Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

29. Apr. 2017
von Carsten Knop
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Über die Magie der Zahl neun: Zwischen Peugeot und Frauengipfel

Die Zahl „9“ hat etwas Magisches. Zunächst: Wir müssen sie in der Zeitung eigentlich mit dem Wort Neun ausschreiben, was an dieser Stelle aber etwas hinderlich ist, weil die Optik wichtig ist. Denn es soll ja um das gehen, was mit der Ziffer 9 buchstäblich ins Auge springt. Das Entscheidende: Es ist noch keine Zehn. Denn, und das weiß ja jedes Kind: Hinter jedem guten Angebot in der Wirtschaft steht eine 9. Oder noch besser: Sie steht davor und wird eben nicht zur 10. Aber alles der Reihe nach.

Schlappe 99,99 Euro im Monat zum Beispiel hat ein nagelneuer Peugeot 208 bis vor ein paar Tagen im Rahmen einer großen Leasingaktion der Unternehmen 1&1 und Sixt gekostet. Die Anzeigen dafür waren wirklich interessant, denn das Gebotene war im Paket auch auf den zweiten Blick wirklich beinahe unglaublich günstig. Das fanden auch die Kunden, von denen offenbar Tausende in kürzester Zeit einen entsprechenden Vertrag unterschrieben haben – und nicht, wie erwartet, nur Hunderte. Die Händler von Peugeot hingegen fanden das gar nicht witzig. Sie holten den Taschenrechner ebenfalls raus und staunten: Solche Preise hätten sie mit Blick auf die Konditionen niemals anbieten können, die sie ihrerseits vom französischen PSA-Konzern eingeräumt bekommen. Der Aufruhr muss gewaltig gewesen sein: Alle drei an führender Stelle für die Aktion zuständigen Manager arbeiten von Knall auf Fall jedenfalls nicht mehr für das Unternehmen. Weiterlesen →

29. Apr. 2017
von Carsten Knop
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27. Apr. 2017
von Carsten Knop
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Wenn ein Wechsel an der Spitze zur Chance wird

Innerhalb einer Dekade werden zwei Drittel aller Führungsspitzen im Mittelstand ausgewechselt. Doch manche Unternehmen lassen das Modernisierungspotenzial des Generationswechsels liegen.

Das könnte ein Katalysator für die Modernisierung der deutschen Wirtschaft werden: Einer Umfrage im Auftrag der Commerzbank zufolge erwarten 39 Prozent der Unternehmen im deutschen Mittelstand in den kommenden fünf Jahren einen Wechsel an der Führungsspitze. Erst 35 Prozent haben diesen Wechsel schon vollzogen. Damit werden in fünf Jahren zwei Drittel des Mittelstands neue Führungskräfte haben. Mit dem Wechsel eröffnen sich für die Unternehmen viele Chancen. „Zwei Drittel der Befragten erhoffen sich, dass im Zuge des Führungswechsels neue Kompetenzbereiche geschaffen werden. 50 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer umfassenden Digitalisierung aller Geschäftsprozesse und Unternehmensaktivitäten sowie einer Intensivierung der Marketing- und Markenbemühungen“, sagt das für die Firmenkunden zuständige Commerzbank-Vorstandsmitglied Michael Reuther im Gespräch.

Der Führungswechsel sei also tatsächlich ein Katalysator
, notwendige Veränderungen anzustoßen und umzusetzen. Das zeige die den Erkenntnissen zugrundeliegende Umfrage mit dem Titel „Next Generation: Neues Denken für die Wirtschaft“ des Marktforschungsinstituts Kantar TNS unter mehr als 2000 mittelständischen Unternehmen in ganz Deutschland (mit einem Umsatz von mehr als 2,5 Millionen Euro und bis zu oberhalb 100 Millionen Euro) eindeutig. Doch es gibt einen Wermutstropfen. Denn die Commerzbank-Studie legt auch offen, dass dabei die Potenziale häufig ungenutzt bleiben. So berichtet lediglich ein Drittel der Unternehmen, in denen der Führungswechsel schon stattgefunden hat, von neuen Kompetenzbereichen – und lediglich ein Viertel von digital veränderten Prozessen und Aktivitäten. Weiterlesen →

27. Apr. 2017
von Carsten Knop
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25. Apr. 2017
von Carsten Knop

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Dax-Konzerne überwiegend in ausländischer Hand

Ausländische Investoren haben ihr Engagement bei Dax-Konzernen im vergangenen Jahr leicht zurückgefahren: Zum Jahresende 2016 hielten sie durchschnittlich 54,0 Prozent der Aktien – ein Jahr zuvor hatte der Anteil bei 54,7 Prozent gelegen. Entsprechend profitieren sie in diesem Jahr in geringerem Maße von den steigenden Dividendenausschüttungen der deutschen Top-Konzerne: Die Dax-Unternehmen zahlen ihren Anteilseignern insgesamt 31,7 Milliarden Euro, das sind 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausschüttungen an ausländische Aktionäre steigen aber nur um 4,4 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro – 55 Prozent der Gesamtausschüttung fließen also an ausländische Investoren.

Deutsche Aktionäre hielten zum Jahresende 35,2 Prozent der Anteile (Vorjahr: 35,0 Prozent), geografisch nicht zuordnen ließen sich 10,8 Prozent der Aktien (Vorjahr: 10,3 Prozent). An deutsche Investoren werden in diesem Jahr 11,6 Milliarden Euro ausgeschüttet – das sind knapp 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Aktuell liegen bei den Unternehmen, die entsprechende Angaben machen, durchschnittlich 28,0 Prozent der Aktien bei Investoren aus dem europäischen Ausland – das sind 0,8 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr – und 19,5 Prozent bei nordamerikanischen Investoren (minus 0,1 Prozentpunkte).

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zur Aktionärsstruktur der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen.

„Das Interesse ausländischer Investoren an den deutschen Top-Konzernen ist weiter hoch, was auf ein anhaltend hohes Vertrauen in die künftige Geschäftsentwicklung der DAX-Unternehmen schließen lässt“, stellt Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei EY, fest. Obendrein mache der relativ niedrige Eurokurs deutsche Konzerne für außereuropäische Investoren zusätzlich interessant. „Das starke Engagement ausländischer Aktionäre beweist, dass die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt sichtbar sind und eine hohe Wertschätzung genießen.“

Bei vier Dax-Unternehmen sind mehr als 70 Prozent der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand (Infineon, Deutsche Börse, Adidas und Bayer), insgesamt 18 Unternehmen sind zu mindestens 50 Prozent im Besitz ausländischer Aktionäre. Den geringsten Anteil ausländischer Aktionäre weisen die Lufthansa und Henkel auf, wo nur 30 bzw. 26 Prozent der Aktien ausländischen Anlegern gehören. Weiterlesen →

25. Apr. 2017
von Carsten Knop

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13. Apr. 2017
von Carsten Knop
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Das Risikokapital sitzt lockerer

Die Zahl der Transaktionen sinkt zwar, aber dafür wird mehr investiert. Vor allem hoffnungsvolle Unternehmen aus der Medizintechnik haben es den Kapitalgebern angetan.

Nach einem eher zurückhaltenden Jahr 2016 scheint sich der Markt für Risikokapital wieder etwas zu beleben. So betrug die Summe der entsprechenden Investitionen in Venture Capital auf der ganzen Welt im ersten Quartal des laufenden Jahres 26,8 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Steigerung von 12,6 Prozent gegenüber dem Schlussquartal des vergangenen Jahres. Erheblichen Anteil daran haben einige überraschend große Transaktionen wie zum Beispiel Investitionen in Unternehmen wie den Zimmervermittler Airbnb (in Höhe von 1 Milliarde Dollar) oder das Medizintechnikunternehmen Grail (914 Millionen Dollar). Die Zahl der Transaktionen ist in derselben Zeitspanne allerdings um 8,9 Prozent auf 2716 gesunken.

Vor allem in Europa und den Vereinigten Staaten ist eine Entwicklung weg von einer Vielzahl kleinerer Geschäft hin zu weniger, dafür größeren Investitionen erkennbar. Das sind wesentliche Ergebnisse des aktuellen „Venture Pulse“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, für den regelmäßig die abgeschlossenen Risikokapital-Investitionen auf der Welt analysiert werden. „Zum Ende des vergangenen Jahres haben sich viele Investoren noch zurückgehalten. Jetzt, wo sich die Aktienmärkte positiv entwickeln und auch der Markt für Börsengänge wieder an Fahrt aufnimmt, gestaltet sich die Lage zusehends positiver“, wird KPMG-Partner Tim Dümichen in der Pressemitteilung zu den „Venture Pulse“-Ergebnissen zitiert. Die geplante Steuerreform in den Vereinigten Staaten könne noch für zusätzlichen Schub sorgen.

Im ersten Quartal dieses Jahres sei der Venture-Capital-Markt zwar auch noch etwas verhalten gewesen, aber die Lage scheine sich aufzuhellen. „Für den Verlauf des Jahres sind wir optimistisch, was Zahl und Summe weiterer Investitionen in Start-ups angeht“, sagt Dümichen.

Auch in Start-ups mit einer Unternehmensbewertung von mindestens 1 Milliarde Euro – die sogenannten „Einhörner“ (Unicorns) – floss im ersten Quartal 2017 wieder mehr Geld: In den ersten drei Monaten kam es bei 14 „Einhörnern“ zu neuen Finanzierungsrunden, in deren Rahmen insgesamt rund 4 Milliarden Dollar in die jeweiligen Unternehmen flossen. Weiterlesen →

13. Apr. 2017
von Carsten Knop
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06. Apr. 2017
von Carsten Knop
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Fintech ist der neue Mainstream – sagt die Finanzindustrie

Banken und Versicherer stemmen sich nicht länger gegen die FinTech-Revolution. Laut einer globalen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC räumen inzwischen 88 Prozent aller Finanzdienstleister ein, dass sie Marktanteile an Finanz-Startups verlieren werden. „Doch statt die Newcomer zu bekämpfen, sucht das Establishment lieber den Schulterschluss“, diagnostiziert Sascha Demgensky, Verantwortlicher für das Thema FinTech bei PwC Deutschland in einer Mitteilung. So kooperieren global gesehen mittlerweile 45 Prozent aller Finanzdienstleister mit FinTechs, zeigt die PwC-Umfrage, an der sich mehr als 1300 Branchenmanager weltweit beteiligten. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es gerade einmal 32 Prozent. Noch stärker zeigt sich dieser Trend in Deutschland. Hier kollaborieren schon sieben von zehn Finanzdienstleistern mit FinTechs.

„Banken und Versicherer werden zu Technologieunternehmen“

„Das Verhältnis zwischen Banken und Startups hat sich innerhalb der vergangenen 24 Monate stark weiterentwickelt. Im Grunde ist FinTech der neue Mainstream“, sagt Sascha Demgensky. Allerdings dürfe man diese Entwicklung nicht mit einer Kapitulation der traditionellen Finanzindustrie verwechseln. Im Gegenteil: Der Umfrage zufolge wollen 77 Prozent aller etablierten Player in Zukunft deutlich mehr Gewicht auf Innovationen legen. 56 Prozent geben sogar an, dass Thema Disruption ins Zentrum ihres Geschäftsmodells zu stellen. „Wenn nicht alles täuscht, dann sind viele Finanzdienstleister gerade dabei, sich selbst auch als Technologieunternehmen zu begreifen“, so Demgensky.

Hohe Investitionen in Blockchain und künstliche Intelligenz Weiterlesen →

06. Apr. 2017
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05. Apr. 2017
von Carsten Knop
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Deutsche Manager sehen Korruption auf dem Vormarsch – und würden im eigenen Interesse lügen

Das Bild des ehrbaren Kaufmannes hat innerhalb der deutschen Wirtschaft deutliche Kratzer erlitten: 43 Prozent der deutschen Manager halten Bestechung und Korruption hierzulande mittlerweile für weit verbreitet. Damit dreht sich die Stimmung: 2015 war die Wahrnehmung von Korruption rückläufig – 26 Prozent der Manager hielten sie damals für weit verbreitet nach 30 Prozent bei der Befragung im Jahr 2013.

Trotz dieser Steigerung kommt Korruption in Deutschland im Ländervergleich nur unterdurchschnittlich vor. Im Durchschnitt aller befragten Länder in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Indien gehen 51 Prozent der Manager davon aus, dass in ihrem Land Korruption und Bestechung weit verbreitet sind. Auf unrühmliche Spitzenwerte kommen die Ukraine (88 Prozent), Zypern (82 Prozent) und Griechenland und die Slowakei (jeweils 81 Prozent). Am besten schneiden die skandinavischen Länder und die Schweiz ab: So halten in Dänemark nur sechs Prozent der Manager unlautere Geschäftspraktiken für verbreitet.

Deutsche Manager sind offenbar eher bereit für ihre eigene Karriere zu unlauteren Mitteln zu greifen, als zum vermeintlichen Wohl des Konzerns. So sagt fast ein Viertel (23 Prozent) von sich, dass sie für das eigene berufliche Fortkommen und eine höhere Bezahlung unethisch handeln würden. Das ist sogar über dem Durchschnitt von 21 Prozent insgesamt und deutlich über dem Durchschnitt in West-Europa von 14 Prozent.

Ebenfalls deutlich überdurchschnittlich ist mit zehn Prozent der Anteil derjenigen, die sich vorstellen können, der Unternehmensführung Falschinformationen zu geben, um ihre eigene Karriere oder Bezahlung zu verbessern. Insgesamt liegt der Anteil bei fünf Prozent, in West-Europa bei vier Prozent.

Geht es dagegen um das Unternehmen, halten sich deutsche Manager im internationalen Vergleich eher an die Regeln: Nur vier Prozent würden absichtlich die Finanzzahlen falsch darstellen, um Ziele zu erfüllen. Über alle untersuchten Länder hinweg hätten zehn Prozent der Befragten kein Problem damit, zu diesem Mittel zu greifen. Zu Bargeldzahlungen, um Aufträge zu erhalten, würden sich elf Prozent der deutschen Manager hinreißen lassen – unter allen Ländern würden das 17 Prozent tun.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Prüfungs- und Beratungs-gesellschaft EY (Ernst & Young), für die rund 4.100 Entscheidungsträger aus Unternehmen in 41 Ländern befragt wurden, davon 100 aus Deutschland.
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05. Apr. 2017
von Carsten Knop
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26. Mrz. 2017
von Carsten Knop

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Cloud und künstliche Intelligenz: Die Zukunft muss offen bleiben

Ein Gastbeitrag in meinem Blog von Peter Ganten, Geschäftsführer des mittelständischen Bremer Softwarehauses Univention GmbH

Die Cloud hat ein altes Thema der IT wieder zum Leben erweckt. Ein Thema von dem sich manche schon in den 70er Jahren bahnbrechende Erfolge versprochen haben. Ein Thema, das nicht nur Informatiker, sondern auch mich als Psychologen fasziniert. Künstliche Intelligenz ist plötzlich wieder überall. Aber sie kommt nicht so, wie man sich das in den siebziger oder in den 90er Jahren vorgestellt hat. Sondern sie kommt in Form kleiner praktischer Lautsprecher, wie hier von Amazon und Google und in der Form neuer Funktionen unserer Smartphones und PCs.

„OK Google, spiele „Starman von David Bowie“ Wenn Sie ein Android Telefon haben, dann schauen Sie lieber mal nach, ob es jetzt reagiert hat. Oder hört schon jemand Musik?

Diese Dinge können manchmal auch schiefgehen. Als in den USA ein Fernsehmoderator neulich berichtete, wie ein kleines Kind bei Alexa, der virtuellen Assistentin von Amazon ein Puppenhaus bestellte und dabei den Satz „Alexa order me a doll house“ aussprach, hörten hunderte von Amazon Geräte dem Fernsehmoderator zu und bestellten Puppenhäuser. https://www.youtube.com/watch?v=Re7gOug8zto

Mehr und mehr sind wir also von so genannten „intelligenten“ Geräten umgeben, die uns kontinuierlich zuhören und dabei versuchen, so gut es geht unsere Wünsche zu verstehen.

Das ist möglich geworden, weil diese Geräte aufgenommene Sprache in die Cloud schicken und dort hat es wirklich ein paar technische Durchbrüche gegeben, die vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte.

• Spracherkennung beispielsweise funktioniert heute praktisch fehlerfrei. Ich erinnere mich noch gut daran, als IBM das Betriebssystem OS/2 in den 90er Jahren mit Spracherkennung auslieferte. Ich war fasziniert, habe das System stunden- nein wochenlang trainiert und hinterher hat es doch nicht funktioniert. Das hat sich nun fundamental geändert: Schauen Sie.
• Aber auch von Computern vorgenommene Übersetzungen sind massiv besser geworden. Heute sind die Übersetzungen wirklich les- und verstehbar. Ich wage die Prognose, dass die meisten einfachen Texte zukünftig durch künstliche Intelligenz übersetzt werden. Menschliche Übersetzer werden dann nicht mehr gebraucht.
Aber auch in anderen Bereichen wird es einschneidende Veränderungen im Arbeitsmarkt geben.
Autonomes Fahren steht vor dem Durchbruch und LKW-Fahrer sind eine der größte Berufsgruppe in den USA, sie wird mittelfristig durch selbstfahrende Trucks ersetzt. Und ich fürchte, dass dem neuen amerikanischen Präsidenten dagegen auch keine Mauer zwischen Mexico und den USA helfen wird.
Die Grundlagen: Rechenzentren, Daten und Deep Learning

Warum sehen wir jetzt plötzlich solche massiven Durchbrüche künstlicher Intelligenz? Weiterlesen →

26. Mrz. 2017
von Carsten Knop

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18. Mrz. 2017
von Carsten Knop

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Auf einen Espresso: Disconnected Drive

Das Auto fährt bald autonom, und schon heute ist ein Modell modernerer Bauart über das Internet mit seinem Hersteller vernetzt. Das trifft jedenfalls dann zu, wenn man bereit ist, für einige Euro mehr ein System zu kaufen, das zum Beispiel bei BMW „Connected Drive“ heißt. Der Hersteller ist darauf stolz, denn es kann eine Menge. Es liefert dem Fahrer zum Beispiel Verkehrsinformationen in Echtzeit auf sein Navigationssystem.

Das funktioniert überraschend gut, dynamisch kann mancher Stau auf der Autobahn zeitsparend umfahren werden. Nur in wenigen Fällen offenbaren sich erhebliche Aussetzer: Oft gibt es dann den angezeigten Stau gar nicht, aber derartige Fehler sind eher Ausnahmen. Das System ist im Alltag in der Regel eine Hilfe für den Fahrer. Im Alltag. Und in der Regel. Hier beginnen die Schwierigkeiten, die zeigen, wie weit die Welt in der Wirklichkeit noch von den vollvernetzt-digitalen Zukunftsvisionen entfernt ist, die auch auf der Computermesse Cebit in der kommenden Woche wieder eine große Rolle spielen werden.

Denn ein solches Auto ist einerseits so modern, dass es an den Netzwerkrechner seines Herstellers meldet, es wolle in den Service. Deshalb schickt derselbe einen Brief mit einer Telefonnummer. Man möge sich melden. Achtung, bitte möglichst schnell: Schon eine Überschreitung der Laufleistung des Autos um weitere 10 Prozent könne zu erheblichen Schäden führen. So weit, so gut – doch von diesem Zeitpunkt an wird das digitale Paradies zur analogen Hölle.

Im Callcenter findet man es zunächst toll, dass man sich meldet. Dann gratuliert man zum Auto: Eine gute Wahl, findet die Stimme am anderen Ende der Leitung. Das wir das aus verschiedenen Gründen schon länger anders sehen, verschweigen wir lieber. Denn das hat mit dem Servicefall ja nichts zu tun. Das Anliegen („Service“) wird also vorgetragen. Doch, o weh, man ist an der falschen Adresse, obwohl man durchaus die richtige Nummer gewählt hatte. Aber kein Problem: „Wir verbinden Sie weiter zu Ihrem Händlerbetrieb. Pause. Wenn dort schon jemand ist.“ Zum Glück, es war jemand da. „Ich weiß auch schon alles“, sagte der Mann dort. Weiterlesen →

18. Mrz. 2017
von Carsten Knop

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05. Mrz. 2017
von Carsten Knop
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Mittelstand: Jeder fünfte Chef ist eine Frau – Frauenanteil steigt langsam

Der Frauenanteil in den Führungsebenen deutscher Mittelständler steigt langsam. Durchschnittlich knapp ein Fünftel (18 Prozent) der Mitglieder der Geschäftsführungen ist inzwischen weiblich – vor zwei Jahren waren es noch 16 Prozent. Im Schneckentempo öffnen sich außerdem bisher rein männliche Führungsebenen für Frauen: Der Anteil der rein männlich besetzten Geschäftsführungen ist von 38 Prozent vor zwei Jahren auf heute 35 Prozent gesunken.

Beim Frauenanteil im Top-Management sind kleinere Mittelständler weiter als große Unternehmen: In der Umsatzklasse bis 30 Millionen Euro beschäftigen die Unternehmen im Durchschnitt 20 Prozent Frauen in der Führungsebene, bei großen Mittelständlern mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz ist der Anteil mit 14 Prozent deutlich geringer.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), für die 3.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt wurden.

„Die Führungsebenen des deutschen Mittelstandes sind nach wie vor weitgehend männlich besetzt“, stellt Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY, fest. „Immerhin: Der Anteil der Frauen hat leicht zugenommen. Doch noch immer sind die Unternehmen weit von einer paritätisch besetzten Geschäftsführung entfernt. Ausgerechnet die kleineren Mittelständler setzen am stärksten auf Frauen. Eine Erklärung dafür dürfte sein, dass diese Unternehmen im Bemühen um Fachkräfte kreativer und flexibler sein müssen als größere.“

Mittelständler mit besserer Quote als börsennotierte Unternehmen

Deutlich schwerer als die Mittelständler tun sich allerdings die börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Den höchsten Frauenanteil auf Vorstandsebene weisen die DAX-Unternehmen mit 11 Prozent auf, wie eine EY-Analyse der Struktur der Vorstände der 160 im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX notierten Unternehmen im Januar ergab. Noch geringer ist der Anteil im SDAX, wo er bei 6 Prozent liegt, im MDAX (4 Prozent) und im TecDAX (4 Prozent). Weiterlesen →

05. Mrz. 2017
von Carsten Knop
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25. Feb. 2017
von Carsten Knop
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Autos, die die Kunden wollen

Angeblich kommt alles immer viel schneller, als man denkt. Einerseits. Andererseits ist das Leben meist dann doch ein stiller, ruhiger Fluss. Es ist die Herausforderung aller Unternehmen auf der Welt, in diesem Spannungsfeld das Gespür für das richtige Timing zu entwickeln. Lange unterschätzt man neue Entwicklungen – und behält damit recht. Dann plötzlich ziehen neue Anbieter vorbei, die man zuvor mit Verweis auf die nackten Zahlen lange belächeln konnte, und plötzlich sieht man im wahrsten Sinne des Wortes alt aus.

Das lässt sich in vielen Branchen beobachten, aber angesichts des bevorstehenden Genfer Automobilsalons wollen wir an dieser Stelle doch noch mal einen Espresso auf das trinken, was früher „des Deutschen liebstes Kind“ hieß. Denn angeblich ist das Auto dies ja gar nicht mehr. Die jungen Leute wollen Carsharing, heißt es, Hybridautos oder gar Elektromobilität, wenn man nicht gleich beim Fahrrad bleibt.

Da mag etwas dran sein, aber in Euro und Cent schlägt sich dieser Trend bisher kaum nieder. Und als wir neulich auf einer Baustelle danach fragten, ob die Stellplätze für die Autos denn sogleich auch mit Kabeln zum Anschluss von Ladeboxen für Elektroautos ausgestattet werden könnten, hatte der Elektriker nur ein mitleidiges Lächeln für uns übrig. Wohlgemerkt, in einem Neubau. Von Elektroautos halte er nun wirklich nichts, sagte der Elektriker, übrigens durchaus ein jüngerer Mann. Was wohl die Bundeskanzlerin darüber denkt, die gemeinsam mit dem Rest ihrer Bundesregierung die vielen Förder-Euro für die Elektromobiliät gar nicht loswird? Immerhin 4000 Euro könnte man für ein neues Elektrofahrzeug bekommen. Aber, ach, den Menschen reicht das nicht. Weiterlesen →

25. Feb. 2017
von Carsten Knop
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07. Feb. 2017
von Carsten Knop
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Unternehmen planen gerne mit Umsatz, Ebit und Ebitda

Aber immer häufiger fließen auch qualitative Kriterien ein

Kennzahlen schaffen Transparenz und können damit zum Geschäftserfolg beitragen. Sie helfen dabei, entstehende Schwierigkeiten im Unternehmen frühzeitig zu erkennen. Die meisten dienen der Beschaffung von Informationen, der Planung – und natürlich auch dem Abgleich mit der harten Realität der Wirklichkeit. Ohne Kennzahlen lässt sich kein Unternehmen steuern. Aber sie sind, ebenso wie Veränderungen in der Gesellschaft, einem stetigen Wandel unterworfen.

Wegen der großen Bedeutung von Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung einerseits – und um zu erkennen, inwiefern sich Unternehmen in ihrem Berichtswesen neuen Anforderungen anpassen – hat sich die LBBW-Bank in Stuttgart 145 Unternehmen und ihre Steuerungsgrößen einmal genauer angeschaut. Dabei stellt sich heraus: Quantitative Kenngrößen werden immer wichtiger. Und die Wertsteigerung des Unternehmens im Sinne eines Shareholder-Value-Ansatzes ist nicht mehr allein entscheidend.

Doch die Lage ist unübersichtlich, denn es werden mehr als 100 verschiedene Kennzahlen genutzt. Eindeutig aber ist: Trotz der großen Individualität sind Umsatz, Ergebnis vor Steuern (Ebit) und das Ergebnis vor Zinsen, Steuer und Abschreibungen (Ebitda) die drei finanziellen Kennzahlen, die derzeit die Steuerungssysteme dominieren.

Spannend wird es jenseits dieser zusammenfassenden, oberflächlichen Betrachtung. Denn qualitative Kennzahlen, die also nicht allein auf Umsatz oder Rentabilität abzielen, sind in den Unternehmen zwar immer noch unterrepräsentiert, finden aber sehr viel größere Beachtung als noch vor zehn oder fünf Jahren. „Zwei Drittel der Unternehmen erwähnen qualitative Größen zumindest als ergänzende Steuerungskennzahlen. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass qualitative Kennzahlen eine wachsende Bedeutung einnehmen und zum nachhaltigen Unternehmenserfolg beitragen können“, schreiben Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Head of Research der LBBW, und sein Team Marco Göck, Martin Dresp und Luca-Emilio Kranz in der Auswertung, die dieser Zeitung vorliegt.

So habe zum Beispiel die Deutsche Post im Konzernlagebericht 2010 keine nichtfinanziellen Kennzahlen im Rahmen der Unternehmenssteuerung erwähnt. Im Jahr 2015 hingegen seien sowohl die Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung als auch die Treibhausgas-Effizienz als Steuerungsgrößen aufgeführt worden. Es werden damit auch eindeutig Bedürfnisse außerhalb der Gruppe der Aktionäre berücksichtigt, es geht nicht mehr nur um die Shareholder, sondern um alle, die mit dem Unternehmen zu tun haben (die sogenannten Stakeholder). Weiterlesen →

07. Feb. 2017
von Carsten Knop
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28. Jan. 2017
von Carsten Knop
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Was Vorstandschefs auch noch zu Trump einfällt

Das Weltwirtschaftsforum in Davos liegt nun schon eine Woche zurück – und bei allem, was darüber geschrieben wird, bleiben viele interessante Gespräche und Begegnungen doch unerwähnt. Oft ist das Gesagte vertraulich, dann wieder aus journalistischer Sicht kurzfristig nicht interessant genug, oder es fehlt schlicht und einfach an der Zeit, um auch das noch aufschreiben zu können.

Aber die Begegnungen mit Vorstandsvorsitzenden aus Deutschland und Amerika waren in diesen Tagen allesamt spannender als sonst. Denn mit dem Machtwechsel zu Donald Trump gab es ein großes Thema – und jeder hatte dazu seine eigene Meinung, auch wenn er sie oft nur hinter vorgehaltener Hand äußern wollte. Ein paar Kostproben gefällig? Bitte nicht erschrecken, denn es könnte auch einiges an Wahrheit dabei sein. Manches aber sind vielleicht auch einfach nur alternative Fakten. Los geht’s.

Es sei kein Wunder, dass Trump gewählt worden ist: Denn Barack Obama war ein arroganter Kerl, der nicht gut zuhören konnte – und letztlich wie ein rhetorisch begabter Professor geführt hat, dessen einzige Mission es war, andere von seinen Lehren überzeugen zu wollen. Er habe sich nie auch nur bemüht, Kompromisse zwischen Republikanern und Demokraten im amerikanischen Kongress zu moderieren – und habe Joe Biden, einen Vizepräsidenten, der für eine solche Rolle geeignet gewesen wäre, so gut wie nie seine Stärken als Moderator ausspielen lassen. Weiterlesen →

28. Jan. 2017
von Carsten Knop
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20. Jan. 2017
von Carsten Knop
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„There are some distinct advantages to having a robot as your company’s CEO“

Questions to Luis Alvarez, CEO BT Global Services
 
Mr Alvarez, in the discussions going on in Davos, “Artificial Intelligence” is mentioned pretty often, much more than last year. What has changed during the past twelve months?

I think although AI has been around for decades, it was a rather abstract expression for most people. In the past few months we have seen services based on AI emerging that are available to virtually everyone, and that has given developments in the field a new boost. For example, a “cognitive computing system” available in the cloud has become widely available – and that is just one example. The concept of AI is also making inroads into our everyday life. What is changing is the availability of lower cost and cloud solutions which make AI a more suitable capability for our businesses.
 
Looking at real life examples: Where can we find AI in our day-to-day lives?

Many of our customers, as well as other Internet users, benefit from the machine learning capabilities of our security systems every day. Our “Threat Intelligence” systems can detect new and so far unknown cyber threats and protect the networks and IT systems of many companies – however for most people, this happens unnoticed. Most recently AI has started moving into the households and gets more relevant (and visible) in our everyday lives. From Apple’s Siri to Amazon’s Echo, we are now using systems that can learn to understand and interpret our voices, know our habits and predict buying preferences. Over the coming years, this is definitely the space to watch. Contact Centre services are another relevant area where specific tasks can be performed by “robots” helping human agents.
 
What development can we expect in the next 3-5 years?

AI is expected to evolve significantly beyond today’s relatively simple machine learning to better understand human behaviour. That means robots making decisions on their own in more complicated situations. And as they get cleverer, they would be able to take on increasingly challenging jobs, helping free the human worker up to be more productive. I personally believe in the usage based on executing tasks and learning how to do it better and better. It will relief us from those tasks giving us more time for valuable work or great fun. Weiterlesen →

20. Jan. 2017
von Carsten Knop
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18. Jan. 2017
von Carsten Knop

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Joe Biden issues call for Europe and the US to defend the liberal international order

Two days before stepping down from office, US Vice-President Joseph R. Biden called on the United States and Europe to confirm the transatlantic alliance and continue to work together to defend the liberal international order that has brought stability and peace in Europe since the end of World War II.

“History has proven that the defence of free nations in Europe has always been America’s fight,” Biden said in a special address to participants on the second day of the World Economic Forum Annual Meeting. “The United States should fulfil our historic responsibility as the indispensible nation, but we have never been able to lead alone. It is only through championing the liberal international order that we will retain our position of leadership.” Noted Biden: “There will be a new president in the US, but the challenges and choices we make as an international community do not hinge exclusively on Washington’s leadership. Whether we reinforce the ties that bind us or they unravel, these choices will be made by every single nation.”

Recognizing that recent economic and social challenges in the US and Europe have allowed nationalist and populist forces to capitalize on citizens’ concerns, Biden rejected the politics of fear. “Impulses to hunker down, to build walls, are precisely the wrong answer,” he argued. “We can and we must take action to mitigate the economic trends that are stoking unrest in so many advanced economies and undermining people’s basic sense of dignity.” Weiterlesen →

18. Jan. 2017
von Carsten Knop

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31. Dez. 2016
von Carsten Knop

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Auf einen Espresso: Ein neues Herz, ein neuer Geist

Wer lange nicht mehr in der Kirche war, weiß vermutlich auch nicht mehr, dass es dort Jahreslosungen gibt. Im zu Ende gehenden Jahr hatte die „Ökumenische Gemeinschaft für Bibellesen“, welche die Stellen auswählt, damit ein so gutes Händchen, dass man darüber noch einmal kurz nachdenken und innehalten sollte: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jesaja Kapitel 66, Vers 13). Mit dieser Losung hatte die Kirche ihre Gläubigen in ein Jahr geschickt, das zwischen Berlin, Syrien, Nizza, München oder der Türkei noch mehr als manches andere nach einer Mutter dürstete, die die Tränen trocknet und – in diesem Fall im übertragenen Sinne – das aufgeschlagene Knie verbindet. Die Sehnsucht nach Geborgenheit und offenen Armen wurde häufig wach in den vergangenen zwölf Monaten.

Ein paar Dinge, die eine wichtige Voraussetzung dafür sind, dass das mit dem Trost überhaupt klappt, wurden im zu Ende gehenden Jahr aber nicht beherzigt. Denn Not muss klar benannt, das Leid beklagt und Tränen geweint werden, bevor der Trost wirken kann. Machen wir in diesem Fall einen kleinen Realitätstest: Schnell stellt man fest, dass gerade in der jüngeren Vergangenheit längst nicht alle Dinge konkret beim Namen genannt worden sind. Das hat in der Neujahrsnacht auf der Kölner Domplatte nur seinen Anfang genommen, war dort aber nicht zu Ende. Zu Recht verlangen die von Politikern wie Berichterstattern, aber auch von ihren jeweiligen Chefs häufig enttäuschten Menschen Klarheit und Wahrheit, über das, was ist – und realistischerweise sein wird.

Hinter die Fichte will in der Social-Media-Welt niemand mehr geführt werden. Allerdings fällt es gerade dort schwer, Dichtung von Wahrheit zu unterscheiden. Vertrauenswürdige Medienmarken sind wichtiger denn je. Zumal man zum Beispiel auch Managern wahrlich nicht alles glauben muss. So ist die Frage, ob es dem einen oder anderen Vorstandsvorsitzenden wirklich gelungen ist, große Fusionsvorhaben des zu Ende gehenden Jahres ausreichend zu erklären und die damit verbundenen Ängste von Aktionären oder der eigenen Arbeitnehmer zu nehmen. Auch dem nicht enden wollenden Schauspiel rund um die Zukunft der Lebensmittelgeschäfte von Kaiser’s Tengelmann werden die Angestellten mit Grausen zugeschaut haben – in den Türmen und Filialen der Deutschen Bank wiederum hatte das Wort Galgenhumor angesichts der Sorge vor neuen exorbitanten Milliardenstrafen im Herbst neue Bedeutung gewonnen. Weiterlesen →

31. Dez. 2016
von Carsten Knop

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