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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Mein Handy, meine Daten

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Niemand ist gezwungen, ein internetfähiges Smartphone zu benutzen. Und doch will kaum jemand ein anderes Handy haben als die Modelle, mit denen man, außer zu telefonieren auch komfortabel im Internet surfen kann. Ist das Gerät gekauft, hören die Verlockungen nicht auf: Da gibt es Hunderttausende Zusatzprogramme, Apps genannt, die dem Handybesitzer das Leben leichter machen wollen. Das Problem ist nur, dass sich diese Programme häufig auch für die anderen Daten interessieren, die der Nutzer des Telefons auf dem Gerät hinterlässt. Das muss besser werden.

Niemand ist gezwungen, ein internetfähiges Smartphone zu benutzen. Und doch will kaum jemand ein anderes Handy haben als die Modelle, mit denen man, außer zu telefonieren auch komfortabel im Internet surfen kann. Ist das Gerät gekauft, hören die Verlockungen nicht auf: Da gibt es Hunderttausende Zusatzprogramme, Apps genannt, die dem Handybesitzer das Leben leichter machen wollen. Sie zeigen zum Beispiel an, ob und wie sehr die Bahn verspätet ist, was die Freunde in sozialen Netzwerken treiben, wie sich die Börsenkurse entwickeln und vieles mehr. Das Problem ist nur, dass sich diese Programme häufig auch für die anderen Daten interessieren, die der Nutzer des Telefons auf dem Gerät hinterlässt.

Kontakte sind immer besonders attraktiv

Besonders attraktiv sind dabei die Kontakte im Adressbuch und die jeweiligen Standortdaten des Nutzers. Beides hat schon für Aufregung gesorgt: Am vergangenen Osterfest zum Beispiel hatte Apple Ärger mit Ortsdaten, die das Handy verließen, ohne dass der Nutzer davon wusste. Und erst vor ein paar Tagen musste der Anbieter einer verbreiteten App einräumen, ungefragt auf die Kontakte der Anwender zugegriffen zu haben. Insofern klingt es gut, dass der amerikanische Bundesstaat Kalifornien nun mehr Datenschutz durchgesetzt hat: Anbieter wie Apple, Google oder Microsoft haben sich verpflichtet, einheitliche Standards durchzusetzen. Die Apps dürfen nicht mehr heimlich Daten saugen. Vielmehr müssen die Nutzer genau über die jeweiligen Abfragen aufgeklärt werden. Das ist ein richtiger Schritt, aber er geht nicht weit genug. Denn die Menschen sind im Umgang mit Computern – leider – anders sozialisiert: Wer liest sich vor der Installation einer neuen Software, sei es am Personalcomputer oder am Telefon, schon die Nutzungsbedingungen oder Datenschutzerklärungen genau durch?

Weiter gehende Verpflichtungen gefragt

Die Industrie braucht weiter gehende Selbstverpflichtungen oder im Zweifel gesetzliche Auflagen. So sollten Apps überhaupt nur die Daten nutzen dürfen, die für den jeweiligen Dienst auch wirklich notwendig sind. Und später muss der Kunde in der Lage sein, zu prüfen, welche Daten auf den Servern der App-Anbieter vorhanden sind, und sie löschen können. Bis dahin hilft nur, doch aufmerksamer zu lesen, was da auf dem Telefon landet. Das ist zurzeit bei Googles Android übrigens einfacher als bei Apples iPhone, wobei auch Googles jüngste Datenschutzinitiativen wahrlich nicht überzeugen.

 

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1 Lesermeinung

  1. "Bis dahin hilft nur, doch...
    “Bis dahin hilft nur, doch aufmerksamer zu lesen, was da auf dem Telefon landet.”
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    Wer die Ausdauer hat genau zu lesen steht dann vor dem Dilemma, auf viele interessante Apps verzichten zu müssen und viele akzeptieren dann einfach.
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    Das schlagendste Beispiel dass die Mehrzahl der Leute den Datenschutz nicht so ernst neben, ist der Erfolg der Kundenkarten von Migros und Coop in der Schweiz, wo die Menschen für einen lächerlich kleinen Rabatt ihr gesamtes Einkaufsverhalten dem Verkäufer offen legen.

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