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Nach Evonik jetzt Talanx: Der deutsche Börsengangs-Murks

Um 16.39 Uhr kam am Mittwoch eine Agenturmeldung mit der Überschrift: „Talanx drückt bei Börsengang aufs Tempo." Um 17.59 Uhr sah die Welt anders aus: „Talanx sagt Börsengang ab." Noch am Wochenende zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende gesagt, nur eine Katastrophe könne den Versicherungskonzern von seinen Börsenplänen abhalten. Tatsächlich brauchte es dafür aber kein Erdbeben, sondern nur Bewertungshoffnungen der konsortialführenden Banken, die aus dem Wolkenkuckucksheim kamen.

Um 16.39 Uhr kam am Mittwoch eine Agenturmeldung mit der Überschrift: „Talanx drückt bei Börsengang aufs Tempo.” Um 17.59 Uhr sah die Welt anders aus: „Talanx sagt Börsengang ab.” Noch am Wochenende zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende gesagt, nur eine Katastrophe könne den Versicherungskonzern von seinen Börsenplänen abhalten. Tatsächlich brauchte es dafür aber kein Erdbeben, sondern nur Bewertungshoffnungen der konsortialführenden Banken, die aus dem Wolkenkuckucksheim kamen. Dieses Mal müssen sich die Teams von Citigroup, Deutscher Bank und JP Morgan vorhalten lassen, das Anlegerinteresse völlig falsch eingeschätzt zu haben. Beim Emissionsversuch des Chemiekonzerns Evonik hatten die Banken ebenfalls versagt, waren die Bewertungsversprechen zu großspurig gewesen. Hier war die Deutsche Bank auch dabei, mit im Boot saß Goldman Sachs. Liebe Banken, so wird das nichts mit dem Zurückgewinnen von Vertrauen. Tiefer stapeln und dann liefern wäre besser. Und wenn den Vorständen und Altaktionären die realistischen Bewertungen nicht gefallen, sollte man gar nicht erst in den Ring steigen. Der deutsche Börsengangs-Murks schadet allen Beteiligten und dem Finanzplatz.

 

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