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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Netzwerktechnik: Aktionäre von Cisco und Juniper brauchen starke Nerven

Im Geschäft mit Netzwerkausrüstung braucht man starke Nerven - und die Aktionäre von Cisco und seinem Wettbewerber Juniper Networks erleben diesen Nervenkitzel aus nächster Nähe. Jetzt ist mal wieder eine gute Nachricht dran: Die Nachfrage nach Netzwerk-Technik vom weltgrößten Ausrüster Cisco ist so stark wie noch nie. Im zweiten Geschäftsquartal (von November bis Januar) stieg der Umsatz um 11 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar (oder umgerechnet 8,7 Milliarden Euro). Der Gewinn verbesserte sich dank eingedämmter Kosten sogar um 44 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

Im Geschäft mit Netzwerkausrüstung braucht man starke Nerven – und die Aktionäre von Cisco und seinem Wettbewerber Juniper Networks erleben diesen Nervenkitzel aus nächster Nähe. Jetzt ist mal wieder eine gute Nachricht dran: Die Nachfrage nach Netzwerk-Technik vom weltgrößten Ausrüster Cisco ist so stark wie noch nie. Im zweiten Geschäftsquartal (von November bis Januar) stieg der Umsatz um 11 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar (oder umgerechnet 8,7 Milliarden Euro). Der Gewinn verbesserte sich dank eingedämmter Kosten sogar um 44 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

Damit hat Cisco die Erwartungen der Analysten übertroffen. Und der zuletzt häufig gescholtene Vorstandsvorsitzende John Chambers hat am Mittwochabend (Ortszeit) in der Unternehmenszentrale im kalifornischen San Jose von Rekordzahlen gesprochen. Dabei hatte Cisco vor nicht allzu langer Zeit noch unter einem sehr schwachen Geschäft gelitten. Chambers legte in der problematischen Zeit ein Sparprogramm auf und trennte sich von Tausenden Mitarbeitern.

Cisco stellt vor allem Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Die Technik der Kalifornier steckt in den meisten Unternehmensnetzwerken und sorgt auch dafür, dass das weltumspannende Internet läuft. Zuletzt konnte Cisco von dem Trend profitieren, dass immer mehr Anwendungen und Daten in die „Cloud“ verlagert werden.

Auch Juniper bleibt sich treu

Und auch der amerikanische Netzwerk- und Netzwerksicherheits-Spezialist Juniper Networks will sich vom enttäuschenden Geschäftsverlauf im vierten Quartal nicht von seiner grundsätzlichen Strategie abbringen lassen. „Im laufenden Jahr stellen wir zahlreiche neue Produkte vor, investieren weiter mehr als 20 Prozent unseres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung – und bauen auch unsere Softwaresparte weiter aus“, sagte Stefan Dyckerhoff, Executive Vice President der Juniper Platform Systems Division, jüngst im Gespräch mit mir.

Im vergangenen Quartal war der Nettogewinn des Unternehmens aus dem kalifornischen Sunnyvale allerdings auf 96,2 (Vorjahr: 190,2) Millionen Dollar um mehr als die Hälfte gesunken. Auch beim Umsatz ergab sich ein Minus – von 6 Prozent auf nur noch 1,12 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie erreichte damit 18 (32) Cent je Aktie. Damit hatte Juniper Analysten auf dem falschen Fuß erwischt, denn die hatten zuvor einen Gewinn von 28 Cents je Aktie erwartet. Und auch die Umsatzprognose hatte mit 1,13 Milliarden Dollar zu hoch gelegen. Mit seinem Ausblick hatte Juniper dann für weitere Ernüchterung gesorgt. Statt eines Umsatzes von 1,1 Milliarden Dollar im ersten Quartal, stellt das Unternehmen selbst lediglich eine Umsatzspanne von 960 bis 990 Millionen Dollar in Aussicht.

Dyckerhoff verweist aber auf die gute Stellung seines Unternehmens zum Beispiel in der Ausrüstung der Netzwerke von Finanzdienstleistern oder des öffentlichen Sektors. „Gerade im öffentlichen Bereich haben wir zuletzt sehr viel besser abgeschnitten als unsere Wettbewerber.“ Hinzu kämen neue Angebote rund um die IT-Sicherheit mobiler Arbeitskräfte: „Hier geht es nicht in erster Linie darum, Virenschutzprogramme zu ersetzen, sondern die Sicherheit der Anbindung mobiler Geräte an das Netzwerk zu erhöhen“, sagt Dyckerhoff. Solche Juniper-Produkte verschafften zudem Telekommunikationsunternehmen, die händeringend auf der Suche nach neuen Angeboten seien, die Möglichkeit, sie als Dienstleistung an ihre Endkunden zu verkaufen.

Hoffnungen rund um die Telekommunikationsnetze

Mit dem Blick auf die Netze der Telekommunikationsunternehmen verknüpft Juniper auch eine seiner größten Hoffnungen. „Diese Unternehmen werden irgendwann sehen, dass es nichts bringt, weiter in ihre alten Netze zu investieren, selbst wenn irgendein chinesischer Anbieter die entsprechenden Produkte noch einmal 40 Prozent billiger anbietet“, sagt Dyckerhoff: „Echte Kostenvorteile und Produktivitätsfortschritte kann man erst erzielen, wenn man dem gesamten Netzwerk eine neue Architektur gibt.“

Damit diese Architektur im Zweifel von Juniper kommt, verstärkt das Unternehmen derzeit erheblich seine Marketing-Aktivitäten und will im Vergleich etwa zum Wettbewerber Cisco seinen Bekanntheitsgrad deutlich verbessern. So oder so zählt Juniper zu den wenigen Unternehmen, die Wettbewerbsdruck und Konsolidierung auf diesem Markt überstanden haben. Rund 100 Konkurrenten sind in den vergangenen Jahren aus dem Rennen ausgeschieden. Wie gesagt, dieser Markt ist etwas für Menschen mit starken Nerven.

 

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