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Lenovo profitiert von seiner Stärke in Schwellenländern

Gute oder führende Marktpositionen in Schwellenländern und eine Angreifer-Rolle in den etablierten Industrieländern: Mit dieser regionalen Aufstellung ist der chinesische Computerkonzern Lenovo nach Ansicht des für die Unternehmensstrategie zuständigen Chief Strategy Officer Dan Stone gut gerüstet, um von der regionalen Verteilung des Wachstums der Weltwirtschaft bestmöglich zu profitieren.

Gute oder führende Marktpositionen in Schwellenländern und eine Angreifer-Rolle in den etablierten Industrieländern: Mit dieser regionalen Aufstellung ist der chinesische Computerkonzern Lenovo nach Ansicht des für die Unternehmensstrategie zuständigen Chief Strategy Officer Dan Stone gut gerüstet, um von der regionalen Verteilung des Wachstums der Weltwirtschaft bestmöglich zu profitieren.

„Wir sind in China und Indien die Nummer eins, das ist keine schlechte Position“, sagt Stone im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir versuchen zudem, uns durch hohe eigene Ausgaben für die Forschung und Entwicklung sowie gezielte Zukäufe wie etwa von Medion in Deutschland Zug um Zug stärker von anderen Computerherstellern abzugrenzen.“ Stone ist in seiner Funktion bei Lenovo auch für solche Übernahmen zuständig. „Und wir treiben auf dem Gebiet der Mergers & Acquisitions unsere Pläne voran, vollkommen unabhängig von der Situation auf den Finanzmärkten“, sagt er. Große Übernahmen stünden für Lenovo zwar nicht auf der Tagesordnung, aber Zukäufe von kleineren Unternehmen seien jederzeit möglich, vor allem dann, wenn sie über bestimmte Technologien verfügten, die für Lenovo interessant seien.

Die Zuversicht von Stone mit Blick auf Lenovo wird von Dritten geteilt. So rechnen die Analysten der Schweizer Bank UBS damit, dass Lenovo seinen Absatz im kommenden Geschäftsjahr (31. März 2013) um 18,9 Prozent steigern wird. Damit würde Lenovo deutlich überproportional wachsen und erheblich an Marktanteilen gewinnen. Denn das durchschnittliche Branchenwachstum wird in diesem Jahr auf 6,3 Prozent geschätzt. Es bestehe die Möglichkeit, dass die chinesische Regierung im Rahmen des neuen Fünf-Jahres-Plans die Computer-Hardware erneuern lassen wird, vermutet die UBS. Und davon werde Lenovo wegen seiner dominanten Stellung am meisten profitieren. „Jedenfalls ist für Lenovo das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts nicht so wichtig. Wir wachsen ohnehin schneller“, sagt Stone.

Auch die Zahlen des Marktforschungsinstituts IHS iSuppli haben zuletzt gezeigt, dass Lenovo im Vergleich zu seinen beiden wichtigsten Wettbewerbern Hewlett-Packard und Dell schon heute Boden gutmacht. IHS-Analyst Matthew Wilkins führt das positive Abschneiden von Lenovo auf die nach wie vor steigende Nachfrage nach Personalcomputern (PC) und Notebooks in China zurück, während das PC-Geschäft in Europa und den Vereinigten Staaten (wo Dell und HP sehr viel stärker sind) vor allem durch die Konkurrenz der neuen Tabletcomputer gelitten hat.

Und so bestätigt zwar auch Stone, dass die Branche insgesamt von einem positiven Effekt durch die vermutlich in einigen Monaten bevorstehende Einführung des neuen Betriebssystems Windows 8 von Microsoft profitieren wird, mag aber lieber über die Anstrengungen des eigenen Hauses reden, sich von den austauschbaren Standardprodukten der Branche zu differenzieren. Erst jüngst hat das Unternehmen mit dem LePhone und dem LePad ein eigenes Smartphone und einen eigenen Tabletcomputer auf den Markt gebracht. Und mit dem LeTV-Gerät steigt Lenovo in den Smart-TV-Markt ein. Darüber hinaus geht das Unternehmen mit einem neuen Cloud-Service für Konsumenten an den Start. Über den neuen Lenovo Cloud Service sollen Anwender Daten ablegen und online auf diese zugreifen können. Diese Bemühungen nähmen die Kunden durchaus wahr – bis hin zu bestimmten Designelementen an den Computern, die es nur bei Lenovo gibt. „Es muss stets darum gehen, was dem Kunden im Umgang mit den Computern wirklich hilft“, sagt Stone

Die in Peking ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group beziehungsweise New Technology Developer Incorporated.

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