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Stefan Quandt und die Sorge um die Rohstoffe

Stefan Quandt beschäftigt die Sicherheit der Rohstoffversorgung Deutschlands: Das Aufsichtsratsmitglied von BMW hat in seiner Rede zur Verleihung des Herbert Quandt Medien-Preises in Frankfurt beklagt, dass Deutschland zu zaghaft sei, wenn es darum gehe, sich den Zugang zu Rohstoffen zu sichern – und daran erinnert, dass andere Länder längst eigene Rohstoffministerien besäßen. Derweil haben China und Russland einen großen Öl-Liefervertrag abgeschlossen.

Stefan Quandt beschäftigt die Sicherheit der Rohstoffversorgung Deutschlands: Das Aufsichtsratsmitglied von BMW hat am Samstag in seiner Rede zur Verleihung des Herbert Quandt Medien-Preises in Frankfurt beklagt, dass Deutschland zu zaghaft sei, wenn es darum gehe, sich den Zugang zu Rohstoffen zu sichern – und daran erinnert, dass andere Länder längst eigene Rohstoffministerien besäßen. Die deutsche Wirtschaft sei aber wie kaum eine zweite vom Import von Rohstoffen abhängig. Quandt forderte deshalb, dass auch in Deutschland die Kompetenz der staatlichen Stellen, die sich mit dem Thema Rohstoffe und Versorgungssicherheit beschäftigen, gestärkt werden müsse. Die Einrichtung eines eigenen Ministeriums forderte er allerdings nicht. Vor allem China habe die Bedeutung der Rohstoffe für die Weltwirtschaft, aber auch für die eigene Versorgung klar erkannt und baue entsprechende strategische Reserven und Partnerschaften auf, was Quandt mit diversen Nachrichten aus der jüngeren Zeit belegte – bis hin zum Plan der Chinesen, in Nicaragua eine Alternative zum Panamakanal zu bauen.

Russland hat auf die neue Rohstoffwelt auch schon reagert: Wenn Europa meint, sich von russischen Energielieferungen unabhängiger machen zu wollen – und wegen der anhaltenden Schuldenkrise ohnehin für die kommenden Jahre als Wachstumsfaktor in der Weltwirtschaft ausfällt –, dann gibt es immer noch China. Gedacht, getan: Binnen fünf Jahren hat Russland riesige Volumina an Energielieferungen nach Asien umgelenkt, die zuvor gedanklich für Europa bestimmt waren. Der Wandel lässt sich am besten mit einem Blick in die Vergangenheit erfassen: Noch bis vor wenigen Jahren lieferte Russland ein wenig Öl lediglich mit der Eisenbahn, gleichsam Waggon für Waggon, nach China. Mittlerweile aber fließt schon ein Fünftel der russischen Ölausfuhren nach Asien. 300 000 Barrel, das Fass zu 159 Liter, fließen täglich durch die Pipeline nach China. Und der russische Ölkonzern hält technisch die dreifache Menge für möglich. Vor diesem Hintergrund ist auch die jüngste Nachricht aus den beiden Nachbarländern zu verstehen: Wenn Rosneft für die nächsten 25 Jahre Lieferungen von 365 Millionen Tonnen Erdöl nach China vereinbart, ist das auch eine politische Feststellung. Russland und China kommen sich wieder näher.

Bald der größte Abnehmer von russischem Rohöl?

So könnte China künftig der größte Abnehmer von russischem Rohöl werden. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, der größte Energieverbraucher und der größte Emittent von Kohlendioxid. Beim Ölverbrauch rangiert man auf Platz zwei hinter den Vereinigten Staaten. Auf das Land entfielen 2012 fast 12 Prozent des gesamten Ölverbrauchs der Welt, nicht zuletzt, weil China seit 2009 der führende Markt für neue Autos ist. Nach Angaben des britischen BP-Konzerns ist der Ölkonsum in China 2012 um 5 Prozent auf fast 484 Millionen Tonnen gestiegen. Seit 2008 war das ein Zuwachs um annähernd ein Drittel. Das Reich der Mitte trägt den Löwenanteil zum Anstieg der Ölnachfrage in aller Welt bei.

China fördert selbst auch Öl, wird aber immer abhängiger von Importen. Während die eigene Ausfuhr von Öl und Ölerzeugnissen 2012 um mehr als 13 Prozent auf 27,1 Millionen Tonnen abnahm, stieg ihre Einfuhr um annähernd 8 Prozent auf 354 Millionen Tonnen. Die Volksrepublik muss also 73 Prozent ihres Ölverbrauchs importieren.

Der Autor auf Twitter: www.twitter.com/carstenknop

Vom selben Autor: “Amazon kennt dich schon”: https://www.fazbuch.de/buecher/sachbücher-geschenkbücher-e-books/amazon-kennt-dich-schon

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