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Zum Hochfrequenzhandel: Zu schnell

10.08.2012, 16:20 Uhr  ·  Immer schnellerer Handel, immer höherer Gewinn: Diese Gleichung geht für die Börsenbetreiber nicht mehr auf. Im Gegenteil: Schneller geht kaum noch, denn mehr als zwei Drittel des Handelsvolumens an den amerikanischen Börsen entfallen schon auf den millisekundenschnellen Handel, bei dem statt der Händler Computer Entscheidungen treffen. Zugleich kommt nicht nur, aber auch durch den Siegeszug des Hochgeschwindigkeitshandels die Software, die die Geschäfte in den Börsencomputern abwickelt, an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.

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Immer schnellerer Handel, immer höherer Gewinn: Diese Gleichung geht für die Börsenbetreiber nicht mehr auf. Im Gegenteil: Schneller geht kaum noch, denn mehr als zwei Drittel des Handelsvolumens an den amerikanischen Börsen entfallen schon auf den millisekundenschnellen Handel, bei dem statt der Händler Computer Entscheidungen treffen. Zugleich kommt nicht nur, aber auch durch den Siegeszug des Hochgeschwindigkeitshandels die Software, die die Geschäfte in den Börsencomputern abwickelt, an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Davon zeugen Handelsstörungen in New York, Madrid, Tokio und auch in Frankfurt. Im Einzelnen mag es dafür unterschiedliche Gründe gegeben haben. Aber wahr ist so oder so, dass sich der Aktienhandel auf zu viele Handelshäuser und -plattformen verteilt und insgesamt zu komplex geworden ist. Selbst die Regulatoren verstehen ihn nicht mehr. Der normale Aktionär muss sich über den Tisch gezogen fühlen. Die Entwicklung stammt aus der Zeit, die die Finanzkrise hervorgerufen hat. Der Gesetzgeber muss eingreifen, denn hier machen freie Marktkräfte auf der Jagd nach Effizienz und Gewinn die Funktionsfähigkeit des Marktes selbst kaputt.

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (4)
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0 lutz-breunig 12.08.2012, 12:41 Uhr

... aber man benötigt immer...

... aber man benötigt immer schnelllere Antworten auf sich ändernde Situationen. Das haben sich wohl auch die Roland Berger Consultants gedacht und eine Stimmungs-Plattform für das Topmanagement realisiert : http://www.servicereport.eu/2012/neue-plattform-fuer-fragen-der-wirtschaft-top-manager-im-permanenten-stimmungstest

0 tricky1 11.08.2012, 09:11 Uhr

Es ist wissenschaftlich...

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass mittels Angeboten welche Computer im Millisekundentakt stellen, die Kurse gezielt beeinflusst werden. . Ausser den grossen Institutionen, welche sich solche Anlagen leisten können, profitiert niemand davon. . Auch hier würde eine bescheidene Transaktionssteuer zweifellos zur Beruhigung beitragen!

0 Meifogel 10.08.2012, 19:02 Uhr

Mein Interesse war geweckt,...

Mein Interesse war geweckt, als ich den Link auf der Hauptseite sah. Wie groß war jedoch meine Enttäuschung, als ich den Artikel sah und las. Es scheint ein schwarzes Loch im Bereich Europa der veröffentlichte Meinung hinsichtlich des Hochfrequenzhandels, des automatisierten Handels und der Black Pools (deutsches Wort?) zu geben. Alle drei Bereiche gehören zusammen müssen jedoch auch einzeln betrachtet werden. Zum Hochfrequenzhandel: Diese Art des Handels ist nicht nur schnell sondern böse. Warum dies der Fall ist bleibt den meisten verborgen genauso wie die dabei Handelnden. Nur ein Brösel von heute: http://www.zerohedge.com/news/whack-mole-algo-back-0

0 EgonOne 10.08.2012, 17:56 Uhr

Alles schoen und good mit...

Alles schoen und good mit dem Highspeed Handel, aber trotzt Software, Stop Loss, Puts und Calls, ist es nicht immer eine Gewinnsache, wie sie wissen werter Carsten Knop.
Die Daytraders von dazumal sind meist weg. So ist deren Cash.
Viele der optimistischen Zocker die auf den Boersen "spielten", haben sich im Laufe der Zeit, meistens als Losers entpuppt. Dazu bleibt auch noch die Schwierigkeit Orders auszufuehren besonders in Aktien die nicht in grossem Volumen gehandelt werden. Besonders ein Problem mit Pennystocks und manchen Mining Stocks. Kein guter Platz fuer kleine Fische im grossen Teich.
Der Eindruck bleibt dass Highspeeed Trading eine Sache der Institutionen ist, obwohl einige Big Money Private Traders auch dabei sein koennten.
Does Lady Luck invest, .... at any speed?

Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.