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Digitales Fasten: Jeder Vierte hält nichts davon

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Das Smartphone zuhause lassen, die Geräte für ein paar Stunden in den Flugmodus stellen oder sonntags nicht die sozialen Netzwerke checken: Die Absicht, zeitweise auf alle digitalen Medien zu verzichten, spaltet die Bundesbürger.

Knapp vier von zehn Befragten (38 Prozent) haben kein Interesse an diesem sogenannten digitalen Detox und sind ‚always on‘. 44 Prozent sagen, sie haben den bewussten Verzicht auf alle digitalen Medien einmal ausprobiert – und sei es nur für ein paar Stunden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Viele suchen hin und wieder bewusst Abstand vom Digitalen, meist vergeblich“, wird Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder in einer Mitteilung zu den Ergebnissen zitiert. Jeder siebte Bundesbürger gibt an, schon einmal den Verzicht auf digitale Medien für einen gewissen Zeitraum versucht zu haben, ist aber daran gescheitert.

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research 2017 durchgeführt hat. Dabei wurden 1.010 Personen ab 14 Jahren befragt. Die Fragestellung lautete: „Gibt es Tage im Jahr, an denen Sie bewusst auf alle digitalen Medien verzichten und nicht für andere via E-Mail, sozialen Netzwerken oder Handy erreichbar sind?“

Die Zeitspanne, über die jemand auf Empfangs- und Sendepause geht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle und variiert individuell sehr stark. 9 Prozent der Befragten sagen, dass sie regelmäßig für ein paar Stunden bewusst auf alle digitalen Medien verzichten. Jeder Fünfte war schon einmal über einen oder mehrere Tage nicht via E-Mail, soziale Netzwerke oder Handy erreichbar. Das hat die Altersgruppe der 50 bis 64 Jahre alten Befragten (27 Prozent) mehr gereizt als die Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren (16 Prozent). 11 Prozent der Befragten haben die digitale Pause noch nicht ausprobiert, es sich aber für das kommende Jahr vorgenommen.

„Das Smartphone nur einen Abend lang nicht in die Hand zu nehmen, ist für viele eine echte Herausforderung“, sagt Rohleder. „Eine allgemein gültige Verhaltensempfehlung gibt es nicht. Wie so oft geht es um die individuell richtige Balance.“

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3 Lesermeinungen

  1. Ich entwöhne mich gerade von den Dingern
    Überall und jederzeit erreichbar ist bei mir out. Wenn ich unterwegs bin, dann habe ich etwas vor, etwas geplant und dabei möchte ich dann eher nicht gestört werden. Ok beim Mountainbiken f. den Fall eine Hilferufs nach einem Sturz, da habe ich immer eines dabei. Aber ich gewöhne mein Umfeld gerade wieder daran, dass ich zu Hause über AB, Mail, ganz gut zu erreichen bin. Offline unterwegs schafft auch wieder mehr Verbindlichkeit, keine SMS die kurzfristige Absagen oder Änderungswünsche durchgeben, kein unnötiges Gebimmel und dann Gestammel in der Öffentlichkeit, in Cafés, auf der Straße. Es hat und fördert etwas Prollhaftes und eine Art von Undiszipliniertheit überall kommunizieren zu wollen und zu müssen.

  2. Völliger Unsinn
    Es gib einfach Dinger bei denen ich mich nach dem Sinn frage. Ich könnte mir auch das Telefon abklemmen oder den PC vom Netz nehmen, aber wofür? Es macht keinen Sinn, da es inzwischen zu einem völlig normalen Instrument der Kommunikation geworden ist. Statt eines unnötigen Tests „kann ich oder nicht“, bei dem wahrscheinlich die ältere Generation ein „ja geht aber wofür“ und bei den Jugendlichen ein „geht gar nicht“ herauskommt, könnte man sich auch einfach die Frage stellen ob nicht das „OB“ sondern das „WIEVIEL“ konsumiere ich wichtiger wäre.

    Ich sehe jedenfalls kein Problem darin über den Tag verteilt nach E-Mails, Whatsapp Nachrichten oder Ähnlichem zu schauen. Wenn sich allerdings herausstellt, dass es 2,3 oder gar 4 Stunden am Tag einnimmt, dann wäre das für mich ein deutliches Zeichen zu hinterfragen ob ich das so fortsetzen will.

    • Stresspegel entscheidend
      Mittlerweile ist das Smartphone ja kein Telefongerät, sondern ein digitaler Knotenpunkt: Whatsapps, iMessages, Firmen-Messenger, Mails, SMS, Facebook Messenger, dann vibriert schon wieder die Smartwatch, etc. – dabei wird berufliches und privates nicht differenziert, erst schrieb der Chef, dann will die Kindergartenleitung etwas und die Familiegruppe beschwert sich über den fehlenden Einkauf – der Aufmerksamkeitspegel ist latent hoch. Wer beruflich wie privat sehr engagiert ist, vernetzt ist und viel kommuniziert, bekommt somit die extra-Ladung neuer Impulse jederzeit – und unterbricht somit jede Entspannungsperiode. Das ist auf Dauer schlicht ungesund – denn Entspannung hilft nicht nur besser zu schlafen, sondern ist auch echtes „Detox“, das ab Alter 40+ sonst wirklich das Altern beschleunigt – das geht eben kaum, wenn es überall und immer wieder unberechenbar Ping Ping Ping macht. Wer eh unter hohem Stresspegel leidet, multipliziert die innere Unruhe noch mehr, wird unfokussierter und noch ruheloser. Eine Pause von ein paar Stunden ab und zu hilft da wirklich und sollte bewußt gemacht werden. Ich kann jedem nur empfehlen, mindestens 2 h vor dem Zubettgehen das Ding in die Ecke zu pfefffern und echten Feierabend zu machen. Morgen geht’s dann weiter…

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