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	<title>Ad hoc</title>
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	<description>Nachrichten aus Unternehmen sind mehr als nur Zahlen zu Umsatz und Gewinn.</description>
	<lastBuildDate>Sat, 15 Jun 2013 05:17:46 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Wünsche von Steve: Apple-Manager Eddy Cue und der Buchladen für das iPad</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Jun 2013 05:16:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Kartellverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Jobs]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Eddy Cue wollte Steve Jobs zur Vorstellung des iPad unbedingt einen funktionierenden Buchladen präsentieren. Das bringt seinem Arbeitgeber Apple jetzt eine Menge Ärger. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/06/15/die-wunsche-von-steve-apple-manager-eddy-cue-und-der-buchladen-fur-das-ipad-609/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eddy Cue ist 48 Jahre alt – und arbeitet schon seit 24 Jahren für den Elektronikhersteller Apple. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil Cue Apple damit nicht nur in- und auswendig kennt, sondern es auch geschafft hat, zu dem auserwählten Kreis derer zu gehören, die über eine lange Zeit das Vertrauen des verstorbenen Apple-Mitbegründers und -Vorstandsvorsitzenden Steve Jobs genossen haben. Cue ist einer dieser Menschen, die in den vergangenen Jahren im Schatten des charismatischen Jobs dafür gesorgt haben, dass dieser auf der Bühne stets genau die Produkte präsentieren konnte, die er sich zuvor ausgemalt hatte. Dazu gehörten seit der Vorstellung des digitalen Musikspielers iPod immer wieder auch Verhandlungen mit den Inhabern von Rechten an Musik, Videos oder auch Büchern. Denn die virtuellen Einkaufsläden, die Jobs rund um seine neuen Geräte von iPod bis iPad gebaut hat, brauchten Ware. Die Verhandlungen mit Musik- oder Buchverlagen sind dabei alles andere als einfach; Cue aber hat sich durch das Gesprächsdickicht mit den Juristen hindurchgekämpft und konnte liefern.</p>
<p>So steht Cue immer unter Druck: Derzeit geht es um Verhandlungen, Musik im Internet auch „streamen“ zu dürfen, also auf die Computer der Nutzer „zu senden“, ohne dass diese die Rechte an den Liedern haben. Das führt dann zu einer Art digitalem Radio, so wie es Apple vor ein paar Tagen für die Vereinigten Staaten angekündigt hat, für Europa aber noch nicht. Der Grund für die Verzögerung sind die Rechte – Cue hat also noch viel zu tun. Ganz besonders dringend war Cues Geschäft im Jahr 2009. Damals stand Apple, noch unter der Führung von Jobs und vor der Einführung des Tabletcomputers iPad, und Jobs wollte den Computer unbedingt auch als tragbares elektronisches Lesegerät verkaufen, in Konkurrenz zum Lesegerät Kindle des Wettbewerbers Amazon. Das, was daraus folgte, mündete in Kartellverfahren gegen Apple und große Buchverlage in Europa und den Vereinigten Staaten. Und in Amerika steht Apple in diesem Zusammenhang noch vor Gericht.</p>
<p><strong>Einblick in die Gefühlswelt </strong></p>
<p>Im Gerichtssaal in Manhattan hat Cue nun Einblicke in seine Gefühlswelt gegeben, in der Zeit zum Jahreswechsel 2009/10: „Jobs stand schon damals kurz vor dem Ende seines Lebens“, sagte Cue. Er habe den Apple-Übervater gerade deshalb auf keinen Fall enttäuschen wollen. „Ich wollte die Einigung mit den Buchverlagen rechtzeitig und ich wollte es für ihn“, gab Cue vor dem Richter zu Protokoll. Wer Jobs persönlich erlebt hat, ahnt, wie groß der Druck war, der auf Cue zu diesem Zeitpunkt gelastet haben muss. Es passierte also etwas Interessantes – und im Jahr 2013 Gerichtsrelevantes: Wenn man den Worten Cues Glauben schenkt, hat Apple damals nicht das durchgesetzt, was sich das Unternehmen selbst als Einkaufs- und Preismodell für elektronische Bücher überlegt hatte, sondern die Verlage bekamen ihren Willen.</p>
<p>Worum ging es damals? Um den Verkauf des Kindle und der elektronischen Bücher anzukurbeln, war Amazon nicht davor zurückgeschreckt, erhebliche Anlaufverluste in Kauf zu nehmen. Eine Amazon-interne Subvention sorgte dafür, dass jedes im Großhandel eingekaufte E-Book zur Einführung des ersten Kindle nur 9,99 Dollar kostete, was den Buchverlagen missfiel. Von Apple verlangten sie nun, dass die Verlage den Einzelhandelspreis für E-Books selbst festlegen, genauso wie sie es bei gedruckten Büchern tun: 70 Prozent des Preises behalten die Verleger in diesem Agenturmodell für sich, Rabatte gehen dann von den 30 Prozent Marge ab, die die Einzelhändler für sich haben. Cue und Apple gingen darauf ein – in der Folge werden den Vertragspartnern nun Preisabsprachen vorgeworfen. Sie hätten Amazon zu höheren Preisen zwingen wollen.</p>
<p><strong> Inmitten aufreibender Zielkonflikte</strong></p>
<p>Ihm sei das letztlich alles gleichgültig gewesen, versicherte Cue nun treuherzig. Man habe nur keinen schlechteren Verkaufspreis haben wollen als andere Anbieter. So kommt es, dass das amerikanische Justizministerium Cue gerade für den Kopf einer Verschwörung und den Koordinator von Preisabsprachen mit den Verlagen hält – und Cue in dem Glauben lebt, nur das Beste für seinen damaligen Chef gewollt zu haben. Was immer das Gericht entscheidet: Cue hat sich dort als ein Manager inmitten spannender Zielkonflikte präsentiert und tiefen Einblick in die Gefühlswelt eines Apple-Mitarbeiters unter der Ägide von Steve Jobs gegeben.</p>
<p><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></p>
<p>Mehr zum Thema auch im neuen Buch “Amazon kennt dich schon”: <a href="https://www.fazbuch.de/buecher/sachb%C3%BCcher-geschenkb%C3%BCcher-e-books/amazon-kennt-dich-schon" rel="nofollow">https://www.fazbuch.de/buecher/sachbücher-geschenkbücher-e-books/amazon-kennt-dich-schon</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Apple, Amazon, Angst: Verlage und die Bücherpreise</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 05:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amazon]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Das Kartellverfahren gegen Apple in den Vereinigten Staaten ist nur eine Momentaufnahme. Die Frage nach dem angemessenen Preis für E-Bücher treibt die Industrie um, seit Amazon den Kindle eingeführt hat und damit das erste populäre tragbare Lesegerät schuf. Und die Verlage haben Angst. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/06/14/apple-amazon-angst-verlage-und-die-bucherpreise-605/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Kartellverfahren gegen Apple in den Vereinigten Staaten ist nur eine Momentaufnahme. Die Frage nach dem angemessenen Preis für E-Bücher treibt die Industrie um, seit Amazon den Kindle eingeführt hat und damit das erste populäre tragbare Lesegerät schuf. In Amerika ebenso wie in Europa sind die Verlage zwar auf die Forderungen der Kartellwächter eingegangen, sie haben den E-Book-Verkauf überarbeitet – und legen die Preise nicht mehr selbst fest. Danach sind die Preise aber längst nicht so drastisch wie erwartet gefallen. Manche sagen, sie hätten nie einen Preiskrieg erwartet. Selbst Amazon könne oder wolle sich eine solche Auseinandersetzung nicht leisten. Das Geld, das Amazon in den Jahren 2008 und 2009 in besonders hohe Buchrabatte gesteckt habe, sei zumindest teilweise durch den damals ebenfalls noch sehr hohen Preis des Lesegeräts kompensiert worden. Inzwischen würden die Basisversionen des Kindle zu so niedrigen Preisen verkauft, dass diese Rechnung nicht mehr aufgehe. Das mag sein. Mit steigendem Erfolg der günstigen E-Books aber wird eine Sorge immer größer: Verlage stellen sich die Frage, was aus der Buchpreisbindung wird – und haben Angst.</p>
<p><strong> In Amerika vor Gericht</strong></p>
<p>Auch vor diesem Hintergrund muss man die neuesten Meldungen aus dem Gerichtsaal in Manhattan lesen. Denn das Kartellverfahren um den richtigen Preis für elektronische Bücher (E-Books) gewinnt auch in Amerika, einem Land ohne Buchpreisbindung, immer größere Aufmerksamkeit. Streit gibt es nun auch wegen einer angeblichen E-Mail von Steve Jobs, dem verstorbenen Vorstandsvorsitzenden und Mitbegründer des Elektronikkonzerns Apple. Denn Apple behauptet, die E-Mail sei so nie abgeschickt worden. Auch grundsätzlich hält Apple das gesamte Verfahren für „bizarr“. So jedenfalls hat es schon vor einiger Zeit der Jobs-Nachfolger Tim Cook gesagt.</p>
<p>Im Kern geht es darum, ob Apple sich zur Einführung des elektronischen Buchladens „iBook“-Store im Zusammenhang mit der Vorstellung des Tabletcomputers „iPad“ im Jahr 2010 mit fünf Großverlagen verschworen hatte, um am Markt für elektronische Bücher höhere Preise durchzusetzen. Das behauptet das Justizministerium, das als Wettbewerbshüter Apple verklagt hat. Und auch in Europa sah sich Apple in diesem Zusammenhang mit einem Kartellverfahren der EU-Kommission konfrontiert.</p>
<p><strong>Bezos subventioniert</strong></p>
<p>Der Hintergrund: Um den Verkauf seiner elektronischen Bücher anzukurbeln, war Jeff Bezos, der Vorstandsvorsitzende des Online-Einzelhändlers Amazon, schon zur Markteinführung seines elektronischen „Kindle“-Lesegeräts nicht davor zurückgeschreckt, erhebliche Anlaufverluste in Kauf zu nehmen. So sorgte er – durch eine Amazon-interne Subvention – dafür, dass jedes E-Book zur Einführung des ersten Kindle nur 9,99 Dollar kostete. Das führte zum Teil zu Verlusten von bis zu 5 Dollar je Buch. Dieses missfiel allerdings den etablierten Buchverlagen erheblich. Mit einem neuen Vertriebsmodell verlangten sie, dass die Verlage den Einzelhandelspreis für E-Books selbst festlegen, genauso wie sie es bei gedruckten Büchern tun: 70 Prozent des Preises behalten die Verleger für sich, Rabatte gehen dann von den 30 Prozent Marge ab, die die Einzelhändler für sich haben.</p>
<p>Interessanterweise ging Apple auf dieses Modell ein. Und das ging den Kartellwächtern in Amerika und Europa zu weit. Apple und den Verlagen wurde vorgeworfen, Preisabsprachen getroffen zu haben, um Amazon zu einem neuen Preismodell (dem sogenannten Agenturmodell) mit dann teureren E-Books zu zwingen. Die Verlage haben sich mit den Behörden auf beiden Seiten des Atlantiks inzwischen auf Vergleiche geeinigt, was mit Blick auf Apple – ohne juristische Anerkennung der zuvor erhobenen Vorwürfe – auch für Europa gilt. In den Vereinigten Staaten geht diese Auseinandersetzung aber weiter.</p>
<p><strong>Streit um eine E-Mail</strong></p>
<p>Am Mittwoch präsentierte das Justizministerium nun in der Verhandlung als Beweisstück eine E-Mail von Jobs an einen seiner Vizepräsidenten, Eddy Cue, der für die Rechteverhandlungen mit Medienunternehmen zuständig ist. Darin verlangt Jobs angeblich, dass die Verlage auch Amazon dazu bringen, Neuerscheinungen für ein Jahr gemäß dem Agenturmodell zu verkaufen. Der Apple-Anwalt behauptete aber, dass diese E-Mail nie versandt worden sei. Angeblich soll es sich nur um einen Entwurf handeln. In einem von Apple präsentierten anderen Mailentwurf sei es nur noch darum gegangen, dass die Verlage Apple keinen schlechteren Verkaufspreis geben als anderen Anbietern. Dabei handelt es sich um die sogenannte „Most Favored Nation“-Klausel.</p>
<p>In Europa ist der Streit zunächst so ausgegangen, dass die existierenden Verträge nach dem kritisierten Modell gekündigt wurden. Händler und Amazon sollen den Verkaufspreis für die nächsten zwei Jahre selbst festlegen. Zudem werden fünf Jahre keine Verträge nach der „Most Favored Nation“-Klausel abgeschlossen. Damit verlieren die Preisausschläge der Verlage auf diesem Markt an Bedeutung. In Amerika aber ist der Streit mit Apple noch in vollem Gange: das Justizministerium hält gerade Cue für den Kopf einer Verschwörung und den Koordinator von Preisabsprachen mit den Verlagen.</p>
<p><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></p>
<p>Mehr zum Thema auch im neuen Buch &#8220;Amazon kennt dich schon&#8221;: <a rel="nofollow" href="https://www.fazbuch.de/buecher/sachbücher-geschenkbücher-e-books/amazon-kennt-dich-schon">https://www.fazbuch.de/buecher/sachbücher-geschenkbücher-e-books/amazon-kennt-dich-schon</a></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Nach Prism: Das Silicon Valley in der Glaubwürdigkeitsfalle</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jun 2013 08:18:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Larry Page]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Zuckerberg]]></category>
		<category><![CDATA[Prism]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Den Dementis von Google und Facebook glauben wenige, Urgesteine des Technologiezentrums warnen vor dem Staat. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/06/11/nach-prism-das-silicon-valley-in-der-glaubwurdigkeitsfalle-602/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Die Menschen im Silicon Valley sind freie Geister. Sie sind Tüftler, oft ein wenig verschroben, manchmal sogar genial und ganz gewiss stets an einem guten Geschäft interessiert. Mit dem Staat und der Politik im fernen Washington hat man zwischen San Francisco und San José an und für sich wenig am Hut. Aber man freut sich natürlich, wenn der Staat als Auftraggeber innovative Computersysteme und Software abnimmt. Nicht zuletzt wird immer wieder gerne vergessen, dass die Rüstungsindustrie einer der Geburtshelfer des Technologiestandorts Silicon Valley war. Und natürlich müssen auch die zotteligsten Unternehmer im Rahmen amerikanischer Gesetze arbeiten.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">In diesem Koordinatensystem kommt es zu Zielkonflikten, was in den Tagen nach dem Bekanntwerden der Internetschnüffelattacken im Rahmen des „Prism-Programms“ des amerikanischen Geheimdienstes NSA besonders augenfällig wird. Das Bild, das die Branche und ihre Vertreter in diesem Zusammenhang vermitteln, ist desolat. Vorstandsvorsitzende von Unternehmen wie Facebook oder Google, die in ihrem jeweiligen Kerngeschäft Weltdominanz erlangt haben, wussten angeblich – und vielleicht auch tatsächlich – von nichts: „Die amerikanische Regierung hat keinen direkten Zugang oder eine Hintertür zu den Informationen, die auf Googles Servern gespeichert sind“, stellte Googles Larry Page in einem Blogeintrag klar und fuhr fort: „Wir übergeben Daten an die Regierung ausschließlich im gesetzlichen Rahmen. Presseberichte, die behaupten, Google erlaube unreglementierten Zugang zu seinen Daten, sind schlicht falsch. Punkt.“ Facebook-Gründer Marc Zuckerberg wollte hinter dem nicht zurückbleiben: „Facebook ist weder jetzt noch war es jemals Teil eines Programms, um der amerikanischen oder jedweder anderen Regierung direkten Zugang zu unseren Servern zu geben. Wir haben niemals eine generelle Anfrage oder einen Gerichtsbescheid irgendeiner Behörde erhalten, die uns um Informationen oder Metadaten in großer Menge bittet, wie sie laut Presseberichten dem Telekommunikationsanbieter Verizon zugestellt wurden. Und wenn wir so etwas erhalten würden, würden wir uns vehement dagegen wehren.“</span></span></span></p>
<p><strong><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Nachdenklichkeit empfehlenswert </span></span></span></strong></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Die Technikhelden und Milliardäre Zuckerberg und Page sollten sich angesichts der ersten Reaktionen auf diese Stellungnahme allerdings Gedanken zu ihrer Glaubwürdigkeit machen. Denn Internetnutzer auf der ganzen Welt mochten das kaum glauben, selbst wenn es vielleicht die Wahrheit ist. Diese Glaubwürdigkeitslücke könnte für die Unternehmen zu einem großen geschäftlichen Problem werden, setzen doch alle neuen Produkte aus der Branche auf eine immer umfassendere Erhebung und Auswertung der Daten ihrer Kunden. Und ohne überzeugenden Datenschutz werden daraus Flops.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Interessant ist es daher, Reaktionen von Urgesteinen des Silicon Valley aufzuzeichnen, die nicht mehr im Kampf um Aufträge und Aktienkurse stehen: Scott McNealy, einer der Mitbegründer des inzwischen im Oracle-Konzern aufgegangenen Computerherstellers Sun Microsystems hatte in seiner alten Funktion im Jahr 1999 noch flapsig zu Protokoll gegeben: „Es gibt keine Privatsphäre. Vergesst es.“ Inzwischen sieht er nach einem Bericht der „New York Times“ die Dinge differenzierter. Mit den Daten in der Hand privater Unternehmen hat er zwar keine Schwierigkeiten, wohl aber, wenn sie der Staat in die Finger bekommt: „AT&amp;T kann mir nicht weh tun, Jerry Brown und Barack Obama können das sehr wohl.“ Brown ist Gouverneur von Kalifornien und sorgt offenbar dafür, dass McNealys Steuererklärung Jahr für Jahr einer eingehenden Prüfung unterzogen wird. Bob Metcalfe wiederum, der 1973 zusammen mit David Boggs die Netzwerktechnik entwickelt hat, die den Namen Ethernet bekommen sollte, hat auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eine noch deutlichere Meinung verbreitet: Die NSA selbst sei nicht das Problem, wohl aber die Frage, was die Regierung von Obama mit den Daten mache, um politische Widersacher zu unterdrücken – zu denen Metcalfe sich selbst ausdrücklich zählt.</span></span></span></p>
<p><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Biotechnologie kann mehr, als sie darf</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Jun 2013 16:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biotechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Chemie]]></category>
		<category><![CDATA[Malaria]]></category>
		<category><![CDATA[Pharma]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Unternehmen der deutschen Biotechnologie sind überzeugt, viele gesellschaftliche Herausforderungen lösen zu können. Doch Teile der Branche werden geächtet, andere sind stark reguliert. Das sollte sich ändern, findet der Verband. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/06/06/biotechnologie-kann-mehr-als-sie-darf-599/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div align="left">
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Unternehmen, die in der Biotechnologie tätig sind, arbeiten in einer Zukunftsbranche, sehen sich in Deutschland aber einem unfreundlichen politischen und gesellschaftlichen Umfeld gegenüber. Die entsprechenden Märkte sind stark reguliert, grüne Gentechnik wird in Deutschland nicht akzeptiert. Und in der Pharmabranche, wo die Patienten keine Berührungsängste mit Medikamenten aus biotechnologischer Produktion haben, werden Innovationen aus der Sicht der Industrie zu wenig belohnt.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">„Von der nächsten Bundesregierung erhoffen wir uns deshalb mehr Unterstützung“, sagte Matthias Braun, der Vorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Denn Deutschland und auch Europa brauchten die Biotechnologie, könne diese doch erheblich zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen. Als Beispiele nannte Braun das Bevölkerungswachstum, schwindende Rohstoff-Ressourcen sowie den Klimawandel.</span></span></p>
<p><strong>Wirkstoff zur Behandlung der Malaria</strong></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Als aktuelles Beispiel für die Kombination von Biotechnologie und Chemie zum Nutzen der Menschen nannte Braun die Produktion von Artemisinin, der wichtigsten Waffe im Kampf gegen Malaria. Der komplexe Wirkstoff wurde bisher aus einer Pflanze gewonnen, dem Einjährigen Beifuß. Doch sorgt die Gewinnung von Artemisinin aus dieser pflanzlichen Quelle für starke Schwankungen von Preis, Menge und Qualität. Vor diesem Hintergrund sei es mit Hilfe der Biotechnologie gelungen, die an der Synthese der Artemisininsäure beteiligten Gene im Beifuß zu bestimmen. Sie wurden danach in einen Mikroorganismus (Hefe) eingebaut, der eine wichtige Vorstufe herstellt, die – kombiniert mit einem photochemischen Prozess – dann zu dem gewünschten Wirkstoff führt. „Vom Jahr 2014 an soll so viel produziert werden, dass bis zu 150 Millionen Behandlungen abgedeckt werden können“, sagte Braun. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Anstatt diese Industrie aber zu fördern, werde sie in Deutschland behindert, beklagte Braun mit Blick auf Preisbindungen und Zwangsabschläge. Und wenn Deutschland ernsthaft die Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren wolle, müsse die Biotechnologie ideologiefrei betrachtet und dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werde – vor allem für die nachhaltige Produktion und die Verwertung von Biomasse. In einer erfolgreichen Bioökonomie müssten Pflanzen- und industrielle Biotechnologie gleichberechtigt nebeneinander zum Einsatz kommen können. Hier wäre es aus der Sicht des Verbands schon ein Erfolg, wenn sich die Europäische Kommission und alle Mitgliedstaaten an die Gesetze hielten, die sie selbst geschaffen haben.</span></span></p>
<p><strong>Hoffnung auf steuerliche Forschungsförderung</strong></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Wie viele andere Industrieverbände bis hin zum Bundesverband der deutschen Industrie wünscht sich auch die DIB die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung, welche die bisherige Projektförderung allerdings nicht ersetzen, sondern ergänzen soll. „Steuerliche Forschungsförderung ist ein effektives Instrument zur Förderung von Wirtschaftswachstum und sollte für Unternehmen aller Größen gelten“, sagte Braun. Hier habe Deutschland derzeit einen eindeutigen Standortnachteil gegenüber anderen Staaten, in denen es eine solche Förderung schon gebe. Frankreich und Großbritannien zum Beispiel hätten mit einem solchen System schon gute Erfahrungen gemacht, vor allem auf dem Gebiet der neu gegründeten Unternehmen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Dass man mit der Biotechnologie Unternehmen fördert, die zukunftsfähig sind, versuchte der Verband mit seiner jüngsten Trendumfrage zur wirtschaftlichen Lage und den Branchenzahlen für das vergangene Jahr zu untermauern. „Für die kommenden Monate rechnen 80 Prozent der befragten Betriebe mit besseren Geschäften“, sagte Braun. Die Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung bezieht sich dabei aber allein auf zwei der drei Bereiche der Biotechnologie – die medizinische und die industrielle. Denn auf dem Gebiet der Pflanzenbiotechnologie findet in Deutschland keine Wertschöpfung statt. Das sei insofern bedauerlich, als der Umsatz mit Biotech-Saatgut auf der Welt inzwischen 15 Milliarden Dollar erreiche.</span></span></p>
<p><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></p>
</div>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Auch Karstadt braucht einen New Deal, lieber Herr Berggruen</title>
		<link>http://blogs.faz.net/adhoc/2013/05/28/auch-karstadt-braucht-einen-new-deal-lieber-herr-berggruen-591/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 May 2013 07:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Karstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Kaufhof]]></category>
		<category><![CDATA[New Deal]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Berggruen]]></category>
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		<category><![CDATA[Town Hall Meeting]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen ist gefragt. Die Beschäftigten von Karstadt warten darauf, dass er sich auch finanziell zur Zukunft ihres Hauses bekennt. Einen „New Deal“ möchte Berggruen zwar. Aber nur zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa.
 <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/05/28/auch-karstadt-braucht-einen-new-deal-lieber-herr-berggruen-591/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Heute weilt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen auf einem prominent besetzten „Town Hall Meeting“ des Nicolas Berggruen Instituts nach Paris. Dort trifft sie sich unter anderen mit ihrem französischen Amtskollegen Michel Sapin und den Finanzministern beider Länder, um einen „New Deal“, eine neue Initiative zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa, zu starten. In Paris findet sich aber natürlich auch der Ideengeber der Initiative, der Investor Nicolas Berggruen. Und dann werden alte Bilder in Erinnerung kommen: Von der Leyen und Berggruen, da war doch etwas: Blitzlichtgewitter, strahlende Gesichter rundum, Sektglas schwenkende Mitarbeiterinnen. So sah es aus, als die Ministerin an jenem Sommertag des Jahres 2010 die Rolltreppen der Berliner Karstadt-Filiale erklomm, um gemeinsam mit dem deutsch-amerikanischen Milliardär die Rettung der maroden Kaufhauskette zu feiern.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Als einen „Tag der Freude“ für die rund 24 000 Beschäftigten bezeichnete sie jenes denkwürdige Treffen. Und er sei „irrsinnig glücklich“, ergänzte Berggruen damals, im leisen Ton, aber doch geradezu beseelt. Zumindest aus Sicht der damals angeblich geretteten Karstadt-Mitarbeiter erweisen sich diese Bilder aus glücklichen Tagen inzwischen als Makulatur. Schrammen am Ruf ihres damals fast als Popstar gefeierten smarten Retters gab es schon im vergangenen Sommer, als das Karstadt-Management unter Führung des britischen Handelsprofis Andrew Jennings den Abbau von rund 2000 Arbeitsplätzen ankündigte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt rückten auch die Arbeitnehmervertreter von dem im damaligen Übernahmepoker um Karstadt auch von ihnen klar favorisierten Investor ab.</span></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Konfrontationskurs </span></span></strong></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Inzwischen gehen beide Parteien auf Konfrontation, ist der Ton scharf geworden. Der Ausstieg aus der Tarifbindung, der die zwar sturmerprobten, aber auch leidgeprüften Karstadt-Mitarbeiter in den nächsten beiden Jahren von tariflichen Lohnerhöhungen ausschließt, ist für sie die berühmte Umdrehung zu viel. Die Filialleiter – und die Kunden – müssen sich darauf einstellen, dass schon bald Arbeitskampfmaßnahmen zum Thema werden.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Dass das Modell Warenhaus nicht tot ist, beweist derzeit der Wettbewerber aus Köln, nämlich Kaufhof. Fast ist es schon eine Ironie des Schicksals: Die über Jahre hinweg stiefmütterlich behandelte Tochtergesellschaft, die so gar nicht in das Konzept eines international orientierten Handelskonzerns wie Metro passt, hat sich durch kontinuierliche Fokussierung auf Mode und bezahlbaren Lebensstil zur Ertragsperle des Konzerns gemausert. Was den Metro-Vorstandsvorsitzenden Olaf Koch jüngst sogar glatt zu Liebeserklärungen hinreißen ließ. Nichtsdestotrotz bleibt Kaufhof auf der Verkaufsliste. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Das Auseinanderdriften von Substanz und Ertragskraft der beiden Warenhausmarken könnte freilich ein Gelingen der nach wie vor im Raum stehenden deutschen Warenhausallianz in Frage stellen. Hat Berggruen, der seine Holding einst als den logischen Käufer von Kaufhof bezeichnet hat, überhaupt noch Interesse? Er müsste wohl zügig handeln und dieses Mal ein tragfähigeres Finanzierungskonzept vorlegen als beim bisher letzten Anlauf vor anderthalb Jahren. Und für Kaufhof werden andere Preise aufgerufen: Karstadt hat Berggruen damals für einen symbolischen Euro übernommen. Und er half mit Darlehen über 65 Millionen Euro aus. Der Rest des Plans hieß, dass sich Karstadt mit einem besseren Management am eigenen Schopf aus der Krise ziehen sollte. Und dieser Plan geht nicht auf.</span></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Mangelnde Transparenz </span></span></strong></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Als Privatunternehmen veröffentlicht die Essener Warenhaus-Gruppe ihre Umsatz- und Ergebniszahlen längst nicht mehr so zügig wie ein börsennotiertes Haus. Das mag das gute Recht der Unternehmensführung sein; klug ist die mangelhafte Transparenz aber nicht. Sie macht argwöhnisch. Denn seit Jennings den in Jahrzehnten des Missmanagements angestaubten Kaufhausriesen auf eine radikale Verjüngungskur schickt, ranken sich munter die Gerüchte um vermeintliche Misserfolge seiner Strategie, die der alten Tante Karstadt mit einer Fülle neuer internationaler Modemarken neuen Glanz verleihen sollte. Jennings persönlich hat soeben eingeräumt, dass 2013 abermals ein sehr hartes Jahr mit scharfem Gegenwind wird. Im Rahmen des Sanierungskonzepts „Karstadt 2015“ soll angeblich in zwei Jahren ein Umsatz von 3,5 Milliarden Euro erreicht werden. Von Beobachtern wird stark bezweifelt, dass diese Vorgabe zu schaffen ist.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Nach einem schlechten Weihnachts- ist auch das Frühjahrsgeschäft mies gelaufen; entsprechend unumgängliche Rabattaktionen nagen an ohnehin schwachen Margen. Intern wird vor allem auf das katastrophale Wetter verwiesen, das auch dem übrigen Textileinzelhandel stark zu schaffen macht. Zur wetterbedingten Kaufunlust kommen offenbar Akzeptanzprobleme der alten Stammkunden für die im Herbst gestartete „Markenoffensive“, die dem Sortiment rund 50 internationale Marken hinzufügte. Wer beispielsweise die neu gestaltete Vorzeigefiliale in Düsseldorf besucht, wird positiv überrascht sein von der Frische der Präsentation, der Hochwertigkeit der Schuhabteilung und der Pfiffigkeit so manchen Outfits. Er wird aber auch auf die eine oder andere ratlose Kundin treffen, die die klassischen Stammsortimente sucht. Denn das ist der Pferdefuß: Im Berliner Kadewe mag das internationale Publikum Zielkundschaft sein, nicht aber in Dortmund, Gießen oder Bamberg.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Um Karstadt umzukrempeln, seine Konzepte einer breiteren Käuferschaft schmackhaft und potentiellen Neukunden überhaupt erst einmal bekannt zu machen, brauchte Jennings überdies eine ganz andere finanzielle Feuerkraft als die dünnen Zahlungsströme aus dem laufenden Geschäft, die ihm dafür bisher allein zur Verfügung stehen. Er müsste sehr viel stärker in Marketing und Werbung investieren, von der zügigen Renovierung der noch immer überwiegend abgewohnten Häuser einmal ganz abgesehen. Alle Branchenkenner sind sich einig: Karstadt wird sich nicht zum Erfolg sparen können. Und genau an dieser Stelle ist Berggruen mit seiner vermeintlichen Finanzkraft gefragt. Auch dazu findet man im Markt keine gegenteiligen Meinungen.</span></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Karstadt braucht finanzielle Feuerkraft</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Der weltläufige, kultur- und politikbegeisterte Sohn des Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen macht auch keinen Hehl daraus, dass ihn die Arbeit seines Instituts und seiner diversen „Think Tanks“ zur Verbesserung und Rettung der Welt inzwischen weit mehr fesselt als der Kauf von Unternehmen und Immobilien. Das Treffen zur Bewältigung der Jugendarbeitslosigkeit in Paris ist da nur eine Facette. Berggruen und seine politischen und wissenschaftlichen Berater raten auch dazu, die EU zu einer demokratisch legitimierten politischen Union zu machen, und Deutschland müsse dabei die Führungsrolle übernehmen. Erst zum Jahreswechsel hat er ein Buch herausgegeben, das sich mit der Frage auseinandersetzt, was das politische System im Westen von dem in China lernen kann – und umgekehrt. Immerhin: Die politische und fiskalische Erstarrung, die den amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zwischenzeitlich erfasst hatte, konnte er mit seinem Bemühungen zumindest lösen helfen.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Die Tagesarbeit und die Betreuung der Fülle von Investments quer über zig Branchen und Länder hinweg hingegen überlässt er seinen Teams, unter anderen dem im damaligen Karstadt-Poker als knallharter Verhandlungspartner gefürchteten New Yorker Statthalter und Karstadt-Aufsichtsratsvorsitzenden Jared Bleustein. Gleichwohl bleibt der Namensgeber der Gruppe in der Pflicht. Es ist auch durchaus so, dass er Bemerkungen zum Sortiment und Geschäftsauftritt von Karstadt mit viel persönlichem Interesse aufnimmt. Er ist auch über Details im Bilde, zum Beispiel, wenn Karstadt verkündet, eine Einkaufs-App für das Mobiltelefon entwickelt zu haben. Es ist gewiss nicht so, dass ihm Karstadt emotional gleichgültig ist. Die Berggruen zum Karstadt-Einstieg vorschnell oktroyierte Rolle des Gutmenschen nimmt ihm in den Niederungen der Kaufhauswelt aber auch niemand mehr ab. Weniger naive Menschen wussten sowieso, dass allein vom Nettsein noch nie jemand zum Milliardär geworden ist. Unter den einst als Heuschrecken verschrienen Finanzinvestoren ist es gängige Praxis, die Finanzierung und Entwicklung der übernommenen Unternehmen auf Cashflow-Modellen aufzubauen. Mit dem großen Füllhorn kommt in dieser Branche niemand daher.</span></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Wo bleibt das sichtbare Bekenntnis Berggruens?</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;">Berggruen hat sich selbst zwar wiederholt als langfristigen Investor bezeichnet. Ein Beitrag aber, wie ihn die Arbeitnehmer fordern, und damit ein sichtbares Bekenntnis zu der „Perle“ Karstadt, der er neuen Glanz verleihen wollte, ist bisher nicht erfolgt. Vielmehr wird kolportiert, dass er sich vom Unternehmen teuer für die Namensrechte an Karstadt bezahlen lässt. Der Name ist für Berggruen aber nicht nur ein Vermögenswert, sondern auch eine Verpflichtung: Karstadt ist eine 130 Jahre alte Marke, nach wie vor in den Innenstädten präsent und so gut wie jedem Deutschen vertraut. Womöglich war es keine gute Idee, sich hierzulande ausgerechnet eine so prominente Adresse als Investitionsziel auszusuchen – jedenfalls dann nicht, wenn die Dinge letztlich doch schieflaufen sollten. Gut möglich, dass sich auch Ministerin von der Leyen am Rande des Treffens für einen „New Deal“ für Karstadt interessieren wird.</span></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Unter Mitarbeit von Brigitte Koch.</strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></span></p>
<p><span style="font-size: medium;"> </span></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Lufthansa und die Abkühlung: Das Mayrhuber-Menetekel</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 11:09:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abkühlung]]></category>
		<category><![CDATA[Ackermann]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorstand]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Mayrhuber]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Deutsche Manager hadern seit Jahren mit der gesetzlich vorgeschriebenen Abkühlungsphase von zwei Jahren vor einem Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat. Mit der Lufthansa bekommt das Problem eine neue – internationale – Dimension. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/05/07/lufthansa-und-die-abkuhlung-das-mayrhuber-menetekel-584/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Diese Nachricht wird deutsche Vorstände und Aufsichtsräte weit über die Gremien der Deutschen Lufthansa hinaus interessieren: Erheblicher Widerstand ausländischer Investoren wie Templeton Investment oder auch der einflussreichen amerikanischen Organisation Institutional Shareholder Services (ISS), die Fondsgesellschaften und andere Investoren berät, hatte zunächst dazu geführt, dass der frühere Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber auch nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Abkühlungsfrist von zwei Jahren nicht in das Aufsichtsgremium der Lufthansa eintreten sollte. Das Schockierende aus der Sicht der deutschen Unternehmenswelt – auch wenn die Schwierigkeiten nach einem chaotischen Tag bereinigt wurden: Den ISS-Vertretern erschien die Zeit von zwei Jahren, in denen sich ein ehemaliger Vorstand von dem jeweiligen Aufsichtsgremium seines alten Unternehmens fernhalten soll, noch immer als zu kurz.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Und auch wenn Mayrhuber jetzt doch antritt, so stößt das alte System des Netzwerkens immer gleicher deutscher Manager an seine Grenze. Dabei hatten erst vor wenigen Wochen der Linde-Vorstandschef Wolfgang Reitzle und sein Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Schneider gegen die geltende Abkühlungsregel Front gemacht. Reitzle hatte eigentlich vor, eine Sonderregelung im Gesetz zu nutzen und sich ohne Abkühlung in den Aufsichtsrat von Linde wählen zu lassen – dann aber im Zuge der aufbrandenden Kritik an diesem Schritt seinen vollständigen Rückzug angekündigt. Später sagte Schneider dazu, das Beispiel Reitzle zeige, „dass der Gesetzgeber zu weit gegangen ist, als er den Wechsel quasi untersagt hat, indem er hohe Hürden baute“. Und die größte Hürde sei inzwischen die Stimmung in der öffentlichen Meinung. „Jedem, der jetzt noch bleiben und seinem Unternehmen weiterhin nützlich sein kann, wird vorgeworfen, er klebe an seinem Sessel.“</span></span></span></p>
<p><strong>Schadet das Gesetz?</strong></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Reitzle fügte seinerzeit im selben Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ an: „Jetzt, nachdem unsere Entscheidung feststeht, kann ich es klar sagen: Dieses Gesetz, das den Wechsel in den Aufsichtsrat derartig erschwert, schadet den deutschen Unternehmen mehr, als dass es ihnen nützt.“ Mit den Managern verlasse viel operatives Wissen das Haus, das in den Unternehmen aber weiterhin gebraucht werde. Zumindest den Wechsel in den Aufsichtsrat hätte man zulassen müssen, ohne eine Auszeit von zwei Jahren vorzuschreiben. „Da ist die Bundesregierung weit über das Ziel hinausgeschossen.“ Institutionelle Anleger indes sehen das offensichtlich nicht in jedem Fall so, was auch das Schicksal von Josef Ackermann zeigt, des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank. Als der plante, nahtlos in das Aufsichtsgremium der Bank zu wechseln (was das Gesetz zulässt, wenn mindestens 25 Prozent der Stimmrechte den Namensvorschlag auf die Tagesordnung setzen), regte sich so viel Widerstand von Investorenseite, dass auch Ackermann aufgeben musste. Und das ist eine Entwicklung, über die nach der Meinung von Beobachtern auch in der Bank inzwischen sehr viel mehr Menschen glücklich als unglücklich sind.</span></span></span></p>
<p><strong><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Neue Regelung gilt seit dem Jahr 2009</span></span></span></strong></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Das Problem existiert seit 2009. Im Nachgang zum Versagen von Aufsichtsräten bei Siemens oder Volkswagen diskutierte seinerzeit die große Koalition, wie man die Führung von Unternehmen verbessern könne. Altvorstände sollten als neue Aufsichtsräte nicht mehr eigene Fehlentscheidungen decken können. Daraus entstand die Idee der Abkühlungsphase. Der Aufruhr war groß: Zwölf Aufsichtsratschefs von deutschen Konzernen, darunter auch der bei Thyssen-Krupp als Aufsichtsratsvorsitzender inzwischen gescheiterte Gerhard Cromme, beklagten sich laut. Sie schrieben einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Und danach konnte die Kanzlerin gar nicht mehr anders, als die Manager in die Abkühlungsrunde zu schicken.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;">Nun gibt es durchaus Vorstände, die sich damit arrangiert haben und geduldig warten. Der frühere BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht zum Beispiel wird dieses Jahr nicht in den Aufsichtsrat des Ludwigshafener Chemieriesen einziehen. „Die BASF hat derzeit einen sehr guten Aufsichtsrat. Die Neuwahl findet 2014 statt“, sagte Hambrecht zu Beginn dieses Jahres der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Ich bin jetzt bald zwei Jahre abgekühlt, dann macht es auch nichts aus, wenn ich drei Jahre abkühle“, fügte Hambrecht hinzu. Dabei wäre die gesetzlich festgelegte zweijährige Abkühlphase nach dem Abschied Hambrechts vom Chefposten eigentlich in diesem Sommer ausgelaufen. Bei Bayer wollten die Verantwortlichen nicht so lange warten. Am 1. Oktober des vergangenen Jahres war der ehemalige Vorstandschef Werner Wenning lange genug abgekühlt, prompt zog er in den Aufsichtsrat ein und wurde dessen Vorsitzender. Wie das geklappt hat? Die Hauptversammlung hatte Wenning schon im Frühjahr vergangenen Jahres auf Vorrat in den Aufsichtsrat gewählt. Dagegen gab es keine Einwände. Ein wenig kommt es wohl auch immer auf das Format der jeweiligen Person an.</span></span></span></p>
<p><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Amazon – Das heißt Wachstum vor Gewinn</title>
		<link>http://blogs.faz.net/adhoc/2013/04/27/amazon-das-heist-wachstum-vor-gewinn-575/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 08:11:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Hersfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Verdi]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der größte Onlinehändler der Welt ist längst auch ein Anbieter digitaler Dienstleistungen. Und das Unternehmen investiert kräftig. Die Aktionäre finden das gut, die Mitarbeiter wollen mehr vom Kuchen. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/04/27/amazon-das-heist-wachstum-vor-gewinn-575/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einen hohen Gewinn legt Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, nach wie vor keinen Wert. Ihm geht es allein um Wachstum, deshalb wird weiter kräftig investiert – und das längst nicht nur in neue Versandzentren, von denen es auch in Deutschland schon einige gibt. Angesichts dieses Tempos geht aus der Sicht mancher Mitarbeiter nicht alles mit rechten Dingen zu. An einigen deutschen Standorten droht Amazon deshalb sogar ein Streik. Denn die deutschen Beschäftigten und ihre Gewerkschaft Verdi wollen, dass vom Geld von Amazon künftig ein größerer Anteil zu ihnen fließt.</p>
<p>Bisher zahlt sich die Expansion in neue Geschäftsfelder vor allem für die Amazon-Aktionäre aus: Das Papier notiert mit rund 260 Dollar weiterhin in der Nähe seines Allzeithochs von rund 285 Dollar. Daran konnten auch die jüngsten Quartalszahlen nichts ändern. Die lagen im Prinzip auf der Höhe der Erwartungen, auch wenn der Ausblick verhalten ausfiel, was den Aktienkurs drückte. Denn durch die Nachfrage nach digitalen Inhalten und Speicherdienstleistungen im Internet hat dem Onlinehändler die Konjunkturflaute in Europa im ersten Quartal weniger als manchem Wettbewerber zu schaffen gemacht. So ist der Umsatz um 22 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar gestiegen. Zugleich legten sogar die im Hause Amazon traditionell niedrigen Gewinnspannen zu. Denn mit dem Verkauf digitaler Videos oder auch von Werbung erzielt Amazon am Ende höhere Margen als durch den traditionellen Online-Versand.</p>
<p><strong>Investitionen gehen vor</strong></p>
<p>Warum aber ist der Nettogewinn dennoch um 37 Prozent auf 82 Millionen Dollar gefallen? In dieser Entwicklung spiegelt sich der ehrgeizige Investitionskurs wider. Und Amazon wächst so aggressiv wie kein vergleichbares Unternehmen. Mittlerweile arbeiten deshalb mehr als 91 000 Menschen fest für Amazon. Vor einem Jahr waren es noch knapp 66 000 – in Spitzenzeiten wird die Belegschaft sogar noch durch Heerscharen von Saisonarbeitern aufgestockt.</p>
<p>Was darüber hinaus gerne übersehen wird: Neben dem Versandhandel sowie dem digitalen Unterhaltungsgeschäft ist Amazon auch einer der größten Dienstleister im Internet. Der Konzern betreibt riesige Rechenzentren, die unter der Marke „Amazon Web Services“ sogenanntes Cloud Computing anbieten, also dritten Unternehmen nach Bedarf Rechenleistung über das Internet bereitstellen.  (Siehe auch: Die Amazon-Cloud wächst und wächst; Link im Blogroll rechts) Hier ist Amazon ein Wettbewerber etablierter Informationstechnologie-Konzerne wie IBM oder Hewlett-Packard. Mit dem Tabletcomputer Kindle Fire und der dazugehörigen Leihbücherei mit mehr als 300 000 Büchern macht Amazon wiederum dem iPad von Apple und dessen Online-Dienst iTunes Konkurrenz. Zudem ergeben sich im Cloud Computing, in der Online-Werbung und dem Verkauf digitaler Inhalte auch immer mehr Überschneidungen mit dem Internetkonzern Google.</p>
<p><strong>Europageschäft hat weniger Dynamik</strong></p>
<p>Trotz der positiven Umsatzentwicklung lastet die Konsumzurückhaltung in Europa durchaus auf der Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Die Erlöse außerhalb des amerikanischen Heimatmarkts legten nämlich nur um 16 Prozent zu. In derselben Zeitspanne des Vorjahres war es noch ein Plus von 31 Prozent. Vor allem in China besteht für Amazon erheblicher Nachholbedarf: Amazon-Finanzchef Tom Szkutak räumte ein, dass man sich in der zweitgrößten Volkswirtschaft weiterhin im „Investitionsmodus“ befinde. In China sieht sich Amazon starker heimischer Konkurrenz gegenüber.</p>
<p>Einige Analysten waren nach der Vorlage der Zahlen enttäuscht, dass Amazon für das zweite Quartal lediglich einen Umsatz von 14,5 bis 16,2 Milliarden Dollar in Aussicht stellte, beim Nettoergebnis mit einem Gewinn von höchstens 10 Millionen Dollar rechnet und einen Verlust für wahrscheinlich hält. In Deutschland, wo Amazon rund 9000 Mitarbeiter beschäftigt, steht das Unternehmen derzeit erheblich in der Kritik.</p>
<p>Das Bundeskartellamt prüft, ob der Konzern den Wettbewerb zwischen verschiedenen Marktplätzen im Internet unzulässig einschränkt. Im Zentrum der Untersuchung steht eine „Preisparitätsklausel“. Diese untersagt dritten Händlern, Produkte, die sie auf Amazon Marketplace anbieten, an anderer Stelle im Internet günstiger zu verkaufen. Zudem läuft am Standort Bad Hersfeld eine Urabstimmung – was in Kürze zu einem Streik führen könnte. Verdi fordert den Abschluss eines Tarifvertrages entsprechend den Regelungen im Einzel- und Versandhandel.</p>
<p><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Amazon-Cloud wächst und wächst</title>
		<link>http://blogs.faz.net/adhoc/2013/04/20/die-amazon-cloud-wachst-und-wachst-572/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 19:33:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon Web Services]]></category>
		<category><![CDATA[Cloud]]></category>
		<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Bezos]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Fast unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit ist der Online-Händler Amazon.com zum größten Anbieter von Dienstleistungen in der „Cloud“ geworden Die auf dem Basisdienst S3 gespeicherten Objekte haben die 2-Billionengrenze überschritten. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/04/20/die-amazon-cloud-wachst-und-wachst-572/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000; font-family: Arial;">Fast unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit ist der Online-Händler Amazon.com Inc., Seattle, zum wohl ebenfalls größten Anbieter von Dienstleistungen rund um die digitale Rechnerwolke „Cloud“ geworden, jedenfalls in ihrer sogenannten „öffentlichen“ Form. Die erst im Jahr 2006 gegründete Sparte „Amazon Web Services“ (AWS) bietet derartige Public-Cloud-Dienste an, die von jedem interessierten Unternehmen genutzt werden können. Bezahlt wird in der Regel nur, was tatsächlich an Rechenleistung genutzt wird, ohne Grundgebühren, ohne Abo.</span></p>
<p><strong>2 Billionen Objekte gepeichert</strong></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Arial;"> Und das wird reichlich getan, die Zahl der Kunden geht inzwischen in die Hunderttausende: Hatte das Unternehmen erst im Juni 2012 gemeldet, dass die Zahl der auf Amazon auf dem Basisdienst S3 (dem „Amazon Simple Storage Service“) gespeicherten Objekte die Billionengrenze überschritten hat, sind es nach der neuesten Zählung vom Freitag dieser Woche schon zwei Billionen Objekte. Um diese große Zahl greifbarer zu machen, hat der Amazon-Gründer Jeff Bezos in einem soeben veröffentlichten Blogeintrag ein wenig damit herumgerechnet: Die Menge entspricht 20 Objekten für einen jeden jemals auf der Erde geborenen Menschen oder 5 Objekten je Stern in unserer Galaxie.</span></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Arial;"> Und Amazon nimmt die Billionenhürden immer schneller, denn die Nachfrage nach dem Cloud-Angebot entwickelt sich dynamisch. Für die erste Billion hatte Amazon noch sechs Jahre gebraucht, nun hat es weniger als ein Jahr gedauert, um dieselbe Menge noch einmal zu erreichen. Amazon wendet sich mit seiner Cloud nach wie vor in erster Linie kleinere IT-Unternehmen oder auch Internethändler, die ohne größere eigene IT-Ressourcen arbeiten. Inzwischen haben aber auch viele größere IT-Anbieter die Amazon-Cloud entdeckt, da es sich dort um ein „neutrales“ Angebot handelt, das sie nicht an potentielle Wettbewerber wie Microsoft, Google oder IBM bindet.<strong></strong></span></p>
<p><span style="color: #000000; font-family: Arial; font-size: large;"><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></span></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Uli Hoeneß und Hans-Joachim Watzke: Sticheleien unter Spielmachern</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 19:18:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eint mehr, als den beiden Rivalen lieb sein kann. Und bevor es in London möglicherweise zum großen Showdown in der Champions League kommt, gilt es nun, zwei namhafte Gegner aus Spanien zu besiegen. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/04/15/uli-hoenes-und-hans-joachim-watzke-sticheleien-unter-spielmachern-570/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nach allem, was man hört, war es dieses Mal keine gezielte Attacke. Der Bayern-Präsident und -Aufsichtsratsvorsitzende Uli Hoeneß hat einfach nur seine ganz persönliche Einschätzung abgegeben, als er am Mittwochabend im Turiner Nobelhotel „Principi di Piemonti“ von zwei Journalisten nach seinem Wunschgegner im Halbfinale der Champions League gefragt wurde. Hoeneß war guter Dinge. Bayern München hatte Juventus Turin in zwei Spielen mit insgesamt 4:0 besiegt, beim anschließenden Bankett wurde Seebrassen-Filet an Zucchini-Gratin serviert, und Wurstfabrikant Hoeneß wünschte sich nun den nächsten, sportlichen Gang: „Ich will Dortmund haben“, sagte Hoeneß, der BVB sei „schlagbarer als die Spanier.“</p>
<p>Das kam in Dortmund nicht gut an – und der Sauerländer Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Borussia Dortmund, gab indigniert zu Protokoll: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir gegen die Münchner das eine oder andere Spiel gewinnen können.“ Ohnehin ist man in Dortmund pikiert darüber, wie wenig Anerkennung die Münchner der Leistung ihres wichtigsten Liga-Konkurrenten in den vergangenen zwei Jahren zollen.</p>
<p>Nun ist das von Hoeneß erhoffte deutsch-deutsche Gipfeltreffen im Halbfinale der höchsten europäischen Spielkasse ausgeblieben: Am Freitag wurde den Bayern der FC Barcelona zugelost, nach Hoeneß’ Lesart ist der also weniger schlagbar als der BVB, der sich seinerseits zum zweiten Mal im laufenden Wettbewerb mit Real Madrid auseinandersetzen muss. Der 61 Jahre alte Hoeneß ist bekannt dafür, Gegner immer wieder zu provozieren. Und dass in den vergangenen zwei Jahren kein anderer Verein häufiger zur Zielscheibe von Hoeneß’ berühmt-berüchtigten Wutreden geworden ist als der BVB, ist, rein wirtschaftlich betrachtet, vor allem das Verdienst des 53 Jahre alten Watzke. Hier begegnen sich zwei Fußballmanager auf Augenhöhe – und das gilt auch für ihr jeweiliges Ego.</p>
<p><strong>Alphatiere aus dem Mittelstand</strong></p>
<p>Hier haben sich zwei Alphatiere aus dem Unternehmermittelstand (Watzke ist ein Hersteller von Schutzkleidung unter anderem für die Feuerwehr) in die Fußball-Champions-League geboxt. Gelegentlich bekommt man da eben mal einen Schlag ab. Beide eint, dass sie keine Lust darauf haben, sich politisch korrekt zu verhalten. Wenn ihnen Entwicklungen nicht gefallen, ob in der Gesellschaft oder im Sport, müssen die Meinungen von Watzke oder Hoeneß keinesfalls dem Mainstream entsprechen. Watzke sagt Vertretern der Vereine Hoffenheim oder Wolfsburg klipp und klar, dass sie nach seiner Meinung gegen die Regeln des finanziellen Fairplay verstoßen und nicht in der Lage sind, bei Auswärtsspielen ihrer Vereine die Fanblocks zu füllen. Mit Blick auf das Ausland erweiterte er diese Kritik soeben auf Scheichs, die in Fußballclubs wie Paris St-Germain investieren und dadurch auch international den Wettbewerb verzerren. Watzke und Hoeneß halten auch nicht mit ihren politischen Vorlieben hinter dem Berg. Beide sind stramm konservativ, was sich in Watzkes Fall auch nicht dadurch geändert hat, dass Peer Steinbrück seit geraumer Zeit im Aufsichtsrat von Borussia Dortmund sitzt. Zudem sind beide Fußball-Manager keine Schwätzer, sondern eher bodenständige Menschen, die wie in einer kumpelhaften Dorfgemeinschaft ihre Nachbarn einfach mal verbal am Stammtisch oder im Wiesn-Festzelt anhauen, um zu schauen, wie standfest sie noch sind. Während es für die Bayern unter Hoeneß wirtschaftlich meist nur bergauf ging, weiß Watzke, was für ein unglaubliches Glück es war, dass es Dortmund vor Jahren überhaupt geschafft hat, den Fängen des Konkurses zu entkommen. Und er macht sich keine Illusionen darüber, welches wirtschaftliche Potential der Münchner Verein in seiner Heimatregion Bayern abrufen kann: In Nordrhein-Westfalen gebe es so viele erstklassige Fußballvereine, die um die Aufmerksamkeit von Sponsoren buhlten, dass die Bayern allein aus diesem Grund einen gehörigen Wettbewerbsvorteil besäßen.</p>
<p>Deshalb blieben die Bayern auch in ihren zwei titellosen Jahren wirtschaftlich das Maß der Dinge. So transparent wie der börsennotierte Rivale aus Dortmund (215 Millionen Euro Umsatz, 34 Millionen Euro Gewinn) ist die FC Bayern München AG nicht. Aber die Zahlen, die Hoeneß der Öffentlichkeit gern nennt, sind beeindruckend: In der vergangenen Saison erzielte der Rekordmeister einen Rekordumsatz von 373 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote erreichte stolze 77,5 Prozent, und auf den Festgeldkonten liegen fast 130 Millionen Euro. Hoeneß selbst bezifferte den Unternehmenswert des „gesündesten Vereins der Welt“ auf 1 bis 1,2 Milliarden Euro. Seit der Metzgerssohn aus Ulm 1979 seine aktive Fußballerlaufbahn wegen chronischer Kniebeschwerden beenden musste und als jüngster Manager der Liga an der Säbener Straße die Nachfolge des legendären Robert Schwan antrat, hat Hoeneß den FC Bayern in ein modernes Fußballunternehmen verwandelt. In drei Jahrzehnten verschaffte er ihm eine Quasi-Monopolstellung.</p>
<p><strong>50 Millionen Euro Einnahmen sicher</strong></p>
<p>In dieser Saison haben Bayern wie Dortmunder durch den Einzug ins Halbfinale der Königsklasse insgesamt schon 50 Millionen Euro Einnahmen sicher. Anders als in den vergangenen Jahren wird Dortmund im Sommer daher auch im Saldo Geld für neue Spieler ausgeben. Schließlich will man sich mit Hoeneß streiten. Am Freitag, nach der Auslosung, musste Hoeneß nicht lange auf den Konter aus Dortmund warten. „Es tut mir leid“, sagte Watzke, „dass Uli Hoeneß’ Wunsch, auf uns, den schwächsten Gegner, zu treffen, nicht hingehauen hat.“</p>
<p><strong>Unter Mitarbeit von Henning Peitsmeier.</strong></p>
<p><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Achtung Rückruf: Der Alltag aller großen Autohersteller</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2013 12:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carknop</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autohersteller]]></category>
		<category><![CDATA[BMW]]></category>
		<category><![CDATA[Honda]]></category>
		<category><![CDATA[Nissan]]></category>
		<category><![CDATA[Porsche]]></category>
		<category><![CDATA[Rückrufe]]></category>
		<category><![CDATA[Toyota]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es ist der Fluch der Großserie: Rückrufaktionen sind für Autohersteller Alltag, und wenn es einen Anbieter trifft, sind oft Millionen Fahrzeuge betroffen. Der jüngste Fall sind defekte Beifahrerairbags in japanischen Autos von gleich drei Herstellern. Deutsche Wettbewerber sind wohl nicht betroffen, ein Blick in die jüngsten Rückruf-Nachrichten zeigt aber, dass das Glückssache ist: Ob Porsche oder BMW, vor Massenbesuchen in den Werkstätten ist kein Autoproduzent sicher. <a href="http://blogs.faz.net/adhoc/2013/04/13/achtung-ruckruf-der-alltag-aller-grosen-autohersteller-568/"></a></p><p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist der Fluch der Großserie: Rückrufaktionen sind für Autohersteller Alltag, und wenn es einen Anbieter trifft, sind oft Millionen Fahrzeuge betroffen. Der jüngste Fall sind defekte Beifahrerairbags in japanischen Autos von gleich drei Herstellern. Deutsche Wettbewerber sind wohl nicht betroffen, ein Blick in die jüngsten Rückruf-Nachrichten zeigt aber, dass das Glückssache ist: Ob Porsche oder BMW, vor Massenbesuchen in den Werkstätten ist kein Autoproduzent sicher. Die Frage ist nun, ob die strategische Entscheidung der Autohersteller, in immer mehr Produktreihen im Zuge von Plattform- oder Weltautostrategien eine stetig steigende Zahl baugleicher Teile einzubauen, diese Gefahren noch verstärkt. Darüber gibt es geteilte Meinungen. Denn die Qualität kann auf diesem Weg auch steigen. Und der jüngste Airbag-Fall zeigt ja, dass es Rückrufe auch gänzlich ohne Plattformstrategie geben kann. Entscheidend für den Konsumenten ist, dass sofort informiert wird. Die Autohersteller haben ohnehin keine Wahl: Sie müssen zugleich günstiger und besser produzieren. Wer das am besten in den Griff bekommt, gewinnt die Auslese auf dem überbesetzten Markt.</p>
<p>Was war in dieser Woche geschehen? Gleich mehrere japanische Autohersteller rufen wegen fehlerhafter Beifahrerairbags auf der ganzen Welt 3,4 Millionen Fahrzeuge zurück: Es könne sein, dass sich der Airbag im Notfall nicht öffnet. Die meisten Rückrufe gehen auf das Konto von Toyota, aber auch Honda und Nissan sind mit von der Partie. Deutsche Konzerne haben die fraglichen Airbags vom japanischen Zulieferer Takata dagegen wohl nicht eingebaut. Betroffen sind zudem wohl nur ältere Modelle: Nach den Angaben von Toyota geht es um die Baujahre 2000 bis 2004. Bislang habe es fünf Fälle von Fehlfunktionen der Airbags gegeben, es sei aber niemand verletzt worden. Toyota bietet den Kunden an, den defekten Mechanismus am Airbag auszutauschen. Die Reparatur nehme bei den meisten Modellen ein bis maximal zweieinhalb Stunden in Anspruch. Zu den Kosten des Rückrufs wurden keine Angaben gemacht. Takata ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Hersteller von Sicherheitssystemen für Autos. Die Europa-Sparte entwickelte einst zusammen mit Daimler den allerersten Airbag. Das Unternehmen aus Tokio machte im Geschäftsjahr 2011/2012 rund 3 Milliarden Euro Umsatz.</p>
<p><strong>Takata vom Volumen überrascht</strong></p>
<p>Takata teilte mit, es sei von den Autoherstellern über einen Rückruf im Volumen von 2 Millionen Fahrzeugen informiert worden, nicht aber über die nun genannte Zahl von 3,4 Millionen. Die Takata-Aktien verloren an der Tokioter Börse 9 Prozent ihres Kurswerts. Ein Toyota-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, von den insgesamt gut 1,7 Millionen Autos könnten rund 62 000 in Deutschland betroffen sein. Genaue Angaben seien aber schwierig, weil die Modelle schon recht alt seien. Im Hause Mazda stehen hierzulande 5000 Fahrzeuge von insgesamt rund 45 000 auf der Rückrufliste. Honda rechnet in Europa mit gut 56 000 Autos der Baujahre 2001 bis 2003, die zurückgerufen werden. Auf der Welt sind es für diesen Hersteller mehr als 1,1 Millionen. Wie viele Autofahrer in Deutschland die möglicherweise gefährlichen Airbags in ihrem Wagen haben, konnte ein Honda-Sprecher zunächst nicht sagen.</p>
<p>In deutsche Fabrikate sind die möglicherweise fehlerhaften Airbags wohl nicht eingebaut worden. Daimler, Porsche, Opel und die VW-Kernmarke Volkswagen haben die Produkte nicht verwendet. Andere Hersteller prüften die Lage zunächst: „Takata ist für uns ein eher kleinerer Airbag-Lieferant, und wir haben nicht sehr viele Airbags dieses Unternehmens in unseren Fahrzeugen verbaut“, sagte ein BMW-Sprecher. Schwierigkeiten macht offenbar ein defekter Gasgenerator der Beifahrer-Airbags. Möglicherweise müsste eine Düse an dem Luftsack erneuert werden, hieß es. Für Takata handelt es sich um den größten Rückruf seit fast 20 Jahren. Damals hatten fast 9 Millionen Autos wegen defekter Sicherheitsgurte überprüft werden müssen. Der Sitz der Takata-Europa-Zentrale ist Aschaffenburg, der Standort des früheren deutschen Airbag- und Lenkradherstellers Petri AG. Takata hatte Petri im Jahr 2000 übernommen.</p>
<p><strong>Toyota kennt sich mir Rückrufen besonders gut aus</strong></p>
<p>Toyota hatte zuletzt im Oktober 7,5 Millionen Autos wegen defekter Fensterheber überprüfen lassen. Zwischen 2010 und 2011 holten die Japaner fast 15 Millionen Autos zurück in die Werkstätten. Von Rückrufen bleiben aber auch Autohersteller höherpreisiger Modelle nicht verschont, was ein Blick in die entsprechende Liste allein des laufenden Jahres zeigt. So hat Porsche im März einen Rückruf für die Modelle Carrera und Carrera 4 bekanntgegeben. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Bauzeitraum November 2011 bis November 2012 mit Standardauspuff. Hier besteht die Möglichkeit, dass diese Fahrzeuge bei Laufleistungen von deutlich über 40 000 Kilometern an der Verbindung zwischen Endschalldämpfer und Endrohren verstärkt rosten, was zu einem Riss im Auspuff führen kann. Auf der ganzen Welt sind 5600 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland sind es 830 Sportwagen. BMW hat im Februar gleich zwei Rückrufaktionen für 800 000 Fahrzeuge angekündigt. Hier geht es um die 1er- und 3er-Modellreihe, den Z4, den X1 sowie den X5.</p>
<p><strong>Der Autor auf Twitter: <a href="http://www.twitter.com/carstenknop" rel="nofollow">www.twitter.com/carstenknop</a></strong></p>
<p>von <a rel="author" href="http://blogs.faz.net/adhoc/author/carknop/">carknop</a> erschienen in <a href="http://blogs.faz.net/adhoc">Ad hoc</a> ein Blog von <a href=http://www.faz.net/>FAZ.NET</a>.</p>]]></content:encoded>
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