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Software AG mit neuem Motor: Positive Einflüsse durch Big Data und das Geschäftsfeld BPE

Deutschlands zweitgrößter Softwarehersteller, die Darmstädter Software AG, gibt sich mit Blick auf die längerfristige Geschäftsentwicklung optimistisch und setzt dabei auf sein neues Geschäftsfeld „Business Process Excellence" (BPE). In diesem Geschäft, einer Art Start-up im angestammten Unternehmen, hilft die Software AG ihren Kunden, Prozesse durchgängig zu digitalisieren, ohne die bisherige Computerinfrastruktur obsolet zu machen.

Deutschlands zweitgrößter Softwarehersteller, die Darmstädter Software AG, gibt sich mit Blick auf die längerfristige Geschäftsentwicklung optimistisch und setzt dabei auf sein neues Geschäftsfeld „Business Process Excellence” (BPE). In diesem Geschäft, einer Art Start-up im angestammten Unternehmen, hilft die Software AG ihren Kunden, Prozesse durchgängig zu digitalisieren, ohne die bisherige Computerinfrastruktur obsolet zu machen. Auch die Lösungen der Tochtergesellschaft Terracotta gehören zu diesem Geschäftsbereich: Terracotta-Produkte machen es möglich, Geschäftsdaten in Echtzeit auszuwerten, was in der Branche unter dem Oberbegriff „Big Data” zusammengefasst wird. „Nach der Meinung wichtiger Marktforschungsinstitute sind wir mit unseren BPE-Produkten technologisch führend. Und mit unseren Terracotta-Angeboten erwarten wir im laufenden Jahr eine Verdrei- bis Vervierfachung der Erlöse”, sagte Karl-Heinz Streibich, der Vorstandsvorsitzende der Software AG, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Insgesamt sind die Lizenzerlöse im BPE-Geschäft im vergangenen Quartal um 20 Prozent auf 50 Millionen Euro gestiegen, wozu alle Vertriebsregionen beigetragen haben. „Unsere Investitionen in das Management-Team in den Vereinigten Staaten zahlen sich aus. Das ist wichtig, denn in den kommenden 10 bis 15 Jahren bleibt der Markt dort in unserer Branche das Maß aller Dinge”, ist Streibich überzeugt. Gerade die BPE-Programme bedienten einen Trend, den die amerikanischen Unternehmen schon stärker in die Praxis umsetzten als die deutschen. Insofern seien die makroökonomischen Entwicklungen für die Software AG eher unwichtig: „Zum einen wachsen wir wegen unseres Produktportfolios, zum anderen können die Kunden mit unseren Angeboten effizienter arbeiten, das ist in Krisenzeiten gefragt”, sagt Streibich. Vor diesem Hintergrund hat die Software AG ihre Zahlen für das dritte Quartal bestätigt und den Jahresausblick konkretisiert: Der Vorjahres-Produktumsatz von 674 Millionen Euro soll nun statt um 2 bis 7 Prozent um 3 bis 6 Prozent steigen.

Für die Zukunft sind Lizenz- und Wartungsgeschäft entscheidend

Das margenstarke Stammgeschäft mit der Datenbanksoftware ETS soll zudem nur um 2 bis 4 Prozent schrumpfen (zuvor waren minus 3 bis 6 Prozent angekündigt). Beim Wachstumstreiber BPE wird ein Lizenzwachstum von 10 bis 13 Prozent in Aussicht gestellt. Bisher lag die Spanne bei 10 bis 15 Prozent. Dass der Gesamtumsatz des Hoffnungsträgers BPE in diesem Jahr dennoch lediglich um bis zu 3 Prozent zulegen wird, liegt laut Streibich daran, dass die Programme so einfach in Betrieb zu nehmen sind, dass das Servicegeschäft weitgehend entfalle.

Im dritten Quartal sank das Nettoergebnis der Software AG im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar im Saldo auf 40,7 (Vorjahr: 46,6) Millionen Euro. Das lag aber an den Investitionen in den Vertrieb, insbesondere in Amerika, sowie an den Belastungen aus dem Umbau des Beratungsgeschäfts. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel entsprechend auf 61,1 (72) Millionen Euro. Unter dem schwächeren Beratungsgeschäft litt auch der Umsatz von 257 (274,6) Millionen Euro. Für die Zukunft sei aber das Wachstum der Lizenzerlöse und des Wartungsgeschäfts entscheidend, sagte Streibich.

 

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