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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Die Krise hat die Globalisierung nicht aufgehalten

Trotz der sich abschwächenden Konjunktur schreitet die Globalisierung voran. Die am stärksten globalisierten Länder der Welt sind derzeit Hongkong, Irland und Singapur - drei relativ kleine Länder, die dennoch Drehscheiben des internationalen Handels sind. Das sind die Ergebnisse des neuesten Globalisierungsindex der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (E&Y).

Trotz der sich abschwächenden Konjunktur schreitet die Globalisierung voran. Die am stärksten globalisierten Länder der Welt sind derzeit Hongkong, Irland und Singapur – drei relativ kleine Länder, die dennoch Drehscheiben des internationalen Handels sind. Das sind die Ergebnisse des neuesten Globalisierungsindex der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (E&Y).

Der Index kategorisiert die sechzig größten Volkswirtschaften der Welt nach dem Grad ihrer Globalisierung im Verhältnis zu ihrem BIP. Deutschland belegt in der Liste für das Jahr 2012 – wie schon in den Vorjahren – den 14. Platz und ist damit das am stärksten globalisierte Land unter den G-7-Nationen. Am stärksten globalisiert ist Deutschland nach den Worten des bei E&Y für das Tagesgeschäft zuständigen Chief Operating Officers John Ferraro in den Punkten „Technologieaustausch“ und „Offenheit für freien Waren- und Dienstleistungsverkehr“. Relativ niedrig ist der Globalisierungsgrad der deutschen Wirtschaft hingegen in der Kategorie Arbeitnehmerfreizügigkeit. „ In der Kategorie des freien Waren- und Dienstleistungsverkehrs ist die Entwicklung besonders deutlich: Vom 26. Platz im Jahr 1995 katapultierte sich Deutschland auf den heutigen 15. Platz“, sagte Ferraro im Gespräch mit mir.

Die Verbesserung im Bereich Technologie wiederum sei vor allem auf das überdurchschnittlich starke Wachstum der Zahl der Breitband-Internetzugänge zurückzuführen. Auch die starke Zunahme an Internetnutzern und der intensivierte Austausch in Forschung und Entwicklung spielten eine Rolle. Großbritannien, das sich 2011 noch vor Deutschland auf dem 13. Platz plazieren konnte, fällt 2012 hingegen auf Rang 17 zurück. „Die unterschiedliche Entwicklung Deutschlands und Großbritanniens ist vor dem Hintergrund der Meldungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in diesen beiden Ländern aber gewiss keine Überraschung“, sagte Ferraro, der für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft positiv gestimmt ist.

Nach einer Prognose seines Unternehmens wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft lediglich auf 3,4 (Vorjahr: 3,7) Prozent abschwächen. Die Studie geht von einem Nullwachstum in den 27 Mitgliedsländern der EU aus; die deutsche Wirtschaft werde 2012 allerdings um immerhin 0,9 Prozent wachsen. Motoren für das Wachstum der Weltwirtschaft werden nach Ferraros Worten weiterhin die Schwellenländer sein, deren Wachstum laut Prognose bei 6 Prozent liegen wird. Damit lassen sie die klassischen Industrienationen abermals hinter sich und bauen ihren Anteil an der Wirtschaftsleistung der Welt weiter aus.

„Mit seinem Unternehmen aber nur den Markteintritt in ein Schwellenland zu wagen ist auch nicht mehr innovativ“, sagte Ferraro. „Es reicht nicht mehr, erprobte westliche Geschäftsmodelle einfach auf wachstumsstarke Märkte zu übertragen. Oft muss man dort mit komplett neuen Produkten von null anfangen. Dazu brauchen sie aber durch und durch lokale Lösungen unter Einbeziehung einer großen Bandbreite lokaler Mitarbeiter bis hin zur Führungsspitze.“ Ernst & Young verhalte sich in seinen eigenen Tochterunternehmen genauso, versichert Ferraro. Und setze mit seinen Neueinstellungen stark auf das weitere Wachstum der Weltwirtschaft: „Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben wir 7000 Mitarbeiter neu eingestellt.“

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