Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Eine Suche für Unternehmen

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Eine solche Nachricht kann Wettbewerber freuen: Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass sich der amerikanische Internetkonzern Google aus dem Geschäft mit „Enterprise Search Appliances“ zurückzieht. Solche Geräte ermöglichen es Unternehmen, Daten in ihren eigenen Computer-Netzwerken zu durchsuchen – und zu finden. Künftig bietet Google ein vergleichbares Gerät aber nicht mehr an und setzt stattdessen auf ein Suchangebot in der digitalen Datenwolke Cloud. Davon will nun die österreichische Mindbreeze GmbH mit Sitz in Linz profitieren – und in die Lücke stoßen: „Unsere Produkte ermöglichen eine konsolidierte Sicht auf das Unternehmenswissen, unabhängig davon, wo und wie dieses gespeichert ist“, sagt Daniel Fallmann, Gründer und Geschäftsführer von Mindbreeze, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Schon heute betreue man internationale Kunden wie S.Oliver und Wüstenrot. Das Unternehmen wurde im April 2005 gegründet und ist ein Tochterunternehmen der ebenfalls in Linz beheimateten, börsennotierten Fabasoft AG. Das Kernprodukt mit dem Namen „Inspire“ dient nach den Worten von Fallmann dazu, im ganzen Unternehmen Informationen sowohl aus internen als auch aus Cloud-Anwendungen bereitzustellen.

Unabhängig davon, ob die Daten in strukturierten oder in unstrukturierten Datenquellen abgelegt seien, erfasse Mindbreeze jede Art von Information, egal ob es sich um Personen, Unternehmen, Dokumente, Verträge, Notizen, E-Mails oder Kalendereinträge handele, und erstelle daraus einen Suchindex, der sich automatisch aktualisiere. „Damit können die gesuchten Informationen rasch abgerufen werden und sind immer aktuell“, verspricht Fallmann. Der Benutzer erhalte eine konsolidierte Sicht auf den gesuchten Begriff, beispielsweise auf Geschäftsfälle oder Kunden.

„Wir prüfen bei jeder Suchabfrage die vorhandenen Berechtigungen“, sagt Fallmann. So werde sichergestellt, dass nur Personen die Informationen finden beziehungsweise weiterbearbeiten könnten, die dafür die nötigen Berechtigungen besäßen. Damit werde auch gewährleistet, dass selbst kurzfristige Rechteänderungen bei Suchabfragen sofort wirksam würden. Geprüft würden die Zugriffsrechte auch, wenn Daten über mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets abgerufen würden.

Mindbreeze ist ein noch recht kleines Softwareunternehmen, insgesamt knapp 200 Mitarbeiter hat die Muttergesellschaft Fabasoft, die den Umsatz der Tochtergesellschaft nicht getrennt ausweist. Fabasoft selbst machte zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 30 Millionen Euro. Spannender ist ein Blick auf die Aktienkursentwicklung von Fabasoft: Das Papier hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 400 Prozent an Wert gewonnen.

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4 Lesermeinungen

  1. Umsatz Mindbreeze
    Sehr geehrter Herr Knop,

    vielen Dank für die Richtigstellung. Ich bin der Meinung wenn schon Umsatzzahlen von Unternehmen genannt werden, sollten diese auch fundiert sein bzw. im richtigen Zusammenhang dargestellt werden, denn so wird eben gegenüber dem Leser ein falscher Eindruck erweckt. Die Umsatzzahlen von Mindbreeze sind zudem relativ leicht zu ermitteln. Im Geschäftsbericht 2014/2015 auf Seite 161 ist der Mindbreeze Umsatz mit knapp 1,5 Mio € ausgewiesen. In 2015/2016 (auf Seite 172) sind es gut 1,9 Mio €.

    Viele Grüße
    Robert Eberhard

    • Alles wahr, ich habe meinen Fehler ja auch schon eingeräumt – und bitte abermals um Verzeihung. Mir wurden die ganz aktuellen Umsatzzahlen nicht genannt, insofern sind Ihre Hinweise eine gute Ergänzung.

  2. Finde den Rechenfehler...
    Interessanter Artikel, allerdings m.E. nicht richtig recherchiert. Mindbreeze hat nicht 200 Mitarbeiter sondern 11 und weißt einen Umsatz von knapp 2 Mio EUR aus (geschätzt 1,93 Mio.). Das wäre bei der Firmengröße auch wirtschaftlich eher plausibel. Bei 200 Mitarbeitern und einem geschätzten Umsatz von 100.000 EUR pro Mitarbeiter, was m.E. nach das Minimum darstellt, wären das 20 Mio Umsatz. Fabasoft macht, wie Sie selbst schreiben einen Umsatz von insgesamt 30 Mio. EUR. Ergo sum erwirtschaftet Fabasoft also nur 10 Mio EUR selbst? Fabasoft selbst hatte dem aktuellen Geschäftsbericht zufolge zum Stichtag 31.03.16 jedoch auch „nur“ 190 Mitarbeiter. Ich denke gerade bei der FAZ sollten ab und zu die Informationen auch mal hinterfragt werden, die man von Unternehmen erhält…

    • Lieber Herr Eberhard, der Hinweis ist berechtigt. Das war allerdings nicht schlecht recherchiert, sondern falsch formuliert. Ich habe den Text an der Stelle entsprechend angepasst. Vielen Dank für Ihre Korrektur! Viele Grüße, Carsten Knop

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