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Wirtschaft und Sport in Deutschland: Fussball und die anderen

Wer die wirtschaftliche Lage der deutschen Profi-Fußballvereine betrachtet, könnte im Vergleich der Ligen ein gewisses Mitleid mit den Schatzmeistern der Vereine der 3. Liga bekommen. Das ist aber nicht nötig, andere Sportarten können selbst von diesen Einnahmen nur träumen.

Wer die wirtschaftliche Lage der deutschen Profi-Fußballvereine betrachtet, könnte im Vergleich der Ligen ein gewisses Mitleid mit den Schatzmeistern der Vereine der 3. Liga bekommen. Denn die Medieneinnahmen, die in den höheren Ligen dank immer höherer Erlöse aus den Übertragungsrechten immer stärker sprudeln, sind hier nicht riesig. Nicht nur deshalb sehen sich die oft kleinen Vereine, die nicht selten aus der Provinz kommen, angesichts der Kosten des sich über ganz Deutschland verteilenden Spielbetriebs in jüngster Zeit häufiger mit einer Verlustsituation konfrontiert. Hinzu kommt, dass durch diesen Spielbetrieb manches Lokalderby, das viel Zuschauer angezogen hat, entfällt. Doch Mitleid ist nicht angebracht, besonders dann nicht, wenn man sich auch noch für andere Sportarten interessiert. Festzuhalten ist nämlich auch, dass die 3. Liga mit Blick auf den Ertrag noch immer die drittstärkste deutsche Profiliga ist – vor, und das ist entscheidend, den höchsten Ligen im Handball, Eishockey und Basketball. Die letztgenannten Profiligen würden sich die Ertragssituation der 3. Liga sehr wünschen. Aber in Deutschland gibt es aus der ökonomischen Perspektive nur Fußball und sonstige Randsportarten.

Hier die zugehörige Nachricht:

Trotz sportlicher Erfolge in internationalen Wettbewerben hat sich die wirtschaftliche Lage der Klubs der Fußball-Bundesliga leicht eingetrübt: Zwar erwirtschaftete die Mehrheit der Erstliga-Klubs weiterhin einen Gewinn – der Anteil der Klubs mit hohem Gewinn sank aber deutlich. Und wie im Vorjahr schrieb knapp jeder fünfte Erstliga-Klub rote Zahlen. Das sind Ergebnisse der Studie „Bälle, Tore und Finanzen“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Die Studie basiert auf einer Befragung von 46 Klubs der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga.

Gründe für das etwas schwächere Ergebnis dürften nach der Meinung der Autoren der Studie hohe Investitionen in neue Spieler und Stadionbauten, steigende Spielergehälter sowie die leicht rückläufigen Zuschauerzahlen sein. Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage des deutschen Profifußballs nach Einschätzung der Klubs aber überaus positiv: Erstmals seit Beginn der Befragungen im Jahr 2003 bezeichnen alle befragten Klubs die gegenwärtige wirtschaftliche Lage der Fußballbranche als gut oder eher gut.

Es soll weiter aufwärts gehen

Und in der kommenden Saison soll es nach der Erwartung der Bundesliga-Klubmanager weiter aufwärts gehen: 88 Prozent erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des deutschen Profifußballs. Damit einher geht eine weiterhin hohe Bereitschaft, zu investieren – vor allem in höhere Spielergehälter, aber auch in die Nachwuchsförderung.

Während in der Bundesliga die Mehrheit der Klubs Gewinne erwirtschaftet, liegt in der 2. Bundesliga der Anteil der Klubs, die Gewinn machen, bei lediglich 46 Prozent – und damit etwa auf dem Niveau der vorangegangenen Saison (49 Prozent). Der Anteil der verlustträchtigen Zweitliga-Klubs stieg hingegen von 23 auf 32 Prozent. „Die beiden höchsten deutschen Spielklassen liegen in diesem Jahr knapp unter dem guten Ergebnis des Vorjahres“, kommentiert Christoph Ehrhardt, einer der Autoren der Studie. Lediglich die 3. Liga schneidet merklich schwächer ab. Hier ist der Anteil der Klubs, die in der Gewinnzone liegen, von 33 auf 7 Prozent zurückgegangen.

In jedem Fall habe der deutsche Fußball und die Marke Bundesliga durch die Erfolge von Bayern München und Borussia Dortmund in der Champions League international deutlich an Attraktivität gewonnen. Nun gelte es, daraus mittelfristig Kapital zu schlagen – beispielsweise durch höhere Merchandising-Einnahmen im Ausland oder höhere Einnahmen aus der Vermarktung der internationalen Medienrechte. In der vergangenen Saison lagen die TV-Einnahmen der Bundesliga und der 2. Bundesliga bei 438 Millionen Euro. Dieser Betrag wird in den kommenden vier Jahren um fast 50 Prozent auf durchschnittlich 628 Millionen Euro steigen. In der Saison 2013/14 werden es 560 Millionen Euro sein.

Der Autor auf Twitter: www.twitter.com/carstenknop

Vom selben Autor: “Amazon kennt dich schon”:https://www.fazbuch.de/buecher/sachbücher-geschenkbücher-e-books/amazon-kennt-dich-schon

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