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Optimismus rund um IT, Cloud und Big Data: S.D. Shibulal, der Vorstandschef von Infosys, auf dem WEF

24.01.2013, 05:15 Uhr  ·  S.D. Shibulal, der Vorstandsvorsitzende des indischen Informationstechnologie-Dienstleisters Infosys, ist für das Wachstum des IT-Beratungsmarkts in diesem Jahr sehr optimistisch. Dabei helfen auch, aber nicht nur, die Themen Cloudcomputing und Big Data. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos räumt er jedoch ein, dass Kriminalität immer stärker ins Internet abwandere. Um Sicherheit und Datenschutz im Netz zu steigern, seien deshalb zum einen proaktive Investitionen der Industrie nötig, aber auch strengere staatliche Vorgaben.

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S.D. Shibulal, der Vorstandsvorsitzende des indischen Informationstechnologie-Dienstleisters Infosys, ist für das Wachstum des IT-Beratungsmarkts in diesem Jahr sehr optimistisch. Dabei helfen auch, aber nicht nur, die Themen Cloudcomputing und Big Data. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos räumt er jedoch ein, dass Kriminalität immer stärker ins Internet abwandere. Um Sicherheit und Datenschutz im Netz zu steigern, seien deshalb zum einen proaktive Investitionen der Industrie nötig, aber auch strengere staatliche Vorgaben.

Herr Shibulal, wie wird sich der IT-Beratungsmarkt im neuen Jahr entwickeln?

Die Zukunft des Beratungsmarkts für Informationstechnologie sieht glänzend aus.

 Warum sind Sie so optimistisch? Was sind denn die wesentlichen Wachstumstreiber?

Da sich immer mehr Unternehmen vornehmen, mehr zu erreichen, dabei aber gleichzeitig weniger zu investieren, werden sie verstärkt versuchen, Effizienzsteigerungen voranzutreiben. Das heißt, sie müssen Betriebskosten in Innovationsaufwand verwandeln. Es gilt also, die IT-basierten Umsätze zu steigern. So wird Technologie zum Herz dieser Bemühungen.

Diese Entwicklung gibt es aber schon seit geraumer Zeit. Warum sollte sie sich ausgerechnet jetzt in stärkerem Wachstum niederschlagen?

Die Megatrends, die dem Wachstum unserer Branche zugrunde liegen, sind weder neu noch umfassend. Das stimmt. Nun aber, nach der Finanzkrise, suchen Unternehmen und Regierungen zugleich verstärkt nach Möglichkeiten, um Wachstum voranzutreiben. Gleichzeitig verändern technologische Fortschritte die Einstellung der Kunden und das Konsumverhalten im Allgemeinen. Wir bei Infosys haben aber auch damit begonnen, mit unseren Kunden, Industriegremien und wissenschaftlichen Einrichtungen zu sprechen: Wir wollen Trends bestimmen, die die Zukunft prägen werden.

Inwiefern spielen in dieser Hinsicht dann neuere Entwicklungen wie die digitale Datenwolke, Cloud, oder „Big Data” eine Rolle?

Cloudcomputing verändert die technologische Anpassungslandschaft sowohl für Unternehmen als auch für Regierungen. Es hilft ihnen, Betriebskosten in Innovationen zu verwandeln, und bietet ihnen die nötige Flexibilität, sich verändernden Geschäftsumfängen anzupassen. Zusätzlich mindert Cloudcomputing Einstiegsschwellen durch zuvor hohe Infrastrukturkosten.

Und was ist mit „Big Data”?

Das Phänomen „Big Data” ist eine Folge der rapiden und umfangreichen Technologiedurchdringung einschließlich des Cloudcomputing. Diese Daten bieten neue und detaillierte Einsichten in Konsumenteneinstellungen und Konsumverhalten. Sie helfen Unternehmen dabei, relevantere und kundenspezifischere Produkte und Lösungen zu entwickeln. „Big Data” unterstützt Unternehmen auch dabei, die Einkaufserfahrungen der Konsumenten zu verbessern, was ihnen ihre Treue und ihr Vertrauen gewinnt.

Das klingt ja alles schön und gut. Aber wird man die Probleme zu Datensicherheit und Datenschutz, die viele Kunden in diesem Zusammenhang umtreiben, lösen können?

Kriminalität wandert verstärkt ins Internet. Es gibt hier keine perfekten oder gar todsicheren Lösungen. Das Bestreben, die Datensicherheit und den Datenschutz zu stärken, ist ein andauerndes, sich stetig entwickelndes Bemühen. Mit jeder neuen Technologie gibt es eine neue Bedrohung oder eine neue Herausforderung. Was wir brauchen, sind gemeinschaftliche Anstrengungen und Investitionen, um diese neuen Gefahren zu verstehen und proaktiv anzugehen. Offene Dialoge sowie strenge Vorgaben und Richtlinien werden helfen, das notwendige und unterstützende Ökosystem zu bilden.

Noch eine spezielle Davos-Frage: Kann die IT dabei helfen, die Armut auf der Welt zu überwinden?

Mehr noch als die IT im Besonderen bietet Technologie im Allgemeinen Antworten auf einige unserer drängendsten Herausforderungen. Sei es bezahlbare Gesundheit, umfassender Zugang zu Bildung oder erfolgreiche Regierungsführung: Technologie steht im Zentrum bei der Entwicklung und beim Einsatz effektiver, skalierbarer und erschwinglicher Lösungen. Dies betrifft insbesondere aufstrebende Wirtschaftsnationen, in denen sich häufig riesige Gegensätze finden – großes Wachstum auf der einen Seite und erbärmliche Armut auf der anderen. Technologie oder IT allein kann wenig erreichen, um Armut gänzlich auszumerzen. Technologiebasierte Lösungen können aber sowohl Unternehmen als auch Regierungen dabei unterstützen, Wachstum, Innovationen und Profitabilität voranzutreiben. Hierdurch entstehen Stellen und Wohlstand.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.