen Euro Softwareerlöse erzielt und damit das Gesamtjahresziel für 2011 von 100 Millionen Euro deutlich übertroffen worden. Auch mit Mobilitätslösungen habe man das Gesamtjahresziel von ebenfalls 100 Millionen Euro Softwareerlösen überschritten. „In einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld haben wir 2011 die besten Ergebnisse in der 40-jährigen Geschichte der SAP erzielt. Wir haben deutlich Marktanteile gewonnen und sind in allen Regionen zweistellig gewachsen“, werden Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, die Vorstandssprecher von SAP, in einer Pressemitteilung zitiert: Die beiden halten ihre bisherige Innovationsstrategie daher für erfolgreich.

Zahlreiche Neueinstellungen

Auch im traditionell starken vierten Quartal haben die Walldorfer ihren Gewinn deutlich gesteigert. Von Oktober bis Dezember kletterten die Softwareerlöse, die für die Zukunft stabile Wartungsumsätze generieren und deshalb von Analysten stark beachtet werden, um 16 Prozent auf 1,74 (Vorjahresquartal: 1,51) Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei 17 Prozent. Analysten hatten hier im Durchschnitt lediglich mit 1,63 Milliarden Euro gerechnet. Das Betriebsergebnis erreichte 1,67 (0,54) Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis und die operative Marge wurden im vierten Quartal sogar noch durch Investitionen in den Vertrieb und Marketing belastet: Als Folge stieg die Zahl der Mitarbeiter im Bereich Vertrieb und Marketing um rund 500, im Konzern insgesamt um rund 1200.

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